Wohnen in Atlanta

Heute fällt eine (meine einzige) Vorlesung aus, was unverhofft einen freien Tag einbringt. Und da es von den letzten Tagen nichts Spektakuläres zu berichten gibt, will ich mal ein bisschen beschreiben, wie es sich hier so lebt.

Mein Zuhause in Hometown

Mein Zuhause in Homepark

Meine WG, bestehend aus Cathy, John (Amerikaner), Chaychay, Fang, Jin Tang (Chinesen) und mir (Schwabe), liegt nördlich des GT Campus im Wohngebiet Homepark. Die Gegend ist jetzt nicht gerade High Society, aber für die Miete, die wir hier zahlen, die für Atlanta Downtown mit 385$ kalt sehr niedrig ist, kann man auch nicht unbedingt Großartiges erwarten. Zum Vergleich: In den Wohnheimen auf dem Campus zahlt man um die 700$. Die Gemeinschaftsküche ist schon ziemlich heruntergekommen, aber mit meinem Zimmer bin ich ganz zufrieden. Das Bad teilt man sich jeweils mit seinem Zimmernachbarn, d.h. ich mit John. Die Mitbewohner sind alle sehr nett und wir haben abends auch schon öfter mal ein wenig geplaudert neben dem Fernsehen. Wie ihr auf dem Bild unten seht, ist die Wand noch recht kahl. Ihr dürft mich also gerne noch mit Postkarten oder Bildern eindecken! 😉

Das Zimmer

Das Zimmer

Zum Campus genauer gesagt bis zum Lab, wo ich tagsüber lebe, sind es ca. 10-15min zu Fuß, weswegen ich bei Walmart daletzt ein Fahrrad für 170 $ erworben habe, in der Hoffnung, dass es ein Jahr hält und nicht geklaut wird… Auf dem Campus gibt es viel, was man zum Leben braucht (Bankautomat, „Mensa“, Friseur, bei dem ich heute morgen schon war,…), worüber ich aber nochmal extra berichten werde. Was es leider nicht gibt, ist ein Supermarkt. Eingekauft wird deshalb bei Walmart – Supermarkt im XXL-Format. Kaufe mir meist für abends Vespersachen und esse mittags dann auf dem Campus.

WG-Zimmer und Küche

WG-Zimmer und Küche

Mein Tagesablauf sieht gerade so aus, dass ich um 8 a.m. aufstehe, dann bin ich so um 9 a.m. im Lab, lese emails oder schreibe Blog, mache Hausaufgaben usw.. Gegen 12 p.m. dann Mittagessen im Food Court, danach Vorlesungen. Am Abend unterschiedlich, entweder weggehen (Kino – der letzte Film war Vicky Cristina Barcelona und wenn ich mich nicht irre, wird fimbultyr den Film lieben -, Einkaufen,…) oder zu Hause rumflacken. Inzwischen ist doch alles sehr geregelt und die Zeit beginnt allmählich auch wieder schneller zu laufen. Nichtsdestotrotz habe ich schon das Gefühl, hier „intensiver“ zu leben, weil ich weiß, dass ich hier nur ein Jahr bin und bis dahin möglichst viel gesehen haben will. In Stuttgart bin ich selten auf die Idee gekommen, am Wochenende mal in den Schwarzwald zu fahren oder das Schloss anzuschauen, weil es „ja eh immer da ist“. Im Nachhinein betrachtet, ein wenig unverständlich, dass man in seiner Heimat so selbstverständlich mit allem umgeht. Aber ich werd ja eines Tages wieder heimkommen, und dann ist unser Schwabenländle ja hoffentlich noch so, wie ich es verlassen habe 🙂 .

11 Antworten zu “Wohnen in Atlanta”

  1. scytale Sagt:

    Neulich erst wurde im deutschen Fernsehen diese Dokumentation ausgestrahlt:
    http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=903840,day=7,week=35,year=2008.html
    Also NICHT bei Walmart einkaufen!!!

    Find das jetzt voll fieß, dass du die Filme immer vor mir/uns siehst! Vicky Christina Barcelona will ich auch sehen… aber für fim ist er definitiv auch geeignet.

