Archiv für die Kategorie ‘USA’

Oktoberfest in Helen, GA

Sonntag, 02. Oktober 2011

Letztes Wochenende begaben drei Kollegen und ich uns nach Helen in den Bergen Nord-Georgias zum diesjährigen Oktoberfest. Helen ist ein kleines Städtchen, das sich, um touristisch überleben zu könnnen, einen deutschen Anstrich verpasst hat. Entlang der Hauptstraße reihen sich Shops und Restaurants, die vom Baustil her an eine Mixtur aus Schwarzwaldhaus, Königsschlösschen und Disneyworld erinnern. Bei strahlendem Herbstsonnenschein war es durchaus kurzweilig durch die Gasse zu schlendern und Unmengen von typisch deutschen Souvenirs (Bierkrüge, Haribo, Mensch Ärgere Dich Nicht, Dirndls/Lederhosen,…) zu begutachten. Zum Mittagessen kehrten wir in den Gasthof Heidelberg ein, wo mir tatsächlich sehr authentisches (im Gegensatz zur Architektur) deutsches Essen aufgetischt wurde – Jägerschnitzel mit Spätzle und Rotkohl.

Gasthof "Heidelberg" in Helen

Gasthof "Heidelberg" in Helen

Bevor wir uns dann dem eigentlichen Ziel, dem Oktoberfest, zuwandten, ließen wir den diesjährigen Festumzug an uns vorbeiziehen. Allerlei Süßigkeiten wurden umhergeworfen, Kutschen, Leute mit Trachten, das offizielle Bierfass importiert aus Deutschland zogen durch die Straße, wie man das so kennt. Dass auch eine Kolonne von deutschen Autos (VW, Audi,…) teilnimmt, kann man ja noch irgendwie nachvollziehen, aber was die 20 Corvettes in dem Umzug zu suchen hatten?

Offizielles Oktoberfest-Fass (Wir hatten Zweifel ob wirklich was drin ist)

Offizielles Oktoberfest-Fass (Wir hatten Zweifel ob wirklich was drin ist)

Während Helen einen ganz unterhaltsamen Eindruck auf mich gemacht hatte, enttäuschte das Oktoberfest leider etwas. Zum einen war der Eintritt ins Fest-”Zelt” (eher eine halb-offene Halle, aber ähnliches Feeling wie ein Zelt) mit $9 nicht günstig, und zum anderen wurde dafür nicht gerade viel geboten. Immerhin gab es deutsches Oktoberfestbier von Paulaner. Musik wurde so die typische Schunkel- und Schuhplattlermusik gespielt, was gut passte. Nur war sehr wenig los (Wir waren Samstag Nachmittag bis Abend dort), so dass kaum ausgelassene Stimmung aufkommen konnte. War vielleicht so wie Pferdemarkt am Sonntag morgen um 11:30 Uhr: Ein paar Senioren essen Mittag und ein paar Hartgesottene sind schon wieder da zum trinken, aber nicht wirklich was los. Nur zum was trinken und essen ist es beim Helener Oktoberfest aber zu teuer, meiner Meinung nach. Hab das Konzept also nicht so 100% verstanden. Aber gut, man hat’s mal gesehn und nächstes Mal dann doch wieder Pferdemarkt, Wasen oder Wiesn… A propos, eine “Wiese” mit Fahrgeschäften und Ständen gibt’s leider auch nicht, nur das Bier-”Zelt”. Naja, für unverwöhnte Amerikaner ist es wahrscheinlich trotzdem ein Erlebnis.

In und um Columbus herum

Samstag, 04. Juni 2011

Bereits am vergangenen Sonntag und Montag (Memorial Day) reisten Fiona und ich in Richtung Columbus, um die Gegend um der nach dem großen Entdecker benannten Stadt an der Grenze zu Alabama zu erkunden. Allerdings hatten wir schon vor der Reise eine Karte ausgedruckt und wussten, dass wir nicht nach Indien unterwegs waren.

