Archiv für die Kategorie ‘Spring Term (Jan'09-Mai'09)’

New Orleans – The Big Easy

Samstag, 09. Mai 2009

Wie versprochen folgt der ausstehende Bericht über die Reise nach New Orleans im Staate Louisiana. Nachdem Alex am Freitag morgen seine Prüfung hinter sich gebracht hatte, brachen Alex, Frederik, Magnus (Uni Karlsruhe) und ich zur etwa 7-stündigen Fahrt in den tiefen Süden auf. Wir durchquerten Alabama’s Hauptstadt Montgomery, steuerten stark südlich und erreichten nach der Durchquerung des  Staats Mississippi nahe der Golf Küste schließlich am fortgeschrittenen Abend unser Ziel. Die Hauptattraktion New Orleans’ ist das historische Viertel French Quarter .  Bevor New Orleans 1803 mit dem Louisiana Purchase an die USA ging, hatte die Stadt eine abwechslungreiche Kolonialgeschichte zwischen Spanien und Frankreich, aus dessen Zeit die Architektur des French Quarters stammt. Die touristische Beliebtheit des Viertels vernahmen wir auch gleich, als wir versuchten, unser Hotel mit dem Auto anzusteuern: Um die Bourbon Street, das touristische Herz des French Quarters zu überqueren (wohlgemerkt Freitag abends), brauchte es angesichts der Menschenmassen schon einiges an Zeit.

French Quarter - ganz typisch

French Quarter - ganz typisch

Kurz danach befanden wir selbst uns darunter und waren erst einmal verblüfft von dem ganzen Rummel. Leute tranken auf der Straße Bier (ungewöhnlich für USA), mehr oder weniger abwechselnd luden Musik-Bars, Strip-Clubs und Vodoo-Shops zum Einkehren ein, Leute warfen ‘Beads’ (Perlenketten) von den Balkonen, die man normalerweise einer Frau umhängt, wenn sie einen dafür ‘flasht’ (wer nicht weiß, was das ist, kann sich vielleicht denken, was es ist…) – Ganz anders als ich mir New Orleans vorgestellt habe, nämlich gemütliche Kneipen mit Jazz-Musik. Aber wir haben uns mit den Gegebenheiten ganz gut arrangiert und unseren Spaß gehabt… Von dem eben Beschriebenen kommt übrigens der Spitzname ‘Big Easy’, als sich New Orleans Anfang des 20. Jahrhunderts zum zügellosen Vergnügungsort entwickelte.

French Quarter von Algier aus

French Quarter von Algier aus

Louis Armstrong - Der Vater des Jazz

Louis Armstrong - Der Vater des Jazz

Am Samstag gingen Alex und Magnus zum Jazz Festival, das an diesem Wochenende stattfand. Prinzipiell fand ich das auch eine gute Sache (Jazz Festival in der Stadt des Jazz), doch stieß mir persönlich auf, dass der Preis für eine Karte 50$ pro Tag betrug und das auch nur weil Leute wie Jon Bon Jovi u.ä. auftraten, die mal gar nichts mit Jazz zu tun haben. Frederik und ich schauten uns daher die etwas entlegeneren Punkte der Stadt an. Wir fuhren mit der St.  Charles Streetcar, einem altertümlichen, einwägigen Straßenbähnchen durch die Viertel Uptown und Garden District, wo man direkt Lust bekommt, in einer der luxuriösen Villen zu leben und die Füße auf der Veranda mit Schaukelstuhl baumeln zu lassen. Wieder zurück am touristischen French Quarter, nahmen wir die kostenlose Fähre nach Algier über den Mississippi für einen schönen Blick auf die Stadt von der anderen Uferseite. Am Nachmittag hatten wir uns auch das Louisiana State Museum angeschaut, für gerade mal 5$ jede Menge Geschichte, von den Ureinwohnern bis zum Bürgerkrieg, u.a. auch der Raum, in dem der Louisiana Purchase unterzeichnet wurde, der die Westausbreitung der USA stark voranbrachte.

Der Mississippi-Dampfer 'Natchez'

Der Mississippi-Dampfer 'Natchez'

Kathedrale und Jackson Square

Kathedrale und Jackson Square

Am Sonntag streiften wir dann zu viert ausführlichst durch das French Quarter, um die alten Häuser, Kirchen, Regierungsgebäude, usw. anzuschauen. Zum Fotografieren gab’s da mehr als genug. Die ursprünglichen Pläne, einmal mit dem Schaufelraddampfer Natchez zu fahren, oder die “Katrina”-Tour zu machen, ließen wir dann aus Ermüdung und Kostengründen doch sein. Eine Tour durch die verwüsteten Gegenden hätte 35$ oder mehr gekostet, ziemlich viel für etwas, wofür keiner etwas geleistet hat. A propos Katrina, in den Touri-Zonen kriegt man nichts mehr davon mit, dass da mal (2005)  etwas war – außer in Shops, wo man Bücher über Katrina kaufen kann-, wobei dieses Gegenden damals auch nicht so sehr betroffen waren wie die Regionen im Osten zum Golf hin.

USS Alabama in Mobile

USS Alabama in Mobile

Früh morgens am Montag (wir hatten ja eine Stunde Zeitverschiebung aufzuholen), ging’s dann zurück nach Atlanta, wobei wir noch einen Zwischenstopp in Mobile, Alabama, einlegten, wo das ausgemusterte Kriegsschiff USS Alabama und ein U-Boot, beide aus dem 2.Weltkrieg, vor Anker liegen. Bis wir die ganzen Räume Unterdeck und im Kontrollturm (oder wie das heißt) abgelaufen hatten, vergingen doch 1-2 Stunden, aber die Größe, Komplexität und Organisation einer solchen Konstruktion boten genug Anlass zum Staunen. Im U-Boot konnte man sogar durch das Periskop die Alabama beobachten, sehr cool. Leider war das Periskop fixiert, so dass nicht ganz das Gefühl aufkam, Kapitän eines U-Boots zu sein,  aber beinahe :-) . Kurz vor der Abfahrt aus Mobile starteten eine Horde ekelerregend aussehender Insekten regelrechte Massenangriffe auf unsere Reisegruppe, vor der wir uns gerade noch ins Auto retten konnten, wo wir die letzten 5 Stunden verbrachten, bevor in Atlanta die Unbekümmertheit von ‘The Big Easy’ wieder abgelegt werden musste.

Vorlesungsfrei…

Mittwoch, 06. Mai 2009
Campusbild: Buzz, unser Maskottchen, beim 'Earth Day' für ökologisches Denken

Campusbild: Buzz, unser Maskottchen, beim 'Earth Day' für ökologisches Denken

… und das nicht nur heute, sondern auch morgen, und übermorgen, und den Tag danach, und… Ja! – Ich bin fertig mit Vorlesungen für den Rest dieses Studiums. Und ja, dieser Eintrag ist tatsächlich mal wieder der Uni und nicht einer Reise gewidmet… :-) Letzte Woche war Finals Week, in der theoretisch Klausuren angestanden hätten. Der Grund, dass ich keine hatte und damit eine recht angenehme Finals Woche hatte (Im Vergleich zum Fall Term), ist der, dass ich in meinen beiden Vorlesungen Final Projects hatte, d.h. eine Projektarbeit, umfassender als übliche Hausaufgaben. Für Wave Propagation konnte ich dafür einfach Material aus meiner Forschung nehmen, so dass dieses Thema sehr schnell abgehakt war und für Adaptive Control tobten Frederik und ich uns an einer Abstandsregelung für zwei Autos aus, doch dazu später mehr. Erst noch ein letzter, zäh zu lesender Vorlesungsrückblick für die zweite Hälfte des Spring Terms.

