Der Westen Teil III (15.9.-20.9.)

Eine der berühmtesten Ansichten des Westen befindet sich im Monument Valley ca. 2 Stunden südlich des Arches National Park. Jenes liegt in einem Reservat der Navajo-Indianer, so dass die dort lebenden Navajos auch ein bisschen an der Berühmtheit der Gesteinsformationen verdienen. Neben einigen anderen Felsen bilden „Left Mitten“, „Right Mitten“ und „Merrick Butte“ die bekannteste Formation des Parks. Auf einer ca. 17 Meilen langen unbefestigten Straße durchquerten wir das Tal, das einige weitere interessante Anblicke bietet.

Monument Valley - Left Mitten, Right Mitten und Merrick Butte

Monument Valley - Left Mitten, Right Mitten und Merrick Butte

Den östlichsten Teil unserer Reise erreichten wir mit den Staaten Colorado und New Mexico. In Colorado befindet sich der recht bekannte Nationalpark Mesa Verde, wo Entdecker des 19. Jahrhunderts verlassene Siedlungen antrafen, die in die Felsen der dortigen Täler gebaut worden waren. Mesa Verde bedeutet „grüner Tisch“, und kommt daher, dass auf den Plateaus über den Tälern mehr Vegetation existiert als in angrenzenden Gegenden, die sehr trocken sind. Daher ein kleines Paradies für die damaligen „Anasazi“ Indianer, wie sie oft bezeichnet werden. Die Felswohnungen an den Felswänden gaben Schutz vor Witterung, die Plateaus lieferten jede Menge Nutzpflanzen und in den Tälern fanden die Bewohner Wasser und Holz. Um 1250 wurden die Wohnungen aber verlassen. Forscher vermuten, dass eine lange Dürreperiode die Einwohner zum Exodus veranlasst hat. Über die Anasazi ist wenig bekannt, da sie keine Schrift besaßen. Doch es wird vermutet, dass sie die Vorfahren von einigen heutigen Stämmen waren, wie z.B. den Zuni oder Hopi.

Mesa Verde - Cliff Palace

Mesa Verde - Cliff Palace

Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad

Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad

Heraus aus der archaischen Geschichte in die Geschichte des „Wilden Westens“ führt der 236 Meilen lange Rundweg San Juan Skyway durch die Ausläufer der Rocky Mountains. Der Fund von Silber veränderte dieses Gebiet im 19. Jahrhundert. Minen und Dörfer wurden gegründet, um die Rohstoffe aus dem Gebirge zu holen. Telluride, Silverton oder Durango gehören zu den bekanntesten Städtchen und sind wirklich hübsch anzuschauen. Um das Erz zu befördern baute man die Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad, die heute dazu verwendet wird, um Touristen durch die bildhübsche Landschaft zu chauffieren. Für Eisenbahnfans ein Muss.

Silberminen in San Juan

Silberminen in San Juan

Ansonsten bekommt man hier genau das Bild, das man sich vorstellt, wenn man an den „Goldrausch“ oder in dem Fall besser „Silberrausch“ des Wilden Westens denkt. Minen, Eisenbahn, Gebirge und kleine Städtchen, wo man sich mit ein bisschen Phantasie leicht den Saloon reindenken kann.

Telluride in den San Juan Mountains

Telluride in den San Juan Mountains

Zurück zur Geschichte der Anasazi. Im Chaco Culture National Historic Park in New Mexico befindet sich eine der wichtigsten Fundstätten der Anasazi-Kultur. In den Ruinen kleiner Städte aus Pueblos, die bis zu 3 Obergeschosse hatten, fanden und finden Archäologen Tausende von Objekten, die Aufschlüsse über die Kultur der prähistorischen Stämme liefern. Erst neulich wurden Überreste von Schokolade festgestellt, was darauf hinweist, dass die Bewohner Kontakt zu den Mayas in Mittelamerika hatten. Dies erfuhren wir von einer Rangerin, die eine Gruppe von Leuten auf äußerst interessante Weise durch die Ruinen von Pueblo Bonito führte, dem größten der Dörfer im Chaco Valley.

Chaco Culture National Historic Park - Pueblo Bonito

Chaco Culture National Historic Park - Pueblo Bonito

Versteinerter Baum

Versteinerter Baum

Nach all der Geschichte wieder ein wenig Natur. Petrified Forest National Park bildet eine dichte Ansammlung von versteinerten Bäumen, die um die 225 Millionen Jahre alt sind. Tote Bäume wurden von Sedimenten begraben, wo chemische Prozesse das Holz in Kristalle umwandelten. Durch Erosion der weichen Sedimente kamen die Bäume schließlich wieder an die Oberfläche – als versteinerte Baumstämme. Nicht nur ist dieser Vorgang naturwissenschaftlich sehr beeindruckend, sondern die versteinerten Stämme sehen auch noch sehr interessant aus, mit Farben von weißem, rotem, grauem bis violettem Kristall. Hauptproblem des Parks ist Diebstahl. Jeder will natürlich so ein Stückchen haben, was dazu führt, dass monatlich ca. 1 Tonne Gestein mitgenommen wird – Trotz 375 Dollar Strafe, wenn man erwischt wird.

Petrified Forest - Old Faithful

Petrified Forest - Old Faithful

Über Walnut Canyon National Monument, wo weitere Felswohnungen prähistorischer Ureinwohner gefunden wurden, erreichten wir gestern Flagstaff in Arizona, das die Basis für die meisten Grand-Canyon-Besucher bildet. So auch für uns am heutigen Tage. Doch dazu mehr im letzten Eintrag über den Westen.

2 Antworten zu “Der Westen Teil III (15.9.-20.9.)”

  1. Matthias Sagt:

    Hallo Martin,

    viel Spass noch in den letzten Tagen in den US.
    Ausserdem: Super Bilder! Was hast du fuer eine Kamera?

    Viele Gruesse und einen guten Heimflug,
    Matthias

  2. martin Sagt:

    Ich hab eine Canon Powershot A590 IS. War nicht allzu teuer, so um die 180$. D.h. ich kann sagen es liegt am Fotografen, wenn die Bilder gut aussehn 😉 . Oder am Motiv…