Meine Familie zu Gast in Atlanta

Nach mehr als 8 Monaten haben wir uns wieder gesehen. Meine Eltern (Ingrid und Eberhard), meine Schwester Simone und ihr Freund Sebastian landeten am Montag 13.4. in Hartsfield Airport, um eine Woche in und um Alanta zu verbringen. Die Hürden der Einreise scheinen sie ohne Probleme gemeistert zu haben und nachdem wir uns den Mietwagen geholt haben (ein Toyota SUV), ging’s auch schon los ins Zentrum von Atlanta. Die Hotels hatte ich von hier aus gebucht, so dass wir nur noch einchecken mussten. Am ersten Abend (In Deutschland war es ja schon spät) hatten wir uns nicht so viel vorgenommen, nur noch amerikanisch Burger-Essen im Vortex. Mit dem nächsten Tag begann dann aber die – wie ich bis jetzt vernommen habe – anstrengende Erkundungsreise durch Amerika. Morgens Campus-Tour, wobei auch ich den Campus nochmal neu entdecken konnte, da man sonst ja immer mit einem Ziel herumläuft. Ins Aquarium und zum Rundblick aufs Westin Hotel habe ich sie dann aber alleine geschickt, da ich mittags Vorlesungen hatte. Am Abend erfüllte sich für Sebastian und Simone, beide aktive Baseball bzw. Softball-Spieler, ein Traum. Wir fuhren zum Turner Field, wo die Braves leider etwas kläglich gegen die Florida Marlins verloren. Aber für den Kenner muss so ein Spiel doch sehr spannend sein. Ob Eberhard im Hintergrund des Bildes seine Augen noch offen hat, müsst ihr ihn selbst fragen 🙂 .

Versammelte Mannschaft beim Baseball

Versammelte Mannschaft beim Baseball

Und am nächsten Tag waren meine Gäste auch schon wieder weg. Da für mich auch in dieser Woche einiges zu tun war und 7 Tage Atlanta etwas zu lang sind als Touri, fuhren sie bis Freitag nach Savannah und Charleston, um auch ein bisschen das typische Südstaatenflair zu erleben, das man in Atlanta kaum spürt. Wie ich gehört habe, war das Hotel in Charleston auch ganz annehmbar. Aus Raummangel bekamen sie die Präsidenten-Suite, wo schon Reagan, Bush Sr. und Prinz Charles genächtigt haben – Deutsche Touris in hohen Gefilden 🙂 .

Eberhard und Ingrid im Botanischen Garten

Eberhard und Ingrid im Botanischen Garten

Den Samstag und Sonntag nutzen wir dann gemeinsam in Atlanta. Um es einmal zugespitzt zu formulieren, hatten sich im Laufe der Zeit zwei Lager gebildet: Meine Eltern – Sightseeing, früh aufstehen, was vom Land sehen, carpe diem, vs. Simone und Sebastian – Shoppen gehen, ausschlafen, Raucherpause, wenig laufen. So mussten wir am Samstag Kompromisse finden, was dann auch geht, wenn man nur früh genug aufsteht… Morgens zum zweistündigen Powershopping zur Outlet-Mall, eine Stunde nördlich von Atlanta. Die Aussage Ingrid’s „I brauch nix“, stellte sich gegen Ende der zwei Stunden dann doch als falsch heraus, als die Versuchung des Reebok-Stores und eines Schuhladens dann doch zu groß wurde, sich mit neuen Sportklamotten auszustatten. Im anschliessenden Atlanta History Center, das ich selbst noch nicht gesehen habe, erkundeten wir die Geschichte Atlantas, die hauptsächlich aus Bürgerkrieg (1860er) und den olympischen Spielen ’96 besteht. Zudem gibt es eine nachgebaute Farm und das Swan-House, ein opulentes Herrenhaus von 1928. Nachdem Simone und Sebastian dies überstanden hatten (und es dann doch ganz gut fanden), erwartete sie die nächste Herausforderung: Die Besteigung von Stone Mountain (über den ich ja schon Anfang des Jahres berichtet habe) und die anschließende Lasershow. An diesem Tag konfrontierte ich meine Eltern auch zum ersten Mal mit Fast-Food (Arby’s), doch Eberhard war positiv überrascht – „I wusst gar net, dass Fast Food so gut schmeckt.“ Aber auf Dauer wolle er es auch nicht essen.

