Archiv für 18. September 2009

Der Westen Teil II (10.9. – 15.9.)

Freitag, 18. September 2009

Auf halber Strecke von Yosemite nach Las Vegas, Nevada, durchquerten wir eine der unwirtlichsten Gegenden Nordamerikas: Death Valley. Es war interessant zuzuschauen, wie das Außenthermometer im Auto stetig nach oben ging je näher wir kamen. Bei 100 Grad Fahrenheit (definiert nach Herrn Fahrenheits Körpertemperatur, also ca. 37 Grad Celsius) war noch nicht Schluss; bis auf 116 Fahrenheit stieg das Thermometer, was über 45 Grad Celsius sind. Und die haben wir gespürt als wir für kurze Ausblicke aus dem Auto ausstiegen. Innerhalb kürzester Zeit ist der Körper mit Schweiß bedeckt. Death Valley ist von zwei Bergzügen begrenzt, die sich voneinander wegbewegen, so dass sich das Tal immer weiter absenkt. Der tiefste Punkt ist um die 30 Meter unter Null. Landschaftlich sieht man eine weite, kahle Ebene, die meist aus Fels, teils aus Sand und teils aus Salz besteht, wie z.B. Devil’s Golf Course (Des Teufels Golfplatz), der aus unzähligen kleinen Salzhügeln besteht, die man in der Hitze knistern hört, während sich die Salzkristalle vergrößern und zusammenziehen.

Death Valley - Devil's Golf Course

Death Valley - Devil's Golf Course

In Las Vegas war es nicht ganz so heiß, „nur“ so um die 100 Grad. Es ist gleichzeitig erstaunlich und lächerlich, wie inmitten einer Wüste ein solches Zentrum des Konsums entstehen konnte. Die Stadt ist einfach nur verrückt. Entlang des „Strip“ übertreffen sich die Hotels an Originalität und Prunk. Das „Paris“ baut mal kurz einen 1:2 Nachbau des Eiffelturms oder das „New York New York“ besagte Skyline samt Freiheitsstatue.

Las Vegas - New York, New York

Las Vegas - New York, New York

Das „Luxor“ dreht sich rund um Ägypten mit Sphinx, Pyramide und Obelisken, das „Caesar“ ganz im Stil des alten Rom und das „Venetian“ zeigt Venedigs Kanäle garantiert witterungssicher im Hotel.

Las Vegas - Im Venetian

Las Vegas - Im Venetian

So geht es gerade weiter: Bellagio mit der berühmten abendlichen Springbrunnen-Show, Pallazo, Mandalay Bay,… Wir waren im „Stratosphere“ untergebracht, das aus dem Hotel und dem höchsten Turm westlich des Mississippi besteht. Als Hotelgäste durften wir so oft nach oben wie wir wollten. Die Fahrattraktionen auf dem Turm kosteten aber extra. Z.B. konnte man sich in ein Fahrgerät setzen, das auf den Abgrund zufährt, um dann kurz vorher abzubremsen. Nichts für Leute mit Höhenangst… In jedem Hotel befindet sich ein Kasino, mit dem die Hotels wohl das meiste Geld machen. Denn die Stadt selbst war nicht übermäßig teuer (frei parken, keine Zuschläge bei McDonalds,…). Logischerweise wird man vom Parkhaus zur Rezeption quer durchs Kasino geführt, und zum Zimmer dann noch mal zurück. Abends versuchten wir dann unser Glück beim „Megabucks“. Mit 3 Dollar Einsatz bestand die Chance auf über 10 Millionen Gewinn. Frederik und ich teilten uns den Einsatz und bevor wir wussten, was los war, war das Geld auch schon weg. Keine 10 Millionen. Naja, wenn wir schon nicht die Wedding Chapels ausprobieren konnten, haben wir wenigstens ein bisschen Geld im Kasino gelassen. Insgesamt kann man auf jeden Fall seinen Spaß haben in Las Vegas, das muss man der Stadt lassen, auch wenn es dekadenter kaum geht.

Las Vegas - Blick auf den Strip

Las Vegas - Blick auf den Strip

Hoover Damm

Hoover Damm

Den heißen Tag in Las Vegas überbrückten wir übrigens mit einem Besuch des Hoover Damm, der sich nur einige Meilen außerhalb der Stadt an der Grenze zu Arizona befindet. Mir hauptsächlich als Weltwunder im Computerspiel „Civilization 2“ bekannt, war es sehr beeindruckend dieses Riesenbauwerk in Realgröße zu sehen – Keine Chance mit meiner Kamera, die Dimensionen auf ein Bild zu bekommen… Der Damm und der dadurch angestaute See versorgen u.a. Las Vegas mit Elektrizität und Wasser. Nach diesen Auswüchsen menschlichen Schaffens wandten wir uns wieder den Wundern der Natur zu.

Im Süden Utahs befinden sich fünf Nationalparks, die alle Facetten der Canyons in dieser Gegend präsentieren. Durch die Verschiebung der Kontinentalplatten erhob sich diese Gegend, wodurch zu Stein gewordene Sedimente nach oben gehievt wurden. Dadurch entstanden Terrassen von verschiedenem Gestein, die durch Erosion des weichen Sandsteins zu unglaublich kreativen Gebilden geformt wurden.

Zion National Park erscheint ähnlich wie Yosemite oder King’s Canyon, allerdings in rötlichem Sandstein: Ein Tal flankiert von nahezu senkrechten Felswänden. Dieses Tal entstand aber nicht durch Gletscher wie Yosemite, sondern durch den Fluss im Tal, der sich durch den weichen Sandstein frisst.

Zion National Park

Zion National Park

Bryce National Park ist äußerst beeindruckend. Erosion führte hier zu Wäldern von Sandsteinpfeilern, genannt „Hoodoos“.

Bryce Canyon National Park

Bryce Canyon National Park

Der Name Capitol Reef National Park rührt von der Ähnlichkeit der Landschaft mit einem Riff im Ozean.

Capitol Reef National Park

Capitol Reef National Park

Im Canyonlands National Park sieht man die typischen Canyons: Riesige Terrassen von Sedimenten.

Canyonlands National Park

Canyonlands National Park

Abschließend sahen wir den Arches National Park, dessen Spezialität natürliche Brücken aus Gestein sind.

Arches National Park

Arches National Park

Momentan befinden wir uns in Farmington, New Mexico, von wo wir Mesa Verde und den San Juan Skyway unternahmen. Morgen geht’s wieder Richtung Westen: Über den Grand Canyon und Phoenix nach San Diego, wo der Flieger nach Atlanta wartet.