Ich muss sagen, in Wave Propagation ist die zweite Hälfte ziemlich an mir vorbeigegangen, da der Druck von Klausuren und Hausaufgaben sehr gering war, seitdem Larry die Vorlesung von Dr. Qu übernommen hatte. Ich hab mir die Sachen angehört und gedacht, “ganz nett! Wenn ich’s mal brauch, weiß ich ja, wo ich nachschauen muss.” Und so war die Vorlesung von Larry wohl auch gedacht, da er doch meist sehr schnell und flapsig über die Herleitungen hinweggegangen ist. Im Großen und Ganzen betrachteten wir verschiedene Problemstellungen und deren Lösungen, also z.B. Wellen in einer unendlichen Platte (mein Forschungsthema), in einer zylinderförmigen Platte,  in anisotropen Materialien, oder auch wenn man einen Halbraum an der Oberfläche mit einem Punktimpuls (Dirac)  anstößt. Auch Transformations-Methoden wie Laplace oder Fourier zur Lösung der Gleichungen wiederholte Larry – neben “Eigenwertrechnung” und “Boolscher Algebra” das wohl am öftesten eingeführte Thema meines Studiums… :-)

Campusbild: Tech Trolleys zur kostenlosen studentischen Fortbewegung auf dem Campus

Campusbild: Tech Trolleys zur kostenlosen studentischen Fortbewegung auf dem Campus

Der zweite Teil von Adaptive Control verlief leider etwas träger als der erste, was hauptsächlich daran lag, dass man immer wieder fast das Gleiche gemacht hat und das bisschen Unterschied dann auch immer noch in Matlab simulieren musste. Nach der zweiten Hälfte kann ich auch in einem Satz zusammenfassen, was adaptive Regelung ist; nämlich inverse Lyapunov Analysis. D.h. man schreibt den üblichen Zustandsregler hin, nimmt an, dass die Verstärkung von der Zeit abhängt, und wählt dann die Ableitung der Verstärkung so, dass die ungewünschten Terme in der Lyapunov-Ableitung wegfallen  (Ich hoffe, das versteht jemand… zumindest wer Regelungstechnik II gehört hat, sollte wissen, was ich meine… :-) ). Das Schöne ist, dass man so garantieren kann, dass der Regelkreis stabil ist, auch wenn Systemgrößen von vornherein falsch geschätzt wurden. D.h. der Regler passt sich an das System an (adaptiert). Im Final Project wendeten wir das auf folgendes System an: Auto B fährt hinter Auto A und soll einen bestimmten Abstand zu Auto A einhalten. Die Beschleunigung von Auto A ist dabei eine unbekannte Störgröße, die Beschleunigung von Auto B die Eingangsgröße. Das System ist nicht übermäßig kompliziert (Im Prinzip nur ein Doppelintegrator von Beschleunigung zu Strecke), doch haben wir alle möglichen und abstrusen adaptiven Erweiterungen eingebaut (Disturbance Rejection, Input Constraint Adaptation, Composite Adaptation), so dass die Arbeit zu einer guten Note gereicht hat. Vielleicht hat den Professor aber auch unser Schlusszitat überzeugt, das ‘treffend’ beschreibt, was Adaption ist:

When the lights first go out, I can’t see;
Maybe waiting a while is the key:
After dark adaptation—
Acclimatization—
I’ll be able to aim when I pee.
Quelle: www.oedilf.com
Dass die Finals Woche dann doch nicht allzu locker war, liegt weiterhin daran, dass nun die Thesis wieder im Rampenlicht steht. Wie’s da aussieht, werde ich aber später erzählen. Die nächsten Tage will ich erst noch vom Wochenendausflug nach New Orleans erzählen, den wir zu viert von Freitag bis Montag durchgezogen haben. Man darf gespannt sein ;-) . Bis dahin, viele Grüße aus Georgia!

Meine Familie zu Gast in Atlanta

Sonntag, 26. April 2009

Nach mehr als 8 Monaten haben wir uns wieder gesehen. Meine Eltern (Ingrid und Eberhard), meine Schwester Simone und ihr Freund Sebastian landeten am Montag 13.4. in Hartsfield Airport, um eine Woche in und um Alanta zu verbringen. Die Hürden der Einreise scheinen sie ohne Probleme gemeistert zu haben und nachdem wir uns den Mietwagen geholt haben (ein Toyota SUV), ging’s auch schon los ins Zentrum von Atlanta. Die Hotels hatte ich von hier aus gebucht, so dass wir nur noch einchecken mussten. Am ersten Abend (In Deutschland war es ja schon spät) hatten wir uns nicht so viel vorgenommen, nur noch amerikanisch Burger-Essen im Vortex. Mit dem nächsten Tag begann dann aber die – wie ich bis jetzt vernommen habe – anstrengende Erkundungsreise durch Amerika. Morgens Campus-Tour, wobei auch ich den Campus nochmal neu entdecken konnte, da man sonst ja immer mit einem Ziel herumläuft. Ins Aquarium und zum Rundblick aufs Westin Hotel habe ich sie dann aber alleine geschickt, da ich mittags Vorlesungen hatte. Am Abend erfüllte sich für Sebastian und Simone, beide aktive Baseball bzw. Softball-Spieler, ein Traum. Wir fuhren zum Turner Field, wo die Braves leider etwas kläglich gegen die Florida Marlins verloren. Aber für den Kenner muss so ein Spiel doch sehr spannend sein. Ob Eberhard im Hintergrund des Bildes seine Augen noch offen hat, müsst ihr ihn selbst fragen :-) .

Versammelte Mannschaft beim Baseball

Versammelte Mannschaft beim Baseball

Und am nächsten Tag waren meine Gäste auch schon wieder weg. Da für mich auch in dieser Woche einiges zu tun war und 7 Tage Atlanta etwas zu lang sind als Touri, fuhren sie bis Freitag nach Savannah und Charleston, um auch ein bisschen das typische Südstaatenflair zu erleben, das man in Atlanta kaum spürt. Wie ich gehört habe, war das Hotel in Charleston auch ganz annehmbar. Aus Raummangel bekamen sie die Präsidenten-Suite, wo schon Reagan, Bush Sr. und Prinz Charles genächtigt haben – Deutsche Touris in hohen Gefilden :-) .

