In und um Columbus herum

04. Juni 2011

Bereits am vergangenen Sonntag und Montag (Memorial Day) reisten Fiona und ich in Richtung Columbus, um die Gegend um der nach dem großen Entdecker benannten Stadt an der Grenze zu Alabama zu erkunden. Allerdings hatten wir schon vor der Reise eine Karte ausgedruckt und wussten, dass wir nicht nach Indien unterwegs waren.

Franklin D. Roosevelts unvollendetes Portrait

Franklin D. Roosevelts unvollendetes Portrait

Leicht hätten wir uns aber nach Washington D.C. verirren können, hätten wir “White House” statt “Little White House” als Ziel eingegeben. Franklin Delano Roosevelt, kurz FDR, der Präsident des Aufschwungs nach der großen Depression und Bezwinger der Achsenmächte, ließ in Warm Springs ca. 40 Meilen nördlich von Columbus ein kleines Anwesen errichten, das aufgrund seines weißen Anstrichs “Little White House” (Kleines Weißes Haus) genannt wird. FDR litt schon während seiner Amtszeit an Polio (Kinderlähmung). Den warmen Quellen von Warm Springs sagte man nach, dass sie die Krankheit heilen könnten. Daher der etwas verwunderliche hohe Besuch in der Provinz. Mehrere Dutzend Male besuchte FDR die Quellen. Angeblich hatte dies einen starken Einfluss auf die amerikanische Politik: Durch den Kontakt mit den Bauern und deren Lebensumständen, wurde FDR zur Gründung der REA (Rural Electrification Administration) inspiriert, die die ländlichen Gegegenden der Staaten an das Stromnetz anschließen sollte.

Das "Little White House" bei Warm Springs

Das "Little White House" bei Warm Springs

Was das Little White House aber wirklich besonders macht, ist die Tatsache, dass FDR kurz vor Kriegsende hier verstarb. Am morgen war er noch dabei, ein Gemälde von sich anfertigen zu lassen, als er dies mit starken Kopfschmerzen unterbrach und kurz darauf starb. Das unfertige Gemälde ist in einem Art Schrein zu Ehren des sehr beliebten Präsidenten ausgestellt.

RiverWalk am Chattahochee River in Columbus

RiverWalk am Chattahochee River in Columbus

Bei für Mai ungewöhnlichen fast 100 °F (36 °C) erreichten wir Columbus in weniger als einer Stunde. Columbus war vor allem ein industrielles Zentrum der Metallverarbeitung. Zum großen Teil ist die Backstein-Architektur erhalten und zu Vergnügungszwecken (Shops, Museen, Restaurants,…) umgebaut worden. Doch war an diesem Sonntag absolut tote Hose und fast alles geschlossen. Vom Äußeren konnte man annehmen, dass es ganz nett zugehen könnte, doch wie gesagt wohl nicht sonntags. Das schönste war daher der Spaziergang am Chattahochee RiverWalk, ein sehr hübscher, einige Meilen langer Weg am Fluss zum Laufen, Fahrradfahren oder Skaten.

Providence Canyon State Park

Providence Canyon State Park

Wo wir doch nun das Weiße Haus Georgia’s gesehen hatten, war es ja nur konsequent, dass wir am nächsten Tag den Grand Canyon Georgia’s besuchten, den Providence Canyon ca. 40 Meilen südlich von Columbus. Hierbei wäre eine falsche Zieleingabe bei Google noch fataler gewesen als beim weißen Haus (28 h -vs- 12 h). Vorsicht war geboten… Glücklicherweise führte uns das Navi nur 2 Meilen am Ziel vorbei. Bei Temperaturen von weiterhin 90er Fahrenheitgraden bevorzugten wir den 3-Meilen vor dem 10-Meilen Rundgang. Und in der Tat, der Canyon sieht aus wie der Grand Canyon nur etwas kleiner. Was sich der aufmerksame Beobachter aber sofort fragt: Warum wachsen da drin Bäume!?  Im Grand Canyon wachsen keine Bäume! Und warum bröckelt das Gestein einfach so weg, wenn man es anfasst!? Da stimmt doch was nicht. Und in der Tat sind sich die beiden Canyons nur bei oberflächlichem Hinsehen ähnlich: Während der Grand Canyon über Jahrmillionen durch Tektonik und Erosion entstand, wurde der Providence Canyon innerhalb einiger Jahrzehnte durch den Einfluss des Menschen erschaffen. Nicht dass da jemand angefangen hat zu graben, doch führten die Rodung der Wälder und unnachhaltiges Bestellen des Bodens im 19. Jahrhundert zur rapiden Erosion des sandigen Lehmbodens. Wie dem auch sei, schön anzuschauen ist der Canyon allemal.