Franklin D. Roosevelts unvollendetes Portrait

Franklin D. Roosevelts unvollendetes Portrait

Leicht hätten wir uns aber nach Washington D.C. verirren können, hätten wir “White House” statt “Little White House” als Ziel eingegeben. Franklin Delano Roosevelt, kurz FDR, der Präsident des Aufschwungs nach der großen Depression und Bezwinger der Achsenmächte, ließ in Warm Springs ca. 40 Meilen nördlich von Columbus ein kleines Anwesen errichten, das aufgrund seines weißen Anstrichs “Little White House” (Kleines Weißes Haus) genannt wird. FDR litt schon während seiner Amtszeit an Polio (Kinderlähmung). Den warmen Quellen von Warm Springs sagte man nach, dass sie die Krankheit heilen könnten. Daher der etwas verwunderliche hohe Besuch in der Provinz. Mehrere Dutzend Male besuchte FDR die Quellen. Angeblich hatte dies einen starken Einfluss auf die amerikanische Politik: Durch den Kontakt mit den Bauern und deren Lebensumständen, wurde FDR zur Gründung der REA (Rural Electrification Administration) inspiriert, die die ländlichen Gegegenden der Staaten an das Stromnetz anschließen sollte.

Das "Little White House" bei Warm Springs

Das "Little White House" bei Warm Springs

Was das Little White House aber wirklich besonders macht, ist die Tatsache, dass FDR kurz vor Kriegsende hier verstarb. Am morgen war er noch dabei, ein Gemälde von sich anfertigen zu lassen, als er dies mit starken Kopfschmerzen unterbrach und kurz darauf starb. Das unfertige Gemälde ist in einem Art Schrein zu Ehren des sehr beliebten Präsidenten ausgestellt.

RiverWalk am Chattahochee River in Columbus

RiverWalk am Chattahochee River in Columbus

Bei für Mai ungewöhnlichen fast 100 °F (36 °C) erreichten wir Columbus in weniger als einer Stunde. Columbus war vor allem ein industrielles Zentrum der Metallverarbeitung. Zum großen Teil ist die Backstein-Architektur erhalten und zu Vergnügungszwecken (Shops, Museen, Restaurants,…) umgebaut worden. Doch war an diesem Sonntag absolut tote Hose und fast alles geschlossen. Vom Äußeren konnte man annehmen, dass es ganz nett zugehen könnte, doch wie gesagt wohl nicht sonntags. Das schönste war daher der Spaziergang am Chattahochee RiverWalk, ein sehr hübscher, einige Meilen langer Weg am Fluss zum Laufen, Fahrradfahren oder Skaten.

Providence Canyon State Park

Providence Canyon State Park

Wo wir doch nun das Weiße Haus Georgia’s gesehen hatten, war es ja nur konsequent, dass wir am nächsten Tag den Grand Canyon Georgia’s besuchten, den Providence Canyon ca. 40 Meilen südlich von Columbus. Hierbei wäre eine falsche Zieleingabe bei Google noch fataler gewesen als beim weißen Haus (28 h -vs- 12 h). Vorsicht war geboten… Glücklicherweise führte uns das Navi nur 2 Meilen am Ziel vorbei. Bei Temperaturen von weiterhin 90er Fahrenheitgraden bevorzugten wir den 3-Meilen vor dem 10-Meilen Rundgang. Und in der Tat, der Canyon sieht aus wie der Grand Canyon nur etwas kleiner. Was sich der aufmerksame Beobachter aber sofort fragt: Warum wachsen da drin Bäume!?  Im Grand Canyon wachsen keine Bäume! Und warum bröckelt das Gestein einfach so weg, wenn man es anfasst!? Da stimmt doch was nicht. Und in der Tat sind sich die beiden Canyons nur bei oberflächlichem Hinsehen ähnlich: Während der Grand Canyon über Jahrmillionen durch Tektonik und Erosion entstand, wurde der Providence Canyon innerhalb einiger Jahrzehnte durch den Einfluss des Menschen erschaffen. Nicht dass da jemand angefangen hat zu graben, doch führten die Rodung der Wälder und unnachhaltiges Bestellen des Bodens im 19. Jahrhundert zur rapiden Erosion des sandigen Lehmbodens. Wie dem auch sei, schön anzuschauen ist der Canyon allemal.