Eberhard und Ingrid im Botanischen Garten

Eberhard und Ingrid im Botanischen Garten

Den Samstag und Sonntag nutzen wir dann gemeinsam in Atlanta. Um es einmal zugespitzt zu formulieren, hatten sich im Laufe der Zeit zwei Lager gebildet: Meine Eltern – Sightseeing, früh aufstehen, was vom Land sehen, carpe diem, vs. Simone und Sebastian – Shoppen gehen, ausschlafen, Raucherpause, wenig laufen. So mussten wir am Samstag Kompromisse finden, was dann auch geht, wenn man nur früh genug aufsteht… Morgens zum zweistündigen Powershopping zur Outlet-Mall, eine Stunde nördlich von Atlanta. Die Aussage Ingrid’s “I brauch nix”, stellte sich gegen Ende der zwei Stunden dann doch als falsch heraus, als die Versuchung des Reebok-Stores und eines Schuhladens dann doch zu groß wurde, sich mit neuen Sportklamotten auszustatten. Im anschliessenden Atlanta History Center, das ich selbst noch nicht gesehen habe, erkundeten wir die Geschichte Atlantas, die hauptsächlich aus Bürgerkrieg (1860er) und den olympischen Spielen ‘96 besteht. Zudem gibt es eine nachgebaute Farm und das Swan-House, ein opulentes Herrenhaus von 1928. Nachdem Simone und Sebastian dies überstanden hatten (und es dann doch ganz gut fanden), erwartete sie die nächste Herausforderung: Die Besteigung von Stone Mountain (über den ich ja schon Anfang des Jahres berichtet habe) und die anschließende Lasershow. An diesem Tag konfrontierte ich meine Eltern auch zum ersten Mal mit Fast-Food (Arby’s), doch Eberhard war positiv überrascht – “I wusst gar net, dass Fast Food so gut schmeckt.” Aber auf Dauer wolle er es auch nicht essen.

Martin Luther King's Grab

Martin Luther King's Grab

Der letzte Tag unserer gemeinsamen Zeit (Sonntag) stand zunächst im Zeichen von Martin Luther King, der in Atlanta aufgewachsen und auch tätig gewesen ist. Wir besuchten den Gottesdienst der Ebenezer Baptist Church, ein sehr interessantes Erlebnis. Fetzige Gospelmusik vom Männerchor, unglaublich herzliche und freundliche Leute, und ein Prediger, der bei der Predigt fast explodiert (und Eberhard ist doch so empfindlich gegen Schreien :-) ). Im Anschluss sahen wir das Visitor Center, in dem sich ein kleines Museum zur Bürgerrechtsbewegung befindet, die Historic Ebenezer Baptist Church und das Grab von Martin Luther King. Am Mittag teilten sich die zwei Lager dann doch noch auf: Simone und Sebastian begaben sich auf die Suche nach Baseball-Equipment, während meine Eltern und ich uns den Botanischen Garten anschauten. Ich habe schon befürchtet, dass Ingrid ihre ganzen Filme verknipsen würde, aber sie hat sich dann doch erstaunlich gut zurückgehalten. Nach der ganzen Geschichtskunde war das Betrachten von Blumen ohne Schilderlesen o.ä. auch für mich sehr erholsam.

Best of Botanical Garden

Best of Botanical Garden

Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Nach wenigen, aber intensiven Tagen gemeinsam in Atlanta befindet sich die Reisegruppe inzwischen in Philadelphia am Ende einer Rundreise im Nordosten der USA. Ich hatte am Anfang ja schon ein paar Bedenken, wie das für meine Eltern mit dem Englisch reden wird, aber es ging alles ohne Probleme – Papa frei drauf los redend, auch wenn er die Antwort nicht immer auf Anhieb verstand ;-) , und auch Mama hat mich positiv überrascht, als sie bei der Führung im History Museum einiges verstanden hat. Und zur Not waren ja auch noch die Englisch-Experten Simone und Sebastian da :-) .

Zu guter Letzt: Vielen, vielen Dank für den Besuch!! Und es ist ja nicht mehr allzu lange, bis der Titel des Blogs geändert werden muss…

College Table Tennis National Championships ‘09

Freitag, 10. April 2009
Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Was in Deutschland nahezu undenkbar ist, wurde in den USA dank des Nischendaseins des Sports Tischtennis (oder Ping Pong wie die meisten Amerikaner sagen) am letzten Wochenende wahr. Zusammen mit fünf weiteren Tech-Studenten reiste ich nach Rochester im Bundesstaat Minnesota, wo wir  uns mit den besten Hochschul-Tischtennisspielern des Landes maßen. Mit dem Flugzeug ging es nach Minneapolis und dann 1,5 Stunden  weiter mit dem Auto in ein beschauliches Städtchen namens Rochester, das wenn überhaupt für etwas, dann für seine renommierte Mayo-Klinik bekannt ist, die auch auf der “Tourismus”-Webseite als eine der besten Sehenswürdigkeiten angepriesen wurde. Mit anderen Worten, einerseits schade, dass wir nicht in eine spannende Stadt gefahren sind, aber andererseits machte die gemeinsame spaßige Zeit beim Turnier diese Manko bei Weitem wett.

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Unser Team: Deepak (Indien), Aneece (Libanon), Siva (Indien), Subu (Indien), Abhishek (Indien), Martin (Deutschland) und Coach Presley (USA). Gespielt wurde von Freitag bis Sonntag und wir hatten insgesamt sechs Spiele, so dass jede Menge Zeit war anderen Spielen zuzuschauen, zu trainieren oder einfach herumzulungern, wie das erfahrene Turnierspieler bestimmt kennen. In der ersten Runde spielten wir in einer 4er-Gruppe, wo die ersten zwei in die Finalrunde und die anderen zwei in die ‘Trost’-Runde kamen. Wir waren von der Spielstärke her an Position drei gesetzt, was wir dann auch wurden. Die Trost-Runde konnten wir durch drei Siege als erster beenden, so dass wir insgesamt 13. von 24 Colleges wurden, zwei Plätze besser als im letzten Jahr. Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass dieses Ergebnis kaum mir zu verdanken ist :-) . Ich hatte mein erstes Spiel (Es spielen immer nur 4 Spieler in einem Teamspiel)  in der Vorrunde  gegen die spielstarke Mannschaft aus Minnesota gemacht, wo wir ziemlich deutlich verloren und am nächsten Tag habe ich beim Aufwärmen schon gemerkt, dass das ‘Feeling’ nicht da ist, so dass ich zugunsten des Erfolgs den anderen den Vortritt gelassen habe.

Finale der Männer

Finale der Männer

Neben unseren Spielen gab es auch einige interessante und hochkarätige Spiele, die durchaus lohnenswert waren anzuschauen. In einer Hochschule namens Texas Wesleyan gibt es z.B. Stipendien für Tischtennisspieler (eine absolute Ausnahme), die dann auch ziemlich gute Spieler hervorbringen. Das obere Bild zeigt das Finale der Männer, technisch sehr ansprechend. Man beachte auch die Wand der Halle. Die Universität, zu der die Halle gehört, hat tatsächlich das gleiche Maskottchen wie Georgia Tech (Yellow Jackets und eine Wespe), so dass es quasi ein Heimspiel für uns war.

'Team Georgia' beim Dinner

'Team Georgia' beim Dinner; vorne: Jessica, Fiona, Meng, Hong, Tuan

Am Samstag Abend gab es ein Dinner im Kahler Hotel, nach dem dann die Trophäen ausgegeben wurden. Wir bekamen einen Pokal für den ersten Platz in der Division Georgia, ebenso wie die Mädchen von der Georgia State (auch in Atlanta), mit denen wir oft zusammen etwas unternommen haben (Abendessen, Bowling,…). Mit der Zeit nannten wir uns ‘Team Georgia’, da wir uns meist gegenseitig anfeuerten, auch wenn wir nicht von der gleichen Uni sind. Am Montag kehrten wir zurück und natürlich warteten erst einmal wieder Hausaufgaben, die es aufzuholen galt. Bin nun also wieder voll im Georgia-Tech-Leben. Am Ostermontag kommen übrigens meine Eltern+Simone+Freund nach Atlanta. Freu mich schon sehr drauf , nach über einem halben Jahr!

