College Table Tennis National Championships ’09

Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Was in Deutschland nahezu undenkbar ist, wurde in den USA dank des Nischendaseins des Sports Tischtennis (oder Ping Pong wie die meisten Amerikaner sagen) am letzten Wochenende wahr. Zusammen mit fünf weiteren Tech-Studenten reiste ich nach Rochester im Bundesstaat Minnesota, wo wir  uns mit den besten Hochschul-Tischtennisspielern des Landes maßen. Mit dem Flugzeug ging es nach Minneapolis und dann 1,5 Stunden  weiter mit dem Auto in ein beschauliches Städtchen namens Rochester, das wenn überhaupt für etwas, dann für seine renommierte Mayo-Klinik bekannt ist, die auch auf der „Tourismus“-Webseite als eine der besten Sehenswürdigkeiten angepriesen wurde. Mit anderen Worten, einerseits schade, dass wir nicht in eine spannende Stadt gefahren sind, aber andererseits machte die gemeinsame spaßige Zeit beim Turnier diese Manko bei Weitem wett.

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Unser Team: Deepak (Indien), Aneece (Libanon), Siva (Indien), Subu (Indien), Abhishek (Indien), Martin (Deutschland) und Coach Presley (USA). Gespielt wurde von Freitag bis Sonntag und wir hatten insgesamt sechs Spiele, so dass jede Menge Zeit war anderen Spielen zuzuschauen, zu trainieren oder einfach herumzulungern, wie das erfahrene Turnierspieler bestimmt kennen. In der ersten Runde spielten wir in einer 4er-Gruppe, wo die ersten zwei in die Finalrunde und die anderen zwei in die ‚Trost‘-Runde kamen. Wir waren von der Spielstärke her an Position drei gesetzt, was wir dann auch wurden. Die Trost-Runde konnten wir durch drei Siege als erster beenden, so dass wir insgesamt 13. von 24 Colleges wurden, zwei Plätze besser als im letzten Jahr. Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass dieses Ergebnis kaum mir zu verdanken ist 🙂 . Ich hatte mein erstes Spiel (Es spielen immer nur 4 Spieler in einem Teamspiel)  in der Vorrunde  gegen die spielstarke Mannschaft aus Minnesota gemacht, wo wir ziemlich deutlich verloren und am nächsten Tag habe ich beim Aufwärmen schon gemerkt, dass das ‚Feeling‘ nicht da ist, so dass ich zugunsten des Erfolgs den anderen den Vortritt gelassen habe.

Finale der Männer

Finale der Männer

Neben unseren Spielen gab es auch einige interessante und hochkarätige Spiele, die durchaus lohnenswert waren anzuschauen. In einer Hochschule namens Texas Wesleyan gibt es z.B. Stipendien für Tischtennisspieler (eine absolute Ausnahme), die dann auch ziemlich gute Spieler hervorbringen. Das obere Bild zeigt das Finale der Männer, technisch sehr ansprechend. Man beachte auch die Wand der Halle. Die Universität, zu der die Halle gehört, hat tatsächlich das gleiche Maskottchen wie Georgia Tech (Yellow Jackets und eine Wespe), so dass es quasi ein Heimspiel für uns war.

'Team Georgia' beim Dinner

'Team Georgia' beim Dinner; vorne: Jessica, Fiona, Meng, Hong, Tuan

Am Samstag Abend gab es ein Dinner im Kahler Hotel, nach dem dann die Trophäen ausgegeben wurden. Wir bekamen einen Pokal für den ersten Platz in der Division Georgia, ebenso wie die Mädchen von der Georgia State (auch in Atlanta), mit denen wir oft zusammen etwas unternommen haben (Abendessen, Bowling,…). Mit der Zeit nannten wir uns ‚Team Georgia‘, da wir uns meist gegenseitig anfeuerten, auch wenn wir nicht von der gleichen Uni sind. Am Montag kehrten wir zurück und natürlich warteten erst einmal wieder Hausaufgaben, die es aufzuholen galt. Bin nun also wieder voll im Georgia-Tech-Leben. Am Ostermontag kommen übrigens meine Eltern+Simone+Freund nach Atlanta. Freu mich schon sehr drauf , nach über einem halben Jahr!

10 Antworten zu “College Table Tennis National Championships ’09”

  1. Christian Sagt:

    Hi Martin,

    Glückwunsch! Freu mich schon wenn du deine internationale Erfahrung wieder in Kleinsachsenheim einbringen kannst 🙂 Vielleicht schaffen wir ja den Wiederaufstieg!

