Archiv für 27. August 2008

Savannah, Southern Belle

Mittwoch, 27. August 2008

Savannah ist ein schmuckes Städtchen (130.000 Einwohner) ca. 4 Autostunden südöstlich von Atlanta, 30 km vom Atlantik entfernt. Während der Reise nach Charleston sind wir hier schon vorbeigekommen, doch haben wir uns dieses Ziel für die gemeinsame Reise mit Leuten des WSF (World Student Fund) aufgehoben. Das WSF ist eine Organisation, die nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurde, um kulturelle Bindungen zwischen amerikanischen und deutschen Studenten zu fördern. Sie unterstützt Studenten finanziell und organisiert, wie eben diesen Ausflug, gemeinsame Aktivitäten. Inzwischen ist die Organisation international, aber wegen des geschichtlichen Ursprungs sind immer noch 90% der Mitglieder Deutsche. So waren wir an diesem Wochenende etwa 24 Leute, darunter eine Chinesin, zwei Ungarn, eine Türkin und eine Amerikanerin, der Rest Deutsche. Das WSF bezahlte die Fahrt, die recht noble Unterkunft und ein üppiges Abendessen. Weitere Infos zum WSF gibt es auch hier . Neben den touristischen Aktivitäten in Savannah war es auch sehr schön, andere deutsche Austauschstudenten kennenzulernen. So habe ich z.B. Daniel aus Gündelbach/Ensingen (dürfte den Kleinsachsenheimern ein Begriff sein) kennengelernt, der auch Tischtennis spielt und in Suttgart studiert, aber eben über ein anderes Austauschprogramm nach Atlanta kam.

Im Fort Pulaski

Im Fort Pulaski

Nun aber zu Savannah. Den Freitag Abend nach der Ankunft haben wir genutzt, um ein paar Kneipen auszukundschaften. Zunächst an der Uferpromenade des Savannah River, danach im historischen Zentrum der Stadt. Die „BarBar“ zog uns dann doch am meisten an, weil dort umsonst Kicker und Billiard gespielt werden kann. Ein Bier („Bier“) kostet hier so um die 3$, wenn man echtes Bier will, wie z.B. Pilsner Urquell, zahlt man um die 4$. Meist gibt man aber noch einen Dollar („Buck“) Trinkgeld („Tip“) dazu. Will man das Bier mit auf die Straße nehmen, wird es in einen Plastikbecher umgefüllt, aus dem man dann trinken darf. Das ist aber hier eine Ausnahme (vermutlich um dem Tourismus ein wenig entgegenzukommen). Normalerweise ist Alkohol in der Öffentlichkeit streng untersagt.

Strand auf Tybee Island mit Pier

Strand auf Tybee Island mit Pier

Am Samstag war Strandtag. Auf dem Weg zum Strand machten wir kurz halt am „Fort Pulaski“, das Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, um Savannah und die Flussmündung zu beschützen. Im amerikanischen Bürgerkrieg hielt es dem Beschuss der Union-Truppen aber nur etwas mehr als einen Tag stand und wurde vor seiner vollständigen Zerstörung aufgegeben. Im Inneren des Forts gab es eine Musketenvorstellung, bei der ein in Unions-Uniform gekleideter Mann die Funktionweise einer Muskete Mitte des 19. Jahrhunderts erklärt und demonstriert hat. Die Muskete war im Bürgerkrieg die entscheidende und tötlichste Waffe.

City Hall

City Hall

Am Strand auf Tybee Island verbrachten wir den Rest des Nachmittags. Da über Florida gerade ein Hurricane fegte, waren die Wellen hier recht gewaltig. Zumindest ich habe noch nie größere Wellen am Badestrand erlebt. Ein weiterer Vorteil unserer Reisegruppe: Wir konnten Mannschaften für ein Beach-Soccer-Game machen.

Forsyth Park

Forsyth Park

Am Abend gabs ein All-you-can-eat-Buffet in Savannah, das wirklich toll war, auch von der Qualität. Es gab Salate, Chicken Wings, Fisch, Gulasch und diverse Beilagen. Zum Nachtisch gab es ein Pfirsich-Teig-Gemisch. Dazu muss man wissen, dass Georgia berühmt ist für seine Pfirsiche und den Beinamen Peachtree-State, also Pfirsichbaum-Staat, trägt. Auch Straßen und Gebäude enthalten nicht selten das Wort „Peach“.

Spanish Moss

Spanish Moss

Am Sonntag morgen unternahmen wir dann schließlich den Rundgang durch Savannah. Es gibt hier keine Straße, die nicht rechtwinklig zur anderen steht. An den Kreuzungen wurden viele „Squares“ (Plätze) angelegt, wo meist Denkmäler für bedeutende Personen stehen. James E. Oglethorpe, der auch als Gründer der Kolonie Georgia gilt, gründete die Stadt 1733. Anfangs ein wichtiger Seehafen und Umschlagplatz für Baumwolle, erlebte sie nach dem Bürgerkrieg eine Depression. Heute ist sie ähnlich wie Charleston als touristische Attraktion bekannt: Altertümliche Häuser, Kirchen, die Squares, Palmen und Eichen mit dem charakteristischen „Spanish Moss“ (Moos), sowie der Savannah River bilden den Gesamteindruck der Stadt.

Riverboat

Riverboat

Am Sonntag Abend kehrten wir wieder nach Atlanta zurück und es war schon fast das Gefühl, dass man nach „Hause“ kommt. Diese Woche ist aber wieder Arbeit angesagt. In allen drei Vorlesungen wurden Hausaufgaben gestellt. Aber ich mag diese Art von Arbeit, wenn klar ist, was bis wann zu tun ist. Das hat mir in Stuttgart manchmal ein bisschen gefehlt, weswegen man einfach nichts machte, bis kurz vor den Prüfungen 😉 .