Archiv für August 2008

Huntsville, Alabama

Sonntag, 31. August 2008
Saturn V

Saturn V

Am Montag ist Labor Day (Tag der Arbeit) und das eröffnete die Möglichkeit, trotz vieler Hausaufgaben am Samstag wieder einmal was anzuschauen. Diesmal besuchten Aline, Frederik, Alexander und ich das U.S. Space & Rocket Center in Huntsville im angrenzenden Bundesstaat Alabama. Im Jahr 1950 gründete hier die U.S. Armee ein Raketenforschungszentrum, wo das Team um den deutschen Forscher Wernher Freiherr von Braun, der sich Ende des 2. Weltkriegs der amerikanischen Armee ergeben hatte, entscheidende Fortschritte zum Bau von Raketenantrieben leistete. Die Forschungsaktivitäten waren eine wichtige Grundlage für die amerikanischen Mondmissionen (Apollo-Programme).

Raketenpark

Raketenpark

Das Museum stellt alles Mögliche rund um das Thema Raumfahrt und Raketen aus. Ein Highlight ist schon von der Autobahn aus zu sehen: Ein rund 110 Meter hoher Nachbau der Saturn V, der Trägerrakete der Apolloprogramme. Ein weiteres Examplar befindet sich aufgeschnitten in einer Halle, wo einem die Dimensionen erst richtig bewusst werden. Im Raketenpark sind einige kleinere Raketen ausgestellt, die wie Pilze Richtung Himmel wachsen. Das eigentliche Museum zeigt alles Mögliche rund um die Raumfahrt, z.B. ein Mondfahrzeug, Kapseln oder Antriebe. Auf dem angrenzenden Platz steht eine 200 Tonnen schwere Rekonstruktion eines Space Shuttles.

Space Shuttle

Space Shuttle

Desweiteren gab es einige Attraktionen mit Action, z.B. das Space Shot, wo man mit vierfacher Erdbeschleunigung (4 g) nach oben katapultiert wird, oder das G-Force, eine Zentrifuge, wo große Schwerkräfte simuliert werden, so dass es nur schwer möglich ist, seine Hand zu heben oder seinen Gesichtsausdruck zu kontrollieren (Leider gibts kein Foto davon 😉 ).

Fritz Mueller's Zeichnungen

Fritz Mueller's Zeichnungen

Die Müllers sind übrigens überall. Ein Forschungsmitglied in früherer Zeit war ein gewisser Fritz Mueller. Verwandtschaftliche Beziehungen sind noch nicht bestätigt, aber seeehr wahrscheinlich 😉 .

Go, Jackets, Go!

Freitag, 29. August 2008

41:14 für die Yellow Jackets vom Georgia Tech stand es am Ende des Football-Spiels gegen die Gamecocks von der Jacksonville State University. Für GT-Studenten gab es 8.000 kostenlose Tickets, von denen die meisten von uns Deutschen gleich eines ergattert haben. Und es war ein großes Erlebnis!!

Marching Band und Cheerleaders

Marching Band und Cheerleaders

Der ganze Campus war voll mit Leuten, die Pavillons aufgebaut hatten. Auf dem Weg zum Campus-eigenen Stadion trafen wir auf die Marching-Band mit schätzungsweise 100 Mann/Frau, die an verschiedenen Stellen zu ausgelassenen Stücken ansetzte, um danach zum nächsten Ständchen zu rennen. Die fröhliche Stimmung dabei kann man mit Bildern leider nicht ausdrücken, aber ihr glaubt es mir einfach 😉 .

Das Spiel

Das Spiel

Ramblin' Wreck

Ramblin' Wreck

Zu Beginn im zu etwa 80% gefüllten Bobby-Dodd-Stadium führte die Marching-Band dann eine einstudierte Performance zusammen mit Cheerleadern auf. Beeindruckend wie das gesamte Spielfeld mit vielen Choreografien ausgenutzt wurde. Ein weiterer Höhepunkt, die Stadionrundfahrt des „Ramblin‘ Wreck“ (wörtl. „Herumziehendes Wrack“), ein hergerichteter Oldtimer und Symbol des Georgia Tech.

