Archiv für April 2009

Meine Familie zu Gast in Atlanta

Sonntag, 26. April 2009

Nach mehr als 8 Monaten haben wir uns wieder gesehen. Meine Eltern (Ingrid und Eberhard), meine Schwester Simone und ihr Freund Sebastian landeten am Montag 13.4. in Hartsfield Airport, um eine Woche in und um Alanta zu verbringen. Die Hürden der Einreise scheinen sie ohne Probleme gemeistert zu haben und nachdem wir uns den Mietwagen geholt haben (ein Toyota SUV), ging’s auch schon los ins Zentrum von Atlanta. Die Hotels hatte ich von hier aus gebucht, so dass wir nur noch einchecken mussten. Am ersten Abend (In Deutschland war es ja schon spät) hatten wir uns nicht so viel vorgenommen, nur noch amerikanisch Burger-Essen im Vortex. Mit dem nächsten Tag begann dann aber die – wie ich bis jetzt vernommen habe – anstrengende Erkundungsreise durch Amerika. Morgens Campus-Tour, wobei auch ich den Campus nochmal neu entdecken konnte, da man sonst ja immer mit einem Ziel herumläuft. Ins Aquarium und zum Rundblick aufs Westin Hotel habe ich sie dann aber alleine geschickt, da ich mittags Vorlesungen hatte. Am Abend erfüllte sich für Sebastian und Simone, beide aktive Baseball bzw. Softball-Spieler, ein Traum. Wir fuhren zum Turner Field, wo die Braves leider etwas kläglich gegen die Florida Marlins verloren. Aber für den Kenner muss so ein Spiel doch sehr spannend sein. Ob Eberhard im Hintergrund des Bildes seine Augen noch offen hat, müsst ihr ihn selbst fragen 🙂 .

Versammelte Mannschaft beim Baseball

Versammelte Mannschaft beim Baseball

Und am nächsten Tag waren meine Gäste auch schon wieder weg. Da für mich auch in dieser Woche einiges zu tun war und 7 Tage Atlanta etwas zu lang sind als Touri, fuhren sie bis Freitag nach Savannah und Charleston, um auch ein bisschen das typische Südstaatenflair zu erleben, das man in Atlanta kaum spürt. Wie ich gehört habe, war das Hotel in Charleston auch ganz annehmbar. Aus Raummangel bekamen sie die Präsidenten-Suite, wo schon Reagan, Bush Sr. und Prinz Charles genächtigt haben – Deutsche Touris in hohen Gefilden 🙂 .

Eberhard und Ingrid im Botanischen Garten

Eberhard und Ingrid im Botanischen Garten

Den Samstag und Sonntag nutzen wir dann gemeinsam in Atlanta. Um es einmal zugespitzt zu formulieren, hatten sich im Laufe der Zeit zwei Lager gebildet: Meine Eltern – Sightseeing, früh aufstehen, was vom Land sehen, carpe diem, vs. Simone und Sebastian – Shoppen gehen, ausschlafen, Raucherpause, wenig laufen. So mussten wir am Samstag Kompromisse finden, was dann auch geht, wenn man nur früh genug aufsteht… Morgens zum zweistündigen Powershopping zur Outlet-Mall, eine Stunde nördlich von Atlanta. Die Aussage Ingrid’s „I brauch nix“, stellte sich gegen Ende der zwei Stunden dann doch als falsch heraus, als die Versuchung des Reebok-Stores und eines Schuhladens dann doch zu groß wurde, sich mit neuen Sportklamotten auszustatten. Im anschliessenden Atlanta History Center, das ich selbst noch nicht gesehen habe, erkundeten wir die Geschichte Atlantas, die hauptsächlich aus Bürgerkrieg (1860er) und den olympischen Spielen ’96 besteht. Zudem gibt es eine nachgebaute Farm und das Swan-House, ein opulentes Herrenhaus von 1928. Nachdem Simone und Sebastian dies überstanden hatten (und es dann doch ganz gut fanden), erwartete sie die nächste Herausforderung: Die Besteigung von Stone Mountain (über den ich ja schon Anfang des Jahres berichtet habe) und die anschließende Lasershow. An diesem Tag konfrontierte ich meine Eltern auch zum ersten Mal mit Fast-Food (Arby’s), doch Eberhard war positiv überrascht – „I wusst gar net, dass Fast Food so gut schmeckt.“ Aber auf Dauer wolle er es auch nicht essen.

Martin Luther King's Grab

Martin Luther King's Grab

Der letzte Tag unserer gemeinsamen Zeit (Sonntag) stand zunächst im Zeichen von Martin Luther King, der in Atlanta aufgewachsen und auch tätig gewesen ist. Wir besuchten den Gottesdienst der Ebenezer Baptist Church, ein sehr interessantes Erlebnis. Fetzige Gospelmusik vom Männerchor, unglaublich herzliche und freundliche Leute, und ein Prediger, der bei der Predigt fast explodiert (und Eberhard ist doch so empfindlich gegen Schreien 🙂 ). Im Anschluss sahen wir das Visitor Center, in dem sich ein kleines Museum zur Bürgerrechtsbewegung befindet, die Historic Ebenezer Baptist Church und das Grab von Martin Luther King. Am Mittag teilten sich die zwei Lager dann doch noch auf: Simone und Sebastian begaben sich auf die Suche nach Baseball-Equipment, während meine Eltern und ich uns den Botanischen Garten anschauten. Ich habe schon befürchtet, dass Ingrid ihre ganzen Filme verknipsen würde, aber sie hat sich dann doch erstaunlich gut zurückgehalten. Nach der ganzen Geschichtskunde war das Betrachten von Blumen ohne Schilderlesen o.ä. auch für mich sehr erholsam.