Weil's so schön war, noch mal ein Bild vom Providence Canyon

Weil's so schön war, noch mal ein Bild vom Providence Canyon

Zurück in Atlanta konnte ich nun auch mal den Spritverbrauch (oder besser die Spriteffizienz da man hier nicht in Benzin pro Strecke  sondern Strecke pro Benzin also dem Kehrwert rechnet) meines Autos auf der Autobahn testen. 36 Meilen/Gallone machten mich doch recht glücklich. Auf dem Weg zur Uni (halb Autobahn und Stadt) sind es nur 32 Meilen/Gallone.  (Tipp zum Umrechnen: 1 Meile = 1,6 km, 1 Gallone = 3.78 l)

Einkaufen beim Aldi um die Ecke

23. Mai 2011

Zwar wusste ich schon vom Hörensagen, dass es Aldi in den USA gibt, und ich hab auch schon mal einen an der Ostküste im Vorbeifahren gesehn, doch war ich überrascht, als ich in der Aldi-Broschüre im Briefkasten sah, dass es einige Filialen in Atlanta gibt – Eine sogar quasi um die Ecke (5 min mit dem Auto). Da lebt man zwei Jahre in einer Stadt und der Aldi weiß sich so gut zu verstecken…

Interessant an Aldi in den USA: Er ist genau wie in Deutschland, nur dass die Produkte zu 90% amerikanisch sind. “Wie in Deutschland” im Gegensatz zum typischen amerikanischen Supermarkt heißt: Für den Einkaufswagen einen Quarter Pfand einwerfen; Layout des Ladens genau wie in Deutschland (nicht so offen wie die amerikanischen); wöchentliche Specials; keine Kreditkarte zum Bezahlen; keine Plastiktüten. Was Aldi im Gegenzug verspricht, sind niedrige Preise bei guter Warenqualität. Wie gut das alles bei den Amis ankommt, kann ich schlecht sagen. Im Laden waren aber schon einige Leute unterwegs.

Bei mir kommt das jedenfalls super an: Zu den nicht-amerikanischen Produkten gehören Choceur Schokolade  für $1.50 (In einem amerikanischen Supermarkt gibt’s einfach keine gute Schokolade unter 2 Dollar), Haribo Gummibärchen und Colafläschchen für  87 Cents (Walmart: $1+) und deutsche Weine (Mosel Riesling $4.99). Andere Schnäppchen sind der Jogurt für 35 Cents (Der amerikanische Standardjogurt Yoplait ist inzwischen bei 50+ Cents), 2 Liter Aldi-Cola für 59 Cents (Walmart-Cola ist so 80-90 Cents), und auch die Obstabteilung scheint ganz gut zu sein. Fiona fand eine riesige Wassermelone für $3.99, die die geschmackvollste  seit langem gewesen sein soll.

Was etwas enttäuschend abschnitt sind die restlichen Milchprodukte: Die Milch ist relativ teuer verglichen mit Walmart; der Käse ist günstig, aber nur amerikanische Produkte. Hätte mir da einen guten Weichkäse o.ä. gewünscht. Auch bei der Wurst herrschen leider nicht im geringsten deutsche Verhältnisse, was die Auswahl angeht. Beim Brot ebenfalls nur amerikanisches Sortiment, das aber im Geschmacks- und Preisvergleich zu anderen Läden sehr gut abschneidet.