Weil's so schön war, noch mal ein Bild vom Providence Canyon

Weil's so schön war, noch mal ein Bild vom Providence Canyon

Zurück in Atlanta konnte ich nun auch mal den Spritverbrauch (oder besser die Spriteffizienz da man hier nicht in Benzin pro Strecke  sondern Strecke pro Benzin also dem Kehrwert rechnet) meines Autos auf der Autobahn testen. 36 Meilen/Gallone machten mich doch recht glücklich. Auf dem Weg zur Uni (halb Autobahn und Stadt) sind es nur 32 Meilen/Gallone.  (Tipp zum Umrechnen: 1 Meile = 1,6 km, 1 Gallone = 3.78 l)

Tischtennis Nationals in Rochester zum Zweiten

Montag, 25. April 2011

Wie schon vor zwei Jahren fanden die nationalen College Tischtennismeisterschaften in Rochester, Minnesota, statt (zum damaligen Bericht) . Über die Gegend brauche ich also nicht viele Worte verlieren. Was sich deutlich verändert hat, ist das Team: Nur Aneece und ich waren beim Team vor zwei Jahren schon dabei. Zudem haben sich in diesem Jahr auch unsere Damen qualifiziert. 10 Georgia Techler/innen vertraten also den Staat Georgia bei den Teamwettbewerben.

GT Team

(v.l.n.r.) Annece, Jesus, Martin, Hassan, Brian, Li, Xiaodan, Wenhui, Christine, Stephanie

Diesesmal hatte ich erfreulicherweise die Möglichkeit, viele Spiele zu bestreiten, da ich mich zusätzlich zum Team auch für die Einzel-, Doppel- und gemischtes Doppel-Wettbewerbe qualifiziert hatte. Im Einzel flog ich gleich am Anfang raus, konnte mich dann aber in der Trostrunde bis ins Halbfinale durchringen, wodurch ich 36. von 60 wurde. Bin ganz zufrieden damit. Die Doppel liefen weniger erfolgreich wegen starker Gegner.

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Leider erwischte es auch das Team nicht gut: Durch zwei übermächtige Gegner (Princeton und Governers State) und eine ganz knappe Niederlage gegen einen gleichwertigen Gegner (Florida) war Platz 19 der beste, den wir noch erreichen konnten. Nach einer weiteren Niederlage gegen San Jose, und schließlich doch noch einem Sieg gegen Binghamton landeten wir auf Platz 21 von 24 (unser Rating war 19, also etwas schlechter als erwartet…). Die Mädchen schafften es auf Platz 10 von 14. Den Spaß ließen wir uns aber dank toller Teammoral keineswegs verderben, und so kehrten wir am Sonntag Abend müde und mit vielen schönen Erinnerungen nach Atlanta zurück.

 

Chicago für Schwaben

Dienstag, 05. April 2011
Chicago Tribune Titelseite

Chicago Tribune Titelseite

Chicago im Staate Illinois hat in diesem Blog noch keinen Eintrag erhalten, was zum großen Teil daran liegt, dass ich 2002 mit dem Gitarrenorchester Bietigheim-Bissingen schon mal dort war. Letztes Wochenende bot sich die Gunst der Stunde auf ein Wiedersehen. Prinzessin Fiona (siehe Chicago Tribune Titelseite), die ein Seminar besuchte, bescherte uns ein von ihrer Firma gesponsertes Hotelzimmer im Intercontinental sowie reichlich Essensgeld, und der Flug wurde von Delta dank ausreichender Bonusmeilen übernommen. Eine Reise also für echte Schwaben. Anfangs war Fiona noch mit dem Seminar beschäftigt, so dass ich mich allein auf den Weg durch die Stadt machte um ein paar Bilder zu schießen. Erstes Ziel war Navy Pier, eine künstliche Vergnügungshalbinsel im Lake Michigan mit Riesenrad, Shops und Essensmöglichkeiten, von der man zudem einen schönen Blick auf Chicago Downtown bekommt.