Martin Luther King's Grab

Martin Luther King's Grab

Der letzte Tag unserer gemeinsamen Zeit (Sonntag) stand zunächst im Zeichen von Martin Luther King, der in Atlanta aufgewachsen und auch tätig gewesen ist. Wir besuchten den Gottesdienst der Ebenezer Baptist Church, ein sehr interessantes Erlebnis. Fetzige Gospelmusik vom Männerchor, unglaublich herzliche und freundliche Leute, und ein Prediger, der bei der Predigt fast explodiert (und Eberhard ist doch so empfindlich gegen Schreien 🙂 ). Im Anschluss sahen wir das Visitor Center, in dem sich ein kleines Museum zur Bürgerrechtsbewegung befindet, die Historic Ebenezer Baptist Church und das Grab von Martin Luther King. Am Mittag teilten sich die zwei Lager dann doch noch auf: Simone und Sebastian begaben sich auf die Suche nach Baseball-Equipment, während meine Eltern und ich uns den Botanischen Garten anschauten. Ich habe schon befürchtet, dass Ingrid ihre ganzen Filme verknipsen würde, aber sie hat sich dann doch erstaunlich gut zurückgehalten. Nach der ganzen Geschichtskunde war das Betrachten von Blumen ohne Schilderlesen o.ä. auch für mich sehr erholsam.

Best of Botanical Garden

Best of Botanical Garden

Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Nach wenigen, aber intensiven Tagen gemeinsam in Atlanta befindet sich die Reisegruppe inzwischen in Philadelphia am Ende einer Rundreise im Nordosten der USA. Ich hatte am Anfang ja schon ein paar Bedenken, wie das für meine Eltern mit dem Englisch reden wird, aber es ging alles ohne Probleme – Papa frei drauf los redend, auch wenn er die Antwort nicht immer auf Anhieb verstand 😉 , und auch Mama hat mich positiv überrascht, als sie bei der Führung im History Museum einiges verstanden hat. Und zur Not waren ja auch noch die Englisch-Experten Simone und Sebastian da 🙂 .

Zu guter Letzt: Vielen, vielen Dank für den Besuch!! Und es ist ja nicht mehr allzu lange, bis der Titel des Blogs geändert werden muss…

13 Antworten zu “Meine Familie zu Gast in Atlanta”

  1. Christian Sagt:

    Geändert zu „Martin back home im Ländle“?

    Gruesse, Christian

  2. martin Sagt:

    Gute Idee! Oder „Martin back im sweet home Laendle“ 🙂

    Bin fuer weitere Vorschlaege offen!

  3. scytale Sagt:

    „Endlich wieder Bacardi Cola!“ – Ich sag nur STR1-Sommerfest!!!! 😛

  4. martin Sagt:

    Haha 😀 , woher weisst du denn, dass es hier keinen Bacardi gibt!? Und Cola sprudelt hier ja aus den Brunnen 😉

  5. Ulf Sagt:

    Es gibt durchaus Bacardi in den USA — haben wir auf den Strassen von Las Vegas ausreichend getestet ;-).

    Was mich viel mehr interessiert: Warum ist das Foto vom MLK-Grab auf deinem Blog aus fast genau der gleichen Perspektive fotografiert worden wie das Bild beim Pingu? Ich meine, sieht es etwa langweilig aus wenn man es von 90 Grad weiter fotografiert?

  6. martin Sagt:

    Glaub das liegt einfach daran, dass man vom Visitor Center uber die Historic Ebenezer Baptist Church zum Grab laeuft und das dann die erste Perspektive ist. Ausserdem waren alle anderen Bilder, die ich davon gesehen habe, auch aus der Perspektive, wahrscheinlich intuitiv nachgemacht 😀 .