Florida Teil II (17.3.-21.3.)

Mittwoch, 25. März 2009
Miami - Freedom Tower (links)

Miami - Freedom Tower (links)

Anderthalb Tage und zwei Nächte verbrachten wir in Miami bzw. genauer gesagt im einige Kilometer vorgelagerten Miami Beach, wo sich unser Hostel befand. Schon bei unserer Ankunft ließen dunkle Wolken erahnen, worauf wir uns die nächsten zwei Tage einzustellen hatten. Doch hat mir die Stadt auch ohne viel Sonnenschein sehr gut gefallen, zumal wenn man sich vorstellt, dass es mit Sonne ja noch viel schöner wäre. Miami ist richtiges Großstadtfeeling gemixt mit Strand, Meer und Palmen – also für jeden Urlaubstyp was dabei. An Miami Beach’s Ocean Drive entlang des Strandes kam ich mir des öfteren ein wenig ‘underdressed’ vor, wenn ich so die Lokale, Bars und deren Gäste beobachtet habe, aber letztendlich haben wir’s dann unter Begleitung von vier weiteren Deutschen (im Hostel wimmelte es nur so von Deutschen) doch noch in eine Bar geschafft, die wir dann ein wenig unsicher machten. An diesem Abend ging auch der starke Regen los, so dass wir uns nur per Taxi zurück ins Hostel trauten.

Miami Beach

Miami Beach

Am nächsten Tag war Miami Downtown Sightseeing auf dem Plan, den wir gegen 12 Uhr Mittag auch hätten beginnen können, wenn da nicht unser Auto angefangen hätte zu streiken. Nach einem Fensterscheibenmalheur in Cocoa Beach – die Beifahrerscheibe ging nicht mehr hoch – hörten wir nun beim Umdrehen des Zündschlüssels nur ein leises Klacken. Starterkabel besorgt, Starthilfe bekommen, Batterie ein bisschen gequalmt, sonst nichts. Da half nur noch den Abschleppwagen zu rufen. Über den ADAC und dann die AAA ging das ohne Probleme, und die hätten uns auch abgeschleppt, wenn nicht genau bei deren Ankunft der Motor wieder angesprungen wäre… Unsere Vermutung ist, dass durch den nächtlichen Regen irgendwas mit der Batterie nass wurde, das dann bei offener Motorhaube verdunstet ist, aber keinen Ahnung… Wir sind alle froh, dass wir nun wieder mit unserem Auto in Atlanta sind! Das Sightseeing fiel dann kürzer aus als geplant. Die Attraktion gibt es in Miami nicht, aber wir haben uns einfach einige Gegenden der Stadt angeschaut, einige nette Häuser, Wohnviertel, Flaniermeilen,… Besonders zu empfehlen ist eine Fahrt mit dem Metromover, einer kleinen, führerlosen Hochbahn, die uns umsonst durch Miami Downtown chauffiert hat.

Warten auf den Abschleppwagen

Warten auf den Abschleppwagen

Everglades National Park

Everglades National Park

Am nächsten Morgen ging’s unter strömenden Regen weiter Richtung Keys, zu denen ich komme bzw. wir kamen, nachdem wir uns ein wenig im Everglades National Park umgeschaut hatten, dem Sumpfgebiet ganz im Süden Floridas. Ich hatte ja haufenweise Tümpel mit Krokodilen erwartet, aber wie ich später sah, gab’s die eher im Norden des Parks, während wir durch das Zentrum des Parkes fuhren. Wir erwischten immer wieder kleine Regenpausen, um kurze Wanderwegchen aus Holz entlang der Strecke zu nehmen. Die Landschaft ist geprägt von dicken, hohen, sumpfigen Gräsern und Ansammlungen von subtropischen Wäldchen, genannt Hammocks. Die Luft in diesen kleinen Dschungeln war herrlich!

Die Keys, die vor Floridas Südküste liegen, sind eine Ansammlung von vielen kleinen und ein paar größeren Inseln, die durch den Ocean Highway miteinander verbunden sind. Zwischen den Inseln fährt man meilenweit über den Meeren (Atlantik und Golf von Mexiko treffen sich hier), eine einsame Insel hier, ein türkisblaues Riff dort – optisch auf jeden Fall der beeindruckendste Ort unserer Reise. Kurz vor Key West, das wir nach etwa 3 Stunden Fahrt auf den Keys erreichten, machten wir noch einen kurzen Stopp am Strand des Bahia Honda State Park, um ein wenig zu entspannen.

Key West vom Leuchtturm aus

Key West vom Leuchtturm aus

Key West, die westlichste Insel der Keys, ist ein Highlight für sich. Am Abend versammelte sich halb Key West auf dem Mallory Square, um den Sonnenuntergang zu beklatschen. In der Tat haben einige Leute applaudiert, als der letzte Rand der Sonne im Meer verschwunden war. Die lange Anreise feierten wir gebührend mit kulinarischen Köstlichkeiten. Zum ersten Mal habe ich Hummer gegessen, genauer gesagt, nur den Schwanz (der war schon teuer genug), und er war auch schon säuberlich aus der Schale getrennt, so dass es vom handwerklichen Part wenig zu erzählen gibt. Schmeckt aber ähnlich wie Shrimps und würd ich auf jeden Fall wieder essen, falls mich mal jemand einladen möchte ;-) . Als Nachtisch gab’s den berühmten Key West Lime Pie (Limettenkuchen), sehr lecker, aber ein Stück ausreichend… Der Besuch bei “Sloppy Joe’s” fiel eher kurz aus. Zum einen waren wir uns nicht sicher, welche der beiden Kneipen namens “Sloppy Joe’s” nun wirklich die Kneipe war, in der Hemingway zu seiner Key West Zeit becherte und zum andern gab es bei keinem der beiden Mojito, für den Hemingway doch so bekannt ist.

