Weekend Report

Ich war letzte Woche fleißig und am Donnerstag deshalb für einen Tag Hausaufgaben-frei, so dass das Wochenende für Gestaltung offen war.  Am Freitag gab es „Grad-Picnic“, wo alle Graduate Studenten zu freiem Burger und Hotdog Essen eingeladen waren. Habe sogar eines von 500 T-Shirts gewonnen – schon der 2. Gewinn nach dem Becher bei der OIE-Welcome Party, eine echte Glücksträhne gerade!

Atlanta Braves vs Washington Nationals

Atlanta Braves vs Washington Nationals

Allerdings war die Zeit beim Grad-Picnic knapp bemessen, da einige von uns Freikarten vom OIE (Office of International Education) für das Baseball-Spiel der Atlanta Braves gegen die Washington Nationals bekommen hatten. Während die Jackets letztens in der College Liga spielen, von der Spielstärke vergleichbar mit Regionalliga, spielen die Braves in der Major League Baseball (MLB), also der 1. Profiliga. Sehr beindruckend fand ich das Aufwärmen, wo sich die Spieler die Bälle mit einer noch nie zuvor gesehenen Präzision zuwarfen. Das Spiel selbst war, ähnlich wie beim Football, etwas länglich zuzuschauen. Im Prinzip läuft das Spiel wie Brennball, nur dass der Schläger (also der, der dann losläuft, wenn er den Ball getroffen hat) recht selten tatsächlich selbigen trifft. Aber so alle 5 Minuten geht es dann doch ab und die Spieler wuseln über das Feld. Ein Highlight auch der Braves Ritus, nach einer gelungenen Aktion den „Tomahawk“ zu schwingen: Zu einer bedrohlichen und eindringlichen Indianermelodie schwingen alle Zuschauer gemächlich aber kraftvoll den rechten Arm auf und ab, um die gegnerische Mannschaft „einzuschüchtern“.

Vor der 80er Party

Vor der 80er Party

Nach drei von neun Innings (nach etwa einer Stunde) ging es aber schon wieder Richtung Homepark, wo eine 80er Party steigen sollte. Was anfangs Probleme aufwarf (Woher 80er Kleidung bekommen? 80er, schrecklich…), wurde dann aber doch zu einem tollen Abend. Für 20 Dollar habe ich mir eine Trainigsjacke, eine Sonnenbrille und eine Mütze im 80er Stil gekauft (waren dazu extra in einem alternativen Shoppingviertel) und einmal in diesem Stil gekleidet findet man sich dann doch sogar in dieses Jahrzehnt ganz gut hinein. „Final Countdown“ war ja schon immer eins meiner Lieblingslieder (eins der wenigen aus den 80ern), aber an dem Abend hat es richtig gefetzt 😉 .

Frederik beim Aufstieg

Frederik beim Aufstieg auf Stone Mountain

Am Samstag waren Frederik und ich im „Stone Mountain Park“. Man zahlt 10$ pro Auto und darf dann dort alles Mögliche machen (Wandern, Fahrrad fahren, Picnic, und gegen Aufpreis Tretboot, Minigolf, Bimmelbahn,…). Das Zentrum ist der Stone Mountain, ein ca. 8 km im Umfang messender Felsklotz, an dessen Nordwand ein Relief ähnlich dem in Mount Rushmore eingemeiselt wurde, das die Südstaatenhelden Jefferson Davis (erster und einziger Konföderiertenpräsident) und seine Generäle Lee und Jackson zeigt. Zunächst bestiegen wir in etwa einer Stunde den Stone Mountain, von dessen Gipfel man die Skyline Silhouette von Atlanta sehen konnte. Unten angekommen erlebten wir die laut Interseite „longest running“ und „largest“ Lasershow der Welt, das „25th Anniversary Lasershow Spectacular“. Mit Musik, Laser und Feuerwerk wurden verschiedene Themen angerissen, z.B. Karikaturen von berühmten Filmen oder Lobeshymnen auf die Heimat und die USA und deren Geschichte. Insgesamt sehr beeindruckend und vor Augen führend wie sehr sich Patriotismus in Europa und den USA unterscheidet!

Vor der Lasershow am Relief

Vor der Lasershow am Relief

Nach dem erlebnisreichen Wochenende ist erst mal wieder schwäbischer Fleiß gefragt. In Digital Signal Processing stehen Hausaufgaben zur diskreten Fourier-Transformation und weißem Rauschen an…

Grüßles nach Deutschland!

10 Antworten zu “Weekend Report”

  1. Marius Sagt:

    Jo, Martin…
    Was heißt denn hier „dekadenter“? Also im ernst…was meinst damit? Dekadenz beschreibt einen kulturellen Niedergang, les ich hier…bitte um Erleuterung in meinem Blog =)

    Wollt allerdings schon lang mal was zu eurem Gefährt sagen….kommt vielleicht nicht an meine (Spaß…) Limo ran, find ich aber sehr, sehr geil…zumindest von außen. Wir haben glaub sowas ähnliches…werd irgendwann auch mal Bilder davon online stellen.

    Machs gut, dort drüben…
    Gruß – Mari

  2. elmo Sagt:

    weißes rauschen… klingt verdammt nach meister savodny!!!! „immer in frequenzbändern denken!!! “

    Außerdem scheint mir, dass die Amis sehr auf langweilige oder zumindest sich hinziehende Sportarten zu stehen. Vielleicht finden die dann auch Gefallen am italienischen Fußball. Statt Cheerleaderinnen gibts da dann halt andere Schauspieleinlagen… so wie beim Wrestling. Aber da stehen Amis ja au drauf. Haben die im Amiland in den 80ern eigentlich au die NDW mitbekommen? Ist zumindest Nena nen Begriff dort? Die hat das 99 Luftballonxs doch au ma auf Englisch aufgenommen?!

