Archiv für September 2008

GTTTA Tryouts

Dienstag, 30. September 2008

Gestern waren die Ausscheidungsspiele der „Georgia Tech Table Tennis Association“ für das „Varsity Team“, also die Uni-Mannschaft. Es gab vier Gruppen a etwa 6 Leute, wobei jeder gegen jeden gespielt hat. Die Gruppen waren meiner Meinung nach ziemlich ungleich stark, aber ich hatte das Glück in einer leichteren Gruppe gewesen zu sein und bin erster in der Gruppe geworden, d.h. so wie es aussieht darf ich nun das Georgia Tech im Tischtennis vertreten. Insgesamt herrschte aber doch einigermaßen Verwirrung, nach welchem Modus denn nun die Leute ins Team kommen. Ich vermute, dass das Absicht war, damit der Coach sich doch noch die raussuchen kann, die er gerne haben will. Ist aber reine Spekulation!

Tischtennis im 4th Floor des Campus Recreation Center

Tischtennis im 4th Floor des Campus Recreation Center

Am Samstag ist gleich das erste von drei regionalen Qualifikationsturnieren im Osten von Atlanta, deren Gesamtsieger dann nächstes Jahr in den „Nationals“ in Minnesota spielen darf. Ist also ein erstrebenswertes Ziel! So richtig rein läuft mir das aber gerade nicht, da ich am Freitag und nächste Woche Montag und Donnerstag jeweils Midterm-Exams habe. Irgendwie muss es halt unter einen Hut zu kriegen sein… Die Midterms wären gar nicht mal so sehr stressig, wenn nicht ständig die Hausaufgaben weiterlaufen würden. Bin deshalb das ganze Wochenende an Hausaufgaben gesessen, damit ich ein bisschen Vorsprung für die Midterms habe. Also falls ihr länger nichts mehr von mir hört, bin ich wahrscheinlich gerade unter einem Berg von Büchern verschüttet… 🙂

Benzin-Krise in Atlanta

Dienstag, 23. September 2008

CNN berichtete jüngstens über Atlanta („Atlanta gas crunch“), allerdings nicht gerade Erfreuliches: Seit gestern sind fast alle Tankstellen benzinfrei, und die, die noch welches haben, verlangen z.T. 5$ pro Gallone (normal um die $3,90) und man muss mindestens ein Stündchen anstehen. Laut dem Artikel ist die Knappheit auf „Ike“ zurückzuführen, der bei einigen Raffinierien in Texas zu geringerer Auslastung geführt hat. Momentan trifft uns die Krise nicht sehr, aber wenn’s mal wieder ans Einkaufen geht, wär ein wenig Benzin nicht schlecht. Unser Tank ist nämlich fast leer. Hätte man das am Freitag schon gewusst….

World of Coca Cola

Montag, 22. September 2008

Dieses Wochenende war mal wieder ein wenig Tourismus auf dem Plan. Am Freitag Abend war von 6 bis 12 nachts der Freizeitpark „Six Flags Over Georgia“ in Atlanta nur für Georgia Tech Angehörige geöffnet – für 13$ ein Erlebnis, das ich mir nicht entgehen lassen wollte. Im Unterschied zu Europa ist hier alles auf Achterbahnen ausgelegt – bestimmt über zehn „Thriller“-Rollercoaster. Anfangs war sehr wenig los und wir konnten gleich vier, fünf mal ohne Warten fahren, z.B. den Superman: Man sitzt erst normal im Sitz, der dann um 90 Grad nach vorne gekippt wird, so dass man wie Superman durch die Luft fliegt. Sehr cool war auch „Ninja“ und „Batman“, für den man dann aber schon 1 Stunde warten musste. Extrem auch die zwei Holzachterbahnen, die gigantische Erschütterungen am ganzen Körper auslösen, und einem Angst und Bange machen, ob das Ding auch wirklich sicher ist… Zum Abschluss dann noch anstehen für „Goliath“ die höchste Bahn im Park mit 61m Höhe. Bilder hab ich zugunsten des Fahrspaß leider keine gemacht.

