Archiv für Juni 2009

Mit der Party-Barke auf Lake Lanier

Mittwoch, 17. Juni 2009

Die anstehende Reise nach Kanada zusammen mit Marius rückt rasend näher, weswegen ich hier noch kurz ein wenig schreiben werde, um die „Prä-Kanada-Zeit“ abzuschließen.

Lake Lanier - Partyboot

Lake Lanier - Partyboot

Erwähnenswert in dieser Woche war die  Bootsfahrt auf Lake Lanier, das wie  auch schon die Reise nach Savannah vom WSF organisiert wurde. Mit etwa 25 Mann und Frau fuhren wir zum ca. 1 Autostunde nördlich gelegenen Stausee. Mit einer Fläche von 150 qkm stellt der See nicht nur ein wichtiges Wasserreservoir für Georgia dar, sondern bietet auch jede Menge Freizeitaktivitäten rund um den Wassersport. Wir mieteten eine ca. 10 m lange Party-Barke mit Sofaecke, Oberdeck und Wasserrutsche, um 4 Stunden gemütlich auf dem See herumzutuckern. Die, die mitgedacht hatten, brachten einige Dosen Bier mit und so verging die Zeit wie im Flug mit Reden, im Liegestuhl Liegen und ab und an ins Wasser Springen/Rutschen. Ich hatte bei strahlendem Sonnenschein schon ein bisschen Angst um meinen schneeweißen Oberkörper, aber es ging dann doch alles gut. Der Sommer ist hier nämlich schon richtig angekommen, d.h. selbst bei Nacht kühlt es hier kaum noch unter 20 Grad ab. Am Donnerstag soll es sogar 36 Grad geben! Doch dem weiche ich aus, da ich dann schon auf dem Weg nach…

…Montreal (Kleiner Aufhänger für den nächsten Eintrag, der nach meiner Rückkehr am 30. Juni folgen wird) sein werde.

Weekends!

Montag, 08. Juni 2009
Interessanter Baum im Amicalola State Park

Interessanter Baum im Amicalola State Park

Aus meiner Trägheit, kleine Erlebnisberichte zu veröffentlichen, folgt nun eine Zusammenfassung der letzten vier Wochenenden, die ich angesichts des nahen Endes zu allerlei Vergnügung genutzt habe. Beginnen wir vor drei Wochen mit dem Amicalola Falls State Park, einer unter vielen Parks, die vom Staat Georgia unterhalten werden – im Gegensatz zu den Nationalparks, die von den vereinigten Staaten (dem Bund auf gut deutsch) betrieben werden. Die Idee dabei ist, dass Gegenden von schöner Natur oder historischem Hintergrund für Besucher zugänglich gemacht und erhalten werden. In diesem Fall (man beachte das Wortspiel) handelt es sich um einen Wasserfall in den Ausläufern der Appalachen nördlich von Atlanta. Mit dem Auto kann man am Eingang des Parks für 3$ parken, wo vom Visitor Center aus verschieden Wanderwege zur Spitze des Wasserfalls führen. Nach einer knappen Stunde hatten Fiona, die ich bei den Tischtennis Nationals kennengelernt hatte, und ich den nicht allzu schwierigen Aufstieg (man erinnere sich an den Eintrag über die Great Smokey Mountains) geschafft. Den beeindruckendsten Blick hatten wir dann auf dem Abstieg, der mittels Holzstegen direkt am Fuß des Wasserfalls vorbeiführt. Die State Parks sind auf jeden Fall eine schöne Einrichtung für Wochenendtrips, um von dem Großstadt- und Unileben ein wenig Luft zu holen.

Amicalola Falls

Amicalola Falls

East Atlanta Beer Festival (Quelle: http://www.eabfonline.com)

East Atlanta Beer Festival (Quelle: http://www.eabfonline.com)

Das Wochenende darauf war mit dem East Atlanta Beer Festival weniger erholsam. Laut Webseite wurden 170 Biersorten zur Verkostung angeboten, die Madison, Frederik, Fiona und ich, aber leider nicht ganz durchbekommen haben. Recht pünktlich um 13 Uhr waren wir auf dem Gelände in East Village im Südosten Atlantas, als die Schlange schon enorm war. Um die 3000 Besucher, meine ich gehört zu haben, wollten sich die Bierprobe nicht entgehen lassen. Neben den großen Brauereien wie Sam Adams, Yuengling, Sweetwater oder dem gut bekannten Franziskaner, waren überwiegend lokale und kleinere Brauereien vertreten. Ich kann mich kaum noch an Namen erinnern – und das schreibe ich jetzt mal der Vielzahl an Namen zu, nicht was der Leser vermuten könnte – aber es war sehr interessant, die verschiedenen Geschmäcker zu vergleichen. Erinnern kann ich mich noch an ein Bier namens Oberon (weil Frederik und ich beim Anblick des Namens über den Sommernachtstraum von Shakespeare zu philosophieren begannen) und das war auch ganz gut – war aber auch eher gegen Ende… Im Gedächtnis blieb mir auch das Pfirsich-Bier, hier im Peach(Pfirsich)-State Georgia ja quasi ein Muss. Und es schmeckt gar nicht so schlecht wie man denkt! Als die Zelte gegen 18 Uhr abgebaut wurden, waren wir drei Jungs aber doch ganz froh, dass Fiona (unser „designated driver“) gefahren ist, und keiner von uns…

