Archiv für 05. Januar 2009

Ostküste Teil I – Washington D.C. 19.-23.12.

Montag, 05. Januar 2009
Blick vom Washington Monument

Blick vom Washington Monument

Teil 1 unserer Reise an die Ostküste galt der Hauptstadt der USA – Washington D.C. (ohne das D.C. wird die Stadt oft mit dem Bundesstaat Washington im Westen der USA verwechselt, weshalb man hier oft einfach nur „D.C.“ sagt). Und beim Erscheinungsbild ihrer Hauptstadt lassen sich die Amerikaner nicht lumpen. Im Regierungsviertel rund um die „Mall“, eine ca. 3-4 km lange mit Denkmälern und Monumenten gespickte Parkanlage im Herzen der Stadt, hat man manchmal den Eindruck, durch das antike Rom zu laufen. Selbst das „Department of Agriculture“ zeigt sich in einen gewaltigen, neoklassizistischen Monumentalbau, von denen es in D.C. so einige gibt. Gestern Abend habe ich mich mit John darüber unterhalten. Seine Erklärung ist, dass die damals junge Nation damit die Ideale der Römischen Republik und der griechischen Demokratie symbolisieren wollte. In das äußere Erscheinungsbild fügt sich auch ein, aus welchen Gründen D.C. sehenswert ist: Die Nationalmonumente, die Regierungebäude und die Museen. Als Stadt zum Ausgehen hat sich D.C. auf unserer Reise keinen großen Namen gemacht, doch für des Touristen Fotolinse hat es dafür umso mehr zu bieten.

Washington Monument

Washington Monument

Blick vom Lincoln Memorial auf die Mall

Blick vom Lincoln Memorial auf die Mall

Die Monumente sind wie schon erwähnt größtenteils auf der Mall verteilt. Die bekanntesten dürften das Washington Monument, ein Obelisk etwa in der Mitte der Mall, und das Lincoln Memorial sein, das das westliche Ende der Mall markiert. Das Washington Monument ist insofern ein Höhepunkt, dass man umsonst hinauffahren kann und einen tollen Blick über die Stadt erhält: Die Mall mit seinen Monumenten, das Kapitol, das weiße Haus, das Pentagon usw. Dank der Jahreszeit war insgesamt recht wenig los in D.C., so dass man nicht mal lange warten musste für die Fahrt in die Spitze. Das Lincoln Memorial besteht aus einer Art griechischen Tempelbau mit einer überdimensionalen Marmorstatue des „Bürgerkriegspräsidenten“. Andere Präsidenten, die auf der Mall ihr Denkmal fanden sind Franklin D. Roosevelt und Thomas Jefferson. Weitere drei Denkmäler, die wir besucht haben, erinnern an die großen Kriege der Amerikaner: Das WWII Memorial (2.Weltkrieg) zwischen Lincoln und Washington Monument, das Korean War Veteran Memorial und das Vietnam Veterans Memorial, bei dem die Namen der Gefallenen in eine lange Mauer eingraviert sind.

Lincoln Memorial

Lincoln Memorial

Library of Congress

Library of Congress

Die politischen Gebäude der heutigen Nation sind im wesentlichen das Weiße Haus, das nach 9/11 keine frei zugänglichen Führungen mehr macht, der Supreme Court und das Kapitol, das sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat beherbergt. Hier gab es wieder eine kostenlose Führung, die sich lohnt. Man kommt zwar nicht in die Parlamentssäle, doch allein schon der Blick auf das Innere der Kuppel ist es Wert. Einige Meter weiter steht die Library of Congress, wiederum ein absolut sehenswertes Prunkgebäude, in dem es auch kleinere Ausstellungen zur amerikanische Geschichte gibt. Desweiteren haben wir eine kostenlose Führung durch das Bureau of Engraving and Printing angeschaut, in dem die berühmten und von jedem gern gesehenen Dollar bis 100 Dollar Scheine gedruckt werden.

Kapitol

Kapitol

Pennsylvania Avenue

Pennsylvania Avenue

Wer aufmerksam liest, dem dürfte aufgefallen sein, dass schon dreimal der Eintritt kostenlos war und diese Serie erreicht nun ihren Höhepunkt, wenn es an das Thema Museen geht. Dank eines gewissen Briten namens Smithson, der sein Vermögen den Amerikanern vermachte, gibt es in D.C. viele Museen, die der Smithsonian Stiftung angehören und gratis sind. In der Tat habe ich in D.C. für nicht eine einzige Sehenswürdigkeit Eintritt bezahlt – Das lässt des Schwaben Herz höher schlagen (aber wir kommen ja noch nach New York…). In der Kürze der Zeit, konnten wir nicht einmal alle Museen sehen, so dass wir z.B. das National Museum of Natural History ausließen. Besucht haben wir dagegen das Hirshhorn Museum (Moderne Kunst), das National Air and Space Museum (Luft- und Raumfahrt – Erstes Flugzeug der Gebrüder Wright,…), das National Museum of the American Indian (Indianer), die National Gallery of Art (alte und moderne Kunst), das National Museum of American Art (amerikanische Kunst),  die National Portrait Gallery (Portraitgemälde, u.a. aller amerikanischer Präsidenten inkl. George W. Bush) und das U.S. Holocaust Memorial Museum (Holocaust), das sehr beeindruckend ist: Die Entwicklung von Diskriminierung zur Massenvernichtung wird gut erklärt und es werden immer wieder persönliche Schicksale eingebunden. Insgesamt ist D.C. also ein Museumsparadies!

Das Weiße Haus

Das Weiße Haus

Etwas außerhalb liegt der Friedhof Arlington unweit vom Pentagon. Neben den berühmten endlosen weißen Grabsteinreihen gefallener Soldaten ist hier John F. Kennedys Grab zu sehen.  Am Grabmal des unbekannten Soldaten verfolgten wir die Wachablösung, die mit einer fast komischen militärischen Steifheit zelebriert wird.

Arlington und Pentagon

Arlington und Pentagon

Im nächsten Abschnitt der Ostküstentour betraten wir den Ort, an dem alles begann…