Das Spiel an sich ist natürlich nicht ganz so spannend wie Fußball, da es viele, viele Unterbrechungen gibt und insgesamt an die 4 Stunden dauert, aber wenn es mal einer schafft, einige Yards nach vorne zu rennen, ist die Begeisterung umso größer. Ein Touchdown – also wenn ein Spieler mit Ball die Grundlinie erreicht – gibt 6 Punkte, wenn man danach noch durch das Tor trifft, noch einen Punkt extra. Gespielt wird auf 4 mal 15 Minuten. Aufgepeppt wird das Match durch Melodien der Marching-Bands (die aus Jacksonville war auch da), Cheerleaders und Spielchen auf der Leinwand (z.B. das Hütchenspiel mit drei McDonalds-Pommes-Tüten, und jeder darf für sich dann raten, welche die richtige ist – kein Scherz). Das Ergebnis war jetzt nicht allzu spannend, aber zusammen mit der Show und der Stimmung drum herum war es wirklich ein tolles Erlebnis!

Savannah, Southern Belle

Mittwoch, 27. August 2008

Savannah ist ein schmuckes Städtchen (130.000 Einwohner) ca. 4 Autostunden südöstlich von Atlanta, 30 km vom Atlantik entfernt. Während der Reise nach Charleston sind wir hier schon vorbeigekommen, doch haben wir uns dieses Ziel für die gemeinsame Reise mit Leuten des WSF (World Student Fund) aufgehoben. Das WSF ist eine Organisation, die nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurde, um kulturelle Bindungen zwischen amerikanischen und deutschen Studenten zu fördern. Sie unterstützt Studenten finanziell und organisiert, wie eben diesen Ausflug, gemeinsame Aktivitäten. Inzwischen ist die Organisation international, aber wegen des geschichtlichen Ursprungs sind immer noch 90% der Mitglieder Deutsche. So waren wir an diesem Wochenende etwa 24 Leute, darunter eine Chinesin, zwei Ungarn, eine Türkin und eine Amerikanerin, der Rest Deutsche. Das WSF bezahlte die Fahrt, die recht noble Unterkunft und ein üppiges Abendessen. Weitere Infos zum WSF gibt es auch hier . Neben den touristischen Aktivitäten in Savannah war es auch sehr schön, andere deutsche Austauschstudenten kennenzulernen. So habe ich z.B. Daniel aus Gündelbach/Ensingen (dürfte den Kleinsachsenheimern ein Begriff sein) kennengelernt, der auch Tischtennis spielt und in Suttgart studiert, aber eben über ein anderes Austauschprogramm nach Atlanta kam.

Im Fort Pulaski

Im Fort Pulaski

Nun aber zu Savannah. Den Freitag Abend nach der Ankunft haben wir genutzt, um ein paar Kneipen auszukundschaften. Zunächst an der Uferpromenade des Savannah River, danach im historischen Zentrum der Stadt. Die „BarBar“ zog uns dann doch am meisten an, weil dort umsonst Kicker und Billiard gespielt werden kann. Ein Bier („Bier“) kostet hier so um die 3$, wenn man echtes Bier will, wie z.B. Pilsner Urquell, zahlt man um die 4$. Meist gibt man aber noch einen Dollar („Buck“) Trinkgeld („Tip“) dazu. Will man das Bier mit auf die Straße nehmen, wird es in einen Plastikbecher umgefüllt, aus dem man dann trinken darf. Das ist aber hier eine Ausnahme (vermutlich um dem Tourismus ein wenig entgegenzukommen). Normalerweise ist Alkohol in der Öffentlichkeit streng untersagt.

Strand auf Tybee Island mit Pier

Strand auf Tybee Island mit Pier

Am Samstag war Strandtag. Auf dem Weg zum Strand machten wir kurz halt am „Fort Pulaski“, das Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, um Savannah und die Flussmündung zu beschützen. Im amerikanischen Bürgerkrieg hielt es dem Beschuss der Union-Truppen aber nur etwas mehr als einen Tag stand und wurde vor seiner vollständigen Zerstörung aufgegeben. Im Inneren des Forts gab es eine Musketenvorstellung, bei der ein in Unions-Uniform gekleideter Mann die Funktionweise einer Muskete Mitte des 19. Jahrhunderts erklärt und demonstriert hat. Die Muskete war im Bürgerkrieg die entscheidende und tötlichste Waffe.

