Archiv für die Kategorie ‘Campus-Leben’

Tischtennis Nationals in Rochester zum Zweiten

Montag, 25. April 2011

Wie schon vor zwei Jahren fanden die nationalen College Tischtennismeisterschaften in Rochester, Minnesota, statt (zum damaligen Bericht) . Über die Gegend brauche ich also nicht viele Worte verlieren. Was sich deutlich verändert hat, ist das Team: Nur Aneece und ich waren beim Team vor zwei Jahren schon dabei. Zudem haben sich in diesem Jahr auch unsere Damen qualifiziert. 10 Georgia Techler/innen vertraten also den Staat Georgia bei den Teamwettbewerben.

GT Team

(v.l.n.r.) Annece, Jesus, Martin, Hassan, Brian, Li, Xiaodan, Wenhui, Christine, Stephanie

Diesesmal hatte ich erfreulicherweise die Möglichkeit, viele Spiele zu bestreiten, da ich mich zusätzlich zum Team auch für die Einzel-, Doppel- und gemischtes Doppel-Wettbewerbe qualifiziert hatte. Im Einzel flog ich gleich am Anfang raus, konnte mich dann aber in der Trostrunde bis ins Halbfinale durchringen, wodurch ich 36. von 60 wurde. Bin ganz zufrieden damit. Die Doppel liefen weniger erfolgreich wegen starker Gegner.

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Leider erwischte es auch das Team nicht gut: Durch zwei übermächtige Gegner (Princeton und Governers State) und eine ganz knappe Niederlage gegen einen gleichwertigen Gegner (Florida) war Platz 19 der beste, den wir noch erreichen konnten. Nach einer weiteren Niederlage gegen San Jose, und schließlich doch noch einem Sieg gegen Binghamton landeten wir auf Platz 21 von 24 (unser Rating war 19, also etwas schlechter als erwartet…). Die Mädchen schafften es auf Platz 10 von 14. Den Spaß ließen wir uns aber dank toller Teammoral keineswegs verderben, und so kehrten wir am Sonntag Abend müde und mit vielen schönen Erinnerungen nach Atlanta zurück.

 

ACUI-Turnier in Tallahassee, Forida

Donnerstag, 17. Februar 2011

Es gibt mal wieder Neuigkeiten im Tischtennis: Letzten Samstag fuhren 12 Mitglieder unseres Tischtennisclubs nach Tallahassee, Hauptstadt Floridas, wo das Qualifikationsturnier für die College Nationals im Einzel stattfand. Aus etwa 50 Teilnehmern aus den Staaten Georgia, Florida, Alabama und Mississippi würden es die besten 8 zu den nationalen Meisterschaften Anfang April schaffen. Nach einer relativ leichten Gruppenphase, zog ich in die Top 16 K.O.-Runde ein. Mit einem weiteren Sieg hätte ich mich qualifiziert. Mit etwas Losglück und weniger Nervenflattern als mein Gegner, schaffte ich den Einzug ins Viertelfinale mit einem 3:0 Sieg — Nationals!!! :-) Im Viertelfinale war dann aber Schluss gegen übermächtige Mississippi-Spieler, die schließlich Plätze 1 bis 4 belegten. Von unseren anderen Spielern hat es leider keiner geschafft, zwei schieden im Achtelfinale aus. Besser hatten es da unsere zwei Damen. Auch bei den Damen qualifizierten sich 8 Spielerinnen, die – bei 4 Teilnehmerinnen – allerdings schon vorher fest standen… Am Sonntag steht dann das entscheidende Turnier für unser Team an, aus dem wir hoffentlich siegreich hervorgehen werden. Sonst muss/darf/werde ich wohl mit unseren beiden Mädchen alleine reisen…

Das GTTTA Team

Das GTTTA Team

GT Night at the Woodruff Arts Center

Freitag, 01. Oktober 2010
Dali's Moustache

Dali's Moustache

Das Woodruff Arts Center – das zu Hause des High Museum (Kunstmuseum), der Atlanta Symphony und des Alliance Theater (Musicals) – öffnete gestern seine Tore für GT Studenten. Neben “free food”, was Studenten magisch anzieht (nur übertroffen von “free T-shirts”), wurde der kostenlose Eintritt zum High und für ein Konzert der Symphonie oder des Alliance Theaters angeboten. Nicht schwer zu erraten, dass ich mir das nicht entgehen ließ. Obwohl ich schon mal im High Museum war, lohnte sich der erneute Besuch wegen der ständig wechselnden Ausstellungen. Momentan sind Spätwerke Salvador Dali’s zu bewundern – in der Tat bewundernswert. Besonders interessant fand die “Moustache”-Fotoserie, die quasi ein sarkastisch humoristisches Interview Dali’s in Worten und Bildern ist. Auch die religiösen Gemälde sind beeindruckend.

