Der Westen Teil I (4.9.-10.9.)

Die Nacht zwischen Hawaii und Kalifornien war ziemlich kurz gewesen, als Frederik und ich in Los Angeles aus dem Flugzeug stiegen, da es sich um einen Nachtflug handelte. Glücklicherweise konnten wir im Hotel in Hollywood gleich einchecken und noch bis 12 Mittags schlafen. Danach ging es auf den bekannten Hollywood Walk of Fame, wo Legenden des Entertainment sternförmig im Boden verewigt wurden. Neben einleuchtenden Personen wie Walt Disney, Charly Chaplin oder Marylin Monroe, war die Sichtung von Strawinsky oder den Simpsons doch eher überraschend. Der Walk of Fame zieht sich aber dermaßen, dass wir es irgendwann aufgegeben haben, alles abzulaufen. Den berühmten Blick auf das Hollywood-Schild verpassten wir aber nicht.

Hollywood, L.A.

Hollywood, L.A.

Hollywood Walk of Fame

Hollywood Walk of Fame

Das Abendprogramm ergab sich spontan aufgrund der Nähe zu unserem Hotel in der Hollywood Bowl, wo Filmmusikkomponist John Williams zusammen mit den L.A. Philharmonikern als Dirigent tätig wurde und seine bekanntesten Schlager und Bearbeitungen bekannter Filmmelodien zum Besten gab. In der Zugabe durfte natürlich sein bekanntestes Werk, die Star Wars Musik, nicht fehlen: Yoda’s Thema, die Eingangsmelodie und der Marsch der dunklen Seite wurden unter schwingenden Lichtschwertern vieler Fans vorgetragen. Indiana Jones wurde dem Publikum aber am Ende verwehrt. Zum Abschluss unseres kurzen Aufenthalts in L.A. fuhren wir am nächsten Tag den Sunset Boulevard nach Santa Monica und weiter nach Downtown, wo wir uns u.a. die Disney Concert Hall, die Cathedral of our Lady of the Angels und das Contemporary Art Museum anschauten.

John Williams in der Hollywood Bowl

John Williams in der Hollywood Bowl

General Sherman Tree - "größter" Baum der Welt

General Sherman Tree - "größter" Baum der Welt

Ca. 3 Stunden nördlich liegen die National Parks Sequoia und King’s Canyon. Im Sequoia Park wachsen die volumenmäßig größten Bäume der Welt (Die höchsten sind die Redwoods im Norden Kaliforniens). General Sherman Tree trägt den Titel „größter Baum der Welt“ mit 52.500 Kubikfüßen – Wer Lust hat, darf das mal in metrische Einheiten umrechnen… Doch nicht nur die überdimensional großen Bäume machen Sequoia interessant; auch landschaftlich gibt der Park einiges her. Kleinere und größere  Wanderwege machen die Wälder gut zugänglich.

Im Sequoia Nationalpark

Im Sequoia Nationalpark

Etwas weiter nördlich geht es quasi fließend in den King’s Canyon Park über. Dieses Tal wurde von Gletschern gefräst und besticht daher durch seine beeindruckenden Felsformationen. Wälder im Tal und idyllische Wiesen mit Bächen zeichnen ein malerisches Bild.

Kings Canyon - Zumwalt Meadow

Kings Canyon - Zumwalt Meadow

San Francisco - City Hall

San Francisco - City Hall

Nach so viel Natur war wieder ein wenig Stadthektik angesagt, was mit San Francisco voll und ganz gegeben war. Mit dem Hotel direkt am Union Square hatten wir schon so unsere Probleme mit unserem Auto an den Massen an Touristen vorbeizukommen, die die Straßen wie Ameisen zu überqueren schienen. Bevor wir uns darunter mischten, besuchten wir Andreas, einen Kommilitonen aus  Stuttgart, der inzwischen in Stanford ca. 50 km südlich von San Francisco studiert. Nach einer Tour durch den traditionsreichen Campus, verbrachten wir einen gemütlichen Grillabend in Andreas’ ehemaliger WG. Sightseeing folgte am folgenden Morgen. Mit dem Cable Car erreichten wir Fisherman’s Wharf in der Hafenbucht, wo es neben einigen maritimen Dingen (Schiffe, Seelöwen, …) auch einen Blick auf Alcatraz, die Gefängnisinsel in der Bucht, gibt. Mit Bus, Cable Car und zu Fuß bahnten wir unseren Weg über die vielen Hügel, wo sich immer wieder schöne Blicke über die Stadt und auf interessante Gebäude boten. Am letzten Tag in San Francisco machten wir eine Tour durch die City Hall, die von einer ehemaligen Mitarbeiterin geführt wurde, die die Geschichte der Stadt selbst miterlebt hat (Mord an Harvey Milk, Erdbeben 1989,…). Direkt daneben liegt das Asian Art Museum, das trotz der Kürze der Zeit großartig war, um einen Einblick in diese eher fremde Art der Kunst zu gewinnen. Auf jeden Fall lohnenswert!

San Francisco

San Francisco

Wo bleibt denn das Markenzeichen von San Francisco, mag sich der Leser fragen. Und hier ist es. Über die Golden Gate Bridge, die wie so oft im Nebel lag während sonst überall die Sonne schien, verließen wir San Francisco nach Norden und dann Osten in Richtung Yosemite National Park.

San Francisco - Golden Gate Bridge

San Francisco - Golden Gate Bridge

Grüße vom "Berghörnchen" aus Yosemite

Grüße vom "Berghörnchen" aus Yosemite

Yosemite ist wohl der bekannteste Nationalpark in den USA. Über 3,5 Millionen Besucher strömen jährlich in den Park. Glücklicherweise war die Hauptreisezeit schon vorbei, so dass wir staufrei durch den Park kamen. Hauptmerkmal sind die senkrechten, von Gletschern geformten Felsen, die das Yosemite-Tal bilden. Zunächst gebot uns die Faulheit, den Aufstieg gar nicht erst zu versuchen, als wir die ca. 1 km hohen Klippen hochschauten. Doch nach einigen hundert Metern zu Fuß im Tal, wollten wir doch ein wenig mehr sehen und hatten vor, ungefähr bis zur Hälfte hochzulaufen, um einen schönen Blick zu haben. Auf halber Strecke trafen wir dann ein Ehepaar, das einen Tourbus zum Gipfel genommen hatte, nun aber zu Fuß den Abstieg nahm. Freundlicherweise gaben sie uns das Retourticket, so dass wir vom Gipfel mit dem Bus zurück ins Tal fahren konnten. Also machten wir am Ende doch die ganze Tour bis an den Glacier Point Gipfel, ca. 975 Höhenmeter. Der Rückweg zu Fuß wäre nach dieser Anstrengung doch recht beschwerlich gewesen. Die Lehre davon ist aber eindeutig: Zu Fuß erlebt man die Nationalparks auf ganz andere Weise. Wenn man also Zeit hat, raus aus dem Auto und schwitzen…

Yosemite Valley mit El Capitan (rechter Fels)

Yosemite Valley mit El Capitan (rechter Fels)

Der Erzählstoff für den nächsten Eintrag ist fast schon bereit. Allerdings noch nicht der Text. Kleine Vorschau: Death Valley, Las Vegas und die Canyons in Süd-Utah.

2 Antworten zu “Der Westen Teil I (4.9.-10.9.)”

  1. fimbultyr Sagt:

    52500 Kubikfuß sind etwa 1487 Kubikmeter. Sagt zumindest mein Umrechnungswidget 😉

  2. martin Sagt:

    Vielen Dank! Kann ich mir gleich viel besser vorstellen 😉