Kanada Teil II (20.-25.6.): Montreal

Schwerpunkt unserer Reise war mit 4 ganzen Tagen Aufenthalt Montreal, die größte Stadt Quebecs. Nach 3 Tagen hatten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zwar schon durch, doch blieben wir noch einen Tag länger, da am 24.6. der Nationalfeiertag von Quebec stattfand, den wir gerne noch mitgenommen haben. Doch dazu später mehr.

Marche Bonsecours im Vieux-Montreal

Marche Bonsecours im Vieux-Montreal

Beginnen wir mit Tag eins. Sonntag. Durch die gute Lage unseres Hotels in Downtown Montreal konnten wir den ersten Tag gänzlich zu Fuß zurücklegen. Zunächst besuchten wir das Musee des Beaux-Arts, das zu meiner positiven Verwunderung einige Ausstellungen gratis anbot. Neben einigen moderneren Gemälden und einer Austellung zum Thema Napoleon war dies der letzte Tag, um die Austellung ‚Imagine’ über John Lennon und Yoko Ono zu sehen. Ich hatte mich davor kaum mit den beiden beschäftigt, so dass das ganze sehr lehrreich für mich war – Schon sehr bemerkenswert, wie die beiden für den ‚Weltfrieden’ gekämpft haben, aber doch irgendwie ziemlich seltsame Leute. Naja, wären sie nicht seltsam, würden sie wohl auch nicht so schnell im Museum landen… Weiter ging’s dann durch Downtown vorbei an der Cathedrale Marie-Reine-du-Monde, die dem St. Petersdom in Rom nachempfunden ist, zur Altstadt Montreals, dem Vieux-Montreal – Am St. Laurence Strom gelegen, ideal zum Flanieren. Hier befindet sich auch die einzige bedeutende Kirche, die wir auf unserer Rundreise ausgelassen haben, weil für die Basilique Notre-Dame doch tatsächlich Eintrittsgeld verlangt wurde – bei dem üppigen kostenlosen Angebot in Quebec keine wirkliche Option… Stattdessen sind wir durch eine Umweltmesse gelaufen, weil Mari unbedingt Kulis haben wollte. War jetzt nicht so richtig spannend, aber ganz am Ende war dann doch noch was: Kartenspielen in der 5. Dimension (so hieß das). Da hat ein Mensch wirklich die 5. Farbe beim Kartenspielen erfunden. Dass da niemand früher drauf gekommen ist… Was das mit Umwelt zu tun hatte, war uns aber auch nicht so ganz klar.

Musee Des Beaux Arts - Imagine

Musee Des Beaux Arts - Imagine

Biosphere auf Ile Sainte Helene

Biosphere auf Ile Sainte Helene

Tag zwei widmeten wir den beiden Inseln Montreals – Ile Sainte-Helene und Ile Notre-Dame. Zur Ile Sainte-Helene brachte uns die Metro und den Rest erledigten wir wieder zu Fuß (Die beiden Inseln sind durch eine Brücke verbunden). Ile Sainte-Helene ist vor allem bekannt für die Biosphere, eine ziemlich große Metallgerüstkugel, die bei der Expo 1967 als US-amerikanischer Stand diente. Auf Umwegen, an einem überteuerten Freizeitpark vorbei, auf dessen Parkplatz wir uns verirrten, erreichten wir Ile Notre-Dame. Zum einen liegt hier der ehemalige Formel-1 Rundkurs Circuit Gilles Villeneuve, wo bis vor zwei Jahren noch Rennen gefahren wurden. Heute drehen Radfahrer, Skater und Autofahrer ihre Runden – alles öffentlich zugänglich. Im 24h geöffneten Casino war es dann an der Zeit die Urlaubskasse aufzubessern. Da ich Münzen sammle hab ich auch sofort mal den Automaten ausprobiert, der Quarter gegen Scheine ausspuckt, und gleich ein paar neue Münzen gefunden 🙂 . Nach Kurzem hatten wir dann einen gewinnbringenden, quarterschluckenden einarmigen Banditen gefunden. Ich hab nach einem Dollar Gewinn einen Schlusspunkt gesetzt, und Mari hat sogar eine 2-Dollar Münze, die er auf dem Hinweg gefunden hatte, in 5 Dollar Gewinn ummünzen können – Mit dem letzten übrigen Quarter eine 20:1 Kombination!