Sonnenuntergang am Mallory Square

Sonnenuntergang am Mallory Square

Hemingways Schreibzimmer

Hemingways Schreibzimmer

Um Hemingway dann vollends auszuschlachten betraten wir am nächsten Tag das Hemingway-Haus, in dem er immerhin 10 Jahre seines Lebens verbrachte (30er Jahre). Da ich schon einige seiner Bücher gelesen habe, fand ich das Ganze überaus interessant; die Geschichten über sein Leben, seine Gattinnen, seine vielen Katzen… Auch den Schreibtisch, auf dem mein Lieblingsbuch von ihm (“For Whom The Bell Tolls”) geschrieben wurde, durfte ich mit eigenen Augen sehen. Und ganz nebenbei handelt es sich um ein sehr schönes Haus mit prächtigem Garten und Pool, den eine seiner Frauen für 20.000$ kaufte, während Hemingway in Spanien war. Das Grundstück mit Haus hatte übrigens 8.000$ gekostet… Gegenüber dem Hemingway-Haus befindet sich der Leuchtturm Key Wests, von dem aus wir einen schönen Rundblick hatten. Dann weiter zum südlichsten Punkt der kontinentalen USA, der eigentlich gar nicht da ist, sondern einige Meter weiter auf einem Militärgelände, das man nicht betreten darf. Aber egal, wo der Markierungsstein steht, wird eben das Foto gemacht…

Frederik, Mr. Edison, Martin und Alex

Frederik, Mr. Edison, Martin und Alex

Innerhalb von zwei Tagen fuhren wir dann zurück nach Atlanta, mit einem kurzen Abstecher über Fort Myers an der Westküste. Hier gibt es das “Edison & Ford Winter Estate”. Wie der Name schon sagt, verbrachten T. Edison und H. Ford hier ihre Winter im warmen Süden, wobei Ford nur so zwei Wochen im Jahr da war. Der Schwerpunkt liegt daher auf Edison. Neben den Villen gibt es auch hier einen üppigen Garten am Fluss, in dem alle möglichen Pflanzen wachsen. Edison hat neben den bekannten Erfindungen wie Glühbirne oder Phonograph auch mit Pflanzen geforscht. In einem Projekt wollte er z.B. eine in den USA anbaubare Pflanze finden, die industriell ökonomisch Kautschuk liefert. An dieser Aufgabe ist er aber gescheitert, was mir doch ein wenig Erleichterung verschafft, dass selbst Forschungen eines Genies wie Edison nicht immer zum Ziel führen :-) . Mit diesen weisen Worten will ich diesen Eintrag beenden, um morgen fit zu sein für einen weiteren spannenden Tag der Forschung.

Florida Teil I (13.3.-17.3.)

Montag, 23. März 2009
Wichtigste Stopps unserer Rundreise

Wichtigste Stopps unserer Rundreise

Spring Break! – Leider nun fast schon wieder vorbei, aber intensiv genutzt, nämlich für eine Rundreise im Sunshine State. In einer starken Woche legten Alex, Frederik, unser Mercury und ich über 1800 Meilen (ca. 2900 km) auf Floridas Highways zurück. Links findet ihr eine Karte mit unseren wichtigsten Stopps. Wir fuhren zunächst die Ostküste hinunter nach Miami, weiter zu den Keys und zurück dann am Nordrand der Everglades und entlang der Westküste. Dadurch, dass wir immer wieder was anzuschauen hatten, hielt sich der Fahrstress in Grenzen. Viel Sonne, Strand, Palmen und warmes Wetter  gab’s in dieser Woche, was die Wintergefühle der letzten Monate endgültig vergessen ließ.

Castillo De San Marcos in St. Augustine

Castillo De San Marcos in St. Augustine

Der erste Stopp galt der ältesten Stadt der USA, St. Augustine, das viele alte Häuser und damit das Flair der spanischen Kolonialzeit bewahrt hat. Die Amerikaner fahren auf solche Sachen bekanntlich ziemlich ab, so dass mir die Stadt fast schon wieder zu touristisch war. So schön die Altstadt und das berühmte Fort Castillo De San Marcos auch ist, muss alles mit verkleideten Menschen, “Geisterführungen” und Piratengeschichten ins Kitschige gezogen werden. Aber wenn man sich von solchen Dingen nicht stören lässt (oder es einem sogar gefällt), ist die Stadt sehr sehenswert, wobei von Deutschland aus eine Reise nach Spanien vielleicht eher zu empfehlen wäre… Am besten hat mir das Flagler College gefallen. Flagler war ein Eisenbahnmagnat um 1900 und hatte Geld wie Heu, von dem er das College im spanischen Stil erbauen ließ – Also wieder mal so ein Gebäude, das architektonisch nicht in seine Zeit gehört, aber trotzdem einfach schön anzuschauen ist. Von touristischen Fallen wie dem “Jungbrunnen”, den man hier angeblich findet, hielten wir uns fern und fuhren am nächsten Tag weiter nach Daytona Beach, das berühmt für seine Spring Break Aktivitäten ist, oder war?…

Flagler College, St. Augustine

Flagler College, St. Augustine

Daytona Beach - bekannt für den befahrbaren Strand

Daytona Beach - bekannt für den befahrbaren Strand

…wohl eher ‘war’. Einigen Quellen zufolge ist inzwischen Panama City das Zentrum der Spring Breaker, das aber ungeschickt am Panhandle Floridas (dem Zipfel bei Tallahassee) liegt, so dass es uns den Umweg nicht wert war. In Daytona Beach war schon einiges los, vor allem viele junge Spring Breaker auf den Straßen, aber bei weitem nicht das, was man denkt, wenn man ‘Spring Break’ hört. Naja, und da die Spring Break Parties nicht die erwarteten Geschichten liefern, erzähl ich eben noch ein bisschen vom Minigolf, vom Adventure Golf, um genau zu sein. Im Gegensatz zu deutschen Minigolfanlagen, wo jede Anlage die gleichen Bahnen hat, sind Minigolfplätze hier richtige Themenparks mit kreativen Bahnen. Wir hielten uns auf einer Pirateninsel auf, die richtig hübsch anzuschauen war. Mein besonderer Dank geht an den Grabstein namens R.I.P., der meinen Ball, den ich ihm ungewollt zugepasst hatte, mit der einzigen ‘1′ des Tages direkt ins Loch versenkte.

R.I.P. und ich

R.I.P. und ich

Shuttle Start

Shuttle Start

Glück hatte ich, bzw. diesmal wir alle drei, auch bei unserem nächsten Aufenthalt in Cocoa Beach, das nur einige Meilen südlich von Cape Canaveral liegt, auf dem sich bekanntlich das Kennedy Space Center befindet: Just an diesemTag fand doch tatsächlich ein Space Shuttle Start statt, der immer wieder verschoben worden war, um uns an diesem Tag eine Freude zu machen. Oder war es wegen leckender Gasleitungen?… Wie auch immer konnten wir den Start quasi vom Hotelstrand aus verfolgen und ich muss sagen, das Ganze war spektakulärer als ich es mir zunächst vorgestellt hatte. Plötzlich wird es hinter einigen Häusern leuchtend hell, eine Feuerkugel steigt nach oben und hinterlässt eine Rauch- und Dampfsäule, die in rötlichen Farben in der untergehenden Sonne schimmert und vom Wind zu kunstvollen Formen verzogen wird. Neben dem ganzen Knipsen musste ich mich anhalten, auch ein bisschen live zu genießen. Am nächsten Tag besichtigten wir dann das Space Center, das mit 40$ nicht gerade billig ist, jedoch schon einiges bietet. U.a. eine Bustour über das Gelände (Aussichtsplattform, Apolloprogramm-Center, ISS-Gebäude), Raketenpark, zwei IMAX-3D-Filme, Space Shuttle in Originalgröße, die U.S. Astronaut Hall of Fame, und noch einige kleinere Sachen. Also einen Tag kann man hier locker verbringen!

