QNDE (Quantitative Nondestructive Evaluation) Konferenz in Kingston, Rhode Island

Eigentlich schon ein alter Hut, aber die Arbeit an der Thesis kostete einfach zu viel Zeit in den letzten Wochen. Daher nun ein Nachtrag zur QNDE Konferenz in Kingston im Ocean State Rhode Island, die nahezu unser komplettes Lab Ende Juli besuchte. Kingston ist ein kleines Städtchen zwischen New York und Boston. Mit dem Flugzeug ging’s nach Boston und dann weiter mit Zug und Bus. Und Kingston ist wirklich sehr klein… Als wir auf dem Campus der University of Rhode Island ankamen, war einfach niemand zu sehen, ein bisschen Nebel, ein paar Gebäude, aber das war’s. Untergebracht wurden wir in Einzelzimmern in einem Dorm (Studentenwohnheim), wo für das Nötigste gesorgt war.

Bahnhof Kingston, Rhode Island - Irgendwo im Nirgendwo

Bahnhof Kingston, Rhode Island - Irgendwo im Nirgendwo

Konferenzen haben zwei Ziele. Zum einen ist es eine Veranstaltung, wo alle wichtigen und interessierten Leute einer Forschungsrichtung zusammenkommen, um sich gegenseitig über die neuesten Fortschritte der Forschung zu informieren. Zum anderen, treffen sich Menschen aus aller Welt, um unter einem guten Vorwand (siehe Ziel eins) eine Menge Spaß zu haben, das meiste auf Kosten der eigenen Uni.

In diesem Fall ging es um die zerstörungsfreie Auswertung von Materialien, mit der ich mich ja nicht nur momentan mit meiner Arbeit am Georgia Tech, sondern auch schon mit meiner Studienarbeit in Stuttgart beschäftigt habe. Also grob gesagt werden unterschiedliche Methoden, wie z.B. Schallwellen, verwendet, um Schäden zu entdecken oder Eigenschaften von Materialien zu charakterisieren. Der Beitrag von mir und meinen Kommilitonen vom Lab bestand darin, die eigene Forschungsarbeit in einem Posterwettbewerb für Studenten vorzustellen, während die erfahreneren Forscher Vorträge in verschiedensten Kategorien zu ihren Themen hielten. D.h. außer der ca. 3-stündigen Arbeitszeit, während wir unsere Poster vorstellten, hatten wir genügend Zeit, Vorträge anzuhören, oder einfach nur zu relaxen oder Mahlzeiten zu genießen.

Die Posterpräsentation war aber durchaus anstrengend. Dutzende Leute liefen vorbei und stellten immer wieder ähnliche Fragen, die man wieder und wieder freundlich beantwortete. In meiner ganzen Zeit in den USA hab ich nicht so viel am Stück geredet. Und am Ende war ich so im Englischen drin, dass ich einem Deutschen, der am Ende auftauchte, kaum noch auf Deutsch antworten konnte; was aber auch daran liegt, dass ich mir die ganzen Fachbegriffe selten auf deutsch überlegt habe. Das war auf jeden Fall schon eine gute Erfahrung und eine Erleichterung als es vorbei war…

Das zweite Ziel der Konferenz war in Kingston etwas schwieriger zu erreichen. Denn zum nächsten Laden oder Lokal, wo es Alkoholisches gab, waren es geschätzte 5 Meilen, d.h. ohne Auto war man recht aufgeschmissen. Dummerweise hatten sich wenige an die Empfehlung gehalten, einen Mietwagen zu nehmen… So gestaltete es sich kompliziert die zahlreichen Party- und Ausgehlustigen in privaten Shuttle-Services zu den entsprechenden Restaurants und Kneipen zu fahren. Doch mit ein bisschen Willen geht alles. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung mit allen möglichen Leuten von anderen Unis zu sprechen. Vor allem viele Briten und auch Deutsche waren anwesend. Nach ein bisschen Eingewöhnung in den britischen Dialekt hab ich dann auch mal ab und zu was verstanden, was die Briten gesagt haben. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten erreichte das Ganze, nachdem die Preise für den Posterwettbewerb beim Konferenz-Dinner am dritten Abend vergeben worden waren – 100$ für Platz 1, 75$ für Platz 2 und 50$ für Platz 3. Denn traditionell wird zumindest ein Teil dieses Geldes für gratis Bier für alle ausgegeben.

Die Gewinner des Posterwettbewerbs

Die Gewinner des Posterwettbewerbs

Für mich persönlich überraschend durfte ich den 100$-Schein in einem Kuvert gegen Bier eintauschen. Hab mich auf jeden Fall riesig darüber gefreut, auch von verschiedenen Leuten persönliches Lob entgegennehmen zu dürfen. Bezeichnenderweise kamen alle drei Gewinner vom Georgia Tech. Natalie aus unserm Lab gewann den zweiten Platz und ein Kommilitone von einem anderen Department landete auf Platz 3. Deshalb wurde noch ein zweiter dritter Platz für eine andere Uni eingeführt… Die 100$ waren aber an diesem Abend und Natalie’s 75$ am nächsten Abend gut investiert!

Warten auf den Zug nach Boston - Frederik, Alex und Natalie

Warten auf den Zug nach Boston - Frederik, Alex und Natalie

Nachdem wir nach 4 Tagen die Heimreise nach Atlanta angetreten hatten, machten wir noch einen Zwischenstopp in Boston. In einigen Stunden schauten wir uns verschiedene Gegenden an, diesmal nicht bei Eiseskälte. Dieser sommerliche Eindruck machte Boston noch mal um eine ganze Ecke schöner. Mit Sicherheit eine der besten Städte zum Leben. Nur der kalte Winter – wie auch in Kanada – ist leider ein ziemlicher Negativpunkt…

Boston, Charles Street im Sommer - Da lässt es sich leben...

Boston, Charles Street im Sommer - Da lässt es sich leben...

Zurück in Atlanta: Mit meiner Thesis schaut es momentan ganz gut aus. Ich habe nun eine erste Version zum Korrekturlesen abgegeben und erwarte nur noch kleinere Änderungen. Nun müssen wir aber noch Papers schreiben. Zum einen für die QNDE und zum anderen zur Veröffentlichung in einem Journal. Noch einiges zu tun bis zum Abflug nach Hawaii am 25.8.! Durchhalten…

2 Antworten zu “QNDE (Quantitative Nondestructive Evaluation) Konferenz in Kingston, Rhode Island”

  1. walde Sagt:

    ich weiß – du bist schon längst da heim… ich kann bloß net immer lesen…

    irgendwie schauen die türen vom bahnhof aus, als ob die drauf gemalt wären…

    hast du den unterschied zwischen dem amerikanischen und dem GB englisch arg gemerkt?

  2. martin Sagt:

    die Türen sind schon echt… 😀

    Ja, das british english war schon krass anders als das american. Ich hab die Briten ganz schlecht verstanden…