Archiv für März 2009

Florida Teil II (17.3.-21.3.)

Mittwoch, 25. März 2009
Miami - Freedom Tower (links)

Miami - Freedom Tower (links)

Anderthalb Tage und zwei Nächte verbrachten wir in Miami bzw. genauer gesagt im einige Kilometer vorgelagerten Miami Beach, wo sich unser Hostel befand. Schon bei unserer Ankunft ließen dunkle Wolken erahnen, worauf wir uns die nächsten zwei Tage einzustellen hatten. Doch hat mir die Stadt auch ohne viel Sonnenschein sehr gut gefallen, zumal wenn man sich vorstellt, dass es mit Sonne ja noch viel schöner wäre. Miami ist richtiges Großstadtfeeling gemixt mit Strand, Meer und Palmen – also für jeden Urlaubstyp was dabei. An Miami Beach’s Ocean Drive entlang des Strandes kam ich mir des öfteren ein wenig ‚underdressed‘ vor, wenn ich so die Lokale, Bars und deren Gäste beobachtet habe, aber letztendlich haben wir’s dann unter Begleitung von vier weiteren Deutschen (im Hostel wimmelte es nur so von Deutschen) doch noch in eine Bar geschafft, die wir dann ein wenig unsicher machten. An diesem Abend ging auch der starke Regen los, so dass wir uns nur per Taxi zurück ins Hostel trauten.

Miami Beach

Miami Beach

Am nächsten Tag war Miami Downtown Sightseeing auf dem Plan, den wir gegen 12 Uhr Mittag auch hätten beginnen können, wenn da nicht unser Auto angefangen hätte zu streiken. Nach einem Fensterscheibenmalheur in Cocoa Beach – die Beifahrerscheibe ging nicht mehr hoch – hörten wir nun beim Umdrehen des Zündschlüssels nur ein leises Klacken. Starterkabel besorgt, Starthilfe bekommen, Batterie ein bisschen gequalmt, sonst nichts. Da half nur noch den Abschleppwagen zu rufen. Über den ADAC und dann die AAA ging das ohne Probleme, und die hätten uns auch abgeschleppt, wenn nicht genau bei deren Ankunft der Motor wieder angesprungen wäre… Unsere Vermutung ist, dass durch den nächtlichen Regen irgendwas mit der Batterie nass wurde, das dann bei offener Motorhaube verdunstet ist, aber keinen Ahnung… Wir sind alle froh, dass wir nun wieder mit unserem Auto in Atlanta sind! Das Sightseeing fiel dann kürzer aus als geplant. Die Attraktion gibt es in Miami nicht, aber wir haben uns einfach einige Gegenden der Stadt angeschaut, einige nette Häuser, Wohnviertel, Flaniermeilen,… Besonders zu empfehlen ist eine Fahrt mit dem Metromover, einer kleinen, führerlosen Hochbahn, die uns umsonst durch Miami Downtown chauffiert hat.

Warten auf den Abschleppwagen

Warten auf den Abschleppwagen

Everglades National Park

Everglades National Park

Am nächsten Morgen ging’s unter strömenden Regen weiter Richtung Keys, zu denen ich komme bzw. wir kamen, nachdem wir uns ein wenig im Everglades National Park umgeschaut hatten, dem Sumpfgebiet ganz im Süden Floridas. Ich hatte ja haufenweise Tümpel mit Krokodilen erwartet, aber wie ich später sah, gab’s die eher im Norden des Parks, während wir durch das Zentrum des Parkes fuhren. Wir erwischten immer wieder kleine Regenpausen, um kurze Wanderwegchen aus Holz entlang der Strecke zu nehmen. Die Landschaft ist geprägt von dicken, hohen, sumpfigen Gräsern und Ansammlungen von subtropischen Wäldchen, genannt Hammocks. Die Luft in diesen kleinen Dschungeln war herrlich!

