Erste Woche Vorlesungen

Es ist Freitag (*Wochenende*) und die erste Vorlesungswoche ist fast vorbei. Nachdem ich nun alle fünf Vorlesungen mal angeschaut habe, ist „Acoustic Materials and Devices“ rausgefallen. Ich hatte den Eindruck, dass mir für diesen Kurs ein wenig die Vorkenntnisse fehlen, was dann evtl. in großem Stress hätte enden können. Mein Stundenplan ist sehr angenehm:

  • Mo. 13:05 bis 16:25
  • Di. 13:35 bis 14:55
  • Mi. 13:05 bis 16:25
  • Do. 13:35 bis 14:55
  • Fr. 13:05 bis  13:55

Was sich auf den ersten Blick sehr wenig anhört, ist im amerikanischen Uni-System gar nicht mal so wenig. Mit vier Kursen gilt man hier schon als sehr gut ausgelastet. Das liegt daran, dass man nach dem Besuch der Vorlsungen keineswegs fertig ist mit dem jeweiligen Kurs: In drei meiner vier Kurse werden wöchentlich oder 2-wöchentlich Hausaufgaben aufgegeben, die mit 15 bis 40% der Gesamtnote bewertet werden. Außerdem wird erwartet, dass der Stoff in einem vom Professor benannten textbook (Begleitbuch) nachgearbeitet wird. Diese sind leider ziemlich teuer (meist um die 80 $), aber ist halt eine Investition fürs Leben (oder man verkauft sie danach wieder…). Im Kurs „Continuum Mechanics“ geht es sogar noch weiter: Der Professor hat Video-Kurse ins Internet gestellt, die man vor der jeweiligen Vorlesung anschauen soll, so dass in der Vorlesung nochmals kurz das Wichtigste gesagt wird und Fragen gestellt werden können. Heute werden die ersten Hausaufgaben gestellt und ich hoffe, dass ich dann in Zukunft trotzdem noch regelmäßig zum Schreiben komme ;-).

Eine schöne Sache ist auf jeden Fall, dass es Zwischenprüfungen gibt, die sogenannte „Midterm Exam“, wobei der bis dahin behandelte Stoff abgefragt wird. So staut sich bis zur eigentlichen Prüfung („Final Exam“) nicht so viel Stoff an.

Nachher habe ich noch 50 Minuten Digital Signal Processing, wo wir gerade Grundlagen von digitalen Systemen behandeln. Eine ganz gute Wiederholung aus früheren Stuttgarter Vorlesungen.

Um 16 Uhr starten wir drei (Alex, Frederik und ich) eine Reise nach Savannah (am Atlantik) zusammen mit Leuten vom WSF (World Student Fund). Was das ist und wie es war, dann nächste Woche.

Viele Grüße an alle nach Hause!

PS: Ich mag Amazon.com hier nicht… Meine Kamera ist immer noch nicht da. Kein Vergleich zu Amazon.de!!!

11 Antworten zu “Erste Woche Vorlesungen”

  1. fimbultyr Sagt:

    das mit amazon könnte auch an der deutschen Post liegen. Wir sind zwar daran gewöhnt, aber eigentlich ist eine Lieferung binnen 24h schon ziemlich erstaunlich.

    Hoffe das Pensum überfordert dich nicht!

  2. scytale Sagt:

    Die Vorlesungszeiten sind für dich als Langschläfer ja ein Traum! Vom FrühstückMittagessen direkt in die Vorlesung….
    Was hörst du denn nun alles? Ich sehe nur zwei Namen.

  3. benjamin Sagt:

    Nicht die Quantität der Vorlesung ist mir als erstes ins Auge gesprungen, sondern die seltsamen Zeiten. Weißt du was es damit auf sich hat?
    50, 80, 150 Minuten. Und zu voller oder halber Stunde fängt auch nichts an. Seltsam 🙂

  4. elmo Sagt:

    boah sind das geile zeiten. auch will!!

  5. martin Sagt:

    @fim: ja, zum einen das. und zum anderen werden free shipping Pakete hier wohl benachteiligt. Das Paket ist seit 5 Tagen in Atlanta im Transit, während zwei Bücher, für die ich Porto bezahlt hab, damit es schneller geht, schon da sind, obwohl später bestellt…

    @scytale: dachte das wäre aus meinen bisherigen Posts schlüssig, nachdem ich fünf vorgeschlagen und eine gestrichen habe ;-). Aber ich nenne sie gern nochmal kurz. Sag im Laufe der Zeit dann, wies so ist. 1. Digital Signal Processing 2. Continuum Mechanics 3. Linear Elasticity 4. Management fr Engineers. Der letzte ist ein eher chilliger Kurs ohne Hausi usw. 4 harte Kurse wäre mit Sicherheit hart, aber denke mit 3 harten und einem lockeren komm ich ganz gut hin.

    @benjamin: also, normalerweise gibts Vorlesungen MWF (Mo,Mi,Fr) jew. 50 min. oder TR(Di,Do) jeweils 80 min. Dazwischen immer 10 min Pause. D.h. normalerweise beginnt ne Vorlesung x:05 und endet x:55. Management ist da ne Ausnahme, das ist nur MW und dafür 80 min. Zusammengefasst: Mo 2*50+2*10 pause+80, Di 80, Mi wie Mo, Do wie Di und Fr 50, denn Continuum Mechanics ist Internetbasiert, so dass wir freitags videos schauen sollen.
    Find das System ganz gut, man kann sich die Zeiten gut merken. Vor allem die 50 min sind gut, da man dann seltener in ein Loch fällt.