Lake Michigan

Lake Michigan von Navy Pier aus

Nachmittags machte ich mich auf den Weg zum Adler-Planetarium, das am Ende der Museumsmeile mit dem bekannten Shedd Aquarium liegt. Von dort hat man einen exzellenten Blick über die komplette Skyline. Mit etwas Matlab-Schusterei (zu etwas muss es ja gut sein, wenn man in Computer Vision arbeitet) habe ich ein Panorama Bild zusammenflicken können.

Chicago Downtown Panorama

Chicago Downtown Panorama

Was ich im Jahre 2002 nicht gesehen habe, weil es noch nicht existierte, ist der Millenium Park mit dem sehr populären Cloud Gate (oder auch umgangssprachlich “The Bean” genannt), eine bohnenförmige, verspiegelte Skulptur, mit der man so allerhand fotographische Tricksereien vollführen kann. Das kommt beim Publikum an. Hat sich eigentlich schon mal jemand über den künstlerischen Gehalt der Skulptur Gedanken gemacht? Muss ich mal recherchieren…

Cloud Gate - Wer findet mich?

Cloud Gate - Wer findet mich?

Direkt neben unserem Hotel befindet sich die Chicago Tribune Zentrale im interessanten neugotischen Stil. Um sich selbst ein bisschen mit Weltruhm zu schmücken sind an der Fassade Steine von bekannten Gebäuden und Stätten der Welt angebracht, z. B. von der Berliner Mauer, der Wartburg, der chinesischen Mauer oder der Pyramide von Gizeh. Gegenüber ließ Wrigley (der mit den Kaugummis) sich ein schönes Häuschen errichten. Architektonisch ist Chicago sicher eine der interessantesten, wenn nicht die interessanteste Stadt der USA. Das Wetter ist im Sommer herrlich mit etwas Wind vom Lake Michigan, jedoch ist der Winter doch sehr lang. Bei unserem Besuch hatte es immer noch unter 10 Grad. Nicht zu vergleichen mit Atlanta mit fast 30 an diesem Sonntag…

 

Wrigley (weiß vorne), Chicago Tribune (zentral), Intercontinental Hotel (rechts, gelbe Kuppel)

Wrigley (weiß vorne links), Chicago Tribune (zentral), Intercontinental Hotel (rechts, gelbe Kuppel)

Das nächste Mal werde ich mich mit dem Bericht von den Tischtennis-Nationals in Minnesota melden, die in 10 Tagen stattfinden werden.

 

Zwei Füße und 20 Kilometer später

Sonntag, 27. März 2011

Es war Spring Break letzte Woche, die ich extrem entspannt (man könnte auch sagen faul) in Atlanta verbracht habe. Mit einer Ausnahme. Am Dienstag unternahm ich eine Wanderung zu Fiona’s Wohnung, die sich nordwestlich von Midtown Atlanta im Cobb County befindet.

Mittels Google Map und Street View stellte ich mir die Wanderroute zusammen, die möglichst mit Gehwegen versehen sein sollte. Im Streetview konnte ich mich an kritischen Passagen wie z. B. Autobahnüber- und unterführungen oder Flussüberquerungen vergewissern, dass ein Vorankommen möglich war. Dieser Link gibt einen Überblick: Wanderroute

Blick von Howell Mill Road auf Midtown

Blick von Howell Mill Road auf Midtown

Glücklicherweise strahlte die Sonne bei etwa 25 Grad, als ich mich vom Campus in Richtung Howell Mill Road aufmachte, auf der ich die ersten ca. 5 Meilen zurücklegen würde. Durch bekanntes Terrain — an der Howell Mill Road liegt der nächste Walmart, wo ich ab und zu mal einkaufen gehe — erreichte ich zum ersten Mal die Autobahn I75, jenseits derer für mich unbekanntes Gebiet lag. Zu meinem Erstaunen entwickelt sich die Howell Mill Road zu einem schönen Wohngebiet, was man angesichts des Industriegebiets vor der I75 gar nicht vermuten würde. Interessanterweise gab es von nun an kaum noch Ampeln. Die Straße führt durch einen Wald, an den Gehwegen liegen vereinzelt Häuser und Wohnkomplexe, alles sehr grün. Und das nur einige Autominuten von Midtown Atlanta entfernt.

