Archiv für Oktober 2009

Die Heimreise

Freitag, 09. Oktober 2009

Nach der wenig erholsamen Nacht im Flieger von San Diego nach Atlanta hatte ich zwei Tage, um die letzten Zelte in Atlanta abzubauen. Nachdem das meiste gepackt war, kam ich nicht darum herum noch ein paar Mal im Lab vorbeizuschauen, um einige Dinge wegen des Papers, das wir damals schrieben, zu klären. Gar nicht so einfach, sich bei den ganzen Abreisegedanken noch auf solche Dinge zu konzentrieren… Abends feierten wir  Frederiks Geburtstag, der irgendwo an der Grenze zwischen Arizona und New Mexico im Flugzeug begann.

Nach ausgiebigem Schlaf stand der letzte Tag in Atlanta vor der Türe. Um 21:15 Uhr ging der Flug nach London. Den Tag verbrachte ich mit Fiona bei Mittagessen und ein bisschen Shopping, um die übrigen freien Gewichte im Koffer auszunutzen. Dann war es wirklich so weit. Der Abschied war geteilten Herzens: Wehmut, jetzt gehen zu müssen, und positive Spannung, wie es denn jetzt zu Hause so ist.

Der Flug mit British Airways war super, top Entertainment (Kleine Screens mit vielen Filmen, Musik, Serien,..) , Comfort (Sessel mit seitlicher Kopfstütze – sehr wertvoll beim Schlafen) und  Service (kostenloser Wein). Im Flughafen in London hat’s mir aber nicht so gut gefallen: Ich dürstete nach Grundlebensmitteln (Wasser, Brot, einfach was simples für meinen Magen), doch fast alles, was die da verkauften, waren Parfums, Designerklamotten und Spirituosen… Zum Glück fand ich noch den Starbucks, der dann auch ein paar restliche Dollars annahm.

Der Flug von London nach Stuttgart ging fix, und die Freude war groß als dann nicht nur meine Familie, sondern auch Matthias, Christoph und Elmar (von links nach rechts) in der Wartehalle standen. Nach einem üppigen schwäbischen Abendessen in Hoheneck war ich dann zu Hause.

Gleich am Sonntag dann Wiedersehen der Stuttgarter bei Jasmin, am Mittwoch das erste Tischtennistraining, Donnerstag Spieleabend bei Christoph und gestern Spieleabend bei Alex mit Lena und Daniel. Nach fast zwei Wochen ist schon wieder einiges so wie früher. Letztes Wochenende fand auch tatsächlich schon ein Wiedersehenstreffen einiger Freunde aus Atlanta beim Oktoberfest in München statt. Madison aus Atlanta war extra dafür angereist, während alle anderen aus verschiedenen deutschen Regionen kamen. Wir hatten eine Menge Spaß und sind besonders Christian dankbar, der uns alle in seinem Elternhaus aufgenommen hat und unermüdlich durch München und das Oktoberfest geführt hat!

Am 15. Oktober wird mein Praktikum bei der Bosch Engineering in Abstatt beginnen, wo ich bis Mitte Februar beschäftigt sein werde.

Der Westen Teil IV (20.9.-24.9.)

Montag, 05. Oktober 2009

Mit großen Schritten nahte sich das Ende des Touri-Marathons. Der Grand Canyon in Arizona war nach den vielen „Ahhs und Ohhs“, die wir in den Canyons Süd-Utahs erlebt hatten, fast schon ein gewohntes Bild. Nicht zu glauben, wie schnell man sich an solche Wunder der Natur gewöhnt. Ein wenig schade fand ich beim Grand Canyon, dass man eigentlich kaum wandern kann, da für den Weg ins Tal und zurück  mehr als ein Tag veranschlagt wird; und oben am Rand herumzulaufen ist ja nicht so wirklich spannend. In der Hinsicht haben mir die anderen, wo man auch mal so eine Stunde einen schönen Rundwanderweg laufen kann, besser gefallen. Auch fehlt ein wenig die Abwechslung, was die Ausblicke angeht. Schon nach einigen Bildern habe ich gemerkt, dass die Bilder alle sehr ähnlich aussehen würden. Der Gesamteindruck ist aber wie schon so oft auf der Reise gigantisch.

Grand Canyon National Park

Grand Canyon National Park

In Phoenix hatte die Sight-Seeing-Reizüberflutung der letzten Wochen dann voll zugeschlagen. Wir verbrachten den halben Tag mit Fernsehen und gingen dann abends nach einem kurzen Spaziergang durch Midtown (Wir dachten wir wären in Downtown) ins Kino – Inglourious Basterds, meiner Meinung nach sehr empfehlenswert, wenn einen Gewaltszenen nicht stören.

Nächsten Tages, einige Stunden weiter westlich, befanden wir uns wieder am Pazifik, als wir – den Grenzkontrollen nahe der mexikanischen Grenze entkommen – San Diego erreichten. Im Gegensatz zu Phoenix war die Hitze hier  erträglicher, so dass wir die letzten anderthalb Tage nochmal alles gaben. Mit dem Flugzeugträger U.S.S. Midway vervollständigten wir zunächst unsere Sammlung  amerikanischer Kriegsmaschinerie. Ähnlich wie die U.S.S. Alabama in Mobile ist die Midway ein Gigant aus Stahl mit Tausenden von Mann Besatzung. Eine kleine Stadt auf Wasser.

San Diego - U.S.S. Midway

San Diego - U.S.S. Midway

Nicht nur der Träger, sondern auch einige Flugzeuge standen frei zur Beschauung. Dass das Flugzeug in dem Bild unten aber genau da aufhört, wo das Bild aufhört, weiß nur derjenige, der den Text liest…

Jet auf der U.S.S. Midway

Jet auf der U.S.S. Midway

Den letzten Tag verbrachten wir im Balboa Park, wo es so allerhand Museen gibt, die sich in Gebäuden aus der spanischen Kolonialzeit befinden. Während Frederik einen Besuch im Zoo unternahm, zog es mich eher ins San Diego Museum of Art, wo ich mir mal alles ganz in Ruhe angeschaut habe.

Sonnenuntergang im Balboa Park, San Diego

Sonnenuntergang im Balboa Park, San Diego

San Diego war die letzte Station und Abflugsort nach Atlanta. Mehr als vier Wochen Reisen waren nach einem letzten Übernachtflug überstanden. Frederik und ich waren uns einig, dass es nach drei Wochen auch schon gut gewesen wäre. Doch wenn man schon mal in der Gegend ist, will man ja auch nichts verpassen, und weiß nun, wo es sich lohnt nochmal hinzugehn: Ein paar Tage Wandern in den Canyons.