Midterms Teil 2

Der Oktober ist fast schon rum und damit auch eine der stressigsten Zeiten meines Aufenthalts hier. Fünf Midterm Exams und stetig weiterlaufende Hausaufgaben waren nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Aber seit gestern ist der Prüfungsdruck der Midterms vorbei. Hier nochmal kurz, worum es in den beiden letzten Midterms ging.

In der Midterm von „Principles of Continuum Mechanics“ am Mittwoch letzter Woche war der Schwerpunkt auf der Kinematik (übersetzt in etwa Beschreibung von Bewegungen) von kontinuierlichen Medien. Ein Kontinuum kann man sich so vorstellen, dass an jedem Punkt (und die Punkte sind kontinuierlich im Medium verteilt) bestimmte Eigenschaften vorliegen, wie z.B. Spannung, Verschiebung, Verzerrung oder Energie, die durch verschiedene Naturgesetze zusammenwirken, wie z.B. das Hooksche Gesetz, das Spannung und Verzerrung durch eine lineare Beziehung verknüpft. Ich finde den Kurs ziemlich interessant, weil diese ganzen Konzepte einmal in einem grundlegenden Rahmen erklärt werden. In der Stuttgarter Vorlesung „Smart Structures“ wurden teilweise schon die gleichen Themen angeschnitten , aber damals war es doch eher Rätselraten, was sich hinter der „Materialableitung“ oder dem „Referenzvolumen“ verbirgt, was hier dank einer grundlegenden Herangehensweise doch zu einigen Aha-Erlebnissen führt.

Die zweite Midterm Exam in „Fundamentals of Digital Signal Processing“ behandelte zwei Themen. Zum einen das Sampling (Abtasten) von kontinuierlichen Signalen und Rekonstruktion eines digitalen Signals, also wie man die Konvertierung von kontinuierlich nach digital und zurück beschreibt. Darunter auch Upsampling und Downsampling, das die Abtastrate erhöht bzw. verringert. Durch die mathematische Behandlung wurde das Themengebiet um einiges greifbarer als in der Stuttgarter Vorlesung, wo einem der Stoff eher im Stil einer Bauernregel verkauft wurde (was nicht unbedingt negativ sein muss, wenn es um ein grobes Verständnis des Gebiets gehen soll). Der zweite Block ging wieder, diesmal vertieft, um lineare zeit-invariante digitale Systeme im z-Bereich, wobei Stichwörter wie Minimalphasigkeit, Allpass, lineare Phase und Flussgraf-Realisierung zu nennen sind.

Beide Midterms liefen sehr gut, so dass ich in den Finals wohl nur in „Linear Elasticity“ ernsthaft um eine gute Note bangen muss. Die Polster in den anderen Fächern sind durch die Midterms schon ganz gut.

Vom echten Leben gibts aus den letzten zwei Wochen dementsprechend wenig zu berichten. Am Samstag vor einer Woche waren die „Tischtennis Atlanta Open“, wo ich, wie ich gerade eben erfahren habe, in der College-Ausscheidung 10$ gewonnen habe, die sogar noch 15$ werden können, wenn ich heute Abend das Spiel um den 3.Platz, das wir damals verpennt haben, noch gewinne. Hab die Gebühren von 35$ fürs College-Tischtennis also bald drin, wenn ich so weiter mache 😉 .

Auch die Skype-Konferenz in die Party-WG 140 zum traditionellen Risiko-Spiel am letzten Donnerstag soll nicht unerwähnt bleiben. War schön, mal wieder einige Leute live zu sehen! Nur über die Vetternwirtschaft gegen Ende des Spiels muss noch diskutiert werden…. 😉

Mein Arbeitsplatz

Mein Arbeitsplatz im Lab

Passend zum heutigen Beitrag gibts nun ein Bildchen von meinem Arbeitsplatz im Lab im Mason Building. Da Anfangs noch Aline und Michael da waren, war es recht voll, so dass ich mir meinen eigenen Platz mit meinem Laptop in Larry’s (ehemaligem) Zimmer eingerichtet habe. Larry wurde vor etwa 2 Jahren zum Dean ernannt, weswegen er jetzt ein Büro im Tech-Tower, dem Chefgebäude, hat und nur noch selten hier auftaucht. Der VfB-Schal ist übrigens nicht meiner 🙂 .

5 Antworten zu “Midterms Teil 2”

  1. Marius Sagt:

    Martin, verfolgst du eigentlich die NHL? Die Calgary Flames gehen grad derbe ab. Gewinnen einfach alles! Von Atlanta kann man des ja nicht grad sagen… Aber schaust ab und zu Spiele?

    Gruß – Mari

    PS: Hätte ich das in die Plaudereckt schreiben sollen? Oder is die nu inaktiv, weil ein neuer Post da ist?

  2. martin Sagt:

    Hey Mari, sorry, ne, hab die NHL gar nicht verfolgt… Aber was will man von einem Südstaatenteam im Eishockey erwarten??…. 🙂

    Die Plauderecke war eigentlich als immer aktiv gedacht, aber du darfst überall schreiben 😉

  3. walde Sagt:

    wie lange dauert es eigentlich bei euch, bis ihr die korrigierten prüfungen zurück bekommt?

    hey cool, vielleicht kannst du ja bald dein aufenthalt mit tischtennis finanzieren; )

    ja das zocken hat mal wieder spaß gemacht.
    das sollten wir unbedingt mal wiederholen!!!
    ich leer auch gern wieder dein weinglas.

  4. benjamin Sagt:

    Freut mich, dass du die midterms erfolgreich bestritten hast.
    So ein System hätt ich mir auch gewünscht. Da wird man richtig gezwungen, während dem Semester nicht auf der faulen Haut zu liegen.
    Wobei sich das ganze doch seeeehr stressig anhört. Also vielleicht besser doch nicht… 😉

  5. martin Sagt:

    @walde: Die Prüfungen kommen echt schnell zurück, wie auch die Hausaufgaben, meist so nach etwa einer Woche. Wobei man sagen muss, dass ich bei allen nicht so das Gefühl hatte, dass das sehr genau korrigiert wird wie z.B. in Stuttgart, wo mir mal ein Punkt abgezogen wurde, weil ich an einer total unwichtigen Stelle den Ableitungspunkt vergessen habe (der war sonst überall da). Dass hier nicht so genau korrigiert wird, wurde mir aber z.B. in Elasticity zum Problem, weil da einfach mal zwei mal 5 Punkte abgezogen wurden, und ich keine Chance hatte nachzuvollziehen, wie die Punkteverteilung war (Es waren sonst wirklich keine Korrekturzeichen drin außer -5 und -5). In Management war es sogar ein Multiple Choice Test, der dann durch die Maschine geschickt wird :-).

    Nächstes Mal will aber ich den Wein aussuchen… 😉

    @benjamin: Oh ja, stressig ist es wohl, aber man lernt viel dadurch. Bin aber auch froh, wenn’s dann rum ist im Dezember… Also ich wäre vorsichtig mit der Aussage „Das hätte ich mir auch gewünscht“ ;-). Inzwischen ist es schon soweit, dass ich hier kaum noch an Urlaub denke… Zumindest in nächster Zeit.