Die Keys, die vor Floridas Südküste liegen, sind eine Ansammlung von vielen kleinen und ein paar größeren Inseln, die durch den Ocean Highway miteinander verbunden sind. Zwischen den Inseln fährt man meilenweit über den Meeren (Atlantik und Golf von Mexiko treffen sich hier), eine einsame Insel hier, ein türkisblaues Riff dort – optisch auf jeden Fall der beeindruckendste Ort unserer Reise. Kurz vor Key West, das wir nach etwa 3 Stunden Fahrt auf den Keys erreichten, machten wir noch einen kurzen Stopp am Strand des Bahia Honda State Park, um ein wenig zu entspannen.

Key West vom Leuchtturm aus

Key West vom Leuchtturm aus

Key West, die westlichste Insel der Keys, ist ein Highlight für sich. Am Abend versammelte sich halb Key West auf dem Mallory Square, um den Sonnenuntergang zu beklatschen. In der Tat haben einige Leute applaudiert, als der letzte Rand der Sonne im Meer verschwunden war. Die lange Anreise feierten wir gebührend mit kulinarischen Köstlichkeiten. Zum ersten Mal habe ich Hummer gegessen, genauer gesagt, nur den Schwanz (der war schon teuer genug), und er war auch schon säuberlich aus der Schale getrennt, so dass es vom handwerklichen Part wenig zu erzählen gibt. Schmeckt aber ähnlich wie Shrimps und würd ich auf jeden Fall wieder essen, falls mich mal jemand einladen möchte 😉 . Als Nachtisch gab’s den berühmten Key West Lime Pie (Limettenkuchen), sehr lecker, aber ein Stück ausreichend… Der Besuch bei „Sloppy Joe’s“ fiel eher kurz aus. Zum einen waren wir uns nicht sicher, welche der beiden Kneipen namens „Sloppy Joe’s“ nun wirklich die Kneipe war, in der Hemingway zu seiner Key West Zeit becherte und zum andern gab es bei keinem der beiden Mojito, für den Hemingway doch so bekannt ist.

Sonnenuntergang am Mallory Square

Sonnenuntergang am Mallory Square

Hemingways Schreibzimmer

Hemingways Schreibzimmer

Um Hemingway dann vollends auszuschlachten betraten wir am nächsten Tag das Hemingway-Haus, in dem er immerhin 10 Jahre seines Lebens verbrachte (30er Jahre). Da ich schon einige seiner Bücher gelesen habe, fand ich das Ganze überaus interessant; die Geschichten über sein Leben, seine Gattinnen, seine vielen Katzen… Auch den Schreibtisch, auf dem mein Lieblingsbuch von ihm („For Whom The Bell Tolls“) geschrieben wurde, durfte ich mit eigenen Augen sehen. Und ganz nebenbei handelt es sich um ein sehr schönes Haus mit prächtigem Garten und Pool, den eine seiner Frauen für 20.000$ kaufte, während Hemingway in Spanien war. Das Grundstück mit Haus hatte übrigens 8.000$ gekostet… Gegenüber dem Hemingway-Haus befindet sich der Leuchtturm Key Wests, von dem aus wir einen schönen Rundblick hatten. Dann weiter zum südlichsten Punkt der kontinentalen USA, der eigentlich gar nicht da ist, sondern einige Meter weiter auf einem Militärgelände, das man nicht betreten darf. Aber egal, wo der Markierungsstein steht, wird eben das Foto gemacht…

Frederik, Mr. Edison, Martin und Alex

Frederik, Mr. Edison, Martin und Alex

Innerhalb von zwei Tagen fuhren wir dann zurück nach Atlanta, mit einem kurzen Abstecher über Fort Myers an der Westküste. Hier gibt es das „Edison & Ford Winter Estate“. Wie der Name schon sagt, verbrachten T. Edison und H. Ford hier ihre Winter im warmen Süden, wobei Ford nur so zwei Wochen im Jahr da war. Der Schwerpunkt liegt daher auf Edison. Neben den Villen gibt es auch hier einen üppigen Garten am Fluss, in dem alle möglichen Pflanzen wachsen. Edison hat neben den bekannten Erfindungen wie Glühbirne oder Phonograph auch mit Pflanzen geforscht. In einem Projekt wollte er z.B. eine in den USA anbaubare Pflanze finden, die industriell ökonomisch Kautschuk liefert. An dieser Aufgabe ist er aber gescheitert, was mir doch ein wenig Erleichterung verschafft, dass selbst Forschungen eines Genies wie Edison nicht immer zum Ziel führen 🙂 . Mit diesen weisen Worten will ich diesen Eintrag beenden, um morgen fit zu sein für einen weiteren spannenden Tag der Forschung.

