Archiv für 06. Juli 2009

Kanada Teil I (18.-20.6.): Quebec City

Montag, 06. Juli 2009

Mit der 13-tägigen Rundreise durch den Osten Kanadas, die ich zusammen mit Marius aka Mari unternommen habe, gibt es wieder einiges zu berichten in der Kategorie Urlaub. Die Anreise gestaltete sich zunächst sehr stressig, da ich mit US Airways in Philadelphia auf den Flieger nach Montreal (Verzeiht mir, dass ich in meinen Einträgen alle Accents weglasse…) umsteigen musste und dazu nur 43 Minuten Zeit hatte. Dann hatte der erste Flug natürlich noch 20 Minuten Verspätung. Total abgehetzt kam ich am anderen Terminal an und durfte erleichtert feststellen, dass die zweite Maschine auch ein wenig verspätet war. Nach dem anfänglichen Stress war aber das Schlimmste überwunden. An der Autovermietung traf ich Mari, der sein FSJ in Calgary beendet hatte und nun quasi auf der Heimreise nach Deutschland war. Wir mieteten bei Hertz über den ADAC einen Toyota Yaris. Mit Hertz war ich nicht besonders zufrieden, da sie uns am Schalter noch mal ca.100 Euro zusätzlich zur Vorabüberweisung aufgebrummt haben: für Schadensversicherung am Auto. Hätten wir das nicht bezahlt, hätten wir für alle evtl. Schäden am Auto aufkommen müssen (platter Reifen, Motorschaden,…). Ich weiß nicht, wie es bei anderen Anbietern gewesen wäre, aber ich finde so was ist nicht gerade transparente Preispolitik. Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall eine andere Autovermietung ausprobieren.

Rue De Petit Champlain

Rue De Petit Champlain

Nun aber zu den schönen Dingen. Unsere Rundreise begann wie gesagt in Montreal, von wo wir direkt ca. 3 Stunden nach Quebec City fuhren. Quebec City heißt eigentlich nur Quebec, aber da die Provinz, in der Quebec liegt, Quebec heißt, und Quebec auch noch die Hauptstadt von Quebec ist, und daher keiner so genau weiß, was der andere mit Quebec meint, wenn er Quebec sagt, ist der Zusatz ‚City’ im englischsprachigen Raum nützlich. Der Zusatz ‚englischsprachig’, weil die Provinz Quebec zum größten Teil französisch spricht. Und das ist wirklich keine Untertreibung, auf den Straßen hört man fast nur französisch. In den touristischen Gegenden, wo wir uns aufhielten, kamen wir mit englisch aber meist ohne Probleme durch. Meine Französisch-Kenntnisse aus der Schule reichten noch um ab und zu mal ein geschriebenes Sätzchen zu übersetzen, aber reden, na ja… :-) Quebec City ist eine der ältesten Siedlungen Kanadas, gegründet 1608 auf einem Hügel am St. Laurence Strom. 1759 gewannen hier die Briten die Vorherrschaft über die französische Kolonie. Das Stadtbild ist äußerst europäisch. Es gibt eine richtige Altstadt mit kleinen Gässchen, alten Häusern und Kirchen: Zusammen mit der Lage am Fluss und auf dem Hügel ein malerisches Städtchen.

Place Royal

Place Royale

Leider hatten wir anfangs zwei regnerische Tage erwischt, so dass wir nicht die ganze Schönheit erleben konnten, aber wir konnten uns vorstellen, wie schön es wäre, wenn zusätzlich noch die Sonne geschienen hätte! Trotz des schlechten Wetters durchwanderten wir ausgerüstet mit 4-C$-Regenschirmen von Walmart die Altstadt. Von der Gegend um den alten Hafen führen enge Gassen zum Gipfel der Stadt, nicht nur geographisch, sondern auch architektonisch: Das 1893 erbaute Hotel Chateau Frontenac ist das beeindruckendste und bekannteste Gebäude der Stadt. Von dort ging’s unter strömendem Regen weiter zur Zitadelle, die als Verteidigung gegen die USA erbaut wurde (wie so vieles in Kanada), aber aufgrund der Friedlebigkeit der Amerikaner ;-) nie gebraucht wurde. Als wir bei der Assemblee Nationale, dem Parlament Quebecs, ankamen, waren wir schon recht nass, was sich dann in pitschnass vollendete als wir unter starkem Seitenwind zum Auto zurückliefen.

