Archiv für die Kategorie ‘Die ersten Tage’

Papierkrieg gewonnen!

Freitag, 15. August 2008

Endlich! Ich wusste am Ende nicht mehr wie viele Formulare ich ausgefuellt, unterschrieben und abgegeben habe, aber gestern war das vorlaeufige Ende des Papierkriegs und der “fun”-Teil des Studiums  kann beginnen. Trotzdem will ich kurz schreiben, was diese Woche so alles los war.

Am Montag war Graduate Orientation, wo Grundlegendes zum Studium gesagt wurde und einige “Abteilungen” sich vorgestellt haben, wie z.B. Administration, Sprachprogramme, Fachschaft usw. Interessant fand ich den “Honor Code”, der fuer alle Studenten gilt und folgendermassen lautet:

“I commit to uphold the ideals of honor and integrity by refusing to betray the trust bestowed upon me as a member of the Georgia Tech community.”

Frei uebersetzt: “Ich verpflichte mich, die Ideale von Ehre und Rechtschaffenheit hochzuhalten, indem ich mich weigere, das Vertrauen, das mir als Mitglied der Georgia Tech Gemeinschaft gegeben ist, zu hintergehen.”

Dinge wie Abschreiben in Klausuren werden hier sehr persoenlich genommen, weil hinter dem Studieren an einer Uni mehr steht, als nur zu lernen, naemlich eine Art Gemeinschaftsgefuehl, wie im Eid erwaehnt.

Nach der Orientation gab es einige Veranstaltungen speziell fuer internationale Studenten bzgl. Arbeitserlaubnis, Steuern, Krankenversicherung,… Auffaellig die Vielzahl an Indern! Mehr als 50% der Auslaender sind Inder und 99% von ihnen studieren Informatik… Gestern war eine Welcome-Party fuer Internationale Studenten, wobei ich einen isolierten Getraenkebecher gewonnen habe :-) . Es ist ein gewoehnungsbeduerftiges Gefuehl, Auslaender zu sein, aber der Vorteil ist, dass man von der Uni wirklich besonders umsorgt wird.

Am Mittwoch war der Tag des oben erwaehnten Papierkriegs, mit dem ich euch aber nicht weiter langweilen will. Momentan bin ich dabei, die Kurse fuers kommende Semester zu planen und zu registrieren. Zur Auswahl stehen momentan:

-Fundamentals of Digital Signal Processing (Digitale Signalverarbeitung)

-Principles of Continuum Mechanics (Grundlagen Kontinuumsmechanik)

-Principles of Management for Engineers (Grundlagen Management fuer Ingenieure)

-Linear Elasticity (Lineare Elastizitaet)

-Acoustic Materials and Devices (Materialen und Geraete in der Akustik).

Werde mir naechste Woche mal alle anhoeren und dann vier aussuchen.

Sorry, dass es immer noch keine Bilder vom Campus und der WG usw. gibt, aber ich habe gestern eine Kamera bestellt und rechne naechste Woche mit ihrer Ankunft, so dass hier alles ein bisschen bunter wird. Bis dahin!

Trip nach Charleston

Sonntag, 10. August 2008

Vergangenen Donnerstag starteten wir drei eine kurze 2,5-Tagesreise nach Charleston am Atlantik. Auf der Hinfahrt besuchten wir in Macon (ca. 100 km südöstlich von ATL) das kostenlose “Museum of Aviation” der U.S. Airforce, eine beindruckende Sammlung von ausgedienten Militärflugzeugen der amerikanischen Luftwaffe.

Altstadt Charleston

Nach etwa 5 stündiger Fahrt erreichten wir am Abend Charleston, das einst ein zentraler Handelspunkt für den amerikanischen Sklavenmarkt war. Noch heute leben dort, wie allgemein im Süden, viele Schwarze. War Charleston damals ein bedeutende Stadt aufgebaut auf Sklavenhandel und Reisanbau, so ist es heute mit seinen etwa 100.000 Einwohnern eher ein schönes Touristenstädtchen. Die Altstadt mit seinen typischen Häusern gibt einiges her.

Unterkunft fanden wir in einem Hostel (Notso Hostel, Spring Street) am nördlichen Rand des Touristenviertels. Wer mal in die Gegend kommen sollte: Das Hostel ist sehr zu empfehlen! Eine Nacht etwa 23 $ in einem 8er-Zimmer, die Leute sehr nett und die Bäder recht neu und sauber.