God is just another artist, like me. - Salvador Dali

Ein echter Künstler…

Danach besuchte ich das Symphoniekonzert, das Beethovens 4. Klavierkonzert sowie Mahlers  1. Symphonie (Titan) auf dem Programm hatte. Eigentlich freute ich mich vor allem auf den Beethoven, doch nachdem ich Mahler nun zum ersten Mal “live” in einem Konzertsaal gehört hatte, änderte sich meine Meinung. Was man aus den Computer-Lautsprechern zu Hause einfach nicht mitbekommt ist die riesige Variation an Klangfarben und Dynamik, die Mahler verwendet. Den dritten Satz, der mit einer tragischen Kanonversion von “Bruder Martin” und Ansätzen von fröhlicher Zigeunermusik spielt, fand ich am originellsten. Der vierte Satz ist bombastisch. Denke, sowas mögen die Amerikaner :-) .

Das beste an dem Ganzen ist aber, dass man für 20$ einen Saisonpass erwerben konnte, der bis Ende Mai Eintritt zu jeglicher Veranstaltung im Woodruff Arts Center ermöglicht. Für künstlerische Nahrung ist in nächster Zeit gesorgt…

Mein Tischtennisschläger

Freitag, 24. September 2010
Mein Tischtennisschläger

Mein Tischtennisschläger

Mein Tischtennisschläger muss eine Seele haben. Gestern Nachmittag begab ich mich auf die Suche nach einem neuen Schläger, da ich mit meiner Tischtennisperformance nicht ganz so zufrieden war und mal wieder was neues ausprobieren wollte. Und dann, gestern Abend bei den Tryouts für das College Team scheint alles wie von alleine zu laufen. Es ist lange her, dass ich so gut gespielt habe und habe das Turnier, das aus ca. 50 Teilnehmern bestand, gewonnen. Mein Tischtennisschläger muss was geahnt haben, dass es an der Zeit war sein wahres Können zu beweisen… Ich kann mich nun wohl kaum nach diesem Abend von ihm trennen.

Umso erstaunlicher war dieses Ergebnis angesichts des universitären Stressfaktors in den letzten Wochen. Wie schon mal angekündigt bereite ich mich auf die Vordoktorprüfung am 18. Oktober vor, die ich möglichst bestehen sollte, um Zeit-, Geld- und Freizeitverlust zu vermeiden. Zudem arbeite ich weiter am “Feuer- und Rauchprojekt”, das aber gerade weniger Raum einnimmt. Etwas nervig ist die Tatsache, dass ich aus bürokratischen Gründen zwei Kurse (eigentlich drei, aber eine konnte ich herumtricksen) belegen muss, so dass ich nun in “Digital Image Processing” und “Differential Geometry I” sitze. Letzteres ist einfach nur – krass. Die andere Vorlesung ist bis jetzt noch nicht allzu spannend, soll aber auch lediglich zum Erreichen der Mindestanzahl an nötigen Vorlesungen beitragen.

Vorlesungsfrei…

Mittwoch, 06. Mai 2009
Campusbild: Buzz, unser Maskottchen, beim 'Earth Day' für ökologisches Denken