Best of Botanical Garden

Best of Botanical Garden

Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Nach wenigen, aber intensiven Tagen gemeinsam in Atlanta befindet sich die Reisegruppe inzwischen in Philadelphia am Ende einer Rundreise im Nordosten der USA. Ich hatte am Anfang ja schon ein paar Bedenken, wie das für meine Eltern mit dem Englisch reden wird, aber es ging alles ohne Probleme – Papa frei drauf los redend, auch wenn er die Antwort nicht immer auf Anhieb verstand 😉 , und auch Mama hat mich positiv überrascht, als sie bei der Führung im History Museum einiges verstanden hat. Und zur Not waren ja auch noch die Englisch-Experten Simone und Sebastian da 🙂 .

Zu guter Letzt: Vielen, vielen Dank für den Besuch!! Und es ist ja nicht mehr allzu lange, bis der Titel des Blogs geändert werden muss…

College Table Tennis National Championships ’09

Freitag, 10. April 2009
Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Was in Deutschland nahezu undenkbar ist, wurde in den USA dank des Nischendaseins des Sports Tischtennis (oder Ping Pong wie die meisten Amerikaner sagen) am letzten Wochenende wahr. Zusammen mit fünf weiteren Tech-Studenten reiste ich nach Rochester im Bundesstaat Minnesota, wo wir  uns mit den besten Hochschul-Tischtennisspielern des Landes maßen. Mit dem Flugzeug ging es nach Minneapolis und dann 1,5 Stunden  weiter mit dem Auto in ein beschauliches Städtchen namens Rochester, das wenn überhaupt für etwas, dann für seine renommierte Mayo-Klinik bekannt ist, die auch auf der „Tourismus“-Webseite als eine der besten Sehenswürdigkeiten angepriesen wurde. Mit anderen Worten, einerseits schade, dass wir nicht in eine spannende Stadt gefahren sind, aber andererseits machte die gemeinsame spaßige Zeit beim Turnier diese Manko bei Weitem wett.

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Unser Team: Deepak (Indien), Aneece (Libanon), Siva (Indien), Subu (Indien), Abhishek (Indien), Martin (Deutschland) und Coach Presley (USA). Gespielt wurde von Freitag bis Sonntag und wir hatten insgesamt sechs Spiele, so dass jede Menge Zeit war anderen Spielen zuzuschauen, zu trainieren oder einfach herumzulungern, wie das erfahrene Turnierspieler bestimmt kennen. In der ersten Runde spielten wir in einer 4er-Gruppe, wo die ersten zwei in die Finalrunde und die anderen zwei in die ‚Trost‘-Runde kamen. Wir waren von der Spielstärke her an Position drei gesetzt, was wir dann auch wurden. Die Trost-Runde konnten wir durch drei Siege als erster beenden, so dass wir insgesamt 13. von 24 Colleges wurden, zwei Plätze besser als im letzten Jahr. Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass dieses Ergebnis kaum mir zu verdanken ist 🙂 . Ich hatte mein erstes Spiel (Es spielen immer nur 4 Spieler in einem Teamspiel)  in der Vorrunde  gegen die spielstarke Mannschaft aus Minnesota gemacht, wo wir ziemlich deutlich verloren und am nächsten Tag habe ich beim Aufwärmen schon gemerkt, dass das ‚Feeling‘ nicht da ist, so dass ich zugunsten des Erfolgs den anderen den Vortritt gelassen habe.

Finale der Männer

Finale der Männer

Neben unseren Spielen gab es auch einige interessante und hochkarätige Spiele, die durchaus lohnenswert waren anzuschauen. In einer Hochschule namens Texas Wesleyan gibt es z.B. Stipendien für Tischtennisspieler (eine absolute Ausnahme), die dann auch ziemlich gute Spieler hervorbringen. Das obere Bild zeigt das Finale der Männer, technisch sehr ansprechend. Man beachte auch die Wand der Halle. Die Universität, zu der die Halle gehört, hat tatsächlich das gleiche Maskottchen wie Georgia Tech (Yellow Jackets und eine Wespe), so dass es quasi ein Heimspiel für uns war.

'Team Georgia' beim Dinner

'Team Georgia' beim Dinner; vorne: Jessica, Fiona, Meng, Hong, Tuan

Am Samstag Abend gab es ein Dinner im Kahler Hotel, nach dem dann die Trophäen ausgegeben wurden. Wir bekamen einen Pokal für den ersten Platz in der Division Georgia, ebenso wie die Mädchen von der Georgia State (auch in Atlanta), mit denen wir oft zusammen etwas unternommen haben (Abendessen, Bowling,…). Mit der Zeit nannten wir uns ‚Team Georgia‘, da wir uns meist gegenseitig anfeuerten, auch wenn wir nicht von der gleichen Uni sind. Am Montag kehrten wir zurück und natürlich warteten erst einmal wieder Hausaufgaben, die es aufzuholen galt. Bin nun also wieder voll im Georgia-Tech-Leben. Am Ostermontag kommen übrigens meine Eltern+Simone+Freund nach Atlanta. Freu mich schon sehr drauf , nach über einem halben Jahr!