Villa an der Pace's Ferry Road

Villa an der Pace's Ferry Road

Es fühlte sich fast wie ein Rückeintritt in die Zivilisation an, als ich nach ca. 1,5 Stunden den geschäftigen und vielbefahrenen Northside Parkway erreichte, den ich nur kurz nutzte, um auf eine andere “grüne” Straße zu gelangen, die Pace’s Ferry Road. Auf Google hatte ich schon gesehn, dass hier keine Gehwege vorhanden waren, sondern nur ein Seitenstreifen. Das Problem in dieser Gegend ist die Tatsache, dass man sich hier im Grenzgebiet zwischen Fulton und Cobb County befindet, wo das Land vergleichsweise dünn besiedelt ist. Zudem befinden sich hier die Villen der Reichen, von denen wohl nicht erwartet wird, dass sie einen Schritt zu Fuß auf die Straße machen. Durch wuchernde Natur war der Seitenstreifen stellenweise ziemlich eingeengt, so dass ich mich immer auf den Sprung ins Gebüsch gefasst machte, wenn ein den Seitenstreifen berührendes Auto mit telefonierendem Fahrer entgegen kam. Glücklicherweise verlief aber alles gut und ich überquerte den Chattahoochee River unbeschadet.

Überquerung der I75 - Die Hochhäuser im Hintergrund (ganz klein und weit weg) sind Midtown!

Überquerung der I75 - Die Hochhäuser im Hintergrund (ganz klein und weit weg) sind Midtown!

Von da an galt es nur noch die Pace’s Mill Road zu finden, deren Straßenschild komplett fehlte. Danach kannte ich mich dann wieder aus. Vorbei an Kroeger’s, ein paar Shopping Malls, nochmal über die Interstate und noch ein paar Kurven in Fiona’s Nachbarschaft. Nach 4 Stunden, 20 Kilometern und ca. 25 Ampeln (erstaunlich wenige dank der grünen Route) erreichte ich schließlich das Ziel, wo ich es mir erst mal noch eine Stunde recht erschöpft am Pool gemütlich machte, da ich wegen einer Stunde ungenutztem Puffer ein bisschen zu früh dran war.

Am Ziel...

Am Ziel...

Beim Laufen sieht man — vor allem die eigentlich schon bekannten Gegenden — mit ganz anderen Augen und auch war es interessant zu sehen, wie es zwischen Cobb County und Midtown so aussieht; vorher kannte ich nur die verbindende Autobahn. Wegen des fehlenden Gehwegs in der Pace’s Ferry Road würde ich die Strecke nicht unbedingt nochmal laufen wollen, aber vielleicht finde ich ja mal eine bessere Route.

 

ACUI-Turnier in Tallahassee, Forida

Donnerstag, 17. Februar 2011

Es gibt mal wieder Neuigkeiten im Tischtennis: Letzten Samstag fuhren 12 Mitglieder unseres Tischtennisclubs nach Tallahassee, Hauptstadt Floridas, wo das Qualifikationsturnier für die College Nationals im Einzel stattfand. Aus etwa 50 Teilnehmern aus den Staaten Georgia, Florida, Alabama und Mississippi würden es die besten 8 zu den nationalen Meisterschaften Anfang April schaffen. Nach einer relativ leichten Gruppenphase, zog ich in die Top 16 K.O.-Runde ein. Mit einem weiteren Sieg hätte ich mich qualifiziert. Mit etwas Losglück und weniger Nervenflattern als mein Gegner, schaffte ich den Einzug ins Viertelfinale mit einem 3:0 Sieg — Nationals!!! :-) Im Viertelfinale war dann aber Schluss gegen übermächtige Mississippi-Spieler, die schließlich Plätze 1 bis 4 belegten. Von unseren anderen Spielern hat es leider keiner geschafft, zwei schieden im Achtelfinale aus. Besser hatten es da unsere zwei Damen. Auch bei den Damen qualifizierten sich 8 Spielerinnen, die – bei 4 Teilnehmerinnen – allerdings schon vorher fest standen… Am Sonntag steht dann das entscheidende Turnier für unser Team an, aus dem wir hoffentlich siegreich hervorgehen werden. Sonst muss/darf/werde ich wohl mit unseren beiden Mädchen alleine reisen…