Kennedy Space Center - Startrampe

Kennedy Space Center - Startrampe

Übernachtet haben wir dann in Vero Beach, das wie eigentlich alles, was ein ‘Beach’ im Namen hat, einen weiteren schönen Sandstrand hat. Von dort fuhren wir größtenteils über den Scenic Highway A1A entlang der Atlantikküste nach Miami. Die A1A ist um einiges langsamer als einfach einen Interstate Highway zu nehmen, hat dafür aber den Vorzug, immer mal wieder schöne Blicke aufs Meer zu ermöglichen. Leider sind große Teile der Strecke schon bebaut, so dass wir eher Hotels betrachten und Strandvillenbesitzer beneiden mussten. Auf der A1A zu fahren ist also nicht ganz so idyllisch, wie ich es mir vorgestellt habe, aber für einige Teile der Strecke tut die Abwechslung doch mal ganz gut als immer nur von Wäldern besäumte Interstates zu befahren. Auf dem Weg nach Miami lagen auch Palm Beach, die Stadt der Superreichen, und Fort Lauderdale, durch die wir mit gezückter Kamera durchhuschten.

Vero Beach

Vero Beach

Zur Erinnerung, je weiter wir fuhren, desto weiter kamen wir nach Süden und das Wetter und die Natur wurden immer (sub-)tropischer. Und was wir zwischen Miami, dem südlichsten Punkt der kontinentalen USA auf Key West und der Rückkehr nach Atlanta erlebt haben -  demnächst in der Fortsetzung.

Spring Midterm – Bericht

Sonntag, 08. März 2009

Anlässlich der Hälfte meines zweiten Trimesters (Spring Term) hier am Georgia Tech will ich mal wieder über ein paar fachliche Dinge berichten, die mich hier zu einem Großteil der Zeit beschäftigen (sollten). Das macht zwar nicht so viel Spaß wie über Urlaubsreisen zu erzählen, aber ich gebe mein Bestes und vielleicht liest es ja auch einer bis zum Ende… :-)

Wie schon berichtet, höre ich gerade zwei Vorlesungen. In Adaptive Control geht es prinzipiell darum, wie man Systeme (Differentialgleichungen) regelt, deren Systemparameter nicht 100%ig genau bekannt sind. Der Regler versucht aus den gemessenen Größen Informationen über das System zu gewinnen und mit diesen Informationen seine Reglerparameter so anzupassen (zu adaptieren), dass das System sich so verhält, wie man es gerne hätte. Im Vergleich dazu hätte ein “normaler” Regler ein festes Regelgesetz. Ein adaptiver Regler kann z.B. dann wichtig sein, wenn sich die Parameter des Systems mit der Zeit verändern, z.B. durch Verschleiß von Bauteilen. Ein adaptiver Regler kann sich dann auf die neue Situation einstellen, während ein normaler Regler immer noch so tut, als ob es noch die alten Parameter sind. Mit dem eigentlichen Entwurf von adaptiven Reglern haben wir aber erst letzte Woche angefangen. Davor haben wir sehr mathematisch die Grundlagen für nichtlineare und zeitvariante Systemtheorie behandelt. Insbesondere Existenz und Eindeutigkeit, Lyapunov-Stabilität und Beschränktheit von Lösungen. Wie schon in der Stuttgarter Vorlesung Nonlinear Control war das zugehörige Textbook Khalil’s “Nonlinear Systems”. Jene Vorlesung hatte ich in Stuttgart schon gehört, so dass mir der Einstieg vergleichsweise einfach gefallen ist. In den nächsten Wochen bin ich mal gespannt, wie wir das ganze Vorwissen nun im eigentlichen Reglerentwurf verwenden werden.

Larry’s Vorlesung Wave Propagation in Elastic Solids ist im Großen und Ganzen recht lässig. Prof. Qu, der den ersten Teil übernommen hatte, erklärte uns zunächst mal, was eine mechanische Welle überhaupt ist. Von eindimensionalen Wellen, gingen wir über in den zwei- und dreidimensionalen Raum. Die meiste Zeit verbrachten wir mit der Betrachtung von Grenzschichten, was z.B. passiert, wenn eine Welle unter einem bestimmten Winkel an eine Grenzschicht aus Metall und Wasser auftrifft. Der Aha-Effekt meinerseits war dabei, wie “leicht” man das alles mit den Grundlagen aus Kontinuumsmechanik herleiten kann. Ich hab mich immer gefragt, wie man so etwas kompliziertes überhaupt berechnen kann und jetzt ist es fast schon einfach. Die Midterm Exam war kein Problem, da Prof. Qu’s Prüfungen doch recht “predictable” (vorhersehbar) sind, um Larry’s Wortlaut zu verwenden, wobei er darauf anspielte, dass Qu’s Prüfungen sich von Jahr zu Jahr kaum ändern. Er sollte Recht behalten… Larry ist nun dabei, spezielle “guided waves” (Wellen in Wellenleitern) zu untersuchen, die sehr lange Distanzen überbrücken können, weil die Energie im Wellenleiter konzentriert bleibt (z.B. in Platten, Stäben, Oberflächen). Solche Wellen sind vor allem für die zerstörungsfreie Materialprüfung, mit der Larry’s Lab hauptsächlich beschäftigt ist, von Bedeutung, da man möglichst große Bereiche mit einem Impuls vermessen möchte.

In meiner Thesis ging alles eigentlich ganz gut los. Nachdem ich den Eindruck hatte, das meiste verstanden zu haben, habe ich mich ans Werk gemacht, Berechnungen in Matlab zu programmieren. Um zu testen, ob alles in Ordnung ist, wollte ich ein Beispiel aus einer älteren Arbeit nachrechnen, wobei leider nicht das Gleiche rauskam, so dass jetzt großes Fehlersuchen angesagt ist, was mitunter schon sehr frustrierend ist, da es nicht gerade kleine Berechnungen sind und das Vergleichsbeispiel auch nicht vor Klarheit und Eindeutigkeit strotzt. Naja, ich hoffe, dass da bald einiges klarer wird, damit ich zu neuen Ufern aufbrechen kann…

Nun ist es nur noch eine Woche bis Spring Break, also die Woche Ferien im Spring Term. Das Wetter hier in Atlanta macht schon richtig Lust darauf. Werde wohl gleich noch ein bisschen rausgehn und lesen, um die angenehmen 20+ Grad zu genießen. Und danach noch ein bisschen Fehler suchen, vielleicht, mal schaun… :-)

Orlando, ganz untouristisch

Montag, 02. März 2009

Disneyworld, Universal Studios, Seaworld sind wohl einige der ersten Stichworte, die einem zu Orlando einfallen. Diese ließen wir jedoch im wahrsten Sinne des Wortes links (manchmal auch rechts) liegen, als wir nach 9-stündiger Fahrt in der Nacht zum Samstag in der Touristenmetropole im Sunshine State Florida unser Hotel ansteuerten.  ‘Wir’ sind in diesem Fall keine vergnügungshungrigen Touris, sondern zehn Tech Studenten, die im ACUI Regional Table Tennis Tournament um den Einzug in die nationalen College Meisterschaften im Einzel wettstreiten wollten.