World Of Coca Cola (vorne), Westin Hotel (hinten)

World Of Coca Cola (vorne), Westin Hotel (hinten)

Gestern waren Frederik, Michelle, Bruce (eine Chinesin aus unserm Lab und ihr Freund) und ich im touristischen Herzen Atlantas. Zunächst das „World of Coca Cola„, das nahe des Ortes, wo John Pemberton 1886 die Cola erfand, errichtet wurde und die Marke in ein seehr gutes Licht rückt: Historische Plakate, Coco-Cola-Kunst, die besten Werbespots, ein 4D-Kino und natürlich die Probiermeile, wo man um die 60 verschiedene Coke-Produkte testen kann. Ich fand die asiatischen am besten! Am ekligsten war Italien, bitter und sonst undefinierbar… Leider hatten wir nur 10 Minuten Zeit zum Probieren, da das Museum früher schloss als sonst und wir zuvor viel getrödelt hatten, so dass die Soda-Probe recht schnell und anstrengend verlief. Aber wir dürften an einem anderen Tag umsonst mal wieder kommen, sagten sie uns – Vielleicht wenn ich mal richtig Durst und Lust auf eine deutsche Mezzo Mix habe, die es anscheinend wirklich nur in Deutschland gibt.

Der echte Coca Cola Polarbär

Der echte Coca Cola Polarbär!

Bank Of America (vom Westin Hotel aus)

Bank Of America Plaza (vom Westin Hotel aus)

Auf dem Weg zum Westin Hotel, der durch den olympischen Centennial Park führt, machten wir kurz einen Abstecher ins CNN Center. Die Führungen waren hier leider schon geschlossen. Daher nach kurzem Stop in der Eingangshalle weiter zum Westin Hotel, das ein Restaurant und eine Bar in einem der obersten Geschosse hat, so dass man für 8$ Mindestverzehr einen schönen Blick auf Atlanta Downtown bekommt. Wenn man ganz dreist ist, kann man einfach nichts bestellen, was wir uns aber nicht getraut haben.

Das Bank Of America Plaza ist mit 311,8m das höchste Gebäude in Atlanta – und wenn man unbedingt nach Rekorden suchen will – das größte in den USA außerhalb von Chicago und New York 😉 . Bei Nacht ist die Pyramidenkuppel wie ein Weihnachtsbaum beleuchtet, und manchmal ist die Spitze auch gar nicht zu sehen (siehe Bild). Jedenfalls kann man das Gebäude von fast überall in Atlanta sehen und dient daher gut als Orientierung, wenn man mal in der Innenstadt unterwegs ist.

Bank Of America Plaza bei Nebel (vom Campus aus)

Bank Of America Plaza bei Nebel (vom Campus aus)

Sarah Palin and Hillary Clinton on NBC

Dienstag, 16. September 2008

Wer den US-Wahlkampf ein bisschen verfolgt hat: Das lohnt sich! (Ist allerdings auf englisch)

http://www.nbc.com/Saturday_Night_Live/video/clips/palin-hillary-open/656281/

Uni Alltag

Montag, 15. September 2008

Die letzte Woche war sehr vom Unialltag geprägt. Das Übliche: Textbook lesen, Vorlesungen, Hausaufgaben… Aber das regelmäßige Arbeiten hilft auf jeden Fall, den Stoff besser zu verstehen. So war ich dieses Wochenende meist mit Hausaufgaben beschäftigt. Abwechslung hat Michael Hanss von der Uni Stuttgart verschafft, der uns auf seiner Urlaubstour besucht hat und mit dem wir gestern Abend einen geselligen Kneipenabend verbracht haben.

Ein neues Kino-„Kritikchen“ hätte ich anzubieten: „Righteous Kill“ mit Al Pacino und Robert de Niro, einem Kriminal-Thriller (gibts das Genre? 🙂 ). Also die zwei spielen Polizisten, die eine Mordserie aufdecken sollen, was sich erst mal nach 08/15 anhört. Aber der Film ist insgesamt gut gemacht und spannend, auch wenn die Story nicht immer zu 100% glaubhaft ist, meiner Meinung nach. Wobei das ja inzwischen normal ist beim Kino…

Momentan bin ich auch oft im Tischtennis des Unisports. Dort ist gerade eine Art Teambildung, wer in der Collegemannschaft (Varsity Team) spielen wird. Beim internen Turnier am Freitag bin ich immerhin ins Viertelfinale gekommen. Also ich habe kleine Chancen in die erste Mannschaft zu kommen, aber es gibt zur Not auch noch eine zweite, die ich mit großer Sicherheit schaffen werde. Ende September sind dann die „Tryouts“, wo um die Plätze in den Mannschaften gespielt wird. D.h. da sollte man einen guten Tag haben 😉 .