Florida Teil I (13.3.-17.3.)

Montag, 23. März 2009
Wichtigste Stopps unserer Rundreise

Wichtigste Stopps unserer Rundreise

Spring Break! – Leider nun fast schon wieder vorbei, aber intensiv genutzt, nämlich für eine Rundreise im Sunshine State. In einer starken Woche legten Alex, Frederik, unser Mercury und ich über 1800 Meilen (ca. 2900 km) auf Floridas Highways zurück. Links findet ihr eine Karte mit unseren wichtigsten Stopps. Wir fuhren zunächst die Ostküste hinunter nach Miami, weiter zu den Keys und zurück dann am Nordrand der Everglades und entlang der Westküste. Dadurch, dass wir immer wieder was anzuschauen hatten, hielt sich der Fahrstress in Grenzen. Viel Sonne, Strand, Palmen und warmes Wetter  gab’s in dieser Woche, was die Wintergefühle der letzten Monate endgültig vergessen ließ.

Castillo De San Marcos in St. Augustine

Castillo De San Marcos in St. Augustine

Der erste Stopp galt der ältesten Stadt der USA, St. Augustine, das viele alte Häuser und damit das Flair der spanischen Kolonialzeit bewahrt hat. Die Amerikaner fahren auf solche Sachen bekanntlich ziemlich ab, so dass mir die Stadt fast schon wieder zu touristisch war. So schön die Altstadt und das berühmte Fort Castillo De San Marcos auch ist, muss alles mit verkleideten Menschen, „Geisterführungen“ und Piratengeschichten ins Kitschige gezogen werden. Aber wenn man sich von solchen Dingen nicht stören lässt (oder es einem sogar gefällt), ist die Stadt sehr sehenswert, wobei von Deutschland aus eine Reise nach Spanien vielleicht eher zu empfehlen wäre… Am besten hat mir das Flagler College gefallen. Flagler war ein Eisenbahnmagnat um 1900 und hatte Geld wie Heu, von dem er das College im spanischen Stil erbauen ließ – Also wieder mal so ein Gebäude, das architektonisch nicht in seine Zeit gehört, aber trotzdem einfach schön anzuschauen ist. Von touristischen Fallen wie dem „Jungbrunnen“, den man hier angeblich findet, hielten wir uns fern und fuhren am nächsten Tag weiter nach Daytona Beach, das berühmt für seine Spring Break Aktivitäten ist, oder war?…

Flagler College, St. Augustine

Flagler College, St. Augustine

Daytona Beach - bekannt für den befahrbaren Strand

Daytona Beach - bekannt für den befahrbaren Strand

…wohl eher ‚war‘. Einigen Quellen zufolge ist inzwischen Panama City das Zentrum der Spring Breaker, das aber ungeschickt am Panhandle Floridas (dem Zipfel bei Tallahassee) liegt, so dass es uns den Umweg nicht wert war. In Daytona Beach war schon einiges los, vor allem viele junge Spring Breaker auf den Straßen, aber bei weitem nicht das, was man denkt, wenn man ‚Spring Break‘ hört. Naja, und da die Spring Break Parties nicht die erwarteten Geschichten liefern, erzähl ich eben noch ein bisschen vom Minigolf, vom Adventure Golf, um genau zu sein. Im Gegensatz zu deutschen Minigolfanlagen, wo jede Anlage die gleichen Bahnen hat, sind Minigolfplätze hier richtige Themenparks mit kreativen Bahnen. Wir hielten uns auf einer Pirateninsel auf, die richtig hübsch anzuschauen war. Mein besonderer Dank geht an den Grabstein namens R.I.P., der meinen Ball, den ich ihm ungewollt zugepasst hatte, mit der einzigen ‚1‘ des Tages direkt ins Loch versenkte.