Das GTTTA Team

Das GTTTA Team

Verlängertes Thanksgiving-Wochenende

Samstag, 04. Dezember 2010

Zum diesjährigen Thanksgiving habe ich es zum ersten Mal seit Mai wieder mal aus Georgia herausgeschafft. Ausgangspunkt der Reise war das größte Team-Tischtennisturnier in den USA in Baltimore, Maryland, ca. eine Stunde nördlich von D.C. Der Georgia Tech Table Tennis Club gab einen aus, so dass wir nur für Essen und Unterkunft aufkommen mussten. Die Reisegruppe bestand aus dem Team (Yiping, Giang, Alvin und mir), sowie Coach Presley, den Junioren, Matthew and Brandon, und Fan Fiona.

Fiona im Baltimore Convention Center

Fiona im Baltimore Convention Center

Das Turnier war wirklich gigantisch: 150 Tischtennisplatten waren im Baltimore Convention Center aufgestellt, wo Mannschaften jeder Spielstärke gegeneinander antraten. Dank der Größe des Turniers gab es genügend Mannschaften auf gleichem Level, so dass die Spiele spannend blieben. In den 2,5 Turniertagen habe ich ca. 15 Spiele bestritten, was dann am Ende auch wirklich genug war. Gerissen haben wir leider nichts Großes, weil immer mal wieder der ein oder andere Schwächen zeigte, doch insgesamt haben wir sicherlich viel dazugelernt. Zum Abschluss am Sonntag verfolgten wir das Finale der Herren, wo Team Kanada auf Team Südkorea traf. Zwar nicht ganz Weltklasse-Niveau, aber doch schon recht nah dran.

Das Team: Giang, Yiping, Matthew, Brandon, Alvin, Martin

Das Team: Giang, Yiping, Matthew, Brandon, Alvin, Martin

Die Stadt Baltimore machte auf mich einen ganz guten Eindruck, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass ziemlich viele Leute in Downtown nur so “herumhängen”. Hauptattraktion ist der Hafen, wo man gemütlich flanieren kann. Irgendwas historisch Wichtiges ist hier auch passiert, bin aber gerade zu faul Details auf Wikipedia nachzuschaun…

Baltimore’s Hafen

Baltimore’s Hafen

Die Reise war mit Baltimore jedoch noch nicht beendet. Da ich zwei Tage später ein Meeting von meinem Forschungsprojekt aus in Hartford, Connecticut, hatte, entschied ich mich direkt von Baltimore anzureisen und mir die 11 Stunden Rückfahrt nach Atlanta zu sparen. Den freien Tag verbrachte ich in New Haven, CT, wo gerade eine Freundin an der Yale University studiert. Außer Yale ist in New Haven allerdings nicht allzu viel los. Architektonisch ist der Campus einer der schönsten in den USA, wenn auch etwas anachronistisch, wie z. B. auch viele Kirchen hier in den USA.

