Archiv für Dezember 2008

Auf Wiedersehn Atlanta, 2008

Freitag, 19. Dezember 2008

Die letzten Tage waren sehr angenehm, um mal wieder alles etwas ruhiger angehen lassen zu können, auszuschlafen und einige Dinge aufzuholen, die während den Final Exams liegengeblieben sind.

Das angekündigte NBA-Spiel der Hawks gegen die Boston Celtics war ein echter Knaller! Einige Sekunden vor Schluss hatte Atlanta einen Rückstand von 2 Punkten und 2 Freiwürfe. Und den letzten hat der Hawk-Spieler dann tatsächlich verworfen. Sonst wäre es nach einer herausragenden Leistung noch in die Verlängerung gegangen. Wie zu erwarten, war auch das drumherum wieder ein Highlight für sich. Ein tolle Interpretation der Nationalhymne, die ja vor jeder Sportveranstaltung zum Besten gegeben wird, Tänze der „A-Town-Dancers“, trampolinspringende Dunker und zur Halbzeit eine Rap-Vorführung von Ludacris („Move ***, get out the way“).

Hawks vs. Celtics: Show-Einlage

Hawks vs. Celtics: Show-Einlage

Die Vorstellung des Ballets Nutcracker (Nussknacker) im Fox Theater heute abend betrachtete ich mit gemischten Gefühlen. Meine größte Enttäuschung war, als ich zur Pause feststellen musste, dass kein Orchester spielt, sondern alles eingespielt wurde. Ich dachte immer bei Ballet wäre das Orchester genauso Pflicht wie z.B. bei Oper, aber dem scheint nicht so zu sein. Den ersten Akt fand ich etwas zu kindlich inszeniert. Auch waren für mich kaum tänzerische Glanzpunkte zu sehen. Den zweiten Akt fand ich dann aufgrund der schönen Paartänze sehr ansprechend, nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass kein Orchester spielt. Alles in allem hat sich der Besuch aber schon gelohnt: Die Bühnen- und Kostümgestaltung war sehr opulent, im zweiten Akt schöne Tanzszenen und natürlich ist die Musik, wenn auch eingespielt, großartig.

Im Fox-Theater (ich, Frederik, Jochen v.l.n.r.)

Im Fox-Theater (ich, Frederik, Jochen v.l.n.r.)

Atlantas Weihnachtsbaum bei Atlantic Station

Atlantas Weihnachtsbaum bei Atlantic Station

Morgen früh um 9:40 Uhr ist Abflug an die Ostküste. Ich weiß noch nicht, ob ich die Möglichkeit haben werde, von unterwegs was zu schreiben. Die Reiseplanung sieht wie folgt aus: 19.-23.12. Washington D.C., 23.12.-25-12. Philadelphia, 25.12.-1.1. New York City, 1.1.-1.3. Boston. Die Tagesplanungen haben Frederik, Jochen (Ein Freund von Frederik aus Deutschland) und ich bereits gemacht und es wird ein straffes Programm… Gut dass wir danach noch einen Tag frei haben, bis das Semester wieder losgeht.

Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Und schon ist das erste Term vorbei

Freitag, 12. Dezember 2008

Der Schlussspurt hatte es nochmal gewaltig in sich, doch nun ist es soweit – das erste Term ist geschafft. Die Noten stehen zwar noch nicht alle fest, aber ich bin zuversichtlich, dass es zumindest in dreien sehr gut ausfallen wird. Ursprünglich war für Freitag noch eine Final Exam in Linear Elasticity  geplant, doch Prof. Zhou hatte mal wieder eine Überraschung auf Lager, indem er am Dienstag letzte Woche die Exam kurzerhand zu einem Final Assignment (Eine Hausaufgabe, nur dass sie eben wie eine Klausur zählt) erklärt hatte, die bis gestern fällig war. Das hat meinen Lernplan gehörig durcheinander geworfen (da ich eigentlich noch heute zum Lernen eingeplant hatte), zumal die Aufgabe es auch in sich hatte und ich somit 2-3 Tage nur mit denken und rechnen beschäftigt war. Im Endeffekt war mir das so aber auch lieber, da ich im Midterm ja schon Erfahrung mit Zhou’s Prüfungsstil gemacht habe und außerdem jetzt auch schon frei habe 🙂 .