Altstadt Charleston

Die Besichtigungstour am Freitag begannen wir mit einem Besuch im “Charleston Museum”, dem ältesten Museum der USA (1773), das Geschichte, Kultur und Natur der Region ausstellt. Entlang der Meeting Street mit schönen Antebellumhäusern machten wir unseren Weg nach Süden zur Mündung des Ashley River in den Atlantik. Mittagessen dann in einem Seafood-Restaurant (leider nicht in dem durch Forrest Gump berühmten Bubba Gump, da sich dort eine Warteschlange gebildet hatte), wo es für ca. 15 $ ein reichliches Essen aus Meerestieren gab (Flunder, Shrimps, Tintenfisch und Austern). Auf dem Rückweg entlang der Uferpromenade bot sich ein Blick auf die dort vor Anker liegende USS Yorktown, einem ausrangierten Flugezugträger und die Cooper River Bridge (siehe Bild). Am Abend unternahmen wir eine gesellige Tour durch die Stadt mit einem Amerikaner aus Denver, den wir im Hostel kennen gelernt hatten, wobei wir sehr interessante Gespräche im wahrsten Sinne des Wortes über “Gott und die Welt” hatten.

Cooper River Bridge

Aufgrund der dann doch etwas länger dauernden Tour am Abend, verfehlten wir unser Ziel, am frühen Samstag noch die USS Yorktown zu besichtigen und traten die Heimreise über Augusta an. Hier durfte ich zum ersten Mal unseren Mercury Grand Marquise fahren: Autofahren in den USA ist sehr entspannt. Kaum andere Autos, Tempomat, Automatikschaltung, gerade Straßen ohne Ende. Bei der Mentalität der Verkehrsteilnehmer kann sich Deutschland noch ein Scheibchen abschneiden. Hier wird sehr tolerant gefahren und kaum gehupt. Sehr schön finde ich auch die Regel, dass man an einer roten Ampel immer rechts abbiegen darf, wenn frei ist. Warum gibts das nicht bei uns??

Aiken-Rhett House

Am Montag geht dann erst mal das Unileben weiter: Eintragen der Kurse. Das heißt ich werde morgen nochmal schauen, welche Vorlesungen ich mir antun werde.

So, da!

Dienstag, 05. August 2008

Am Sonntag, gegen 15 Uhr Ortszeit habe ich zusammen mit Alex und Frederik, meinen beiden Mitstreitern von der Uni Stuttgart, den ersten Fuß auf den Boden von Atlanta gesetzt. Nach ein wenig Warten wegen Staus, hat uns Martin, ein Stuttgarter aus dem Vorgängerjahr zu unseren Wohnungen mitgenommen. Die ersten zwei Tage haben wir hauptsächlich mit Martin und Michael, einem weiteren Stuttgarter, verbracht, so dass momentan noch deutlich mehr deutsch gesprochen wird als englisch :-) . Nach dem kurzen Einleben in der WG, über die ich später mehr erzählen werde, gab es bis jetzt ein lockeres Programm zum Eingewöhnen: Spaziergang über den Campus, Essen im “Rocky Mountains” und der ersten Erfahrung mit amerikanischem Bier, das seinem Namen (Sweet Water) mehr Ehre macht als der Bezeichnung “Bier”.

Am Montag erste Gänge um Formalitäten abzuklären: Anmelden beim International Office, Bankkonto errichten, Abgabe von Gesundheitsfomularen,… Schließlich das erste Treffen mit Mitarbeitern des Colleges und vor allem Prof. Lawrence (Larry) Jacobs, der wirklich einen sehr lockeren und angenehmen Eindruck macht. Am Abend dann ein Besuch im Kino (Batman – Dark Knight), ein meiner Meinung nach ganz guter Action-Film. Interessant vor allem auch die Reaktionen des Publikums, von dem durchaus mal eine mitreißende Actionszene beklatscht wird.

Ich habe leider noch kein Internet und auch noch keine Digitalcamera, was sich aber hoffentlich morgen beides ändern wird, so dass ich in Ruhe von zu Hause und mit ein paar Bildern schreiben kann. Für heute ist mal noch eine erste Shopping-Tour zu Walmart (Supermarkt) geplant. In den nächsten Tagen, wollen wir die freie Zeit bis zum Beginn der Einführungsveranstaltungen (etwa 12.8.) noch nutzen, um ein wenig zu reisen. Momentan ist eine 2 bis 3-Tages-Tour nach Charleston am Atlantik der Favorit.

Das Klima ist ürbigens extrem… Es sind momentan zwar geschätzt nur etwas über 30 Grad, aber eine Luftfeuchte von geschätzten 100% macht das Spazierengehen zu einem gefühlten Gang durchs Gewächshaus. Die anderen Extreme sind dann die überklimatisierten Gebäude (Hier ist wirklich j e d e s Haus klimatisiert, was angesichts des Wetters aber auch verständlich ist), die zum Teil unter 20 Grad haben. In meinem Zimmer herrrscht aber eine recht angehme Temperatur von über 20 Grad.

Die Eindrücke sind vielzählig, so dass ich hier gar nicht alles auf einmal aufschreiben kann. Mit der Zeit wird das Bild aber bestimmt immer vollständiger. Bis bald, dann hoffentlich mit Bildern!!!