City Hall

City Hall

Am Strand auf Tybee Island verbrachten wir den Rest des Nachmittags. Da über Florida gerade ein Hurricane fegte, waren die Wellen hier recht gewaltig. Zumindest ich habe noch nie größere Wellen am Badestrand erlebt. Ein weiterer Vorteil unserer Reisegruppe: Wir konnten Mannschaften für ein Beach-Soccer-Game machen.

Forsyth Park

Forsyth Park

Am Abend gabs ein All-you-can-eat-Buffet in Savannah, das wirklich toll war, auch von der Qualität. Es gab Salate, Chicken Wings, Fisch, Gulasch und diverse Beilagen. Zum Nachtisch gab es ein Pfirsich-Teig-Gemisch. Dazu muss man wissen, dass Georgia berühmt ist für seine Pfirsiche und den Beinamen Peachtree-State, also Pfirsichbaum-Staat, trägt. Auch Straßen und Gebäude enthalten nicht selten das Wort „Peach“.

Spanish Moss

Spanish Moss

Am Sonntag morgen unternahmen wir dann schließlich den Rundgang durch Savannah. Es gibt hier keine Straße, die nicht rechtwinklig zur anderen steht. An den Kreuzungen wurden viele „Squares“ (Plätze) angelegt, wo meist Denkmäler für bedeutende Personen stehen. James E. Oglethorpe, der auch als Gründer der Kolonie Georgia gilt, gründete die Stadt 1733. Anfangs ein wichtiger Seehafen und Umschlagplatz für Baumwolle, erlebte sie nach dem Bürgerkrieg eine Depression. Heute ist sie ähnlich wie Charleston als touristische Attraktion bekannt: Altertümliche Häuser, Kirchen, die Squares, Palmen und Eichen mit dem charakteristischen „Spanish Moss“ (Moos), sowie der Savannah River bilden den Gesamteindruck der Stadt.

Riverboat

Riverboat

Am Sonntag Abend kehrten wir wieder nach Atlanta zurück und es war schon fast das Gefühl, dass man nach „Hause“ kommt. Diese Woche ist aber wieder Arbeit angesagt. In allen drei Vorlesungen wurden Hausaufgaben gestellt. Aber ich mag diese Art von Arbeit, wenn klar ist, was bis wann zu tun ist. Das hat mir in Stuttgart manchmal ein bisschen gefehlt, weswegen man einfach nichts machte, bis kurz vor den Prüfungen 😉 .

Erste Woche Vorlesungen

Freitag, 22. August 2008

Es ist Freitag (*Wochenende*) und die erste Vorlesungswoche ist fast vorbei. Nachdem ich nun alle fünf Vorlesungen mal angeschaut habe, ist „Acoustic Materials and Devices“ rausgefallen. Ich hatte den Eindruck, dass mir für diesen Kurs ein wenig die Vorkenntnisse fehlen, was dann evtl. in großem Stress hätte enden können. Mein Stundenplan ist sehr angenehm:

  • Mo. 13:05 bis 16:25
  • Di. 13:35 bis 14:55
  • Mi. 13:05 bis 16:25
  • Do. 13:35 bis 14:55
  • Fr. 13:05 bis  13:55

Was sich auf den ersten Blick sehr wenig anhört, ist im amerikanischen Uni-System gar nicht mal so wenig. Mit vier Kursen gilt man hier schon als sehr gut ausgelastet. Das liegt daran, dass man nach dem Besuch der Vorlsungen keineswegs fertig ist mit dem jeweiligen Kurs: In drei meiner vier Kurse werden wöchentlich oder 2-wöchentlich Hausaufgaben aufgegeben, die mit 15 bis 40% der Gesamtnote bewertet werden. Außerdem wird erwartet, dass der Stoff in einem vom Professor benannten textbook (Begleitbuch) nachgearbeitet wird. Diese sind leider ziemlich teuer (meist um die 80 $), aber ist halt eine Investition fürs Leben (oder man verkauft sie danach wieder…). Im Kurs „Continuum Mechanics“ geht es sogar noch weiter: Der Professor hat Video-Kurse ins Internet gestellt, die man vor der jeweiligen Vorlesung anschauen soll, so dass in der Vorlesung nochmals kurz das Wichtigste gesagt wird und Fragen gestellt werden können. Heute werden die ersten Hausaufgaben gestellt und ich hoffe, dass ich dann in Zukunft trotzdem noch regelmäßig zum Schreiben komme ;-).