Campusbild: Buzz, unser Maskottchen, beim 'Earth Day' für ökologisches Denken

… und das nicht nur heute, sondern auch morgen, und übermorgen, und den Tag danach, und… Ja! – Ich bin fertig mit Vorlesungen für den Rest dieses Studiums. Und ja, dieser Eintrag ist tatsächlich mal wieder der Uni und nicht einer Reise gewidmet… :-) Letzte Woche war Finals Week, in der theoretisch Klausuren angestanden hätten. Der Grund, dass ich keine hatte und damit eine recht angenehme Finals Woche hatte (Im Vergleich zum Fall Term), ist der, dass ich in meinen beiden Vorlesungen Final Projects hatte, d.h. eine Projektarbeit, umfassender als übliche Hausaufgaben. Für Wave Propagation konnte ich dafür einfach Material aus meiner Forschung nehmen, so dass dieses Thema sehr schnell abgehakt war und für Adaptive Control tobten Frederik und ich uns an einer Abstandsregelung für zwei Autos aus, doch dazu später mehr. Erst noch ein letzter, zäh zu lesender Vorlesungsrückblick für die zweite Hälfte des Spring Terms.

Ich muss sagen, in Wave Propagation ist die zweite Hälfte ziemlich an mir vorbeigegangen, da der Druck von Klausuren und Hausaufgaben sehr gering war, seitdem Larry die Vorlesung von Dr. Qu übernommen hatte. Ich hab mir die Sachen angehört und gedacht, “ganz nett! Wenn ich’s mal brauch, weiß ich ja, wo ich nachschauen muss.” Und so war die Vorlesung von Larry wohl auch gedacht, da er doch meist sehr schnell und flapsig über die Herleitungen hinweggegangen ist. Im Großen und Ganzen betrachteten wir verschiedene Problemstellungen und deren Lösungen, also z.B. Wellen in einer unendlichen Platte (mein Forschungsthema), in einer zylinderförmigen Platte,  in anisotropen Materialien, oder auch wenn man einen Halbraum an der Oberfläche mit einem Punktimpuls (Dirac)  anstößt. Auch Transformations-Methoden wie Laplace oder Fourier zur Lösung der Gleichungen wiederholte Larry – neben “Eigenwertrechnung” und “Boolscher Algebra” das wohl am öftesten eingeführte Thema meines Studiums… :-)

Campusbild: Tech Trolleys zur kostenlosen studentischen Fortbewegung auf dem Campus

Campusbild: Tech Trolleys zur kostenlosen studentischen Fortbewegung auf dem Campus

Der zweite Teil von Adaptive Control verlief leider etwas träger als der erste, was hauptsächlich daran lag, dass man immer wieder fast das Gleiche gemacht hat und das bisschen Unterschied dann auch immer noch in Matlab simulieren musste. Nach der zweiten Hälfte kann ich auch in einem Satz zusammenfassen, was adaptive Regelung ist; nämlich inverse Lyapunov Analysis. D.h. man schreibt den üblichen Zustandsregler hin, nimmt an, dass die Verstärkung von der Zeit abhängt, und wählt dann die Ableitung der Verstärkung so, dass die ungewünschten Terme in der Lyapunov-Ableitung wegfallen  (Ich hoffe, das versteht jemand… zumindest wer Regelungstechnik II gehört hat, sollte wissen, was ich meine… :-) ). Das Schöne ist, dass man so garantieren kann, dass der Regelkreis stabil ist, auch wenn Systemgrößen von vornherein falsch geschätzt wurden. D.h. der Regler passt sich an das System an (adaptiert). Im Final Project wendeten wir das auf folgendes System an: Auto B fährt hinter Auto A und soll einen bestimmten Abstand zu Auto A einhalten. Die Beschleunigung von Auto A ist dabei eine unbekannte Störgröße, die Beschleunigung von Auto B die Eingangsgröße. Das System ist nicht übermäßig kompliziert (Im Prinzip nur ein Doppelintegrator von Beschleunigung zu Strecke), doch haben wir alle möglichen und abstrusen adaptiven Erweiterungen eingebaut (Disturbance Rejection, Input Constraint Adaptation, Composite Adaptation), so dass die Arbeit zu einer guten Note gereicht hat. Vielleicht hat den Professor aber auch unser Schlusszitat überzeugt, das ‘treffend’ beschreibt, was Adaption ist:

When the lights first go out, I can’t see;
Maybe waiting a while is the key:
After dark adaptation—
Acclimatization—
I’ll be able to aim when I pee.
Quelle: www.oedilf.com
Dass die Finals Woche dann doch nicht allzu locker war, liegt weiterhin daran, dass nun die Thesis wieder im Rampenlicht steht. Wie’s da aussieht, werde ich aber später erzählen. Die nächsten Tage will ich erst noch vom Wochenendausflug nach New Orleans erzählen, den wir zu viert von Freitag bis Montag durchgezogen haben. Man darf gespannt sein ;-) . Bis dahin, viele Grüße aus Georgia!