  2. martin Sagt:

    Ist mir auch schon aufgefallen, dass da echt überall „made in China“ draufsteht. Wir waren mal bei einem kleineren Supermarkt names Trader Joe’s, das war eigentlich ganz gut, eher ein bisschen Öko (für Ami-Verhältnisse! – Bei uns wär das wohl ein normaler Supermarkt). Vielleicht lassen sich die anderen ja überzeugen, regelmäßig da hin zu gehen, und nicht zu Walmart.

  3. walde Sagt:

    hi – so hart dürft ihr zu walmart auch nicht sein.

    wir müssen doch froh sein das zb walmart für uns kunden die besten preise herausholt
    – der unternehmer spielt ja auch nicht die wohlfahrt

    dadurch sorgt wolmart für konkurrenz zwischen den firmen die sich durch neuentwicklung von der konkurrenz abheben können –
    wenn walmart so niedrige preise durchsetzen kann, dann liegt es wahrscheinlich auch daran, dass es bei diesen produkten viele hersteller gibt, die sich möglicherweise auch nur noch vom preislichen her unterscheiden.
    ich glaube nicht das zb walmart die preise bei einem innovativen unternehmen durchsetzen könnte, wenn nur dieses unternehmen solche produktmerkmale anbieten würde.
    – und wir kaufen ja auch dort ein wo wir für unser geld das meiste bekommen – schließlich wollen wir auch nichts verschenken.

    schlimmer wäre es ja wenn alles teuer und nichts auf kundenwünsche ausgerichtet wäre.

    und solange die produkte auf deutschen maschinen hergestellt werden, kann es uns doch egal sein wo die sachen produziert werden.

    aber es ist ja auch einfach darüber zureden, wenn man selber nicht vom arbeitsplatzverlust betroffen ist.

    blub

    wie ist eigentlich das essen bei euch in der mensa?
    auch so ne reichhaltige gut schmeckende menüauswahl wie bei uns?
    welche vorstellungen haben eigentlich deine mitbewohner von deutschland?
    Hat dir dein amerikanischer mitbewohner schon den kühlschrank gezeigt?
    (so wie ich das immer höre, glauben die ja, dass wir keine haben)

  4. martin Sagt:

    Walde, du steigst ja richtig zu moral-ökonomischen Höhenflügen auf!! Respekt!

    Wollte zum Campus und allem demnächst noch extra was schreiben, aber dein Wissensdurst soll gestillt werden! 🙂 . Es gibt verschiedene „Mensen“, bisher bin ich immer in den „Food Court“ gegangen, das ist wie ne kleine Fressmeile in Deutschland, gibts nen Asiaten, einen Mexikaner, einen Burger King, ne andere Chicken Burger Kette (glaube chick ‚o fill) und auch paar normale Sachen, die täglich wechseln. Die Qualität ist meiner Meinung deutlich besser als in unserer Mensa, aber es ist auch teurer (normalerweise zwischen 5 und 6$ mit Wasser). In den Dining Halls, wo ich aber noch nicht war, gibt es für um die 9$ all-you-can-eat Buffet, was ich aber unter der Woche nicht mag, weil man dann vollgefressen in der Vorlesung fast einschläft…

    Der John ist ziemlich gebildet, der weiß viel und war auch schon z.B. in der Schweiz, auch geschichtlich weiß er viel. Aber er bezeichnet sich selbst auch als „nicht typisch amerikanisch“ 😉 . Cathy weiß recht wenig, etwa so viel wie ich über Vietnam, wo sie ja her kommt. Aber auf keinen Fall so, dass sie denkt, ich würde nicht wissen, was ein Kühlschrank ist 🙂 . Das einzige war mal beim Parken in Savannah, da hat uns einer erklärt, dass man das Parkticket dann auch hinter die Autoscheibe legen muss. Aber man kann das nicht wirklich übel nehmen, weil es einfach freundlich gemeint ist.