  3. walde Sagt:

    Apropo schwäbischer Fleiß

    ihr kennt es doch alle aus den vorlesungen – einige schlafen während der vorlesung andere zocken usw.

    aber das

    http://de.youtube.com/watch?v=TT2DD2TIQL4&feature=related

  4. scytale Sagt:

    @walde: haha! 😀

  5. martin Sagt:

    @elmo: apropos, SVP Prüfung schon gerockt?? 🙂

    Also Football und Baseball sind, vielleicht neben Bowling oder Darts…, ziemlich mit die langweiligsten Sportarten. Das ist glaub eher so die Einstellung, du gehst hin, schaust ein bisschen zu, wärend du nebenher deinen 10-HotDog-Karton verdrückst und mit deinem Nachbar quatschst. Eishockey und Basketball sind da ja anders, was ich auf jeden Fall auch mal noch sehen will. Aber stimmt schon, so 100pro kann ichs noch nicht nachvollziehen, was die Leute beim Zuschauen dieser beiden Sportarten so mögen.

    @walde: MACHs …. 😀

  6. martin Sagt:

    @elmo: ganz vergessen: Nena ist hier durchaus ein Begriff! Waren auf einer (nicht 80er) Party und da kam tatsächlich Nena, 99 Luftballons, und auch Viva Colonia. Arg viel mehr ist aber glaub nicht rübergeschwappt aus der NDW.

  7. martin Sagt:

    @elmo: und nochmal was ist mir eingefallen: Der italienische Cattenagio würde den Amis aufgrund der Flugeinlagen zwar gefallen, aber ein Spielstand von 0:0 ist der Horror für einen Ami!!! (Deswegen spielen die auch immer so lang, damit hohe Spielstände rauskommen… denk ich 🙂 )

  8. walde Sagt:

    vielleicht interessierten sich die amis auch überhaupt nicht für die spiele.
    vielleicht mögen sie ja die spiele, weil sie gerade so lange dauern.
    denn so können die männer möglichst lange von ihren nörgelnden ehefrauen weg
    – und natürlich können sie so in ruhe ihr bier trinken.
    männer sport halt.

    wie ist es eigentlich mit dem alkohol in atlanta geregelt (also in bars, öffentlichkeit, sportereignissen etc.)

    also bei so einem “Tomahawk” muss ja die gegnerische mannschaft ganz schön angst haben
    – frag mich nur was sie dagegen machen – junge junge junge… ; )

    ps. ich hoffe das es nicht unter spam fällt (ist aber auch das letzte)

    http://de.youtube.com/watch?v=Ia8fyf9IvyE

    laut Textkommentaren war auch schon mal ein Flitzer unterwegs…

  9. walde Sagt:

    was mich noch interessieren würde – wie arg man von dem wahlkampf mitbekommt.
    (sportereignissen, öffentlichkeit…)

    sind die leute wirklich so euphorisch wie es im fernsehen gezeigt wird
    oder sind die leute eher desinteressiert

  10. martin Sagt:

    Alkohol wird hier ziemlich streng gehandhabt. ID muss man immer zeigen, wenn man welchen kauft. Und man muss ihn verschlossen transportieren, also z.B. in Tüten, was hier aber kein Problem, da im Supermarkt eh alles in Tüten eingepackt wird… Darf halt nur nicht vergessen, wenn man das Bier dann zur Party mitnehmen will. Trinken in der Öffentlichkeit untersagt, ebenso wie im Auto (auch als Beifahrer), weil man ja den Fahrer beeinflussen könnte. In Bars darf man natürlich trinken, aber nur mit ID (Steht normalerweise ein Bodybuilder am Eingang und kontrolliert). Bei bestimmten Anlässen wie z.B. Sportevents werden Ausnahmen gemacht, weil da Security vor Ort, um Randalierer dingfest zu machen. Braucht man aber wahrscheinlich die Genehmigung von hoher Stelle. Wird hier also insgesamt schon enger gesehen…

    Der Superman ist glaub ziemlich bekannt in Stuttgart, den hab sogar ich schon gesehen 🙂 . „Lasst se ons mol weiidermacha, hehe…“ 😀

    Der Wahlkampf ist schon präsent, aber jetzt nicht, dass man nur noch davon spricht. Medien sind natürlich voll davon, z.B. vom Lippenstift und dem Schwein (, was ich so was von lächerlich finde!!!! Ich hoffe, die Volksverdummung hat in Amerika noch nicht allzu weit um sich gegriffen!!). Aber bei öffentlichen Veranstaltungen wird das Thema nicht erwähnt, um politische Neutralität zu wahren. Bei nem Vortrag vor Kurzem hat der Vortragende z.B. in die Runde gefragt, welche Idole man hat. Und er hat ausdrücklich gesagt, dass man weder Obama noch McCain nennen darf, und auch nichts politisches. Interessiert sind die Leute aber auf jeden Fall, die Leute sind sich hier ihrer demokratischen Pflichten sehr bewusst. Es kam sogar daletzt ne email von der Fachschaft, dass man sich doch bitte zum Wählen registrieren soll, um die Demokratie zu stärken usw. Was das angeht, können wir Deutschen noch ein bisschen was lernen…