Memphis – Blues and The King of Rock’n’Roll

Beale Street - Ursprünge des Blues

Beale Street - Ursprünge des Blues

Es war mal wieder an der Zeit, etwas außerhalb von Atlanta zu erleben. Von Freitag bis Montag tourten Alex, Frederik und ich durch den für seine Musik bekannten Staat Tennessee nordwestlich von Georgia. Memphis liegt am „Dreiländereck“ Tennessee, Mississippi und Arkansas am Ufer des Flusses Mississippi und ist beonders bekannt als Wiege des Blues und natürlich als Heimatstadt von „The King“, Elvis Presley. Das Stadtbild an sich ist ziemlich öde, bis auf einige nette Blicke in Main Street oder am Ufer des Mississippi ist nicht viel Schönes zu sehen außer kahle Häuserfassaden. Einen Gegensatz dazu stellt die Beale Street dar, Memphis‘ Vergnügungsmeile, wo in den Kneipen Livemusik gespielt wird. Hier geht es doch ganz bunt her, zumindest für amerikanische Großstadtverhältnisse.

National Civil Rights Museum

National Civil Rights Museum

Das National Civil Rights Museum war meiner Meinung nach ein Highlight in Memphis. Im ehemaligen Lorraine Motel, wo Martin L. King 1968 auf seinem Balkon erschossen wurde, ist hier ein Museum gebaut worden, in dem die Geschichte der Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung erzählt wird. Ausgestellt u.a. ein Bus, in dem die Situation nachgestellt wird, als eine schwarze Passagierin sich weigerte für einen Weißen den Sitz frei zu machen. Nach den sehr ausführlichen und interessanten Geschichtsszenen erreicht man schließlich den Ort, wo Martin L. King seine letzten Minuten verbrachte. An das Museum angeschlossen ist ein weiteres ehemaliges Motel, wo der Aufenthaltsort des Schützen vermutet wird. Hier wird die Kriminalseite des Attentats präsentiert. Dem Museum gelingt einsehr guter  Mix aus Geschichte, realen Schauplätzen und Aufruf zum Eintreten für Bürgerrechte.

Monitor beim Hunderennen

Monitor beim Hunderennen

Der Rest unseres Aufenthalts in Memphis war dann den leichteren Dingen des Lebens gewidmet. Zum Abendessen fuhren wir über die Brücke nach West Memphis in Arkansas, wo wir danach ein Racing and Gaming Center besucht haben. Neben dem Grund, mal in Arkansas gewesen zu sein, gab es hier nämlich Hunderennen, ähnlich wie Pferderennen, wo die Zuschauer setzen können, wer gewinnt. Eigentliche Attraktion waren dann aber die vielen dicken, alten Menschen, die Freitag abends nichts besseres zu tun hatten als Massen an Geld in stupide Spielautomaten einzuwerfen. Eigentlich wollten wir auch auf ein Rennen wetten, aber keiner der drei anwesenden Georgia Tech Studenten war fähig herauszufinden, wie das funktioniert mit den Wetten und Einsätzen und Gewinnen… Das Bild zeigt einen Screen, wie man sie im Zuschauerraum fand. Vielleicht wird ja ein Leser schlau daraus?

Am Mississippi River

Am Mississippi River , Mud Island, Brücke nach Arkansas

Graceland, Elvis‘ Herrenhaus, liegt einige Meilen südlich der Stadt. Genau 29,70$ verlangte die Kassierin für den Zutritt zum Gelände und einige kleinere Ausstellungen. Ok, einmal im Leben macht man sowas… Mit einem Bus fuhren wir die 100 Meter aufs Gelände, wo wir gleich mal ein deutsches Pärchen aus Leipzig mit Tochter getroffen haben. Erster Satz der Mutter, als sie merkte, dass wir deutsch sprechen und dass die Warteschlange zwischen ihrer Kamera und Elvis‘ Haus verläuft: „Oh, wenn ihr ja deutsch sprecht, könnt ihr vielleicht bitte ausm Bild gehn!?“ Deutsche Direktheit vermisst man doch ein bisschen bei all der amerikanischen Oberflächlichkeit 🙂 . Die eigentliche Audiotour durch das Grundstück ist schon interessant, so dass man was bekommt für sein Geld. Die verschiedenen Zimmer im Haus, der Garten, der Pool, das Racquetballhäuschen und schließlich sein Grab, das immer mit Blumen von Fans geschmückt ist. In weiteren Ausstellungen sahen wir noch seine Autos, seine Anzüge und seine zwei Flugzeuge. Nur seine Frau konnten wir nirgends finden… Naja, an Geld hat’s Elvis jedenfalls nicht gemangelt. Nur die Frage, wo das alles hin ist, dass die im Museum so viel Eintritt verlangen müssen.