In der Sparte Kino kann ich nur den Film UP aus dem Hause Pixar ans Herz legen – Beeindruckend von den Animationen, und die Story ist auch ganz nett. Ich hab ihn in 3D angeschaut, und denke, muss man nicht unbedingt machen. Die Effekte sind eher dezent gehalten und nach 15 min. hat man sich ziemlich daran gewöhnt, dass es 3D ist. Einige Impressionen waren jedoch mit 3D-Brille ganz hübsch, aber wie gesagt nicht übermäßig spektakulär.

Six Flags White Water (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Six_Flags_White_Water)

Six Flags White Water (Quelle: http://en.wikipedia.org/ wiki/Six_Flags_ White_Water)

Gestern war ich mit Aneece vom Tischtennis und einigen seiner Freunde (und Freunden von denen und…) – Wir waren eine überaus multikulturelle Gruppe (libanesisch, indisch, amerikanisch, jüdisch, holländisch, deutsch) – im Wasserfreizeitpark Six Flags White Water in Marietta nördlich von Atlanta. Zwei der drei ‚Thrill‘-Attraktionen erledigten wir gleich am Anfang, bevor die Besuchermassen zu groß wurden: Zum einen den Cliffhanger, eine 90 Feet (30 Meter) hohe gerade Rutsche, die anfangs fast senkrecht nacht unten geht, und zum anderen den Tornado, wo man in einem Luftkissen in eine riesige Röhre hineinbeschleunigt wird, an deren Wänden man dann auf- und abschwingt. Neben mehr als einem Dutzend weiteren Rutschen (die wir gar nicht alle machen konnten an diesem Tag), ist das Wellenbad Atlanta Ocean das Zentrum des Parks. Sehr schön ist auch ein Strudelkanal, der um den kompletten Park herumführt, wo man sich einfach mit dem Strom treiben lassen kann. Als gegen Mittag die Sonne raus kam, wurde der Park leider ziemlich voll, so dass man wie in normalen Freizeitparks recht lange auf Fahrten warten musste. Ist also nicht wirklich mit einem Freibadbesuch zu vergleichen…

High Museum - Skywalk Level

High Museum - Skywalk Level

Den heutigen Tag habe ich für den Besuch des High Museum of Art, des hiesige Kunstmuseums, genutzt, dessen Ruf in der Kunstwelt gar nicht mal so schlecht is. Neben den üblichen Kategorien wie europäische Kunst des 14. bis 19. Jahrhunderts und amerikanischer Kunst, wird auch Wert auf lokale Künstler gelegt. Im obersten Stock, dem Skyway Level, stehen die modernen Stücke. Die momentanen Gastaustellungen sind Monet’s Wasserlilien und Louvre – Masterpieces. Das letztere zeigt Stücke aus dem Louvre und erklärt an ihnen die Bedeutung und Geschichte der Bezeichnung Masterpiece (Meisterstück). Monet’s Austellung, die von der Photographie Serie On the Beach von Richard Misrach begleitet wird, war mit 4 Bildern eher klein. Sehr interessant fand ich die Ausstellung Evolution: Five Decades of Printmaking des afroamerikanischen Künstlers David C. Driskell, der afrikanische Elemente in seine Werke einbaut.

Piedmont Lake im gleichnamigen Park

Piedmont Lake im gleichnamigen Park

Auf dem Rückweg fuhr ich mit dem Fahrrad durch Midtown zum Piedmont Park, damit ich den auch mal gesehen habe. Wenn einen die ganzen Leute um einen herum nicht stören, ist das ein sehr schöner Ort zum Sport treiben, spazierengehen oder lesen. Die Grünflächen sind wirklich riesig – zum Teil würden wirklich drei Fußballfelder nebeneinander passen… Am Piedmont Lake gibt es ein kleines Rondell, wo doch tatsächlich gerade eine Hochzeit stattfand; unter den Augen von vorbeistreunenden Leuten wie mir… Konnte mir das Foto gerade noch verkneifen. Naja, ist wohl Geschmacksache 🙂 .