Thanksgiving

Zunächst unwissend, dass Thanksgiving (Erntedankfest) hier einen beinahe höheren Stellenwert hat als Weihnachten, hatte ich für Donnerstag nichts Größeres geplant. Es ist in den USA  d a s  Familienfest, wo alle zusammen kommen und sehr viel essen, v.a. den bekanten Turkey (Truthahn). Der Hintergrund dieses Festes ist in den USA nicht nur das uns bekannte christliche Erntedankfest, sondern zusätzlich eine Geschichte, die auf die ersten Jahre der Kolonialzeit zurückgeht: Die ersten europäischen Siedler waren im ersten Winter vom Verhungern bedroht, doch einige Indianer halfen mit Essen aus, so dass die Siedler den Winter überstehen konnten.

Wie es dazu kam, dass ich Thanksgiving bei einem brasilianischen Einwandererehepaar verbracht habe, ist folgendes: Alex hatte sich im August bei einer Fußballrunde eingetragen, die von Marcos, einem Brasilianer organisiert wird. Dieser hatte dann die Fußballer zum Thanksgiving Dinner eingeladen. Alex fragte Frederik und mich, ob wir auch mitwollen und so gingen wir dann zu dritt hin. Meine folgenden Annahmen stellten sich als falsch heraus:

1. Marcos ist ein GTler in den Mittzwanzigern (Er ist Mitte 40 und arbeitet bei einer Baufirma)

2. Alex kennt Marcos (Alex war nur zwei Mal beim Fußball, aber da war Marcos nicht da)

3. Es sind noch viele andere Fußballer aus der Runde da (Es war noch ein weiterer Brasilianer aus der Fußballrunde da, der am GT als Post-Doktor arbeitet)

D.h. der Abend verlief total anders, als ich es mir vorher gedacht hatte. Statt unter vielen jungen Fußballern fanden wir uns bei einem Ehepaar in einer gated community (abgezäuntes Wohngebiet) wieder, die u.a. auch noch eine Freundin und ihre Nachbarn (ein indisches Ehepaar über 60) eingeladen hatten. Nach der anfänglichen Überraschung entwickelte sich das ganze zu einem sehr interessanten Abend! Überspitzt gesagt: Statt Fußballerwitzen, Lebensweisheiten und Geschichten aus dem Leben des indischen Ehepaars – Ein wahrhaft bürgerliches Thanksgiving. Die Gastfreundschaft der Albertinis war fantastisch! Luciane, Marcos‘ Frau, hat für alle gekocht (u.a. Truthahn) und sie ermunternten uns immer wieder, nicht schüchtern zu sein, was mir gegen später dann auch besser gelang, als ich mich an die ein wenig absurde, aber erfahrungsreiche Situation gewöhnt hatte.

4 Antworten zu “Thanksgiving”

  1. christian Sagt:

    Hallo Martin,

    wie war der Pumpkin Pie?

    Gruesse, Christian

  2. martin Sagt:

    Bei Albertinis gab es keinen typischen Pumpkin Pie, aber ich durfte gestern von Johns mitgebrachten Thanksgiving Essensresten probieren, wo auch ein Punpkin Pie dabei war. Muss sagen, es schmeckte eigenartig, aber nicht allzu schlecht. War viel Zimt und Gewürze drin, so dass man den Pumpkin nur leicht geschmeckt hat.

  3. walde Sagt:

    hi

    auch net schlecht

    aber wenn ihr euch alle nicht gekannt und zuvor nie gesehen habt, wie seid ihr dan reingekommen?

  4. martin Sagt:

    Alex war halt auf dieser Fußballerliste drauf und hatte dann die email von Marcos erhalten, der die Fußballgruppe leitet, den er aber noch nie gesehen hat, weil die zwei mal, als Alex mitgespielt hat, Marcos nicht da war. Haben uns dann angemeldet in der Annahme, dass eben noch einige andere GTler da sind, was aber dann nicht ganz so war 😉