College Table Tennis National Championships ’09

Freitag, 10. April 2009
Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Was in Deutschland nahezu undenkbar ist, wurde in den USA dank des Nischendaseins des Sports Tischtennis (oder Ping Pong wie die meisten Amerikaner sagen) am letzten Wochenende wahr. Zusammen mit fünf weiteren Tech-Studenten reiste ich nach Rochester im Bundesstaat Minnesota, wo wir  uns mit den besten Hochschul-Tischtennisspielern des Landes maßen. Mit dem Flugzeug ging es nach Minneapolis und dann 1,5 Stunden  weiter mit dem Auto in ein beschauliches Städtchen namens Rochester, das wenn überhaupt für etwas, dann für seine renommierte Mayo-Klinik bekannt ist, die auch auf der “Tourismus”-Webseite als eine der besten Sehenswürdigkeiten angepriesen wurde. Mit anderen Worten, einerseits schade, dass wir nicht in eine spannende Stadt gefahren sind, aber andererseits machte die gemeinsame spaßige Zeit beim Turnier diese Manko bei Weitem wett.

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Unser Team: Deepak (Indien), Aneece (Libanon), Siva (Indien), Subu (Indien), Abhishek (Indien), Martin (Deutschland) und Coach Presley (USA). Gespielt wurde von Freitag bis Sonntag und wir hatten insgesamt sechs Spiele, so dass jede Menge Zeit war anderen Spielen zuzuschauen, zu trainieren oder einfach herumzulungern, wie das erfahrene Turnierspieler bestimmt kennen. In der ersten Runde spielten wir in einer 4er-Gruppe, wo die ersten zwei in die Finalrunde und die anderen zwei in die ‘Trost’-Runde kamen. Wir waren von der Spielstärke her an Position drei gesetzt, was wir dann auch wurden. Die Trost-Runde konnten wir durch drei Siege als erster beenden, so dass wir insgesamt 13. von 24 Colleges wurden, zwei Plätze besser als im letzten Jahr. Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass dieses Ergebnis kaum mir zu verdanken ist :-) . Ich hatte mein erstes Spiel (Es spielen immer nur 4 Spieler in einem Teamspiel)  in der Vorrunde  gegen die spielstarke Mannschaft aus Minnesota gemacht, wo wir ziemlich deutlich verloren und am nächsten Tag habe ich beim Aufwärmen schon gemerkt, dass das ‘Feeling’ nicht da ist, so dass ich zugunsten des Erfolgs den anderen den Vortritt gelassen habe.

Finale der Männer

Finale der Männer

Neben unseren Spielen gab es auch einige interessante und hochkarätige Spiele, die durchaus lohnenswert waren anzuschauen. In einer Hochschule namens Texas Wesleyan gibt es z.B. Stipendien für Tischtennisspieler (eine absolute Ausnahme), die dann auch ziemlich gute Spieler hervorbringen. Das obere Bild zeigt das Finale der Männer, technisch sehr ansprechend. Man beachte auch die Wand der Halle. Die Universität, zu der die Halle gehört, hat tatsächlich das gleiche Maskottchen wie Georgia Tech (Yellow Jackets und eine Wespe), so dass es quasi ein Heimspiel für uns war.

'Team Georgia' beim Dinner

'Team Georgia' beim Dinner; vorne: Jessica, Fiona, Meng, Hong, Tuan

Am Samstag Abend gab es ein Dinner im Kahler Hotel, nach dem dann die Trophäen ausgegeben wurden. Wir bekamen einen Pokal für den ersten Platz in der Division Georgia, ebenso wie die Mädchen von der Georgia State (auch in Atlanta), mit denen wir oft zusammen etwas unternommen haben (Abendessen, Bowling,…). Mit der Zeit nannten wir uns ‘Team Georgia’, da wir uns meist gegenseitig anfeuerten, auch wenn wir nicht von der gleichen Uni sind. Am Montag kehrten wir zurück und natürlich warteten erst einmal wieder Hausaufgaben, die es aufzuholen galt. Bin nun also wieder voll im Georgia-Tech-Leben. Am Ostermontag kommen übrigens meine Eltern+Simone+Freund nach Atlanta. Freu mich schon sehr drauf , nach über einem halben Jahr!