Graceland Mansion

Graceland Mansion

Enten im Peabody Hotel

Enten im Peabody Hotel

Der Samstagnachmittag war dann leider etwas verkorkst. Nachdem in der Gibson Guitar Factory ebenfalls Samstag Nachmittag war, so dass keiner gearbeitet hat und wir 10$ Eintritt für eine Tour durch eine stillgelegte Fabrik bezahlt hätten, entschieden Frederik und ich uns auf Mud Island zu gehen, wo man einen Nachbau des Mississippi Flusslaufs findet, während Alex ins hießige Feuerwehrmuseum ging. Leider war Mud Island geschlossen, wegen Winter…, so dass wir uns schließlich mit den Enten im Peabody Hotel vergnügt haben, die traditionsgemäß im Brunnen der Lounge baden. Die Idee dazu kam dem Hotelbesitzer übrigens in den 30er Jahren als er besoffen von einer Jagd zurückkam…

8 Antworten zu “Memphis – Blues and The King of Rock’n’Roll”

  1. Simone Sagt:

    Hey Bruderherz,
    muss mich jetzt auch nochmal hier verewigen…
    Kommst ja ganz schön rum 😉 Freu mich auch schon drauf vieles zu sehn, aber so viel wie du schaff ich wohl in den 2 Wochen nicht… =(
    Dicken Schmatz from your sis =X

  2. Ulf Sagt:

    Das mit den Enten find ich geil! Haben die denen die Fluegel gestutzt, oder warum bleiben die die ganze Zeit im Wasser?

    Was das Hunderennen angeht: Ich denke, hiermit ergibt das meiste Sinn:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Parimutuel_betting

    Die obere Dreiecksmatrix gibt den odds beim „Quinella“ an:
    Wenn du etwa $1 darauf setzt, dass Hund 2 und Hund 6 auf den Plaetzen 1 und 2 (in beliebiger Reihenfolge) ankommen, dann kannst du im Erfolgsfall ca. $14 Ausschuettung erwarten. Vielleicht waeren die Hunde 1&2 oder 1&8 aber bessere Geldanlagen.

    Ganz links koennte abzulesen sein, wieviel Geld es zurueck gibt wenn man auf einen Winner setzt — da wiederum scheint der Hund 8 der absolute Favorit zu sein. Was die Zahlen unten in der Mitte bedeuten, das kann ich nicht so richtig sagen. Vielleicht ist der gesamte Einsatz in den verschiedenen Pools (win, place, show, quinella, exactor, … und danach wirds uneindeutig) ? Aber das ist jetzt wirklich nur noch geraten ;-).
    Ein Glueck, dass Ihr da nicht euer Geld verwettet habt!

  3. scytale Sagt:

    Auch wenn der Ulf schon wieder schneller war und eine ausführlichere/bessere Lösung des Hundeproblems zu bieten hat, hier die pragmatische:
    Wetten kannst du auf jeden, Einsätze können beliebig hoch sein und gewinnen wird immer die Bank.

  4. martin Sagt:

    @Simone: Schoen dich hier mal wieder zu sehn :-)! Ihr kommt aber auch in der schoensten Jahreszeit, das wird bestimmt interessant!

    @Ulf: Mann, Ulf, was weisst du eigentlich nicht?? ;-P Ich dachte, da beissen sich jetzt saemtliche Leser die Zaehne aus… Jetzt fuehl ich mich schlecht 🙁 Ueberleg mal, ich haette 118 Dollar Gewinn machen koennen, haett ich das frueher durchschaut… Naja, naechstes Mal, wenn ich Arkansas bin… 😉

    @scytale: Ja, das fanden wir dann auch zu blind.. Da sassen Leute mit ganzen Heftchen und haben notiert und geschrieben und und… Vielleicht haetten wir die Monitorplaetze fuer 4$ die Stunde mieten sollen, wo man noch Zugriff auf spezielle Datenbanken hat… 🙂

  5. martin Sagt:

    @Ulf: Ach ja, die Enten, weiss gar nicht, vermutlich schon gestutzt. War naemlich schon ein schnieker Laden, wo fliegende Enten wohl nicht so gern gesehen sind. Vielleicht haben die auch ein Suchtmittel ins Wasser gemischt??

  6. scytale Sagt:

    Mooooment. Beim Roulette stehen auch immer wieder Leute da, die sich die Zahlen aufschreiben und dann, wenn sie denken genug gesehen zu haben, voll auf die noch nicht gezogenen Zahl setzen… das hat also nichts zu bedeuten.

  7. elmo Sagt:

    ha die idee mit den enten hätte von mir sein können. glaub ich hol mir auch paar in unseren flur!

  8. martin Sagt:

    Kannst ja die Badewanne in den Flur stellen, damit die Enten sich dort auch n bisschen wohl fuehlen 😉