Circuit Gilles Villeneuve, Montreals ehemalige F1-Strecke

Circuit Gilles Villeneuve, Montreals ehemalige F1-Strecke

Zurück in Downtown setzten wir den Höhenflug fort – mit der Besteigung des Mont Royal, dem Hügel mitten in Montreal, nach dem die Stadt  benannt ist. Oder der Hügel nach der Stadt!? Jedenfalls ein toller Ausblick von da oben, quasi auf Augenhöhe mit den Hochhäusern Downtowns.

Ausblick vom Mont Royal auf Downtown

Ausblick vom Mont Royal auf Downtown

Tag drei verbrachten wir auf dem Olympiagelände von 1976, das hauptsächlich aus Olympiastadion, Montreal Tower und Biodome besteht. Während das Stadion kaum noch benutzt wird, ist im Biodome eine Art Zoo untergebracht, wo vier Klimazonen simuliert und die dazugehörigen Tiere präsentiert werden: Tropenwald Brasiliens, die Laurentischen Wälder (Die liegen direkt neben Montreal), der St. Laurence Strom und die Arktis. Ein weiterer toller Ausblick bot sich dann vom Montreal Tower.

Olympiastadion und Montreal Tower

Olympiastadion und Montreal Tower

In der Hoffnung ein Feuerwerk für den anstehenden Quebecer Nationalfeiertag zu sehen, bestiegen wir gegen Abend das Oratoire Saint-Joseph, Montreals größte Kirche, die vor allem von innen gigantisch wirkt. Auf den Stufen bei den vier Säulen warteten wir den Sonnenuntergang ab und konnten ganz weit entfernt auch ein paar Feuerwerke sehen.

Oratoire Saint-Joseph

Oratoire Saint-Joseph

Festumzug - Samuel De Champlain

Festumzug - Samuel De Champlain

Den Nationalfeiertag am folgenden Tag feierten die Montrealer mit einem Umzug und anschließendem Festkonzert. Das Besondere am Festumzug sind übergroße Figuren, die berühmte Persönlichkeiten Quebecs und Kanadas darstellen, wie z.B. Samuel De Champlain im Bild, der Quebec City gegründet hat. Auf der ganzen Reise, und besonders an diesem Tag, haben wir die Erfahrung gemacht, dass Quebec eine besondere Stellung in Kanada einnimmt. Aufgrund der kulturellen Unterschiede wollen nicht wenige einen eigenen Staat Quebec haben, und so haben wir z.B. auch von der Separatisten-Partei einen Flyer in die Hand gedrückt bekommen. Der war natürlich auf Französisch, was hier als Sprache ähnlich wie in Frankreich extrem hochgehalten wird. Auch auf dem anschließenden Konzert  traten nur französischsprachige Bands auf. Zwei Referenda zur Unabhängigkeit wurden bereits abgehalten, beide Male pro Kanada, aber sehr knapp. Mir war bewusst, dass es ein französisches und ein englisches Kanada gibt, doch war ich doch recht erstaunt, dass die Unterschiede sich so stark im alltäglichen und politischen Leben äußern.

Festumzug - Quebec's Fahne war überall zu sehen

Festumzug - Quebec's Fahne war überall zu sehen

Montreal hat mir persönlich von den Städten, die wir besucht haben, am besten gefallen. Eine große moderne Stadt mit Flair. Einzig, dass alles französisch ist, wäre gewöhnungsbedürftig für ein Leben hier. Was es zwischen Montreal und Toronto so zu sehen gibt – demnächst hier.

2 Antworten zu “Kanada Teil II (20.-25.6.): Montreal”

  1. scytale Sagt:

    Das du doch noch zu einem Glücksspieler wirst, hätte ich ja nicht gedacht… 😉
    Was ich ganz lustig finde: Montreal wirkt trotz der Hochhäuser irgendwie ganz „nett“. Liegt vielleicht daran, dass man im Hintergrund noch Natur (Wald und Hügel) sieht.

  2. martin Sagt:

    Bin ja hauptsaechlich zum Scheine-in-Quarter-Wechseln ins Casino 😉

    Ja, der St. Laurence Strom und der Mont Royal (den man ja nicht sieht, weil wir drauf stehn 🙂 ) geben Montreal ein sehr schoenes Stadtbild.