Orlando, ganz untouristisch

Montag, 02. März 2009

Disneyworld, Universal Studios, Seaworld sind wohl einige der ersten Stichworte, die einem zu Orlando einfallen. Diese ließen wir jedoch im wahrsten Sinne des Wortes links (manchmal auch rechts) liegen, als wir nach 9-stündiger Fahrt in der Nacht zum Samstag in der Touristenmetropole im Sunshine State Florida unser Hotel ansteuerten.  ‘Wir’ sind in diesem Fall keine vergnügungshungrigen Touris, sondern zehn Tech Studenten, die im ACUI Regional Table Tennis Tournament um den Einzug in die nationalen College Meisterschaften im Einzel wettstreiten wollten.

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Die Hinfahrt gestaltete sich schwierig, da wir erst nach 16:30 Uhr (Treffpunkt 15 Uhr…) am Freitag loskamen, und Atlanta + Berufsverkehr= 2 Stunden extra. Ich durfte bei Coach Presley mitfahren, unserem eher Organisations- als Trainingscoach, von dem ich ja schon berichtet habe. Während der langen gemeinsamen Zeit habe ich einige interessante Dinge über ihn erfahren. Denn was er fast noch mehr liebt als reden ist Bowling spielen. Letztes Wochenende hat er im Doppel mit seinem Sohn die Bowling US Open in Las Vegas gewonnen. D.h. ich bin hier quasi mit einer Bowlinglegende per du… Die Ausführungen über die Oberfläche der Kugel und der Bahn und Geschichten über seine professionellen Softball-, Basketball-, Tischtennis- und Marchingbandkarrieren werde ich vielleicht später mal in einem extra Blog wieder aufnehmen ;-) .

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Das Turnier am nächsten Tag verlief reibungslos, bis auf die Tatsache, dass wir eine Viertel Stunde zu spät kamen, weil sich morgens erst noch unsere vier Inder durch die eine Dusche quetschen mussten ohne sich Gedanken über Zeitplanung zu machen. Morgens wurden in einer Gruppenphase die besten 16 Spieler aussortiert, darunter sechs unserer Spieler. Von nun an KO-System. Das Ziel war es unter die besten vier zu kommen, die dann für die nationalen Meisterschaften qualifiziert wären. Die All-you-can-eat Mittagspause in der Mensa der University of Central Florida, wo das Turnier stattfand, tat mir allerdings nicht so gut. Beinahe wäre ich im Achtelfinale eingeschlafen, konnte mich gegen einen nicht allzu guten Gegner names Kwot oder so ähnlich dann doch zusammenreissen. Im Viertelfinale verlor ich dann aber chancenlos gegen den späteren Turniersieger aus Puerto Rico und bin dann in der Gesamtwertung 8. geworden. Insgesamt haben die Spieler aus Puerto Rico klar dominiert. Nur Deepak, unser bester Spieler hat es geschafft, sich für die Nationals zu qualifizieren. Unter den Spielern aus Georgia und Florida waren wir aber deutlich vorne. Nichtsdesotrotz fahren wir als Team am 3. April zu den College Nationals in Rochester, Minnesota.

Schnee! vor meiner Wohnung!

Schnee! vor meiner Wohnung!

Am gleichen Tag fuhren wir mit einem Auto auch wieder zurück, da viele Vielbeschäftigt sind. Und dann das: Heute morgen schneit es in Atlanta! Während wir in Orlando mit kurzen Hosen bei über 20 Grad auf dem Campus herumgeschlampert sind, ist hier Mütze und Handschuhe angesagt… Naja, kein Fisch ohne Gräten. Und a propos Fisch.