  7. grinsekatze Sagt:

    Warum nennst du deine Eltern denn beim Vornamen?
    Ich sag vorm Shoppen auch immer, dass ich nichts brauche. Was scytale dann richtig interpretiert in: „Ich brauche schon was, hab aber keine Lust auf Shoppen.“ 🙂
    Anscheinend kommen deine Eltern mit Englisch genauso gut klar wie meine. Mein Vater würde auch einfach so drauf los reden 😀

    Hm, mit Zucker verklebte Brunnen… Ist ja auch doof.

  8. Simone Sagt:

    Hey Bro,
    also ich muss Sebastian und mich jetzt hier grade mal verteidigen!! Wir fanden nicht jedes Museum langweilig und jede Stadtbesichtigung überflüssig! Das Martin Luther King Museum und Savannah, sowie Stone Mountain waren auch für uns interessante Erlebnisse!!!
    Alles in allem aber ein sehr anstrengender Urlaub, den ich aber gerne noch verlängert hätte. (schade, dass Sebastian auch ohne Reisepass ausreisen durfte 😉 Hat ja alles gut geklappt im Konsulat… Nur Mama fand, dass der grüne „Zettel“ nicht so wichtig war und das Verschwinden jenes Zettels erst berichtet hat, nachdem Sebastian auf dem Konsulat fertig war. Somit hatte sie leichte Probleme nach Kanada rüber zu kommen bzw eher zurück nach USA…
    Da Sebastian ja keinen Reisepass mehr hatte, sind wir auf der amerikanischen Seite der Niagara-Fälle geblieben, wo wir unsere eigene 5-stündige Niagara-Fall-Rundfahrt genießen konnten mit unserem Tourguide Big Johnnie =)

    Uns ist aufgefallen, dass die Amis im Allgemeinen sehr freundlich sind!!! Und unser Bild von den Amis hat sich sehr zum Postivien verändert!! Vor allem als wir bei der Niagara-Bustour ein Ami-Ehepaar kennengelernt haben, die uns dann auch prompt zum Lunch eingeladen haben. Im Gespräch mit Ihnen konnte man doch einiges über die Denkweise der Amis erfahren. Wirklich sehr sehr freundliche Menschen! (wer weiß, vielleicht musst ja du uns irgendwann jedes Jahr in USA besuchen 😉

    Naja, jetzt sind wir wieder im Alltag und bleiben halt wieder per E-Mail im Kontakt…

    Big Kiss!! deine Sis + Sebastian

  9. Ulf Sagt:

    Hey grinsekatze, danke fuer den Hinweis! Endlich noch jemand, der seine Eltern beim Namen nennt! Ich tu das auch, ich werd auch gelegentlich drauf angesprochen. Und jetzt weiss ich: Ich bin nicht allein. Auch andere Menschen kennen die Vornamen ihrer Eltern und koennen sie aussprechen/-schreiben :D.

  10. martin Sagt:

    @grinsekatze/Ulf: Soll ich Herr und Frau Mueller sagen? 😀 Ne, dachte bei nem geschriebenen Text versuch ich „Mama“ und „Papa“ zu vermeiden, und „meine Mutter“ und „mein Vater“ waere auf Dauer etwas umstaendlich zu lesen. Also anreden tu ich sie schon meist mit Mama oder Papa, denk ich, sorry Ulf 🙂
    Das mit den Cola-Brunnen war metaphorisch gemeint, weil die Cola ja hier in Atlanta erfunden wurde 😉 .

    @Simone: Jaja, deswegen habe ich ja gesagt ‚zugespitzt formuliert‘. Letztendlich ging die Diskussion im Gordon Biersch schon darum 🙂 . Wer ist Big Johnnie?

  11. Simone Sagt:

    Big Johnnie war unser Tourguide (wie bereits erwähnt). Wir haben ja ne extra Tour gemacht, weil wir nicht mit unserer dollen Gruppe mitkonnten… Und Big Johnnie war so n lustiger, dicker Ami. Hat echt Spaß gemacht die Tour mit ihm!!!

  12. martin Sagt:

    Wie kamt ihr auf den? Nur fuer euch die Tour?

  13. Simone Sagt:

    Nee, da gabs eben so Touren, die angeboten wurden vom Visitor Center und die haben wir einfach mitgemacht… Waren so um die 13 Leute bei der Tour dabei. U.a. eben dieses Ehepaar, die uns zum essen eingeladen haben…