Also alles in allem bin ich sehr glücklich, diese Entdeckung gemacht zu haben und werde mit Sicherheit bald wieder vorbeischauen. Ob es dann — bei aller Ähnlichkeit zum heimischen Aldi — wie in Kleinsachsenheim wird, dass man die halbe Ortschaft trifft und ein Schwätzle hält, das wage ich noch zu bezweifeln.

Nichts ist unmöglich

08. Mai 2011

Pünktlich zum Jahrestag meines PhD-Beginns bin ich nun mobil: Ein blauer Toyota Corolla Jahrgang 2001 hat die Chance mein guter Freund zu werden. Doch fangen wir von vorne an. In Anbetracht der Vorteile eines neuen Autos (neu, sorgenfrei, hübsch) war ich lange bereit etwas mehr Geld für Anschaffung und Versicherung auszugeben und hatte mir überlegt ein neues Auto zu leasen. In Frage kamen VW Jetta, Toyota Corolla und Honda Civic. Nachdem ich Anfang April die Angebote eingeholt und gegenübergestellt hatte, nahm ich mir aber noch etwas Zeit, da ich das Auto erst ab Mai brauchte.

In der Zeit kam dann die Hiobsbotschaft vom Georgia Tech: $350 zusätzliche Gebühren pro Semester. Das war so nicht eingeplant und ich machte mir erstmals Gedanken über ein gebrauchtes Auto. So besuchte ich verschiedene Autohäuser mit gebrauchten Autos, um zu sehen was da so geht. Was Vernünftiges war aber nicht zu finden. Der Honda-Dealer hatte einen ramponierten Honda Civic mit 180.000 Meilen für $3000, bei dem fast nur noch der Motor zu funktionieren schien. Der 2005er Kia Rio brach gar bei der Testfahrt zusammen und wir schafften es nur noch mit ordentlich Schwung-Holen zurück aufs Firmengelände.

Etwas desillusioniert fand ich dann aber beim Toyota-Dealer online ein recht gutes Angebot (als Basis zum Runterhandeln) für einen Corolla 2003. Derselbe Dealer hatte auch das preis-beste Leasing-Angebot, das ich mir noch in der Hinterhand offen hielt. Bei der Verhandlung über den Preise meinte der werte Verkäufer doch uns für dumm verkaufen zu wollen: Um seinen hohen Startpreis und seinen ach so tollen Rabatt glaubhaft zu machen, zeigte er uns den empfohlenen Preis auf Kelly Blue Book, einer unabhängigen Webseite zum Vergleichen von Autopreisen. Der empfohlene Preis von $12.000 (ein neuer Corolla kostet $17.000) machte mich stutzig, da ich am Vorabend auf der gleichen Webseite einen Preis von $9.000 nachgeschlagen hatte. Mit seinem Angebot, meinte der Verkäufer, können wir das Auto kaufen und gleich wieder verkaufen und noch Geld damit machen. Mhm klar… Als ich ihn bat, das Ganze nochmal vor meinen Augen einzutippen, kam ich dahinter: Bei der Eingabe des Kilometerstands setzte er doch tatsächlich einen Punkt zwischen die 76 und die drei Nullen (In den USA ist eigentlich das Komma üblich um Tausenderstellen zu trennen), also 76.000 statt 76000, was bei elektronischen Eingaben natürlich zu 76 Meilen statt 76000 Meilen führt. Da war’s dann gelaufen, ich hatte keine Lust mehr meinen letztes Angebot zu erhöhen und der Verkäufer sah wohl auch ein, dass er da jemanden vergrault hatte.