Chateau Frontenac

Chateau Frontenac

Die kurze Überlegung als Abendprogramm ins Kino zu gehen, verflüchtigte sich schnell wieder, nachdem klar wurde, dass man hier wirklich französisch spricht und nicht nur so tut… Nachdem Mari mich dann im Hotel, gestärkt durch den Verzehr zahlreicher proteinhaltiger Brotrollen, beim Rennduell auf dem Standfahrrad des Hotels abgezogen hat, wollte ich aufgrund körperlicher Erschöpfung auch nichts mehr von Abendprogramm wissen :-) .

Blick von der Zitadelle

Blick von der Zitadelle

Wasserfall Montmorency

Wasserfall Montmorency

Am nächsten Tag war es immer noch recht trüb, so dass sich ein erneuter Fototermin mit der Altstadt nicht so richtig gelohnt hätte. Daher besichtigten wir den nahe gelegenen Wasserfall Montmorency, der 30 Meter höher als die Niagarafälle ist! Naja, da wir die Niagara Fälle später auch noch gesehen haben, kann ich guten Gewissens sagen, dass die letzteren trotzdem noch eine Nummer beeindruckender sind ;-) , was die Schönheit Montmorencys nicht schmälern soll. Zu Fuß gings einige Treppen nach oben und von dort konnten wir sogar ganz klein die Altstadt Quebecs sehen.

Blick auf Quebec vom Montmorency Wasserfall

Blick auf Quebec vom Montmorency Wasserfall

Basilika Sainte-Anne-De-Beaupre

Basilika Sainte-Anne-De-Beaupre

Zum Schluss fuhren wir dann noch 30 km nach Norden zur Basilika Sainte-Anne- de-Beaupre, die Anne, der Mutter Marias, gewidmet ist. Bis dahin hatten wir in Quebec City schon drei Kirchen gesehen, und in Montreal ging es später gerade so weiter. Die Sache ist aber, dass diese Kirchen sich vor den meisten Kirchen in Europa keineswegs verstecken brauchen, auch wenn sie vielleicht nicht immer ganz so alt sind wie die europäischen Vergleichsstücke. Das heutige Gebäude von St. Anne wurde z.B. erst 1920 erbaut. Als wir kamen war gerade ein Hochzeitsgottesdienst in Gange, so dass ich dann noch in den Genuss des berühmten Orgel-Hochzeitsliedes kam, dessen Name ich gar nicht kenne (!?). Schon eine tolle Akustik.

Nicht ganz damit mithalten konnte die Soundanlage unseres Yaris, als wir abends auf Kanadas Highways (Tempolimit 100 km/h) entlang des St. Laurent Stroms nach Montreal fuhren.

4th of July – Independence Day

Montag, 06. Juli 2009

Ich bin nun schon seit fast einer Woche wieder zurück aus Kanada. Doch bevor ich zu den Reiseberichten komme, schnell noch ein Nachtrag, der in einem Jahr USA hier nicht fehlen darf: Independence Day.

Interessanterweise bekommt man in den USA den Freitag frei, wenn der Feiertag auf einen Samstag fällt. Das wär doch mal noch was für Deutschland, damit die X Feiertage auch garantiert sind :-) . Ich bin am Freitag trotzdem ins Lab. Man hätte auf der Straße Fußball spielen können… Gefeiert wurde dann am Samstag. Den Nachmittag verbrachte ich bei der Poolparty von Alex’ und Frederik’s WG: Gemütlich im Pool relaxen, grillen, ein bisschen Bier trinken. Auch die Flagge wurde aufgehängt, nachdem ich danach gefragt hatte.

Showbühne auf dem Centennial Park

Showbühne auf dem Centennial Park

Gegen Abend ging’s dann auf den Centennial Park, wo sich Massen versammelt hatten, um das Feuerwerk anzuschauen. Nachdem eine Rockgruppe für Stimmung gesorgt hatte, startete das Spektakel – und ich war sehr beeindruckt. An Feuerwerkskörpern wurde definitiv nicht gespart! Nicht nur vorne wurde geschossen, auch von den seitlich liegendenen Gebäuden stiegen Raketen in die Höhe. Als man dachte, es sei aus, kam dann noch der Walkürenritt von Wagner mit einem opulenten Finale. Nur die Nationalhymne hat gefehlt. Ansonsten war es wieder einmal ein wahrhaft patriotisches Erlebnis :-) .