R.I.P. und ich

R.I.P. und ich

Shuttle Start

Shuttle Start

Glück hatte ich, bzw. diesmal wir alle drei, auch bei unserem nächsten Aufenthalt in Cocoa Beach, das nur einige Meilen südlich von Cape Canaveral liegt, auf dem sich bekanntlich das Kennedy Space Center befindet: Just an diesemTag fand doch tatsächlich ein Space Shuttle Start statt, der immer wieder verschoben worden war, um uns an diesem Tag eine Freude zu machen. Oder war es wegen leckender Gasleitungen?… Wie auch immer konnten wir den Start quasi vom Hotelstrand aus verfolgen und ich muss sagen, das Ganze war spektakulärer als ich es mir zunächst vorgestellt hatte. Plötzlich wird es hinter einigen Häusern leuchtend hell, eine Feuerkugel steigt nach oben und hinterlässt eine Rauch- und Dampfsäule, die in rötlichen Farben in der untergehenden Sonne schimmert und vom Wind zu kunstvollen Formen verzogen wird. Neben dem ganzen Knipsen musste ich mich anhalten, auch ein bisschen live zu genießen. Am nächsten Tag besichtigten wir dann das Space Center, das mit 40$ nicht gerade billig ist, jedoch schon einiges bietet. U.a. eine Bustour über das Gelände (Aussichtsplattform, Apolloprogramm-Center, ISS-Gebäude), Raketenpark, zwei IMAX-3D-Filme, Space Shuttle in Originalgröße, die U.S. Astronaut Hall of Fame, und noch einige kleinere Sachen. Also einen Tag kann man hier locker verbringen!

Kennedy Space Center - Startrampe

Kennedy Space Center - Startrampe

Übernachtet haben wir dann in Vero Beach, das wie eigentlich alles, was ein ‚Beach‘ im Namen hat, einen weiteren schönen Sandstrand hat. Von dort fuhren wir größtenteils über den Scenic Highway A1A entlang der Atlantikküste nach Miami. Die A1A ist um einiges langsamer als einfach einen Interstate Highway zu nehmen, hat dafür aber den Vorzug, immer mal wieder schöne Blicke aufs Meer zu ermöglichen. Leider sind große Teile der Strecke schon bebaut, so dass wir eher Hotels betrachten und Strandvillenbesitzer beneiden mussten. Auf der A1A zu fahren ist also nicht ganz so idyllisch, wie ich es mir vorgestellt habe, aber für einige Teile der Strecke tut die Abwechslung doch mal ganz gut als immer nur von Wäldern besäumte Interstates zu befahren. Auf dem Weg nach Miami lagen auch Palm Beach, die Stadt der Superreichen, und Fort Lauderdale, durch die wir mit gezückter Kamera durchhuschten.

Vero Beach

Vero Beach

Zur Erinnerung, je weiter wir fuhren, desto weiter kamen wir nach Süden und das Wetter und die Natur wurden immer (sub-)tropischer. Und was wir zwischen Miami, dem südlichsten Punkt der kontinentalen USA auf Key West und der Rückkehr nach Atlanta erlebt haben –  demnächst in der Fortsetzung.

Spring Midterm – Bericht

Sonntag, 08. März 2009

Anlässlich der Hälfte meines zweiten Trimesters (Spring Term) hier am Georgia Tech will ich mal wieder über ein paar fachliche Dinge berichten, die mich hier zu einem Großteil der Zeit beschäftigen (sollten). Das macht zwar nicht so viel Spaß wie über Urlaubsreisen zu erzählen, aber ich gebe mein Bestes und vielleicht liest es ja auch einer bis zum Ende… 🙂