Aus Trotz bin ich dann zum VW, wo ich nochmal die Details mit der Verkäuferin durchsprach. Dabei stellte sich heraus, dass man einen Lease-Vertrag nicht offiziell auf eine andere Person übertragen kann. Diese Tatsache und meine generelle Enttäuschung über Autoverkäufer gab dann den Ausschlag mich auf dem privaten Markt (craigslist) umzuschauen. Dort fand ich ein Angebot eines Georgia-Tech Absolventen für einen Toyota Corolla 2001 mit 106.000 Meilen. Das Auto ist äußerlich und einer Inspektion nach zu urteilen in ganz gutem Zustand, innen noch etwas dreckig, aber das lässt sich beheben. Froh war ich dann als ich den Batzen Bargeld loshatte und den Schlüssel in den Händen. Dann das böse Erwachen: Der Motor sprang nicht an. Ein Freund des Verkäufers (nicht der Verkäufer selbst) wickelte das Geschäft ab und hatte keine Ahnung. Na Klasse. Dann probierten wir es nochmal. Und er sprang an. Ein ungutes Gefühl blieb zurück. Am nächsten Tag rief der Verkäufer an und erklärte, dass die Ursache das Diebstahlsicherheitssystem ist, das die Zündung ein paar Minuten nach Öffnen des Autos blockiert. Puh…

Mein neues Auto, Toyota Corolla LE 2001

Mein neues Auto, Toyota Corolla LE 2001

Am gleichen Tag ließ ich das Auto dann versichern und registrieren. BSP wie Bruttosozialprodukt sind die Buchstaben meines Nummernschilds, einfach zu merken… Jedenfalls bin ich nun mobil und hoffe das beste, dass mein Toyota mir einen Gefallen tut noch ein paar Tausend Meilen durchhält.

Tischtennis Nationals in Rochester zum Zweiten

25. April 2011

Wie schon vor zwei Jahren fanden die nationalen College Tischtennismeisterschaften in Rochester, Minnesota, statt (zum damaligen Bericht) . Über die Gegend brauche ich also nicht viele Worte verlieren. Was sich deutlich verändert hat, ist das Team: Nur Aneece und ich waren beim Team vor zwei Jahren schon dabei. Zudem haben sich in diesem Jahr auch unsere Damen qualifiziert. 10 Georgia Techler/innen vertraten also den Staat Georgia bei den Teamwettbewerben.

GT Team

(v.l.n.r.) Annece, Jesus, Martin, Hassan, Brian, Li, Xiaodan, Wenhui, Christine, Stephanie

Diesesmal hatte ich erfreulicherweise die Möglichkeit, viele Spiele zu bestreiten, da ich mich zusätzlich zum Team auch für die Einzel-, Doppel- und gemischtes Doppel-Wettbewerbe qualifiziert hatte. Im Einzel flog ich gleich am Anfang raus, konnte mich dann aber in der Trostrunde bis ins Halbfinale durchringen, wodurch ich 36. von 60 wurde. Bin ganz zufrieden damit. Die Doppel liefen weniger erfolgreich wegen starker Gegner.

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Leider erwischte es auch das Team nicht gut: Durch zwei übermächtige Gegner (Princeton und Governers State) und eine ganz knappe Niederlage gegen einen gleichwertigen Gegner (Florida) war Platz 19 der beste, den wir noch erreichen konnten. Nach einer weiteren Niederlage gegen San Jose, und schließlich doch noch einem Sieg gegen Binghamton landeten wir auf Platz 21 von 24 (unser Rating war 19, also etwas schlechter als erwartet…). Die Mädchen schafften es auf Platz 10 von 14. Den Spaß ließen wir uns aber dank toller Teammoral keineswegs verderben, und so kehrten wir am Sonntag Abend müde und mit vielen schönen Erinnerungen nach Atlanta zurück.