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Walhai

Walhai

Als kleinen Nachtrag noch ein, zwei Bilder vom GT at Aquarium vor zwei Wochen. Für 7$ konnten GT Studenten ins Georgia Aquarium, was normalerweise über 30$ kosten würde. Hauptattraktion ist ein Walhai, der in einem riesigen Panoramabecken schwimmt. 30$ find ich aber trotzdem etwas übertrieben als Eintittspreis, so dass ich persönlich es nicht empfehlen würde, für den Preis reinzugehn. Es sei denn man mag Fische (zum Anschauen…). Vor Spring Break werde ich dann auch noch ein bisschen berichten, was studienmäßig so alles los ist, bevor Alex, Frederik und ich dann in zwei Wochen eine Rundreise durch Florida starten.

Und schon ist das erste Term vorbei

Freitag, 12. Dezember 2008

Der Schlussspurt hatte es nochmal gewaltig in sich, doch nun ist es soweit – das erste Term ist geschafft. Die Noten stehen zwar noch nicht alle fest, aber ich bin zuversichtlich, dass es zumindest in dreien sehr gut ausfallen wird. Ursprünglich war für Freitag noch eine Final Exam in Linear Elasticity  geplant, doch Prof. Zhou hatte mal wieder eine Überraschung auf Lager, indem er am Dienstag letzte Woche die Exam kurzerhand zu einem Final Assignment (Eine Hausaufgabe, nur dass sie eben wie eine Klausur zählt) erklärt hatte, die bis gestern fällig war. Das hat meinen Lernplan gehörig durcheinander geworfen (da ich eigentlich noch heute zum Lernen eingeplant hatte), zumal die Aufgabe es auch in sich hatte und ich somit 2-3 Tage nur mit denken und rechnen beschäftigt war. Im Endeffekt war mir das so aber auch lieber, da ich im Midterm ja schon Erfahrung mit Zhou’s Prüfungsstil gemacht habe und außerdem jetzt auch schon frei habe :-) .

Vor dem Management Hörsaal

Mal wieder ein Campus-Bild: Vor dem Management Hörsaal

Die Finals in Management, Signal Processing und Continuum Mechanics waren dann auf Montag bis Mittwoch verteilt. Wie gesagt, war eigentlich alles in Ordnung und mal schauen, was rauskommt – Am Samstag sollen die Noten angeblich schon stehen. Ich schreibe hier nochmal kurz zusammen, worum es im letzten Monat in den Vorlesungen so ging. Wen das nicht interessiert, ab zum nächsten Abschnitt… In Management wurden folgende Module behandelt: Managerial Accounting (wie man Kosten bilanziert), Strategies (auf Markt- und Businessebene), Industry Analysis (jeder musste dann eine dreiseitige Analyse schreiben – ich über die deutsche Automobilindustrie), Supply Chain, International Marketing und Negotiations (inklusive Rollenspielen). Prof. Fekri von Digital Signal Processing krönte die Vorlesung mit dem Abschlussthema Diskrete Fourier Transformation bzw. die schnelle Berechnung durch die FFT (Fast Fourier Transform) Algorithmen. Endlich weiß ich mal, was ich mit dem MATLAB-Befehl “fft” eigentlich immer berechnet habe… Zuvor hatten wir noch Filterdesign besprochen, was ich auch sehr interessant fand. Im Digitalen gibt es nämlich FIR (Finite Length) Filter, die lineare Phase haben, so dass es nur zu einer Verzögerung des Signals kommt, nicht zu einer Verfälschung. Bei meiner Studienarbeit hatte ich oft mit der nichtlinearen Phase von analogen Filtern zu kämpfen. Die letzten Wochen in Continuum Mechanics beschäftigten sich damit, die vorher behandelten Konzepte in Anwendungen zusammenzufügen. So wurden Grundlagen für das elastische Verhalten von Feststoffen und für das Stömungsverhalten von Fluiden behandelt. Elasticity gab noch einen kurzen Einstieg in die Lösung von 3D Problemen, was ich im nächsten Term in Larry’s Vorlesung über Wellenausbreitung noch vertiefen werde.

Der Lernstress wurde Dienstag Nacht von GT-Mitarbeitern erleichtert, die ab 22 Uhr ein Midnight-Breakfast (Rührei, Würstchen, Donuts, Orangensaft,…) angeboten haben, zu dem alle Studenten kostenlos kommen durften. Eine tolle Idee, wie ich fand.