Zum Abschluss noch ein Bildchen vom Campus, die ich immer mal wieder einstreuen werde. Das Bild zeigt gleich mal das Wahrzeichen des Georgia Tech Campus in Atlanta, den „Kessler Companile“, erbaut 1996 für die Olympischen Spiele und benannt nach einem ehemaligen Absolventen des GT. Der Brunnen steht im Zentrum des Campus, neben dem Student Center.

Campus - Kessler Companile

Campus - Kessler Companile

Eine schöne Woche euch allen!

Weekend Report

Sonntag, 07. September 2008

Ich war letzte Woche fleißig und am Donnerstag deshalb für einen Tag Hausaufgaben-frei, so dass das Wochenende für Gestaltung offen war.  Am Freitag gab es „Grad-Picnic“, wo alle Graduate Studenten zu freiem Burger und Hotdog Essen eingeladen waren. Habe sogar eines von 500 T-Shirts gewonnen – schon der 2. Gewinn nach dem Becher bei der OIE-Welcome Party, eine echte Glücksträhne gerade!

Atlanta Braves vs Washington Nationals

Atlanta Braves vs Washington Nationals

Allerdings war die Zeit beim Grad-Picnic knapp bemessen, da einige von uns Freikarten vom OIE (Office of International Education) für das Baseball-Spiel der Atlanta Braves gegen die Washington Nationals bekommen hatten. Während die Jackets letztens in der College Liga spielen, von der Spielstärke vergleichbar mit Regionalliga, spielen die Braves in der Major League Baseball (MLB), also der 1. Profiliga. Sehr beindruckend fand ich das Aufwärmen, wo sich die Spieler die Bälle mit einer noch nie zuvor gesehenen Präzision zuwarfen. Das Spiel selbst war, ähnlich wie beim Football, etwas länglich zuzuschauen. Im Prinzip läuft das Spiel wie Brennball, nur dass der Schläger (also der, der dann losläuft, wenn er den Ball getroffen hat) recht selten tatsächlich selbigen trifft. Aber so alle 5 Minuten geht es dann doch ab und die Spieler wuseln über das Feld. Ein Highlight auch der Braves Ritus, nach einer gelungenen Aktion den „Tomahawk“ zu schwingen: Zu einer bedrohlichen und eindringlichen Indianermelodie schwingen alle Zuschauer gemächlich aber kraftvoll den rechten Arm auf und ab, um die gegnerische Mannschaft „einzuschüchtern“.

Vor der 80er Party

Vor der 80er Party

Nach drei von neun Innings (nach etwa einer Stunde) ging es aber schon wieder Richtung Homepark, wo eine 80er Party steigen sollte. Was anfangs Probleme aufwarf (Woher 80er Kleidung bekommen? 80er, schrecklich…), wurde dann aber doch zu einem tollen Abend. Für 20 Dollar habe ich mir eine Trainigsjacke, eine Sonnenbrille und eine Mütze im 80er Stil gekauft (waren dazu extra in einem alternativen Shoppingviertel) und einmal in diesem Stil gekleidet findet man sich dann doch sogar in dieses Jahrzehnt ganz gut hinein. „Final Countdown“ war ja schon immer eins meiner Lieblingslieder (eins der wenigen aus den 80ern), aber an dem Abend hat es richtig gefetzt 😉 .

Frederik beim Aufstieg

Frederik beim Aufstieg auf Stone Mountain

Am Samstag waren Frederik und ich im „Stone Mountain Park“. Man zahlt 10$ pro Auto und darf dann dort alles Mögliche machen (Wandern, Fahrrad fahren, Picnic, und gegen Aufpreis Tretboot, Minigolf, Bimmelbahn,…). Das Zentrum ist der Stone Mountain, ein ca. 8 km im Umfang messender Felsklotz, an dessen Nordwand ein Relief ähnlich dem in Mount Rushmore eingemeiselt wurde, das die Südstaatenhelden Jefferson Davis (erster und einziger Konföderiertenpräsident) und seine Generäle Lee und Jackson zeigt. Zunächst bestiegen wir in etwa einer Stunde den Stone Mountain, von dessen Gipfel man die Skyline Silhouette von Atlanta sehen konnte. Unten angekommen erlebten wir die laut Interseite „longest running“ und „largest“ Lasershow der Welt, das „25th Anniversary Lasershow Spectacular“. Mit Musik, Laser und Feuerwerk wurden verschiedene Themen angerissen, z.B. Karikaturen von berühmten Filmen oder Lobeshymnen auf die Heimat und die USA und deren Geschichte. Insgesamt sehr beeindruckend und vor Augen führend wie sehr sich Patriotismus in Europa und den USA unterscheidet!