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Die Hinfahrt gestaltete sich schwierig, da wir erst nach 16:30 Uhr (Treffpunkt 15 Uhr…) am Freitag loskamen, und Atlanta + Berufsverkehr= 2 Stunden extra. Ich durfte bei Coach Presley mitfahren, unserem eher Organisations- als Trainingscoach, von dem ich ja schon berichtet habe. Während der langen gemeinsamen Zeit habe ich einige interessante Dinge über ihn erfahren. Denn was er fast noch mehr liebt als reden ist Bowling spielen. Letztes Wochenende hat er im Doppel mit seinem Sohn die Bowling US Open in Las Vegas gewonnen. D.h. ich bin hier quasi mit einer Bowlinglegende per du… Die Ausführungen über die Oberfläche der Kugel und der Bahn und Geschichten über seine professionellen Softball-, Basketball-, Tischtennis- und Marchingbandkarrieren werde ich vielleicht später mal in einem extra Blog wieder aufnehmen ;-) .

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Das Turnier am nächsten Tag verlief reibungslos, bis auf die Tatsache, dass wir eine Viertel Stunde zu spät kamen, weil sich morgens erst noch unsere vier Inder durch die eine Dusche quetschen mussten ohne sich Gedanken über Zeitplanung zu machen. Morgens wurden in einer Gruppenphase die besten 16 Spieler aussortiert, darunter sechs unserer Spieler. Von nun an KO-System. Das Ziel war es unter die besten vier zu kommen, die dann für die nationalen Meisterschaften qualifiziert wären. Die All-you-can-eat Mittagspause in der Mensa der University of Central Florida, wo das Turnier stattfand, tat mir allerdings nicht so gut. Beinahe wäre ich im Achtelfinale eingeschlafen, konnte mich gegen einen nicht allzu guten Gegner names Kwot oder so ähnlich dann doch zusammenreissen. Im Viertelfinale verlor ich dann aber chancenlos gegen den späteren Turniersieger aus Puerto Rico und bin dann in der Gesamtwertung 8. geworden. Insgesamt haben die Spieler aus Puerto Rico klar dominiert. Nur Deepak, unser bester Spieler hat es geschafft, sich für die Nationals zu qualifizieren. Unter den Spielern aus Georgia und Florida waren wir aber deutlich vorne. Nichtsdesotrotz fahren wir als Team am 3. April zu den College Nationals in Rochester, Minnesota.

Schnee! vor meiner Wohnung!

Schnee! vor meiner Wohnung!

Am gleichen Tag fuhren wir mit einem Auto auch wieder zurück, da viele Vielbeschäftigt sind. Und dann das: Heute morgen schneit es in Atlanta! Während wir in Orlando mit kurzen Hosen bei über 20 Grad auf dem Campus herumgeschlampert sind, ist hier Mütze und Handschuhe angesagt… Naja, kein Fisch ohne Gräten. Und a propos Fisch.

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Walhai

Walhai

Als kleinen Nachtrag noch ein, zwei Bilder vom GT at Aquarium vor zwei Wochen. Für 7$ konnten GT Studenten ins Georgia Aquarium, was normalerweise über 30$ kosten würde. Hauptattraktion ist ein Walhai, der in einem riesigen Panoramabecken schwimmt. 30$ find ich aber trotzdem etwas übertrieben als Eintittspreis, so dass ich persönlich es nicht empfehlen würde, für den Preis reinzugehn. Es sei denn man mag Fische (zum Anschauen…). Vor Spring Break werde ich dann auch noch ein bisschen berichten, was studienmäßig so alles los ist, bevor Alex, Frederik und ich dann in zwei Wochen eine Rundreise durch Florida starten.

Nashville und die Country Musik

Mittwoch, 18. Februar 2009

Neben der Geburt von Blues und Rock’n'Roll in Memphis rühmt sich Tennessee als Zentrum der Country Musik. In Nashville, Tennessees Hauptstadt, wird dies offensichtlich: Neben der Country Music Hall of Fame, einem Museum zu Ehren der Country Musik gibt es hier alles mögliche, was man mit Country verbindet. An Nashville’s Broadway gibt es Kneipen mit Live Country, Shops mit Cowboyhüten und -stiefeln und selbst an manchen Ampeln stehen Boxen, aus denen Countrymusik schallt. Man könnte Country als ‘Volksmusik’ der USA bezeichnen, aber man verbindet damit durchaus anderes als wenn man in Deutschland von Volksmusik redet. Während Volksmusik zu Hause wohl schon zu 90% von Älteren gehört wird, ist Country vor allem im Süden durchweg populär. Die Texte sind natürlich schon zum Großen Teil etwas schnulzig, doch sehnt sich der Sänger hier eher nach den Weiten des Wilden Westens als die Schönheit der Alpen zu besingen…

Country Music Hall of Fame

Country Music Hall of Fame

Drei zum Preis für Eine

Drei zum Preis für Eine

Bevor ich zur Country Music Hall of Fame ging, kannte ich genau einen Countrysänger, nämlich Johnny Cash. Doch hab ich mir vorgenommen, mir mindestens drei Namen zu merken. Und hier sind sie: Kitty Wells war eine der ersten Frauen in der Country Musik, DeFord Bailey erster Schwarzer und Chet Atkins, Meister der Country Gitarre, von dem ich mal ein Youtube Video gepostet habe, um einen kleinen Eindruck zu geben. Interessant auch, dass Elvis in der Hall of Fame geführt wird. Dass er einige Elemente der Country Musik übernommen hat, war den Juroren wohl schon genug, ihn aufzunehmen… Das Gebäude selbst hat die Form eines Bassschlüssels und gibt schon was her. Nach anderthalben Tagen in Nashville hatte ich dann aber auch genug von Country, wobei es zwischendurch ganz nett anzuhören ist.

Etwas außerhalb der Stadt liegt die ehemalige Farm des 7. Präsidenten der USA, Andrew Jackson, dessen Konterfei den 20 Dollarschein ziert. Er war wegen seiner Sturheit und Hartnäckigkeit  als ‘Old Hickory’ bekannt, was sowohl auf seine politischen Entscheidungen als auch auf seine Einstellung zu Sklaven und Indianern zutrifft. Er stärkte die Macht des Präsidenten, trat für das Volk ein, war aber auch pro Sklaverei und Vertreibung von Indianern. Auf seiner Farm, dem  Hermitage, ist das dortige Leben Anfang des 19. Jahrhunderts präsentiert. Um das Herrenhaus befinden sich ein Garten, wo u.a. Jackson begraben ist, Felder und Sklavenhütten, die man besichtigen kann. Insgesamt nicht ganz so spekatuklär wie z.B. das Civil Rights Museum, aber doch ganz interessant.

Andrew Jackson's Herrenhaus im Hermitage

Andrew Jackson's Herrenhaus im Hermitage

Zum Abschluss machten wir noch eine kleinen Rundgang durch Nashville, das vom Erscheinungsbild hübscher ist als Memphis. Den eigentlichen Ortskern kann man in 1-2 Stunden gut ablaufen, und man sieht zum Beispiel das Tennessee State Capitol oder das Ryman Auditorium, einen schicken Konzertsaal.