    @elmo: mach erst mal deinen undergrad, dann schaun wir weiter ;-P

  6. scytale Sagt:

    @martin: Hm, ja richtig. Das war schon so lang her… gar nicht mehr dran gedacht… 🙂

  7. walde Sagt:

    hi – ein paar fragen hätte ich auch noch

    1. findet der unterricht eigentlich in hörsäle statt oder sind es eher
    klassenzimmer?
    2. wie ist die auslastung – eher überfüllt wie bei uns…?
    3. wie ist die zusammensetzung – viele ausländische studenten?
    und woher kommen die meisten?
    frauenquote? – ganz wichtig : )
    4. wie kommst du mit der sprache im unterricht zurecht?

    weitere fragen werden noch folgen ; )

    Gruß

    walde

  8. walde Sagt:

    ach ja – super unterrichtsuhrzeiten

    also wenn ich später ein bier trinken gehen werde, bist du noch voll am büffeln.

    da schmeckt das bier schon viel besser ; )

  9. martin Sagt:

    @walde: hehe.. und wenn du am büffeln bist, bin ich noch in den süßesten Träumen 😉

    zu deinen Fragen, beantworte ich natürlich gern:

    1. Hängt von der Größe der Vorlesung ab. Meine Kurse Management und Signalverarbeitung sind eher in größeren Säälen, etwa 100 bi 200 Leute passen da rein. Elasticity und Cont. Mech. sind eher kleinere Vorlesungen, das ist dann eher Klassenzimmer mnit etwa 30 Leuten.
    2. Ne, überfüllt ist da nix. Das liegt aber daran, dass man sich für Kurse registrieren muss, und wenns voll ist, ist halt voll. Dann musst entweder aufs nächste Semester warten oder man kann auch overload-request stellen, wobei man begründet, dass man das unbedingt jetzt braucht. Bei uns war das aber kein Problem, weil unser Adviser (Larry) da gut was bewegen kann. Das System hat den Vorteil, dass die Gruppengröße fest ist, aber natürlich ist es blöd, wenn man deswegen einen Kurs nicht bekommt…
    3. Die meisten sind auf jeden Fall Amis, schätze so 50%. Danach kommen mit vielleicht 20-30% Inder, die aber zu 99 am Informatik-Department sind, also nicht so sehr in meiner Gegend. Der Rest ist kunterbunt verteilt. Chinesen, Europäer (viele Franzosen), Mexikaner, usw. Meine Profs sind z.B. gerade 2 Amerikaner, 1 Chinese und 1 Iraner.
    Die Frauenquote insgesamt würde ich inzwischen ein bisschen höher einschätzen als in Stuttgart, aber nicht allzu sehr. Vielleicht paar Prozent, so vom Gefühl her. Aber auf jeden Fall mehr Männer. In meinen Vorlesungen sind sehr wenig Frauen, was bei uns ja ähnlich ist, wenn man in die Mechanik- und Elektrotechnikinstitute schaut.
    4. Mit der Sprache im Unterricht hab ich deutlich weniger Probleme als auf der Straße! Die Sprache in der Vorlesung ist deutlich, man kennt die meisten Fachwörter und sieht meist noch Folien dazu. Im Gegensatz dazu ist es für mich viel schwieriger zu verstehen, was ein Verkäufer bei McDonalds sagt, der seinen Satz mit starkem Südstaatenakzent vor sich hinplappert… Selbst Deutsche, die schon einige Jahre hier sind, haben erzählt, dass sie manche Einheimische immer noch nicht verstehen. Aber besser wirds mit der Zeit schon werden, denk ich.

    Nur zu, frag ruhig. Es ist nämlich ziemlich schwierig, alles in die Berichte reinzubringen, ich vergess oft so vieles…

    Dann schönen Feierabend! 😉

  10. grinsekatze Sagt:

    Hehe, lustige schwäbische Bäckerfrauen verstehe ich hier ja auch immer noch nicht, vor allem weil ich die Teigwarenbezeichnungen oft gar nicht kenne. Südstaatenakzente sind vermutlich überall auf der Welt schwer verständlich 😀

    Aha, als Professoren sind Iraner dann wieder gut genug… Wie ist es denn da so mit der Ausländerfeindlichkeit – gerade so in die Nahostrichtung? Gibt es da eher blöde Sprüche oder sind die meisten eher offen?

  11. martin Sagt:

    Das Wortspiel mit dem Südstaatenakzent war echt gut! 😀

    Dieser Professor ist der einzige, der aus dem Nahen Osten kommt und ich hier schon kennengelernt habe. Kann also schlecht verallgemeinern und habe bisher auch noch mit keinem Ami über dieses Thema geredet. Wäre auch fraglich, ob das jemand dann auch so offen sagen würde, wenn es so wäre, dass er Vorbehalte gegen Muslime hat. Denke nicht, dass die Amis prinzipiell was gegen Ausländer oder Muslime oder Iraner oder was haben. Es gibt ja viele, die total westlich sind. Aber du wirst als Araber, wenn du einreist schon etwas genauer unter die Lupe genommen. Es gibt sogar manchmal einen Stempel im Visum, was bedeutet, dass für die Person dann andere Auflagen gelten. In der Hinsicht sind die Amis schon ängstlicher als die Europäer. Aber blöde Sprüche dahingehend hab ich jetzt noch nicht gehört. Musst aber auch sehen, dass ich hier fast nur unter „hochgebildeten“ Leuten lebe. Also keine Ahnung, was der Rest der Nation wirklich denkt. Wobei Ausländerfeindlichkeit gerade in Amerika, wo eigentlich seiner Herkunft nach fast jeder Ausländer ist, ziemlich ironisch wäre.