Great Smoky Mountains – National Park

Fall Break bot die optimale Zeit, ein wenig in die Berge zu gehen. Der ca. 3-4 Autostunden entfernte National Park „Great Smoky Mountains“ ist einer der meist besuchten Parks in den USA und liegt am südwestlichen Rand der Appalachen zwischen Tennessee und North Carolina.

Chimney Rock

Chimney Rock mit Blick auf Lake Lure

Für die Hinfahrt machten Alex und ich einen kleinen Umweg über das Städtchen Asheville und den nahe gelegenen „Chimney Rock“ (Schlot Fels). Die 14 $ Eintrittspreis sind grenzwertig, aber man wird immerhin mit einem wunderschönen Ausblick über die hügelige Landschaft belohnt, wenn man den Chimney in ca. 20 min. über Holztreppen bestiegen hat. Es gab auch einen Aufzug zum Gipfel, für den man aber 15 min. anstehen musste… Übernachtung dann in einem Hostel in Asheville. Die Innenstadt ist ziemlich untypisch für Amerika, z.B. viele alternative Läden, einige kleinere Bars und eine zu Fuß begehbare Innenstadt. Insgesamt war ich aber nicht besonders beeindruckt von Asheville. Es ist vielleicht für Amerika was besonderes, aber letztendlich vergleichbar mit einer durchschnittlichen Kleinstadt in Europa.

Auf dem Chimney Tops Trail

Auf dem Chimney Tops Trail

Die nahe gelegenen Smoky Mountains bieten da mit Sicherheit einen bleibenderen Eindruck. Zur Anfahrt nutzen wir für einige Meilen den sehr empfehlenswerten „Blue Ridge Parkway“, eine Panoramastraße, die alle paar hundert Meter herrliche Aussichtsbuchten bietet. Die Fahrt kann sich durch das ständige Ausschauhalten also durchaus hinziehen… Über das durch die gleichnamigen Indianer bekannte Cherokee gelangten wir zum „Deep Creek“, einem Tal im Süden des Parks, wo wir den Deep Creek Trail wanderten. Die Wanderung hat mich aber ziemlich enttäuscht. Anfangs Wanderwege, wo locker zwei Autos aneinander vorbeifahren könnten, und nach einem ca. 20 minütigen Aufstieg, sah man nichts außer den dichten Wald um einen herum. Von früheren Alpenwanderungen war ich da anderes gewohnt. Deshalb musste ich Alex am nächsten von einer weiteren Wanderung überzeugen, die als „strenuous“ (anstrengend) ausgeschrieben war und auf die „Chimney Tops“ führte. Man konnte den Aufstieg aber gut in einer Stunde (Höhenänderung etwa 400m) bewältigen und der hat sich dann auch richtig gelohnt – eine tolle Aussicht über das Tal und die umliegenden Berge. Also wer mal in Amerika wandern gehen sollte: Sich nicht von Bezeichnungen wie „anstrengend“ abschrecken lassen, das ist eher nach Durchschnittsamerikaner-Maßstäben bemessen…

Gipfel des Chimney Tops Trail

Gipfel des Chimney Tops Trail

Übernachtet haben wir dann in einem Hotel in Gatlinburg, das mit seinen nur 5000 Einwohnern eine derartige Touristen-, Kitsch- und Klischeemetropole ist, wie ich es vermutlich noch nie zuvor gesehen habe! Es war so kitschig, dass es schon wieder richtig amüsant war! Häuser wie im Disneyland, Restaurants, Spielehöllen, Geschenkläden, Hochzeitskapelle, Fun-Attraktionen wie z.B. Spiegelkabinett, Varieté, ein „Hofbräuhaus“ mit „deutschen“ Spezialitäten, usw.

Gatlinburg, Tennessee

Gatlinburg, Tennessee

Durch die Smoky Mountains führt nur eine Straße, der Highway 441, der sich aber ähnlich wie der Blue Ridge Parkway sehr lohnt. Ein kleiner Abstecher von 7 Meilen führt auf den „Clingman Dome“, mit etwas über 2000m der zweithöchste Gipfel im Park. Man muss, typisch amerikanisch, nur die letzten 0,5 Meilen laufen, und kann einen weiteren Ausblick genießen, wenn man sich noch nicht von Wäldern und Bergen satt gesehen hat.

US Highway 441

US Highway 441

Für Rückfahrt wählten wir den kleineren Highway 19, der u.a. durch den Chatahochee National Forest führt, in welchem die „Need For Speed“-Entwickler eine zeitlang gelebt haben müssen… Leider ist unser Auto nicht ganz so sportlich 😉 . Kurz vor Atlanta noch ein zweistündiger Halt im „North Georgia Premium Outlet“, ein riesiges Einkaufszentrum, wo es nahezu jede Marke zu sehr günstigen Preisen gibt. Wir hatten etwas wenig Zeit, ein weiterer Besuch ist daher sehr wahrscheinlich. Also wenn mal jemand rüber kommt, nicht vergessen einen leeren Koffer mitzubringen – wobei man die hier auch günstig kaufen kann 🙂 .

4 Antworten zu “Great Smoky Mountains – National Park”

  1. scytale Sagt:

    Ohne diese USA-Flagge, die das Bild verschandelt (würde jede andere Nationalflagge auch tun!) wäre Chimney Rock wirklich ein Highlight. Allerdings sieht das nicht unbedingt super stabil aus. Auch wenn da Geländer angebracht sind, hätte ich eher Probleme damit, dass der Fels auch wirklich hält!

    „das ist eher nach Durchschnittsamerikaner-Maßstäben bemessen…“ haha 🙂

  2. Chris Sagt:

    Hi Martin, toller Bericht und tolle Tour!
    Erkenne einiges wieder aus meiner Zeit in USA, insbesondere die atemberaubende Landschaft und die Zubringer, welche es auch den faulsten Menschen ermöglichen, diese zu genießen. Der Aufzug auf den Fels ist natürlich der Gipfel der Bequemlichkeit 🙂
    Das sollte man aber nicht überbewerten, unabhängig davon gab es ja abseits der Hauptattraktionen sicherlich auch viele einsame Wanderwege auf denen man die Natur auch ohne USA-Flagge bewundern kann 🙂 Diese endlose Landschaft bietet einfach jedem etwas…

    Mach’s gut und viel Erfolg beim naechsten TT-Spiel!

    Christian

  3. grinsekatze Sagt:

    Da habt ihr euch ja die richtige Jahreszeit ausgesucht mit den vielen bunten Bäumen 🙂 Hier ist inzwischen das meiste kahl.

  4. martin Sagt:

    Also der Nationalpark ist recht klein (etwa 50 Meilen Durchmesser) und umsonst, weswegen er der meist besuchte in den USA ist (angeblich…). D.h. dort ist es recht schwierig „einsame“ Wanderwege zu finden, wenn man nicht gerade durch die Natur läuft (was ohne Karte vermutlich nicht empfehlenswert ist). Auf den Wanderwegen ist man schon so alle 5 min jemandem begegnet. Aber nichtsdestotrotz natürlich eine herrliche Landschaft! Und ohne Fahnen an allen Ecken und Enden, auch nicht auf dem Gipfel. Chimney Rock war da eine Ausnahme. Wobei man in den USA schon damit rechnen muss, öfter mal eine USA Flagge zu sehen ;-).