 

Unruhige Nacht

05. April 2011

Vielleicht habt ihr es schon in den Nachrichten gelesen ( ;-) ), aber gestern Nacht wurde meine Wohnung evakuiert, weil bei einem Gewitter ein Baum auf das Haus fiel und die Wand eines Apartments über mir eingedrückt hat. Um 23:30 Uhr klopfte es an der Tür und die Polizei räumte  das Haus. Bis 2 Uhr saßen Fiona und ich in einer Wartehalle, bis man die gestrandeten Leute in unmöblierte Zimmer aufteilte. Da entschieden wir uns zu Fiona’s Wohnung zu fahren. Kurze Zeit später kam aber Entwarnung: Das Gebäude sei nicht einsturzgefährdet. Ich vertraue mal darauf, dass das stimmt…

Crime Scene vor meiner Wohnungstür!

Crime Scene vor meiner Wohnungstür!

Hier der Artikel der lokalen Nachrichten. Zitat:  “Not far from there, a tree fell on a Georgia Tech family housing building on 10th Street. No injuries were reported.”

 

Chicago für Schwaben

05. April 2011
Chicago Tribune Titelseite

Chicago Tribune Titelseite

Chicago im Staate Illinois hat in diesem Blog noch keinen Eintrag erhalten, was zum großen Teil daran liegt, dass ich 2002 mit dem Gitarrenorchester Bietigheim-Bissingen schon mal dort war. Letztes Wochenende bot sich die Gunst der Stunde auf ein Wiedersehen. Prinzessin Fiona (siehe Chicago Tribune Titelseite), die ein Seminar besuchte, bescherte uns ein von ihrer Firma gesponsertes Hotelzimmer im Intercontinental sowie reichlich Essensgeld, und der Flug wurde von Delta dank ausreichender Bonusmeilen übernommen. Eine Reise also für echte Schwaben. Anfangs war Fiona noch mit dem Seminar beschäftigt, so dass ich mich allein auf den Weg durch die Stadt machte um ein paar Bilder zu schießen. Erstes Ziel war Navy Pier, eine künstliche Vergnügungshalbinsel im Lake Michigan mit Riesenrad, Shops und Essensmöglichkeiten, von der man zudem einen schönen Blick auf Chicago Downtown bekommt.

Lake Michigan

Lake Michigan von Navy Pier aus

Nachmittags machte ich mich auf den Weg zum Adler-Planetarium, das am Ende der Museumsmeile mit dem bekannten Shedd Aquarium liegt. Von dort hat man einen exzellenten Blick über die komplette Skyline. Mit etwas Matlab-Schusterei (zu etwas muss es ja gut sein, wenn man in Computer Vision arbeitet) habe ich ein Panorama Bild zusammenflicken können.

Chicago Downtown Panorama

Chicago Downtown Panorama

Was ich im Jahre 2002 nicht gesehen habe, weil es noch nicht existierte, ist der Millenium Park mit dem sehr populären Cloud Gate (oder auch umgangssprachlich “The Bean” genannt), eine bohnenförmige, verspiegelte Skulptur, mit der man so allerhand fotographische Tricksereien vollführen kann. Das kommt beim Publikum an. Hat sich eigentlich schon mal jemand über den künstlerischen Gehalt der Skulptur Gedanken gemacht? Muss ich mal recherchieren…

Cloud Gate - Wer findet mich?

Cloud Gate - Wer findet mich?

Direkt neben unserem Hotel befindet sich die Chicago Tribune Zentrale im interessanten neugotischen Stil. Um sich selbst ein bisschen mit Weltruhm zu schmücken sind an der Fassade Steine von bekannten Gebäuden und Stätten der Welt angebracht, z. B. von der Berliner Mauer, der Wartburg, der chinesischen Mauer oder der Pyramide von Gizeh. Gegenüber ließ Wrigley (der mit den Kaugummis) sich ein schönes Häuschen errichten. Architektonisch ist Chicago sicher eine der interessantesten, wenn nicht die interessanteste Stadt der USA. Das Wetter ist im Sommer herrlich mit etwas Wind vom Lake Michigan, jedoch ist der Winter doch sehr lang. Bei unserem Besuch hatte es immer noch unter 10 Grad. Nicht zu vergleichen mit Atlanta mit fast 30 an diesem Sonntag…

 

Wrigley (weiß vorne), Chicago Tribune (zentral), Intercontinental Hotel (rechts, gelbe Kuppel)

Wrigley (weiß vorne links), Chicago Tribune (zentral), Intercontinental Hotel (rechts, gelbe Kuppel)

Das nächste Mal werde ich mich mit dem Bericht von den Tischtennis-Nationals in Minnesota melden, die in 10 Tagen stattfinden werden.