    Bei uns in Oregon hat damals eine Tina Chen Hung Yu gespielt, die ist dann nach ihrem Studium zu Texas Wesleyan gewechselt. Die hatte als Jugendspielerin im Taiwanesischen Nationalteam gespielt, schätze aber dass die 4-5 Jahre Oregon sie daran gehindert haben groß rauszukommen – Sie hat bei uns lediglich 1-2 mal die Woche mit ihrem Freund trainiert und dieser konnte gerade mal den Schläger halten 😉

    Wünsch dir noch ne gute Zeit und viel Spaß mit deiner Familie,

    Christian

  2. martin Sagt:

    ohja, habs im click-tt schon gesehen, dass es jetzt offiziell ist mit dem Abstieg. Aber es war definitiv keine leichte Aufgabe… Denke auch, ein Wiederaufstieg ist doch ein anreizenderes Ziel als Nicht-Abstieg 😉

    Diese Tina Chen hat sogar mitgespielt, der Name kam mir bekannt vor.
    http://www.nctta.org/champs/2009/results/WSDraw.pdf
    Sie ist aber in der 2. Runde schon gegen die spaetere Turniersiegerin ausgeschieden.

    Dann trainiert mal alle fleissig zu Hause! Hab mir fest vorgenommen, im Sommer was zu tun 🙂

  3. grinsekatze Sagt:

    Die Zuschauer auf dem Foto „Finale der Männer“ sehen irgendwie gelangweilt aus… Oder sind sie nur enttäuscht, dass sie nicht im Finale spielen?

  4. martin Sagt:

    Hm, das ist wahr. Den letzten Grund wuerde ich mal (bis auf wenige Ausnahmen vielleicht) ausschliessen. Folgende Gruende kann ich mir vorstellen:
    – Beim Tischtennis ist waehrend dem Ballwechsel Stille oberstes Gebot, weswegen nicht so die froehliche Groelstimmung aufkommt wie z.B. beim Fussball. Muss ich zugeben, dass Tischtennis in der Hinsicht nicht sehr zuschaerfreundlich ist 🙂
    – Die meisten Zuschauer kommen aus allen moeglichen Unis und haben daher keinen Favoriten, so dass sie eher nuechtern als emotional das Spiel verfolgen.
    – Die Baenke haben keine Lehne, weshalb die stuetztende Hand im Gesicht zu einer angenehmeren Sitzposition verhilft.
    – Das Spiel befindet sich im ersten Satz bei 7:4, d.h. so spannend war das Spiel zu dem Zeitpunkt nicht.

    Hoffe, du findest irgendeinen Grund plausibel. Langweilig war das Spiel fuer den Tischtenniskenner auf keinen Fall 🙂

  5. Christian Sagt:

    Ja, ich hätte Lust auf ein paar Tage Trainingslager im Sommer. Matze meinte auch so etwas könnte er auch Sachsenheim-intern machen. Müssen wir uns beides mal überlegen, aber ist auf jeden Fall besser als sich die ersten paar Punktspiele einzuspielen.

    Von den Ratings her (in USA wird echt alles quantifiziert :)) war das ja eine hochkarätig besetzte Frauenrunde.

  6. grinsekatze Sagt:

    Hehe, ich entscheide mich für die fehlende Lehne. Das würde mich auch stören.

  7. Ulf Sagt:

    Ich glaub auch nicht, dass die da total gelangweilt sind. Immerhin schauen die allermeisten Zuschauer nicht irgendwo hin sondern zu dem Spieler, ueber dem da gerade dieser Ball in der Luft schwebt.

    Martin, warum ist der Schiri auf dem Bild schon beim Umblaettern zum 4:8?
    War der linke Spieler so schlecht, dass der Schiri das 4:8 fuer unvermeidlich hielt?

  8. martin Sagt:

    Ja, zu dem Zeitpunkt war das 4:8 wahrscheinlicher 🙂 . Aber vermutlich hatte der linke Spieler den Punkt vorher gemacht, weil meistens haben die Schiris beide Zahlen wie die rechte im Bild, also griffbereit zum Umblaettern. Womoeglich hatte er also das linke Blatt noch nicht griffbereit, weil er das grad erst umgeblaettert hat. Ein Erklaerungsversuchs… 🙂

  9. Matthias Sagt:

    Hallo Martin,

    freut mich, dass es dir gut geht in den US. Bei deinen Bildern aus Florida & Co. werde ich ja soo neidisch. Will auch dahin an den Strand …. Nun ja, Geduld.

    Mal zu was ganz aktuellem:
    Ich hoffe, ihr habt nicht solche Professoren wie den hier:
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,621161,00.html

    Viele Grüsse,
    Matthias

  10. martin Sagt:

    Hey Matthias, schön von dir zu hören! Musst halt doch noch die Martin-Matthias-Besuchstour machen 😉

    Oha, Athens ist etwa ne Stunde weg von Atlanta. Univ. of Georgia, wo das passiert ist, ist ja der Football-Erzfeind vom Georgia Tech. Hoffen, wir dass sowas nicht so schnell wieder passiert…