Kanada Teil III (25.-27.6.): Ottawa, 1000 Islands und Kingston

Früh morgens verließen wir Montreal in Richtung Westen. Ottawa, die eher unbekannte Hauptstadt Kanadas war unser nächstes größeres Ziel. Wir fuhren jedoch nicht direkt über die Autobahn, sondern machten einen ca. 2-stündigen Roadtrip durch die Laurentischen Berge, ein in Kanada recht bekanntes Ski-, Wander- und Erholungsgebiet. Die Landschaft ist eher hügelig als bergig und daher eher mit dem Schwarzwald als mit den Alpen zu vergleichen. Doch gibt es viele Seen, die das Gebiet auch für Wassersport wie Angeln, Kajak o.ä. interessant machen. Die Laurentischen Berge sind wohl kein Grund extra deshalb nach Kanada zu fliegen, aber da wir schon mal in der Nähe waren, kam ein wenig Natur nach dem langen Aufenthalt in Montreal auch nicht ungelegen.

Laurentische Berge - Lac Tremblant

Laurentische Berge - Lac Tremblant

Beim Staatsempfang in der kanadischen Hauptstadt (Royal Mint)

Beim Staatsempfang in der kanadischen Hauptstadt (Royal Mint)

Gegen Nachmittag erreichten wir unser Hotel in Gatineau, das noch in Quebec direkt neben Ottawa liegt, während Ottawa dann schon zu Ontario gehört. Und das ist kein Zufall: Das vergleichsweise kleine Ottawa (785.000 Einwohner) ist als Hauptstadt ein Kompromiss zwischen der anglo- und der frankophonen Bevölkerung. Um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, sind wir ca. 3 Stunden rund um das Regierungsviertel spaziert. Und zumindest diese Gegend ist sehr hübsch anzuschaun. Die drei Regierungsgebäude liegen auf einem Felsvorsprung, wo der Rideau Kanal (wie die Zitadelle in Quebec als Schutz gegen die USA erbaut) in den Ottawa River mündet. Weiter ging es am Rideau Kanal in Richtung National Gallery und die Royal Canadian Mint (Münzprägeanstalt). Auf dem Rückweg streiften wir das National War Memorial und endeten in einer von Menschen gefüllten Fußgängerzone (!), wo einige Stände in einem Wettkampf um die Auszeichnung der „besten Ribs der Stadt“ kämpften. Leider hatten wir kurz davor unseren Hunger mit McDonalds bzw. Subway verdorben… Insgesamt machte Ottawa einen sehr freundlichen Eindruck auf mich – schon ein krasser Gegensatz zu Washington D.C., wo alles sehr monumental wirkt. Auch habe ich z.B. kaum Sicherheitsleute gesehen.

Parlamentsgebäude in Ottawa

Parlamentsgebäude in Ottawa

Noch bei Tageslicht machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel, das ein richtiges Schnäppchen war: Von außen im Stil eines Schlosses inkl. Golfplatz, Pool, riesigen Zimmern und … Tennis Court. Bis zum Sonnenuntergang haben wir einige Sätze gespielt, wobei ich die Niederlage vom Radduell in Quebec City wieder gut machen konnte (Sorry, Mari, aber das musste ich ja nach deinem Eintrag erwähnen 😉 ). Wir hatten soviel Spaß dabei, dass wir gleich morgens vor dem Checkout noch mal spielten. Mit jede Menge Muskelkater ging es dann weiter zu einem landschaftlichen Höhepunkt unserer Reise…

Die Thousand Islands I

Die Thousand Islands I

1000 Islands - Wolken ziehen auf

1000 Islands - Wolken ziehen auf

… die Thousand Islands (Tausend Inseln). Am nördlichen Ende des Ontario Sees, wo der St. Laurence Strom seinen Weg zum Atlantik antritt, hat es die Natur auf irgendeine Weise geschafft, hunderte von kleinen Inselchen im Wasser zu erschaffen. Auf den meisten Inseln steht jeweils ein kleines Häuschen, das einem reichen Menschen dieser Erde gehört – schon die kleinste Insel, wo quasi nur eine Hütte drauf ist, kostet mehr als eine Million; ganz zu schweigen von den größeren mit Villa, Vorgarten und Brückchen zur Nachbarinsel… Auf dem Thousand Islands Parkway fuhren wir die Küste entlang, bis wir in Rockport Tickets für eine Bootstour kauften. Bis dahin hatten wir wunderschönes Wetter, doch quasi als wir die Karten gekauft hatten, begannen die ersten Wolken aufzuziehen. „Och nee“, dachte ich schon, doch was passierte war großartig. Noch nie hatte ich so beeindruckende Wolken gesehen, die sich wie ein schwarzer Schleier über den Fluss legten. Der Himmel war voller Turbulenzen, die man in den Wolken sehen konnte, wie z.B. im Bild links oben. Das Wetter lenkte so fast ein bisschen von den Inseln ab, die wir zuhauf passierten. Höhepunkt war das Boldt Castle, das – wie nicht anders zu erwarten – auf einer der tausend Inseln erbaut wurde. Mir fällt es total schwer unter all den schönen Bildern welche für diesen Eintrag auszuwählen, aber ich hoffe, die drei Bilder können einen guten Eindruck von allem vermitteln.

Die Thousand Islands II

Die Thousand Islands II

Ein wenig westlich von Kingston übernachteten wir dann bei der Schwester von Marius’ Pfarrer in Calgary. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, mit ‚echten’ Kanadiern zu reden. Vor allem beim Thema USA sind die Kanadier doch sehr stolz auf ihr eigenes Land. Was sie an den Amis nicht zu mögen scheinen, ist die „American attitude“ (amerikanische Haltung), die besten und wichtigsten zu sein. Ich musste dann doch ein bisschen die positiven Dinge in den USA ansprechen. Und die Amerikaner lästern ja auch nicht wenig über die Kanadier. Beruht also alles auf Gegenseitigkeit 🙂 . In der Hafenstadt  Kingston selber gab’s nicht übermäßig viel zu sehen. Am schönsten war es am Ufer des Ontario See. Am Abend schauten wir uns noch ‚Transformers 2’ im Kino an (nachdem wir nun endlich richtig im englischsprachigen Raum waren … ). Den ersten Film fand ich wirklich cool, aber der zweite ist schon schwächer – irgendwie zu viel von allem.

Kingston - Yachthafen am See Ontario

Kingston - Yachthafen am See Ontario

Am nächsten Tag waren schließlich nur noch 3 Tage übrig für Toronto und die Niagara Fälle, worüber es dann im vierten und finalen Eintrag der Kanada-Serie gehen wird.

2 Antworten zu “Kanada Teil III (25.-27.6.): Ottawa, 1000 Islands und Kingston”

  1. scytale Sagt:

    Warum hängt/hing die Flagge auf Halbmast?
    Die Thousand Islands sehen schon auf den Bildern ziemlich beeindruckend/entdeckenswert/interessant/inspirierend/… aus.

  2. martin Sagt:

    Das haben wir uns auch gefragt. Die einzig moegliche Erklaerung: Der Tod Michael Jacksons! 🙂 War echt sein Todestag, aber weiss nicht ob deshalb die Fahnen in Kanada auf Halbmast stehn…

    Wundert mich ehrlich gesagt, dass die 1000 Islands nicht bekannter sind. Waren schone einige Touris dort, aber kein Vergleich zu Niagara Falls…