Eine schöne Sache ist auf jeden Fall, dass es Zwischenprüfungen gibt, die sogenannte „Midterm Exam“, wobei der bis dahin behandelte Stoff abgefragt wird. So staut sich bis zur eigentlichen Prüfung („Final Exam“) nicht so viel Stoff an.

Nachher habe ich noch 50 Minuten Digital Signal Processing, wo wir gerade Grundlagen von digitalen Systemen behandeln. Eine ganz gute Wiederholung aus früheren Stuttgarter Vorlesungen.

Um 16 Uhr starten wir drei (Alex, Frederik und ich) eine Reise nach Savannah (am Atlantik) zusammen mit Leuten vom WSF (World Student Fund). Was das ist und wie es war, dann nächste Woche.

Viele Grüße an alle nach Hause!

PS: Ich mag Amazon.com hier nicht… Meine Kamera ist immer noch nicht da. Kein Vergleich zu Amazon.de!!!

Unser Auto

Dienstag, 19. August 2008

Das ist uebrigens unser Auto (oder besser Schiff), das uns dieses Jahr hoffentlich sicher ueber Amerikas Strassen befoerdern wird. Ein Mercury – Grand Marquis, Baujahr 1995, um die 100.000 Meilen, Hubraum schaetzungsweise 4,5 l. Frisst also ordentlich Sprit, aber dafuer ist die Beschleunigung angesichts seiner Groesse nicht schlecht.

Mercury - Grand Marquis

Mercury - Grand Marquis

Komfort ist top. Trotz seines Alters mit allem moeglichen Schnickschnack ausgestattet: Automatik, elektrische Fensterheber, elektrischer Sitzversteller, Zentralverriegelung, Klimaanlage, Getraenkehalter, breite Sitze…

In den letzten Wochen machte er ein wenig Probleme. Eine Abgasleuchte brannte, obwohl die Abgaswerte ok waren und letzte Woche ging der Fensterheber an der Fahrerscheibe kaputt, was bei Ticketautomaten oder am Drive Through recht ungeschickt ist. Zudem ist es bei einer Polizeikontrolle ueblich, das Fenster runterzufahren und die Haende ans Lenkrad zu nehmen. Die Reparatur ist nicht billig, aber wir hoffen, dass sich die Schaeden in Zukunft in Grenzen halten.

Interessant auch: Der Wagen ist fuer 6 Leute zugelassen, vorne 3 , hinten 3…

Papierkrieg gewonnen!

Freitag, 15. August 2008

Endlich! Ich wusste am Ende nicht mehr wie viele Formulare ich ausgefuellt, unterschrieben und abgegeben habe, aber gestern war das vorlaeufige Ende des Papierkriegs und der „fun“-Teil des Studiums  kann beginnen. Trotzdem will ich kurz schreiben, was diese Woche so alles los war.

Am Montag war Graduate Orientation, wo Grundlegendes zum Studium gesagt wurde und einige „Abteilungen“ sich vorgestellt haben, wie z.B. Administration, Sprachprogramme, Fachschaft usw. Interessant fand ich den „Honor Code“, der fuer alle Studenten gilt und folgendermassen lautet:

„I commit to uphold the ideals of honor and integrity by refusing to betray the trust bestowed upon me as a member of the Georgia Tech community.“

Frei uebersetzt: „Ich verpflichte mich, die Ideale von Ehre und Rechtschaffenheit hochzuhalten, indem ich mich weigere, das Vertrauen, das mir als Mitglied der Georgia Tech Gemeinschaft gegeben ist, zu hintergehen.“

Dinge wie Abschreiben in Klausuren werden hier sehr persoenlich genommen, weil hinter dem Studieren an einer Uni mehr steht, als nur zu lernen, naemlich eine Art Gemeinschaftsgefuehl, wie im Eid erwaehnt.

Nach der Orientation gab es einige Veranstaltungen speziell fuer internationale Studenten bzgl. Arbeitserlaubnis, Steuern, Krankenversicherung,… Auffaellig die Vielzahl an Indern! Mehr als 50% der Auslaender sind Inder und 99% von ihnen studieren Informatik… Gestern war eine Welcome-Party fuer Internationale Studenten, wobei ich einen isolierten Getraenkebecher gewonnen habe :-). Es ist ein gewoehnungsbeduerftiges Gefuehl, Auslaender zu sein, aber der Vorteil ist, dass man von der Uni wirklich besonders umsorgt wird.