Wie schon berichtet, höre ich gerade zwei Vorlesungen. In Adaptive Control geht es prinzipiell darum, wie man Systeme (Differentialgleichungen) regelt, deren Systemparameter nicht 100%ig genau bekannt sind. Der Regler versucht aus den gemessenen Größen Informationen über das System zu gewinnen und mit diesen Informationen seine Reglerparameter so anzupassen (zu adaptieren), dass das System sich so verhält, wie man es gerne hätte. Im Vergleich dazu hätte ein „normaler“ Regler ein festes Regelgesetz. Ein adaptiver Regler kann z.B. dann wichtig sein, wenn sich die Parameter des Systems mit der Zeit verändern, z.B. durch Verschleiß von Bauteilen. Ein adaptiver Regler kann sich dann auf die neue Situation einstellen, während ein normaler Regler immer noch so tut, als ob es noch die alten Parameter sind. Mit dem eigentlichen Entwurf von adaptiven Reglern haben wir aber erst letzte Woche angefangen. Davor haben wir sehr mathematisch die Grundlagen für nichtlineare und zeitvariante Systemtheorie behandelt. Insbesondere Existenz und Eindeutigkeit, Lyapunov-Stabilität und Beschränktheit von Lösungen. Wie schon in der Stuttgarter Vorlesung Nonlinear Control war das zugehörige Textbook Khalil’s „Nonlinear Systems“. Jene Vorlesung hatte ich in Stuttgart schon gehört, so dass mir der Einstieg vergleichsweise einfach gefallen ist. In den nächsten Wochen bin ich mal gespannt, wie wir das ganze Vorwissen nun im eigentlichen Reglerentwurf verwenden werden.

Larry’s Vorlesung Wave Propagation in Elastic Solids ist im Großen und Ganzen recht lässig. Prof. Qu, der den ersten Teil übernommen hatte, erklärte uns zunächst mal, was eine mechanische Welle überhaupt ist. Von eindimensionalen Wellen, gingen wir über in den zwei- und dreidimensionalen Raum. Die meiste Zeit verbrachten wir mit der Betrachtung von Grenzschichten, was z.B. passiert, wenn eine Welle unter einem bestimmten Winkel an eine Grenzschicht aus Metall und Wasser auftrifft. Der Aha-Effekt meinerseits war dabei, wie „leicht“ man das alles mit den Grundlagen aus Kontinuumsmechanik herleiten kann. Ich hab mich immer gefragt, wie man so etwas kompliziertes überhaupt berechnen kann und jetzt ist es fast schon einfach. Die Midterm Exam war kein Problem, da Prof. Qu’s Prüfungen doch recht „predictable“ (vorhersehbar) sind, um Larry’s Wortlaut zu verwenden, wobei er darauf anspielte, dass Qu’s Prüfungen sich von Jahr zu Jahr kaum ändern. Er sollte Recht behalten… Larry ist nun dabei, spezielle „guided waves“ (Wellen in Wellenleitern) zu untersuchen, die sehr lange Distanzen überbrücken können, weil die Energie im Wellenleiter konzentriert bleibt (z.B. in Platten, Stäben, Oberflächen). Solche Wellen sind vor allem für die zerstörungsfreie Materialprüfung, mit der Larry’s Lab hauptsächlich beschäftigt ist, von Bedeutung, da man möglichst große Bereiche mit einem Impuls vermessen möchte.

In meiner Thesis ging alles eigentlich ganz gut los. Nachdem ich den Eindruck hatte, das meiste verstanden zu haben, habe ich mich ans Werk gemacht, Berechnungen in Matlab zu programmieren. Um zu testen, ob alles in Ordnung ist, wollte ich ein Beispiel aus einer älteren Arbeit nachrechnen, wobei leider nicht das Gleiche rauskam, so dass jetzt großes Fehlersuchen angesagt ist, was mitunter schon sehr frustrierend ist, da es nicht gerade kleine Berechnungen sind und das Vergleichsbeispiel auch nicht vor Klarheit und Eindeutigkeit strotzt. Naja, ich hoffe, dass da bald einiges klarer wird, damit ich zu neuen Ufern aufbrechen kann…

Nun ist es nur noch eine Woche bis Spring Break, also die Woche Ferien im Spring Term. Das Wetter hier in Atlanta macht schon richtig Lust darauf. Werde wohl gleich noch ein bisschen rausgehn und lesen, um die angenehmen 20+ Grad zu genießen. Und danach noch ein bisschen Fehler suchen, vielleicht, mal schaun… 🙂

Orlando, ganz untouristisch

Montag, 02. März 2009

Disneyworld, Universal Studios, Seaworld sind wohl einige der ersten Stichworte, die einem zu Orlando einfallen. Diese ließen wir jedoch im wahrsten Sinne des Wortes links (manchmal auch rechts) liegen, als wir nach 9-stündiger Fahrt in der Nacht zum Samstag in der Touristenmetropole im Sunshine State Florida unser Hotel ansteuerten.  ‚Wir‘ sind in diesem Fall keine vergnügungshungrigen Touris, sondern zehn Tech Studenten, die im ACUI Regional Table Tennis Tournament um den Einzug in die nationalen College Meisterschaften im Einzel wettstreiten wollten.

