Archiv für 04. September 2008

Wohnen in Atlanta

Donnerstag, 04. September 2008

Heute fällt eine (meine einzige) Vorlesung aus, was unverhofft einen freien Tag einbringt. Und da es von den letzten Tagen nichts Spektakuläres zu berichten gibt, will ich mal ein bisschen beschreiben, wie es sich hier so lebt.

Mein Zuhause in Hometown

Mein Zuhause in Homepark

Meine WG, bestehend aus Cathy, John (Amerikaner), Chaychay, Fang, Jin Tang (Chinesen) und mir (Schwabe), liegt nördlich des GT Campus im Wohngebiet Homepark. Die Gegend ist jetzt nicht gerade High Society, aber für die Miete, die wir hier zahlen, die für Atlanta Downtown mit 385$ kalt sehr niedrig ist, kann man auch nicht unbedingt Großartiges erwarten. Zum Vergleich: In den Wohnheimen auf dem Campus zahlt man um die 700$. Die Gemeinschaftsküche ist schon ziemlich heruntergekommen, aber mit meinem Zimmer bin ich ganz zufrieden. Das Bad teilt man sich jeweils mit seinem Zimmernachbarn, d.h. ich mit John. Die Mitbewohner sind alle sehr nett und wir haben abends auch schon öfter mal ein wenig geplaudert neben dem Fernsehen. Wie ihr auf dem Bild unten seht, ist die Wand noch recht kahl. Ihr dürft mich also gerne noch mit Postkarten oder Bildern eindecken! 😉

Das Zimmer

Das Zimmer

Zum Campus genauer gesagt bis zum Lab, wo ich tagsüber lebe, sind es ca. 10-15min zu Fuß, weswegen ich bei Walmart daletzt ein Fahrrad für 170 $ erworben habe, in der Hoffnung, dass es ein Jahr hält und nicht geklaut wird… Auf dem Campus gibt es viel, was man zum Leben braucht (Bankautomat, „Mensa“, Friseur, bei dem ich heute morgen schon war,…), worüber ich aber nochmal extra berichten werde. Was es leider nicht gibt, ist ein Supermarkt. Eingekauft wird deshalb bei Walmart – Supermarkt im XXL-Format. Kaufe mir meist für abends Vespersachen und esse mittags dann auf dem Campus.

WG-Zimmer und Küche

WG-Zimmer und Küche

Mein Tagesablauf sieht gerade so aus, dass ich um 8 a.m. aufstehe, dann bin ich so um 9 a.m. im Lab, lese emails oder schreibe Blog, mache Hausaufgaben usw.. Gegen 12 p.m. dann Mittagessen im Food Court, danach Vorlesungen. Am Abend unterschiedlich, entweder weggehen (Kino – der letzte Film war Vicky Cristina Barcelona und wenn ich mich nicht irre, wird fimbultyr den Film lieben -, Einkaufen,…) oder zu Hause rumflacken. Inzwischen ist doch alles sehr geregelt und die Zeit beginnt allmählich auch wieder schneller zu laufen. Nichtsdestotrotz habe ich schon das Gefühl, hier „intensiver“ zu leben, weil ich weiß, dass ich hier nur ein Jahr bin und bis dahin möglichst viel gesehen haben will. In Stuttgart bin ich selten auf die Idee gekommen, am Wochenende mal in den Schwarzwald zu fahren oder das Schloss anzuschauen, weil es „ja eh immer da ist“. Im Nachhinein betrachtet, ein wenig unverständlich, dass man in seiner Heimat so selbstverständlich mit allem umgeht. Aber ich werd ja eines Tages wieder heimkommen, und dann ist unser Schwabenländle ja hoffentlich noch so, wie ich es verlassen habe 🙂 .