Am Mittwoch war der Tag des oben erwaehnten Papierkriegs, mit dem ich euch aber nicht weiter langweilen will. Momentan bin ich dabei, die Kurse fuers kommende Semester zu planen und zu registrieren. Zur Auswahl stehen momentan:

-Fundamentals of Digital Signal Processing (Digitale Signalverarbeitung)

-Principles of Continuum Mechanics (Grundlagen Kontinuumsmechanik)

-Principles of Management for Engineers (Grundlagen Management fuer Ingenieure)

-Linear Elasticity (Lineare Elastizitaet)

-Acoustic Materials and Devices (Materialen und Geraete in der Akustik).

Werde mir naechste Woche mal alle anhoeren und dann vier aussuchen.

Sorry, dass es immer noch keine Bilder vom Campus und der WG usw. gibt, aber ich habe gestern eine Kamera bestellt und rechne naechste Woche mit ihrer Ankunft, so dass hier alles ein bisschen bunter wird. Bis dahin!

Trip nach Charleston

Sonntag, 10. August 2008

Vergangenen Donnerstag starteten wir drei eine kurze 2,5-Tagesreise nach Charleston am Atlantik. Auf der Hinfahrt besuchten wir in Macon (ca. 100 km südöstlich von ATL) das kostenlose „Museum of Aviation“ der U.S. Airforce, eine beindruckende Sammlung von ausgedienten Militärflugzeugen der amerikanischen Luftwaffe.

Altstadt Charleston

Nach etwa 5 stündiger Fahrt erreichten wir am Abend Charleston, das einst ein zentraler Handelspunkt für den amerikanischen Sklavenmarkt war. Noch heute leben dort, wie allgemein im Süden, viele Schwarze. War Charleston damals ein bedeutende Stadt aufgebaut auf Sklavenhandel und Reisanbau, so ist es heute mit seinen etwa 100.000 Einwohnern eher ein schönes Touristenstädtchen. Die Altstadt mit seinen typischen Häusern gibt einiges her.

Unterkunft fanden wir in einem Hostel (Notso Hostel, Spring Street) am nördlichen Rand des Touristenviertels. Wer mal in die Gegend kommen sollte: Das Hostel ist sehr zu empfehlen! Eine Nacht etwa 23 $ in einem 8er-Zimmer, die Leute sehr nett und die Bäder recht neu und sauber.

Altstadt Charleston

Die Besichtigungstour am Freitag begannen wir mit einem Besuch im „Charleston Museum“, dem ältesten Museum der USA (1773), das Geschichte, Kultur und Natur der Region ausstellt. Entlang der Meeting Street mit schönen Antebellumhäusern machten wir unseren Weg nach Süden zur Mündung des Ashley River in den Atlantik. Mittagessen dann in einem Seafood-Restaurant (leider nicht in dem durch Forrest Gump berühmten Bubba Gump, da sich dort eine Warteschlange gebildet hatte), wo es für ca. 15 $ ein reichliches Essen aus Meerestieren gab (Flunder, Shrimps, Tintenfisch und Austern). Auf dem Rückweg entlang der Uferpromenade bot sich ein Blick auf die dort vor Anker liegende USS Yorktown, einem ausrangierten Flugezugträger und die Cooper River Bridge (siehe Bild). Am Abend unternahmen wir eine gesellige Tour durch die Stadt mit einem Amerikaner aus Denver, den wir im Hostel kennen gelernt hatten, wobei wir sehr interessante Gespräche im wahrsten Sinne des Wortes über „Gott und die Welt“ hatten.

Cooper River Bridge

Aufgrund der dann doch etwas länger dauernden Tour am Abend, verfehlten wir unser Ziel, am frühen Samstag noch die USS Yorktown zu besichtigen und traten die Heimreise über Augusta an. Hier durfte ich zum ersten Mal unseren Mercury Grand Marquise fahren: Autofahren in den USA ist sehr entspannt. Kaum andere Autos, Tempomat, Automatikschaltung, gerade Straßen ohne Ende. Bei der Mentalität der Verkehrsteilnehmer kann sich Deutschland noch ein Scheibchen abschneiden. Hier wird sehr tolerant gefahren und kaum gehupt. Sehr schön finde ich auch die Regel, dass man an einer roten Ampel immer rechts abbiegen darf, wenn frei ist. Warum gibts das nicht bei uns??

