Kanada Teil IV (27.-30.6.): Toronto und Niagara Falls

Der erste Eindruck von Toronto als wir uns mit dem Auto der Stadt näherten: Der CN-Tower. Schon schätzungsweise 20-30 Minuten bevor wir Downtown erreichten, konnten wir das „höchste Gebäude der Welt“ erblicken, und das nicht weil es auf einem Hügel gebaut wäre… Dieser Eindruck von Toronto hielt an. Der Turm ist mit seinen 553 Metern selbst neben anderen nicht gerade klein geratenen Hochhäusern extrem dominierend und ist wohl zu Recht das Wahrzeichen Torontos. Allein daneben zu stehen und seinen Kopf um fast 90 Grad nach hinten zu legen, um die Spitze zu sehen – ein beeindruckendes Ergebnis der Ingenieurskunst!

Toronto - Harborfront

Toronto - Harborfront

Toronto - CN Tower

Toronto - CN Tower

Selbstverständlich gehört es zum Programm eines jeden Touristen, da mal hochzugehen, auch wenn man für die billigste Karte nur bis zur 346 Meter hohen Aussichtsplattform kommt. Die teurere Option geht bis 447 Meter hinauf. Nachdem wir den Tag an der Harborfront am Ontario See mit Flanieren verbracht hatten, gingen wir gegen Sonnenuntergang hoch, um so die Stadt bei Tag und bei Nacht von oben zu sehen. Der einzige Nachteil: Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee… Aber nach ein bisschen Warten waren wir dann doch noch rechtzeitig oben. Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten für den Normaltouristen: Einen Außengang in der freien Luft, der rundherum geht, eine Plattform mit Glasscheiben, von der man aber nur 180 Grad Umblick hat (Die andere Hälfte ist von einem Restaurant eingenommen), und ein Glasbodendeck, das wirklich originell ist – Auf ein paar Quadratmetern steht man auf Glas und sieht seine Füße vor einem gähnenden Abgrund. Es kostet schon ein wenig Überwindung da drauf zu gehen. Die Zeit bis zur Dunkelheit verbrachten wir damit, alle möglichen Funktionen mit unseren Kameras auszuprobieren, um den Sonnenuntergang und die Lichter der Stadt festzuhalten. Das hat bei meiner Kamera auch ganz gut geklappt solange es noch ein wenig Tag war. Bei Nacht hab ich es jedoch nicht wirklich geschafft, die Belichtungszeit genug aufzudrehen. Was nichts daran änderte, dass der CN-Tower auch nachts ein Highlight (im wahrsten Sinne des Wortes) ist: Die Kuppel und die seitlichen Stützen leuchten in den Regenbogenfarben. Doch auch die Gegend um Harborfront war ganz nett. Ist eben ein typisches Touristenviertel mit Straßenkünstlern, Eiscremeverkäufern, Straßenständen und Bootsfahrten nach Toronto Island.

Blick nach Westen vom CN Tower

Blick nach Westen vom CN Tower

Übernachtet haben wir ca. eine halbe Stunde außerhalb von Toronto bei einer weiteren Schwester von Marius’ Pfarrer, wo die Gastfreundschaft wie auch schon bei dem Paar bei Kingston unglaublich toll ist. Die Familie hat uns in der ersten Nacht in Ihrem Haus schlafen lassen, obwohl sie in dieser Nacht zelteten und damit gar nicht zu Hause waren!