Die Weihnachtsstimmung ist der letzten Woche aber nicht zu kurz gekommen. Am Freitag waren wir vom WSF aus bei “The 82nd Annual Christmas Carol Concert” in der international Martin L. King Jr. Chapel. Zwei Chöre mit ausschließlich schwarzen Sängern hatten sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen. Es wurden Weihnachtslieder aus allen möglichen Nationen und Musikrichtungen gesungen, mit Orgel, Gitarre, Klavier, Streichern, usw. als Begleitung. Bei einigen Liedern war das Publikum aufgerufen mitzusingen, u.a. bei “O Come All Ye Faithful”. Wer erkennt es? :-) .

Ich werde nun noch bis 18. Dezember in Atlanta sein und ein bisschen was unternehmen, was die letzten zwei Monate seit den Midterms wenig möglich war. Die großen Programmpunkte werden ein NBA-Spiel der Hawks gegen die Boston Celtics und ein Besuch des Ballets “Nutcracker” (Nussknacker) von Tschaikowsky im Fox Theater sein, das sehr schön sein soll. Am 19. gehts dann los in den Winterurlaub von Washington D.C. bis nach Boston die Ostküste hoch. Werde mich aber vorher nochmal melden!

Euch allen noch eine möglichst stressfreie und ruhige Adventszeit!

“Tracing the limits of language with Jazz…”

Montag, 17. November 2008

Ja, es gibt tatsächlich mal wieder etwas nicht-Universitäres zu berichten. Gerade ist ein bisschen Luftholen vor den Final Exams im Dezember möglich. Zunächst spielten am Freitag die GT-Basketballer ihr erstes Saisonspiel gegen die Mannschaft aus Winston-Salem und haben recht deutlich 92:47 gewonnen. Die Halle auf dem Campus, das “Alexander Memorial Coliseum”, bietet über 9.000 Sitzplätze, ganz voll war es aber nicht. Die glorreichen Zeiten von 2004, als sie das Finale der natiolen Ausscheidung erreichten ist wohl vorbei. Neben den gewohnten Showeinlagen der kleinen Marching Band (diesmal ohne Marching) und den Cheerleaders konnte man als Europäer wenigstens auch ein bisschen was mit der Sportart anfangen.

Basketball: GT vs Winston-Salem

Basketball: GT vs Winston-Salem

Am Samstag Abend folgte ein recht spontaner Besuch eines Konzert des Trios um Brad Mehldau, der laut Wikipedia “als einer der wichtigen Jazzpianisten der letzten Jahrzehnte gelten” kann. Umso überraschter war ich zunächst, dass das Konzert ca. 1 Stunde nördlich von Atlanta in einem kleinen Militär-College für umsonst stattfinden sollte. Aber der Insider-Tipp hatte sich als hervorragend herausgestellt! Vielleicht um die 100 Leute waren in dem kleinen Saal, in dem dann wirklich Jazz vom feinsten geboten wurde (Soweit ich das beurteilen kann). Treffend beschrieb Mehldau seine Musik in einer Ansage während des Konzerts (sinngemäß) : “Das Lied hat noch keinen Namen. Wir müssen dann halt einen vergeben, wenn wir das Lied aufnehmen. Das ist dann wie eine Erkundung der Grenzen der Sprache durch Jazz.” Hört es euch am besten selbst an (Brad Mehldau Trio – O Que Sera).

Und gestern war das zweite Regional Tournament im Tischtennis. Da viele wegen Lernstress fehlten, konnte ich diesmal alle Spiele mitmachen. Und falls ich mich hier selbst loben darf (ich war ja beim letzten Bericht übers TT auch selbstkritisch ;-) ) war das seit langem wieder mal eine tolle Leistung. Habe im Einzel nicht einen Satz abgegeben, wobei es zugegebenermaßen auch nur zwei gleichwertige Gegner gab. Durch unsere niederlagenfreie Bilanz im Team haben wir uns damit für die nationalen Meisterschaften nächstes Jahr in Minnesota qualifizert! Ein Erfolg, von dem unsere Footballer und Basketballer momentan nur träumen können :-) . Tischtennis ist natürlich auch nicht so die Sportart Nr.1 hier. Jetzt müssen wir nur noch einen Sponsor finden, der uns die Kosten ein wenig erleichtert. Hätte nicht ein geneigter Leser den Willen dazu?