 

Zwei Füße und 20 Kilometer später

27. März 2011

Es war Spring Break letzte Woche, die ich extrem entspannt (man könnte auch sagen faul) in Atlanta verbracht habe. Mit einer Ausnahme. Am Dienstag unternahm ich eine Wanderung zu Fiona’s Wohnung, die sich nordwestlich von Midtown Atlanta im Cobb County befindet.

Mittels Google Map und Street View stellte ich mir die Wanderroute zusammen, die möglichst mit Gehwegen versehen sein sollte. Im Streetview konnte ich mich an kritischen Passagen wie z. B. Autobahnüber- und unterführungen oder Flussüberquerungen vergewissern, dass ein Vorankommen möglich war. Dieser Link gibt einen Überblick: Wanderroute

Blick von Howell Mill Road auf Midtown

Blick von Howell Mill Road auf Midtown

Glücklicherweise strahlte die Sonne bei etwa 25 Grad, als ich mich vom Campus in Richtung Howell Mill Road aufmachte, auf der ich die ersten ca. 5 Meilen zurücklegen würde. Durch bekanntes Terrain — an der Howell Mill Road liegt der nächste Walmart, wo ich ab und zu mal einkaufen gehe — erreichte ich zum ersten Mal die Autobahn I75, jenseits derer für mich unbekanntes Gebiet lag. Zu meinem Erstaunen entwickelt sich die Howell Mill Road zu einem schönen Wohngebiet, was man angesichts des Industriegebiets vor der I75 gar nicht vermuten würde. Interessanterweise gab es von nun an kaum noch Ampeln. Die Straße führt durch einen Wald, an den Gehwegen liegen vereinzelt Häuser und Wohnkomplexe, alles sehr grün. Und das nur einige Autominuten von Midtown Atlanta entfernt.

Villa an der Pace's Ferry Road

Villa an der Pace's Ferry Road

Es fühlte sich fast wie ein Rückeintritt in die Zivilisation an, als ich nach ca. 1,5 Stunden den geschäftigen und vielbefahrenen Northside Parkway erreichte, den ich nur kurz nutzte, um auf eine andere “grüne” Straße zu gelangen, die Pace’s Ferry Road. Auf Google hatte ich schon gesehn, dass hier keine Gehwege vorhanden waren, sondern nur ein Seitenstreifen. Das Problem in dieser Gegend ist die Tatsache, dass man sich hier im Grenzgebiet zwischen Fulton und Cobb County befindet, wo das Land vergleichsweise dünn besiedelt ist. Zudem befinden sich hier die Villen der Reichen, von denen wohl nicht erwartet wird, dass sie einen Schritt zu Fuß auf die Straße machen. Durch wuchernde Natur war der Seitenstreifen stellenweise ziemlich eingeengt, so dass ich mich immer auf den Sprung ins Gebüsch gefasst machte, wenn ein den Seitenstreifen berührendes Auto mit telefonierendem Fahrer entgegen kam. Glücklicherweise verlief aber alles gut und ich überquerte den Chattahoochee River unbeschadet.

Überquerung der I75 - Die Hochhäuser im Hintergrund (ganz klein und weit weg) sind Midtown!

Überquerung der I75 - Die Hochhäuser im Hintergrund (ganz klein und weit weg) sind Midtown!