Niagara Falls

Niagara Falls

Den südlichsten Punkt unserer Reise erreichten wir dann mit den berühmten Niagara Falls, die sich zwischen dem Erie See und dem Ontario See direkt an der Grenze zum US Bundesstaat New York befinden. Auf der amerikanischen Seite befindet sich ein schon ganz ansehnlicher Wasserfall (American Falls), aber der eigentliche Höhepunkt befindet sich auf kanadischer Seite – die Horseshoe Falls, die wie ein riesiges Hufeisen geformt sind. Beide lassen sich aufgrund der eigentümlichen Ländergrenzen nur von der kanadischen Seite wirklich gut sehen, so dass wir uns die Einreise in die USA sparen konnten. Der gleichnamige Ort Niagara Falls ist ein übles Touristenloch – wie kaum anders zu erwarten – aber der Anblick der Fälle lohnt sich hundert prozentig. Als wir ankamen war das Wetter sehr trüb und regnerisch. Doch die Wassermengen vom Himmel waren nichts im Vergleich zu denen, die wir bei der Bootstour ‚Maid of the Mist’ zum Fuß der Horseshoe Falls erlebten. In der Tat erzeugen die herabstürzenden Wassermassen einen andauernden Sprühregen im ganzen Gebiet um die Fälle, der im Kessel selbst extrem ist. Deshalb bekommt man auch diese durchaus sinnvollen blauen Ganzkörpermülltüten. Als wir dann mit Niagara Falls fast abgeschlossen, alle Bilder gemacht und die Touristenmeile ausgecheckt hatten, kam dann doch noch die Sonne raus! Mit nun blauem Himmel, weißem Wasserdunst und Regenbogen knipsten wir die Bilder noch mal alle durch und waren dann auch geschafft für diesen Tag.

Niagara - Horseshoe Falls

Niagara - Horseshoe Falls

Bevor wir am nächsten Tag zurück nach Montreal aufbrachen, schauten wir uns Toronto’s Downtown an, die mich schwer an New York erinnert hat – zwar alles ein bisschen kleiner, aber viele Hochhäuser und diese ein wenig verratzten, in quadratischen Blocks angelegten Läden. Auf unserem Fußmarsch passierten wir u.a. die University of Toronto, das Ontario Parlamentsgebäude, die City Hall und das Eaton Center, wo wir ca. 2 Stunden im Apple Store verbrachten 🙂 . Auf der Rückfahrt schließlich bewahrte uns der CN-Tower noch vor Schlimmerem, als er plötzlich zu unserer Linken auftauchte statt rechts, was bedeutete, dass wir in die komplett falsche Richtung fuhren… Nach ca. 4-5 Stunden Fahrt waren wir wieder südlich von Montreal, wo wir die Nacht in einem Motel gut überstanden und morgens noch die ‚Sucrerie de la Montagne’ anschauten, wo auf traditionelle Weise der berühmte kanadische Ahornsirup hergestellt wird. Selbst die Häuser waren alle im Holzhüttenstil gebaut und ein Wolf-Hund-Mischling streifte ab und an über das Gelände. Als wir ankamen, führte uns der Besitzer ein bisschen herum und seine Frau bereitete einige Pancakes zu, die wir zusammen mit hauseigenem Sirup genossen.

Toronto - YongeStreet in Downtown

Toronto - Yonge Street in Downtown

Mari und der Ahornsirup in der Sucrerie De La Montagne

Mari und der Ahornsirup in der Sucrerie De La Montagne

Einige Stunden später hieß es… leider … schon … Abschied nehmen: ich von Kanada, Mari von Kanada, Mari von mir und am schmerzlichsten ich von Mari 🙂 . Der Schlingel sitzt nun schon wieder daheim und kann Rostbraten und Wiener Schnitzel essen… Hast es dir aber auch verdient, Mari 😉 . Wenn mich mal wieder jemand auf einen Rostbraten o.ä. schwäbische Spezialität einladen will: Ich betrete heimischen Boden wenn alles gut läuft am 26. September um 18:25 Uhr von London kommend. Keine Sorge: Mache da keinen Urlaub, ist nur ein Zwischenstopp 🙂 . Der kommende Monat wird sehr stressig, da ich bis 25. August meine Thesis und 2-3 Paper schreiben sollte. Also nicht wundern, wenn hier im Blog weniger los sein wird. Viele Grüße aus Atlanta!

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