Broadway in Nashville

Broadway in Nashville

Jack Daniel's Distillerie

Jack Daniel's Distillerie

Auf der Rückfahrt nach Atlanta am Montag machten wir einen Abstecher zur Jack Daniel’s Distillerie in Lynchburg, in der der gleichnamige Tennessee Whiskey hergestellt wird. Nur 17 Mitarbeiter produzieren hier all den Whiskey, der auf der ganzen Welt verkauft wird. In einer einstündigen Tour erklärte uns ein lustiger Mitarbeiter (er hatte immer einen Witz mit alkoholischen Getränken parat), wie der Whiskey hergestellt wird. Von der Gärung des Getreides, übers Distillieren zum Coal Mellowing, in dem der Whiskey tropfenweise durch eine Holzkohlesäule sickert. Schließlich die Herstellung der Fässer und deren Lagerung bis zum Abfüllen in den bekannten rechteckigen Flaschen. Jack Daniel starb übrigens an seinem Safe. Weil der diesen nicht aufbekam, trat er gegen den Safe, was zu einer Wunde an seinem Zehen führte. Aus Scham darüber ging er aber nicht zu einem Arzt, bis sich die Wunde entzündete und er schließlich an einer Blutvergiftung starb, weil jede Hilfe zu spät war… Da ich noch nie Whiskey probiert hatte, wäre ich bereit gewesen, ein wenig zu testen, doch die Ironie bei der ganzen Sache ist, dass Lynchburg in einem ‘dry county’ liegt, d.h. in einem Landkreis, wo Alkoholverkauf und -ausschank verboten ist, so dass man bis auf eine teure Souvenirflasche keinen Jack Daniel’s Whiskey bekam. Für echte Fans: Man kann sich auch ein ganzes Fässchen gönnen, das direkt nach Hause geliefert wird. Preis je nach Land und Steuer 9.000 bis 12.000 Dollar. Es sei aber für die Nachbarn beeindruckender ein Fass Jack Daniel’s in der Einfahrt stehen zu haben als ein neues Auto, laut Tourguide…

Memphis – Blues and The King of Rock’n'Roll

Mittwoch, 18. Februar 2009
Beale Street - Ursprünge des Blues

Beale Street - Ursprünge des Blues

Es war mal wieder an der Zeit, etwas außerhalb von Atlanta zu erleben. Von Freitag bis Montag tourten Alex, Frederik und ich durch den für seine Musik bekannten Staat Tennessee nordwestlich von Georgia. Memphis liegt am “Dreiländereck” Tennessee, Mississippi und Arkansas am Ufer des Flusses Mississippi und ist beonders bekannt als Wiege des Blues und natürlich als Heimatstadt von “The King”, Elvis Presley. Das Stadtbild an sich ist ziemlich öde, bis auf einige nette Blicke in Main Street oder am Ufer des Mississippi ist nicht viel Schönes zu sehen außer kahle Häuserfassaden. Einen Gegensatz dazu stellt die Beale Street dar, Memphis’ Vergnügungsmeile, wo in den Kneipen Livemusik gespielt wird. Hier geht es doch ganz bunt her, zumindest für amerikanische Großstadtverhältnisse.

National Civil Rights Museum

National Civil Rights Museum

Das National Civil Rights Museum war meiner Meinung nach ein Highlight in Memphis. Im ehemaligen Lorraine Motel, wo Martin L. King 1968 auf seinem Balkon erschossen wurde, ist hier ein Museum gebaut worden, in dem die Geschichte der Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung erzählt wird. Ausgestellt u.a. ein Bus, in dem die Situation nachgestellt wird, als eine schwarze Passagierin sich weigerte für einen Weißen den Sitz frei zu machen. Nach den sehr ausführlichen und interessanten Geschichtsszenen erreicht man schließlich den Ort, wo Martin L. King seine letzten Minuten verbrachte. An das Museum angeschlossen ist ein weiteres ehemaliges Motel, wo der Aufenthaltsort des Schützen vermutet wird. Hier wird die Kriminalseite des Attentats präsentiert. Dem Museum gelingt einsehr guter  Mix aus Geschichte, realen Schauplätzen und Aufruf zum Eintreten für Bürgerrechte.

Monitor beim Hunderennen

Monitor beim Hunderennen

Der Rest unseres Aufenthalts in Memphis war dann den leichteren Dingen des Lebens gewidmet. Zum Abendessen fuhren wir über die Brücke nach West Memphis in Arkansas, wo wir danach ein Racing and Gaming Center besucht haben. Neben dem Grund, mal in Arkansas gewesen zu sein, gab es hier nämlich Hunderennen, ähnlich wie Pferderennen, wo die Zuschauer setzen können, wer gewinnt. Eigentliche Attraktion waren dann aber die vielen dicken, alten Menschen, die Freitag abends nichts besseres zu tun hatten als Massen an Geld in stupide Spielautomaten einzuwerfen. Eigentlich wollten wir auch auf ein Rennen wetten, aber keiner der drei anwesenden Georgia Tech Studenten war fähig herauszufinden, wie das funktioniert mit den Wetten und Einsätzen und Gewinnen… Das Bild zeigt einen Screen, wie man sie im Zuschauerraum fand. Vielleicht wird ja ein Leser schlau daraus?

Am Mississippi River

Am Mississippi River , Mud Island, Brücke nach Arkansas

Graceland, Elvis’ Herrenhaus, liegt einige Meilen südlich der Stadt. Genau 29,70$ verlangte die Kassierin für den Zutritt zum Gelände und einige kleinere Ausstellungen. Ok, einmal im Leben macht man sowas… Mit einem Bus fuhren wir die 100 Meter aufs Gelände, wo wir gleich mal ein deutsches Pärchen aus Leipzig mit Tochter getroffen haben. Erster Satz der Mutter, als sie merkte, dass wir deutsch sprechen und dass die Warteschlange zwischen ihrer Kamera und Elvis’ Haus verläuft: “Oh, wenn ihr ja deutsch sprecht, könnt ihr vielleicht bitte ausm Bild gehn!?” Deutsche Direktheit vermisst man doch ein bisschen bei all der amerikanischen Oberflächlichkeit :-) . Die eigentliche Audiotour durch das Grundstück ist schon interessant, so dass man was bekommt für sein Geld. Die verschiedenen Zimmer im Haus, der Garten, der Pool, das Racquetballhäuschen und schließlich sein Grab, das immer mit Blumen von Fans geschmückt ist. In weiteren Ausstellungen sahen wir noch seine Autos, seine Anzüge und seine zwei Flugzeuge. Nur seine Frau konnten wir nirgends finden… Naja, an Geld hat’s Elvis jedenfalls nicht gemangelt. Nur die Frage, wo das alles hin ist, dass die im Museum so viel Eintritt verlangen müssen.

Graceland Mansion

Graceland Mansion

Enten im Peabody Hotel

Enten im Peabody Hotel

Der Samstagnachmittag war dann leider etwas verkorkst. Nachdem in der Gibson Guitar Factory ebenfalls Samstag Nachmittag war, so dass keiner gearbeitet hat und wir 10$ Eintritt für eine Tour durch eine stillgelegte Fabrik bezahlt hätten, entschieden Frederik und ich uns auf Mud Island zu gehen, wo man einen Nachbau des Mississippi Flusslaufs findet, während Alex ins hießige Feuerwehrmuseum ging. Leider war Mud Island geschlossen, wegen Winter…, so dass wir uns schließlich mit den Enten im Peabody Hotel vergnügt haben, die traditionsgemäß im Brunnen der Lounge baden. Die Idee dazu kam dem Hotelbesitzer übrigens in den 30er Jahren als er besoffen von einer Jagd zurückkam…