Yale University, New Haven, CT

Yale University, New Haven, CT

Hartford ist die Hauptstadt von Connecticut und wirklich keine schöne Stadt: Voll mit Betonklötzen, Firmengebäuden und Highways. Auch ein Mitarbeiter von UTRC, bei denen ich meine Präsentation gab, bestätigte, dass Hartford hauptsächlich eine Arbeitsstadt ist. Da freute ich mich wieder auf Atlanta. Etwas ernüchtert war ich, als es bei der Rückkehr in Atlanta genauso kalt war wie oben im Norden – Der Winter kommt…

Kennesaw Mountain National Battlefield Park

Donnerstag, 19. August 2010

Nord-Georgia im Frühling 1864. Unionsgeneral Sherman und seine 100,000 Soldaten starten einen Feldzug, der später als “Campaign for Atlanta” bekannt werden sollte. Atlanta bildete ein wichtiges Produktions- und Transportzentrum – verschiedene Schienennetze liefen hier zusammen – der konföderierten Kriegsmaschinerie. Georgia’s Konföderationsarmee unter der Leitung von General Johnston ist zu diesem Zeitpunkt bereits geschwächt und mit ca. 65,000 Soldaten unterlegen. Die Taktik der Konförderierten ist daher schlüssig: Sich in vorbereiteten, überlegenen Stellungen verschanzen, um das Zentrum Atlanta zu verteidigen.

Kennesaw Mountain - Kanone und Erdgrube

Kennesaw Mountain - Kanone und Erdgrube

Eine dieser Stellungen war Kennesaw Mountain, ca. 20 Meilen nördlich von Atlanta. Wo damals der Bürgerkrieg tobte, gibt es heute ein kleines Museum, eine Straße und Wanderpfade zum Gipfel des Hügels sowie einige Relikte (Kanonen, Gräben, …) aus den Zeiten des Gefechts. Also ein kleines Erholungs- und Freizeitgebiet mit geschichtlichem Hintergrund.

Little Kennesaw Mountain

Little Kennesaw Mountain

In 30 bis 60 Minuten kann man den Aufstieg gut schaffen, was bei gut über 30 Grad und hoher Luftfeuchte trotzdem schweißtreibende Arbeit ist. Zur Belohnung bekommt man einen Ausblick auf die typische Hügellandschaft Georgia’s, sowie Atlanta’s Skyline, die man im Dunst erahnen kann.

Ausblick auf Atlanta's Skyline und Umgebung

Ausblick auf Atlanta's Skyline und Umgebung

Die heutige Skyline hat mit dem damaligen Atlanta übrigens nahezu nichts mehr gemein, da es, um an den Beginn des Eintrags anzuknüpfen, Sherman schaffte, die konföderierte Armee durch allerlei Manöver zurückzudrängen und Atlanta zu erobern. Was dann folgte, war das Niederbrennen und Zerstören der Stadt, um ein Wiedererstarken der Konföderation auszuschließen. Den Verlust an Einfluss, den dieser Schlag Atlanta zufügte, konnte die Stadt lange Zeit nicht wiederherstellen. Erst die olympischen Spiele 1996 gelten als Startpunkt einer nun aufstrebenden Metropole.

Atlanta Streets Alive!

Freitag, 28. Mai 2010

Das ist der Titel einer Aktion am letzten Sonntag, wobei die Edgewood Avenue in Downtown zur Freizeitgestaltung (Spazierengehen, Fahrradfahren, Skaten,…) für Autos gesperrt wurde. Getreu dem Motto machten Fiona und ich uns zu Fuß auf den Weg zu einer spannenden Entdeckunsgreise durch Atlanta. Zunächst ging es Richtung Süden über den Campus und weiter zum Centennial Park, dem Olympischen Park der Spiele 1996. Das lebhafte Zentrum des Parks bildete an diesem Tag weder das Coca-Cola-Museum, noch das CNN-Center, sondern die in Form der Olympischen Ringe angeordneten Fontänen, die an diesem sommerlichen Tag Abkühlung verschafften.

Dusche im Centennial Park

Atlanta from the Ashes

Quer durch Downtown erreichten wir das Gebiet um die Georgia State University, wo Fiona ihren Abschluss gemacht hat. Hier startete dann die abgesperrte Zone der Edgewood Avenue. Eine symbolträchtige Statue entdeckte ich im Woodruff-Park: Atlanta from the Ashes. Ich nehme mal an, dass der Vogel ein Phönix sein soll,  der ja bekanntlich (wie Atlanta nach dem Sezessionskrieg) aus der Asche aufstieg. Die Frau könnte Atalanta sein,  eine Jägerin aus der griechischen Mythologie, von der womöglich der Name Atlanta abgeleitet ist. Das ist aber reine Theorie… Entlang der Edgewood Avenue sahen wir dann folgende Straße.