  5. grinsekatze Sagt:

    Wir müssen hier noch bis Dezember warten auf Vicky Cristina Barcelona… Scarlett darf bestimmt wieder viele dünne, weiße Shirts anziehen, da bin ich mir sicher. Woody Allen schreibt für sie ja immer Rollen mit Sexszenen und knappen Klamotten, weil er sie nicht zu sich nach Hause kriegen würde. Warum soll es ein Film für den fimbultyr sein? Gehts da nur um verkorkste Beziehungsvorstellungen? Oder nur, weil Scarlett mit ner anderen rumknutscht? – Das wollen ja viele Frauen. Das aktuelle Lied „I kissed a girl“ hat Katy Perry schließlich auch geschrieben, nachdem ihr Freund gesagt hat: „Ich liebe dich, aber wenn Scarlett jetzt hier reinkommen und fummeln wollen würde, würde ich mitmachen. Ich hoffe, du verstehst das.“ 🙂 Aber wenn dann die Freundinnen auch gleich mitmachen wollen, ist es ja kein Problem.

  6. martin Sagt:

    Ja, Woody Allen spart nicht mit romantischen Szenen ;-), speziell mit Scarlett.
    Könnte für fimbultyr interessant sein, weil die Ehe in dem Film doch sehr zynisch betrachtet wird. Aber vielleicht irre ich mich auch! Würd mich jedenfalls interessieren, was er zum Film sagt 🙂 .

  7. grinsekatze Sagt:

    Ja ja, der Woody… 🙂

    Ich sehe, du hast auch so ein tolles Moskitonetz wie ich zuhause. Brauchst du das denn da? Gibt es da die angeblich riesigen Insekten? Ich dachte, die richtigen Monster gibt es nur in Kanada oder im Amazonasgebiet. Aber kleine Mücken reichen ja auch schon, um nicht schlafen zu können.

    Was macht eigentlich der Jetlag? Gewöhnt man sich da dran oder bleibt es eigentlich immer ungewohnt? Ich hab mich gefragt, ob Leute wie z.B. der fimbultyr, deren innere Uhr ja eher Richtung Nacht tendiert, in den USA dann besser zurechtkommen würden mit normalen Arbeitszeiten. Eine meiner beiden besten Freundinnen ruft mich auch gerne mal gegen 17Uhr an und sagt, sie wäre gerade aufgestanden.

  8. martin Sagt:

    Ja, das Netz brauch ich… diese „riesen“ Insekten scheint es aber nicht nur bei mir zu geben. Sowohl Frederik, der 50 m weg wohnt von mir als auch Leute aus dem Wohnheim haben schon davon berichtet. Aber es gibt entsprechende Sprays, und man gewöhnt sich an so manches 😉 . Hab jetzt in dem starken Monat 2 größere und 3 kleinere gesehn. Man kann aber auch beim Vermieter einen Kammerjäger anfragen, so dass wieder für einen Monat Ruhe ist.

    Jetlag is gar kein Problem. Habe in Stuttgart ja auch dazu tendiert länger wach zu bleiben und zu schlafen. D.h. der Jetlag nach hier lief mir ganz gut rein. Ein Grund, warum ich in D oft lange wach war, war mein Computer. Grad hab ich keinen zu Hause, d.h. ich geh meist recht pünktlich um 12 ins Bett. So nach 2-3 Wochen waren die letzten Jetlag-wirkungen (vor allem um 20 uhr todmüde zu sein) weg. Denke, das mit dem spät ins Bett gehen ist einfach eine Lebensstilfrage. Der Körper gewöhnt sich daran, dass alles um 6h verschoben ist, d.h. wenn du hier den gleichen Lebensstil hast, wird sich das wahrscheinlich auch so verschieben, wie es in D war. Meine Vermutung 🙂 .

  9. christian Sagt:

    Zu Trader Joe’s:

    http://www.welt.de/print-wams/article142231/Aldi_auf_amerikanisch.html

  10. walde Sagt:

    hi martin

    kannst du vielleicht die geographische lage deiner wohnung für google earth durchgeben

    wär mal interessant

  11. martin Sagt:

    ich schick sie dir nochmal per mail. Veröffentliche hier ungern meine physische Adresse…