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Die Hinfahrt gestaltete sich schwierig, da wir erst nach 16:30 Uhr (Treffpunkt 15 Uhr…) am Freitag loskamen, und Atlanta + Berufsverkehr= 2 Stunden extra. Ich durfte bei Coach Presley mitfahren, unserem eher Organisations- als Trainingscoach, von dem ich ja schon berichtet habe. Während der langen gemeinsamen Zeit habe ich einige interessante Dinge über ihn erfahren. Denn was er fast noch mehr liebt als reden ist Bowling spielen. Letztes Wochenende hat er im Doppel mit seinem Sohn die Bowling US Open in Las Vegas gewonnen. D.h. ich bin hier quasi mit einer Bowlinglegende per du… Die Ausführungen über die Oberfläche der Kugel und der Bahn und Geschichten über seine professionellen Softball-, Basketball-, Tischtennis- und Marchingbandkarrieren werde ich vielleicht später mal in einem extra Blog wieder aufnehmen 😉 .

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Das Turnier am nächsten Tag verlief reibungslos, bis auf die Tatsache, dass wir eine Viertel Stunde zu spät kamen, weil sich morgens erst noch unsere vier Inder durch die eine Dusche quetschen mussten ohne sich Gedanken über Zeitplanung zu machen. Morgens wurden in einer Gruppenphase die besten 16 Spieler aussortiert, darunter sechs unserer Spieler. Von nun an KO-System. Das Ziel war es unter die besten vier zu kommen, die dann für die nationalen Meisterschaften qualifiziert wären. Die All-you-can-eat Mittagspause in der Mensa der University of Central Florida, wo das Turnier stattfand, tat mir allerdings nicht so gut. Beinahe wäre ich im Achtelfinale eingeschlafen, konnte mich gegen einen nicht allzu guten Gegner names Kwot oder so ähnlich dann doch zusammenreissen. Im Viertelfinale verlor ich dann aber chancenlos gegen den späteren Turniersieger aus Puerto Rico und bin dann in der Gesamtwertung 8. geworden. Insgesamt haben die Spieler aus Puerto Rico klar dominiert. Nur Deepak, unser bester Spieler hat es geschafft, sich für die Nationals zu qualifizieren. Unter den Spielern aus Georgia und Florida waren wir aber deutlich vorne. Nichtsdesotrotz fahren wir als Team am 3. April zu den College Nationals in Rochester, Minnesota.

Schnee! vor meiner Wohnung!

Schnee! vor meiner Wohnung!

Am gleichen Tag fuhren wir mit einem Auto auch wieder zurück, da viele Vielbeschäftigt sind. Und dann das: Heute morgen schneit es in Atlanta! Während wir in Orlando mit kurzen Hosen bei über 20 Grad auf dem Campus herumgeschlampert sind, ist hier Mütze und Handschuhe angesagt… Naja, kein Fisch ohne Gräten. Und a propos Fisch.

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Walhai

Walhai

Als kleinen Nachtrag noch ein, zwei Bilder vom GT at Aquarium vor zwei Wochen. Für 7$ konnten GT Studenten ins Georgia Aquarium, was normalerweise über 30$ kosten würde. Hauptattraktion ist ein Walhai, der in einem riesigen Panoramabecken schwimmt. 30$ find ich aber trotzdem etwas übertrieben als Eintittspreis, so dass ich persönlich es nicht empfehlen würde, für den Preis reinzugehn. Es sei denn man mag Fische (zum Anschauen…). Vor Spring Break werde ich dann auch noch ein bisschen berichten, was studienmäßig so alles los ist, bevor Alex, Frederik und ich dann in zwei Wochen eine Rundreise durch Florida starten.