Midterms Teil 2

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Der Oktober ist fast schon rum und damit auch eine der stressigsten Zeiten meines Aufenthalts hier. Fünf Midterm Exams und stetig weiterlaufende Hausaufgaben waren nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Aber seit gestern ist der Prüfungsdruck der Midterms vorbei. Hier nochmal kurz, worum es in den beiden letzten Midterms ging.

In der Midterm von “Principles of Continuum Mechanics” am Mittwoch letzter Woche war der Schwerpunkt auf der Kinematik (übersetzt in etwa Beschreibung von Bewegungen) von kontinuierlichen Medien. Ein Kontinuum kann man sich so vorstellen, dass an jedem Punkt (und die Punkte sind kontinuierlich im Medium verteilt) bestimmte Eigenschaften vorliegen, wie z.B. Spannung, Verschiebung, Verzerrung oder Energie, die durch verschiedene Naturgesetze zusammenwirken, wie z.B. das Hooksche Gesetz, das Spannung und Verzerrung durch eine lineare Beziehung verknüpft. Ich finde den Kurs ziemlich interessant, weil diese ganzen Konzepte einmal in einem grundlegenden Rahmen erklärt werden. In der Stuttgarter Vorlesung “Smart Structures” wurden teilweise schon die gleichen Themen angeschnitten , aber damals war es doch eher Rätselraten, was sich hinter der “Materialableitung” oder dem “Referenzvolumen” verbirgt, was hier dank einer grundlegenden Herangehensweise doch zu einigen Aha-Erlebnissen führt.

Die zweite Midterm Exam in “Fundamentals of Digital Signal Processing” behandelte zwei Themen. Zum einen das Sampling (Abtasten) von kontinuierlichen Signalen und Rekonstruktion eines digitalen Signals, also wie man die Konvertierung von kontinuierlich nach digital und zurück beschreibt. Darunter auch Upsampling und Downsampling, das die Abtastrate erhöht bzw. verringert. Durch die mathematische Behandlung wurde das Themengebiet um einiges greifbarer als in der Stuttgarter Vorlesung, wo einem der Stoff eher im Stil einer Bauernregel verkauft wurde (was nicht unbedingt negativ sein muss, wenn es um ein grobes Verständnis des Gebiets gehen soll). Der zweite Block ging wieder, diesmal vertieft, um lineare zeit-invariante digitale Systeme im z-Bereich, wobei Stichwörter wie Minimalphasigkeit, Allpass, lineare Phase und Flussgraf-Realisierung zu nennen sind.

Beide Midterms liefen sehr gut, so dass ich in den Finals wohl nur in “Linear Elasticity” ernsthaft um eine gute Note bangen muss. Die Polster in den anderen Fächern sind durch die Midterms schon ganz gut.

Vom echten Leben gibts aus den letzten zwei Wochen dementsprechend wenig zu berichten. Am Samstag vor einer Woche waren die “Tischtennis Atlanta Open”, wo ich, wie ich gerade eben erfahren habe, in der College-Ausscheidung 10$ gewonnen habe, die sogar noch 15$ werden können, wenn ich heute Abend das Spiel um den 3.Platz, das wir damals verpennt haben, noch gewinne. Hab die Gebühren von 35$ fürs College-Tischtennis also bald drin, wenn ich so weiter mache ;-) .

Auch die Skype-Konferenz in die Party-WG 140 zum traditionellen Risiko-Spiel am letzten Donnerstag soll nicht unerwähnt bleiben. War schön, mal wieder einige Leute live zu sehen! Nur über die Vetternwirtschaft gegen Ende des Spiels muss noch diskutiert werden…. ;-)

Mein Arbeitsplatz

Mein Arbeitsplatz im Lab

Passend zum heutigen Beitrag gibts nun ein Bildchen von meinem Arbeitsplatz im Lab im Mason Building. Da Anfangs noch Aline und Michael da waren, war es recht voll, so dass ich mir meinen eigenen Platz mit meinem Laptop in Larry’s (ehemaligem) Zimmer eingerichtet habe. Larry wurde vor etwa 2 Jahren zum Dean ernannt, weswegen er jetzt ein Büro im Tech-Tower, dem Chefgebäude, hat und nur noch selten hier auftaucht. Der VfB-Schal ist übrigens nicht meiner :-) .