Vor der Lasershow am Relief

Vor der Lasershow am Relief

Nach dem erlebnisreichen Wochenende ist erst mal wieder schwäbischer Fleiß gefragt. In Digital Signal Processing stehen Hausaufgaben zur diskreten Fourier-Transformation und weißem Rauschen an…

Grüßles nach Deutschland!

Wohnen in Atlanta

Donnerstag, 04. September 2008

Heute fällt eine (meine einzige) Vorlesung aus, was unverhofft einen freien Tag einbringt. Und da es von den letzten Tagen nichts Spektakuläres zu berichten gibt, will ich mal ein bisschen beschreiben, wie es sich hier so lebt.

Mein Zuhause in Hometown

Mein Zuhause in Homepark

Meine WG, bestehend aus Cathy, John (Amerikaner), Chaychay, Fang, Jin Tang (Chinesen) und mir (Schwabe), liegt nördlich des GT Campus im Wohngebiet Homepark. Die Gegend ist jetzt nicht gerade High Society, aber für die Miete, die wir hier zahlen, die für Atlanta Downtown mit 385$ kalt sehr niedrig ist, kann man auch nicht unbedingt Großartiges erwarten. Zum Vergleich: In den Wohnheimen auf dem Campus zahlt man um die 700$. Die Gemeinschaftsküche ist schon ziemlich heruntergekommen, aber mit meinem Zimmer bin ich ganz zufrieden. Das Bad teilt man sich jeweils mit seinem Zimmernachbarn, d.h. ich mit John. Die Mitbewohner sind alle sehr nett und wir haben abends auch schon öfter mal ein wenig geplaudert neben dem Fernsehen. Wie ihr auf dem Bild unten seht, ist die Wand noch recht kahl. Ihr dürft mich also gerne noch mit Postkarten oder Bildern eindecken! 😉

Das Zimmer

Das Zimmer

Zum Campus genauer gesagt bis zum Lab, wo ich tagsüber lebe, sind es ca. 10-15min zu Fuß, weswegen ich bei Walmart daletzt ein Fahrrad für 170 $ erworben habe, in der Hoffnung, dass es ein Jahr hält und nicht geklaut wird… Auf dem Campus gibt es viel, was man zum Leben braucht (Bankautomat, „Mensa“, Friseur, bei dem ich heute morgen schon war,…), worüber ich aber nochmal extra berichten werde. Was es leider nicht gibt, ist ein Supermarkt. Eingekauft wird deshalb bei Walmart – Supermarkt im XXL-Format. Kaufe mir meist für abends Vespersachen und esse mittags dann auf dem Campus.

WG-Zimmer und Küche

WG-Zimmer und Küche

Mein Tagesablauf sieht gerade so aus, dass ich um 8 a.m. aufstehe, dann bin ich so um 9 a.m. im Lab, lese emails oder schreibe Blog, mache Hausaufgaben usw.. Gegen 12 p.m. dann Mittagessen im Food Court, danach Vorlesungen. Am Abend unterschiedlich, entweder weggehen (Kino – der letzte Film war Vicky Cristina Barcelona und wenn ich mich nicht irre, wird fimbultyr den Film lieben -, Einkaufen,…) oder zu Hause rumflacken. Inzwischen ist doch alles sehr geregelt und die Zeit beginnt allmählich auch wieder schneller zu laufen. Nichtsdestotrotz habe ich schon das Gefühl, hier „intensiver“ zu leben, weil ich weiß, dass ich hier nur ein Jahr bin und bis dahin möglichst viel gesehen haben will. In Stuttgart bin ich selten auf die Idee gekommen, am Wochenende mal in den Schwarzwald zu fahren oder das Schloss anzuschauen, weil es „ja eh immer da ist“. Im Nachhinein betrachtet, ein wenig unverständlich, dass man in seiner Heimat so selbstverständlich mit allem umgeht. Aber ich werd ja eines Tages wieder heimkommen, und dann ist unser Schwabenländle ja hoffentlich noch so, wie ich es verlassen habe 🙂 .