Von da an galt es nur noch die Pace’s Mill Road zu finden, deren Straßenschild komplett fehlte. Danach kannte ich mich dann wieder aus. Vorbei an Kroeger’s, ein paar Shopping Malls, nochmal über die Interstate und noch ein paar Kurven in Fiona’s Nachbarschaft. Nach 4 Stunden, 20 Kilometern und ca. 25 Ampeln (erstaunlich wenige dank der grünen Route) erreichte ich schließlich das Ziel, wo ich es mir erst mal noch eine Stunde recht erschöpft am Pool gemütlich machte, da ich wegen einer Stunde ungenutztem Puffer ein bisschen zu früh dran war.

Am Ziel...

Am Ziel...

Beim Laufen sieht man — vor allem die eigentlich schon bekannten Gegenden — mit ganz anderen Augen und auch war es interessant zu sehen, wie es zwischen Cobb County und Midtown so aussieht; vorher kannte ich nur die verbindende Autobahn. Wegen des fehlenden Gehwegs in der Pace’s Ferry Road würde ich die Strecke nicht unbedingt nochmal laufen wollen, aber vielleicht finde ich ja mal eine bessere Route.

 

Landtagswahl BaWü 2011

23. Februar 2011

Sehr geehrter Herr Müller,

wahlberechtigt für die Landtagswahl sind alle Deutschen im Sinne von Artikel 116 Abs. 1 des Grundgesetzes, die am Wahltag
1. das 18. Lebensjahr vollendet haben,
2. seit mindestens drei Monaten in Baden-Württemberg ihre Wohnung, bei mehreren Wohnungen ihre Hauptwohnung haben oder sich sonst gewöhnlich aufhalten und
3. nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Nicht wahlberechtigt sind die in einem anderen Bundesland mit der einzigen oder der Hauptwohnung sowie die im Ausland lebenden Deutschen.

Da Sie sich zum 07.05.2010 in die USA abgemeldet haben, besitzen Sie in Deutschland keinen Wohnsitz mehr und können somit auch nicht wählen.

War mir neu… Es sollte sowas wie “Geburtswahlrecht” geben. Wer verkauft mir seine Stimme? ;-)

Ich glaub der Frühling ist da…

19. Februar 2011

… 22 Grad im Schatten, in der Sonne ist es fast schon zu warm. Nur hoffen, dass der Winter kein allzu großes Comeback erhält…

ACUI-Turnier in Tallahassee, Forida

17. Februar 2011

Es gibt mal wieder Neuigkeiten im Tischtennis: Letzten Samstag fuhren 12 Mitglieder unseres Tischtennisclubs nach Tallahassee, Hauptstadt Floridas, wo das Qualifikationsturnier für die College Nationals im Einzel stattfand. Aus etwa 50 Teilnehmern aus den Staaten Georgia, Florida, Alabama und Mississippi würden es die besten 8 zu den nationalen Meisterschaften Anfang April schaffen. Nach einer relativ leichten Gruppenphase, zog ich in die Top 16 K.O.-Runde ein. Mit einem weiteren Sieg hätte ich mich qualifiziert. Mit etwas Losglück und weniger Nervenflattern als mein Gegner, schaffte ich den Einzug ins Viertelfinale mit einem 3:0 Sieg — Nationals!!! :-) Im Viertelfinale war dann aber Schluss gegen übermächtige Mississippi-Spieler, die schließlich Plätze 1 bis 4 belegten. Von unseren anderen Spielern hat es leider keiner geschafft, zwei schieden im Achtelfinale aus. Besser hatten es da unsere zwei Damen. Auch bei den Damen qualifizierten sich 8 Spielerinnen, die – bei 4 Teilnehmerinnen – allerdings schon vorher fest standen… Am Sonntag steht dann das entscheidende Turnier für unser Team an, aus dem wir hoffentlich siegreich hervorgehen werden. Sonst muss/darf/werde ich wohl mit unseren beiden Mädchen alleine reisen…

Das GTTTA Team

Das GTTTA Team