Vor dem Management Hörsaal

Mal wieder ein Campus-Bild: Vor dem Management Hörsaal

Die Finals in Management, Signal Processing und Continuum Mechanics waren dann auf Montag bis Mittwoch verteilt. Wie gesagt, war eigentlich alles in Ordnung und mal schauen, was rauskommt – Am Samstag sollen die Noten angeblich schon stehen. Ich schreibe hier nochmal kurz zusammen, worum es im letzten Monat in den Vorlesungen so ging. Wen das nicht interessiert, ab zum nächsten Abschnitt… In Management wurden folgende Module behandelt: Managerial Accounting (wie man Kosten bilanziert), Strategies (auf Markt- und Businessebene), Industry Analysis (jeder musste dann eine dreiseitige Analyse schreiben – ich über die deutsche Automobilindustrie), Supply Chain, International Marketing und Negotiations (inklusive Rollenspielen). Prof. Fekri von Digital Signal Processing krönte die Vorlesung mit dem Abschlussthema Diskrete Fourier Transformation bzw. die schnelle Berechnung durch die FFT (Fast Fourier Transform) Algorithmen. Endlich weiß ich mal, was ich mit dem MATLAB-Befehl „fft“ eigentlich immer berechnet habe… Zuvor hatten wir noch Filterdesign besprochen, was ich auch sehr interessant fand. Im Digitalen gibt es nämlich FIR (Finite Length) Filter, die lineare Phase haben, so dass es nur zu einer Verzögerung des Signals kommt, nicht zu einer Verfälschung. Bei meiner Studienarbeit hatte ich oft mit der nichtlinearen Phase von analogen Filtern zu kämpfen. Die letzten Wochen in Continuum Mechanics beschäftigten sich damit, die vorher behandelten Konzepte in Anwendungen zusammenzufügen. So wurden Grundlagen für das elastische Verhalten von Feststoffen und für das Stömungsverhalten von Fluiden behandelt. Elasticity gab noch einen kurzen Einstieg in die Lösung von 3D Problemen, was ich im nächsten Term in Larry’s Vorlesung über Wellenausbreitung noch vertiefen werde.

Der Lernstress wurde Dienstag Nacht von GT-Mitarbeitern erleichtert, die ab 22 Uhr ein Midnight-Breakfast (Rührei, Würstchen, Donuts, Orangensaft,…) angeboten haben, zu dem alle Studenten kostenlos kommen durften. Eine tolle Idee, wie ich fand.

Die Weihnachtsstimmung ist der letzten Woche aber nicht zu kurz gekommen. Am Freitag waren wir vom WSF aus bei „The 82nd Annual Christmas Carol Concert“ in der international Martin L. King Jr. Chapel. Zwei Chöre mit ausschließlich schwarzen Sängern hatten sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen. Es wurden Weihnachtslieder aus allen möglichen Nationen und Musikrichtungen gesungen, mit Orgel, Gitarre, Klavier, Streichern, usw. als Begleitung. Bei einigen Liedern war das Publikum aufgerufen mitzusingen, u.a. bei „O Come All Ye Faithful“. Wer erkennt es? 🙂 .

Ich werde nun noch bis 18. Dezember in Atlanta sein und ein bisschen was unternehmen, was die letzten zwei Monate seit den Midterms wenig möglich war. Die großen Programmpunkte werden ein NBA-Spiel der Hawks gegen die Boston Celtics und ein Besuch des Ballets „Nutcracker“ (Nussknacker) von Tschaikowsky im Fox Theater sein, das sehr schön sein soll. Am 19. gehts dann los in den Winterurlaub von Washington D.C. bis nach Boston die Ostküste hoch. Werde mich aber vorher nochmal melden!

Euch allen noch eine möglichst stressfreie und ruhige Adventszeit!