Der Coca Cola Platz

Nicht weit weg davon steht die ehemalige (1900-1901) Zentrale der Dixie Coca Cola Bottling Company, aus der die Coca Cola Bottling Company hervorging.

Headquarter der Dixie Coca Cola Bottling Company

Der Edgewood Avenue folgten wir dann bis auf Höhe des Martin Luther King Centers und kehrten dann über die Peachtree Street, die an den höchsten Gebäuden der Stadt vorbeiführt, nach Hause zurück. Alles in allem waren das gute 8 zurückgelegte Meilen, die sich aber dank aller möglicher Entdeckungen gelohnt haben.

Back at Tech

Montag, 10. Mai 2010

Eyjafjallajökull hat mich am Freitag gerade noch verschont, als ich über London nach Atlanta flog. Die Reise verlief trotz jeder Menge Gepäck (2 eingecheckte Koffer, sowie 1 Koffer, 1 Gitarre und 1 Rucksack im Handgepäck – alles in allem über 70 kg) und Trubel/Wartezeit in London/Heathrow gut. Die Boeing 777 von London nach Atlanta war nur spärlich besetzt, so dass der Nebenplatz leer blieb – sehr angenehm, fast wie Business Class. Filmempfehlung von mir: Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon über Nelson Mandela und die Rugby-WM in Südafrika, vor allem wo jetzt die Fußball-WM in Südafrika ansteht.

Das Wochenende verbrachte ich zusammen mit Fiona. Am Samstag fuhren wir nach Athens, Georgia, wo eine Freundin Fiona’s ihren Doktor-Abschluss an der UGA (University of Georgia, Athens) feierte. Athens ist ein wirklich nettes Städtchen mit der hübschen und ältesten staatlichen Uni Amerikas. Es besteht ja schon eine gewisse Rivalität zwischen UGA und Georgia Tech, vor allem beim Football, aber die Schönheit des Campus darf man schon zugeben. Direkt angrenzend befinden sich einige Bars und Kneipen, was es so in den USA ja nicht so oft gibt. Also schon nett. Aber halt auch recht weit weg von einer Großstadt, was  beim Georgia Tech sehr schön ist, dass man mitten in der Stadt ist. Letztendlich entscheidet eh der Studiengang, was einem liegt, denn UGA ist eher geisteswissenschaftlich, und das Georgia Tech natürlich eher technisch orientiert. Tatsächlich soll es GTler geben, die wegen des hohen Frauenanteils über eine Stunde zu Parties an der UGA fahren. Ist quasi wie Uni Stuttgart und PH Ludwigsburg.

Robert E. Park Hall, UGA, Athens

Gestern, Sonntag, war dann großes Einkaufen angesagt. Man kann sagen, was man will, aber Sonntags einkaufen gehen können ist schon was Angenehmes und Praktisches…  Bei IKEA und Walmart fanden wir die wichtigsten Möbel und Einrichtungsgegenstände, die wir sogleich zu meinem neuen Apartment brachten, das ich mit Subu, einem Freund vom Tischtennis, teile. Wenn dann mal alles fertig ist, kommt wahrscheinlich noch ein Foto.

Heute habe ich ein paar Sachen auf dem Campus erledigt (Computer- und Gebäudezugang im Lab, Registrierung beim Internationalen Zentrum,…) und mein Zimmer vervollständigt: Der Schreibtischstuhl wurde als letztes zusammengebaut, weswegen ich jetzt erst diesen Eintrag schreiben konnte. Diese Woche wird voraussichtlich noch recht ruhig, ab nächste Woche geht dann das Summer-Semester offiziell los.

Eyjafjallajökull