Aiken-Rhett House

Am Montag geht dann erst mal das Unileben weiter: Eintragen der Kurse. Das heißt ich werde morgen nochmal schauen, welche Vorlesungen ich mir antun werde.

So, da!

Dienstag, 05. August 2008

Am Sonntag, gegen 15 Uhr Ortszeit habe ich zusammen mit Alex und Frederik, meinen beiden Mitstreitern von der Uni Stuttgart, den ersten Fuß auf den Boden von Atlanta gesetzt. Nach ein wenig Warten wegen Staus, hat uns Martin, ein Stuttgarter aus dem Vorgängerjahr zu unseren Wohnungen mitgenommen. Die ersten zwei Tage haben wir hauptsächlich mit Martin und Michael, einem weiteren Stuttgarter, verbracht, so dass momentan noch deutlich mehr deutsch gesprochen wird als englisch :-). Nach dem kurzen Einleben in der WG, über die ich später mehr erzählen werde, gab es bis jetzt ein lockeres Programm zum Eingewöhnen: Spaziergang über den Campus, Essen im „Rocky Mountains“ und der ersten Erfahrung mit amerikanischem Bier, das seinem Namen (Sweet Water) mehr Ehre macht als der Bezeichnung „Bier“.

Am Montag erste Gänge um Formalitäten abzuklären: Anmelden beim International Office, Bankkonto errichten, Abgabe von Gesundheitsfomularen,… Schließlich das erste Treffen mit Mitarbeitern des Colleges und vor allem Prof. Lawrence (Larry) Jacobs, der wirklich einen sehr lockeren und angenehmen Eindruck macht. Am Abend dann ein Besuch im Kino (Batman – Dark Knight), ein meiner Meinung nach ganz guter Action-Film. Interessant vor allem auch die Reaktionen des Publikums, von dem durchaus mal eine mitreißende Actionszene beklatscht wird.

Ich habe leider noch kein Internet und auch noch keine Digitalcamera, was sich aber hoffentlich morgen beides ändern wird, so dass ich in Ruhe von zu Hause und mit ein paar Bildern schreiben kann. Für heute ist mal noch eine erste Shopping-Tour zu Walmart (Supermarkt) geplant. In den nächsten Tagen, wollen wir die freie Zeit bis zum Beginn der Einführungsveranstaltungen (etwa 12.8.) noch nutzen, um ein wenig zu reisen. Momentan ist eine 2 bis 3-Tages-Tour nach Charleston am Atlantik der Favorit.

Das Klima ist ürbigens extrem… Es sind momentan zwar geschätzt nur etwas über 30 Grad, aber eine Luftfeuchte von geschätzten 100% macht das Spazierengehen zu einem gefühlten Gang durchs Gewächshaus. Die anderen Extreme sind dann die überklimatisierten Gebäude (Hier ist wirklich j e d e s Haus klimatisiert, was angesichts des Wetters aber auch verständlich ist), die zum Teil unter 20 Grad haben. In meinem Zimmer herrrscht aber eine recht angehme Temperatur von über 20 Grad.

Die Eindrücke sind vielzählig, so dass ich hier gar nicht alles auf einmal aufschreiben kann. Mit der Zeit wird das Bild aber bestimmt immer vollständiger. Bis bald, dann hoffentlich mit Bildern!!!

Abflug

Samstag, 02. August 2008

In knapp 12 Stunden ist es soweit. Die Koffer sind gepackt und es ist alles bereit für den Abflug. Seit Donnerstag war es ein ziemlicher Abschieds- und Vorbereitungsmarathon, der anstrengender war, als ich dachte. Nun ist es aber geschafft und es geht tatsächlich los!

An dieser Stelle nochmal ein herzliches „auf Wiedersehen“ an alle in der Heimat. Die vielen guten Wünsche, über die ich mich sehr gefreut habe, gebe ich an euch zurück. Eine gute und schöne Zeit!

Martin