Archiv für Mai 2010

Atlanta Streets Alive!

Freitag, 28. Mai 2010

Das ist der Titel einer Aktion am letzten Sonntag, wobei die Edgewood Avenue in Downtown zur Freizeitgestaltung (Spazierengehen, Fahrradfahren, Skaten,…) für Autos gesperrt wurde. Getreu dem Motto machten Fiona und ich uns zu Fuß auf den Weg zu einer spannenden Entdeckunsgreise durch Atlanta. Zunächst ging es Richtung Süden über den Campus und weiter zum Centennial Park, dem Olympischen Park der Spiele 1996. Das lebhafte Zentrum des Parks bildete an diesem Tag weder das Coca-Cola-Museum, noch das CNN-Center, sondern die in Form der Olympischen Ringe angeordneten Fontänen, die an diesem sommerlichen Tag Abkühlung verschafften.

Dusche im Centennial Park

Atlanta from the Ashes

Quer durch Downtown erreichten wir das Gebiet um die Georgia State University, wo Fiona ihren Abschluss gemacht hat. Hier startete dann die abgesperrte Zone der Edgewood Avenue. Eine symbolträchtige Statue entdeckte ich im Woodruff-Park: Atlanta from the Ashes. Ich nehme mal an, dass der Vogel ein Phönix sein soll,  der ja bekanntlich (wie Atlanta nach dem Sezessionskrieg) aus der Asche aufstieg. Die Frau könnte Atalanta sein,  eine Jägerin aus der griechischen Mythologie, von der womöglich der Name Atlanta abgeleitet ist. Das ist aber reine Theorie… Entlang der Edgewood Avenue sahen wir dann folgende Straße.

Der Coca Cola Platz

Nicht weit weg davon steht die ehemalige (1900-1901) Zentrale der Dixie Coca Cola Bottling Company, aus der die Coca Cola Bottling Company hervorging.

Headquarter der Dixie Coca Cola Bottling Company

Der Edgewood Avenue folgten wir dann bis auf Höhe des Martin Luther King Centers und kehrten dann über die Peachtree Street, die an den höchsten Gebäuden der Stadt vorbeiführt, nach Hause zurück. Alles in allem waren das gute 8 zurückgelegte Meilen, die sich aber dank aller möglicher Entdeckungen gelohnt haben.

Die erste Woche als Ph.D.-Student

Mittwoch, 19. Mai 2010

Seit vergangenen Freitag darf man mich wieder als arbeitenden Menschen bezeichnen; da hab ich mich nämlich mit Professor Tannenbaum getroffen, um uns auf ein zukünftiges Projekt zu verständigen. Mit schwarzem Humor stellte er mir die Frage, ob ich lieber Menschen töten (Visual Tracking, Militärprojekte) oder heilen (Medical Imaging) will – die Methoden und die Mathematik dahinter seien bei beiden ähnlich.  Schon eine recht grundlegende Frage… Als ich dann ein bisschen über meinen Hintergrund geredet habe (Ultraschall, Kontinuumsmechanik,…) stellte Prof. Tannenbaum dann aber noch eine dritte Variante vor: Tracking von Feuer und Rauch für Sicherheitssysteme z. B. in Gebäuden, ein Projekt, das von der amerikanischen Homeland Security unterstützt wird. Das Schöne dabei ist, dass es direkte Bezüge zu kontinuumsmechanischen Konzepten gibt. D. h. zum Erfassen des Feuers/Rauchs werden nicht nur typische Bildeigenschaften wie Farbe oder Helligkeit verwendet (Sonst könnte man ja ein orangenes T-Shirt für Feuer halten), sondern auch partielle Differentialgleichungen, die die Flammen-/Rauchausbreitung beschreiben. Momentan bin ich natürlich noch mitten im Lesen von Grundlagen und Papern. Wenn das Ganze mal ein bisschen fortgeschritten ist, kann ich versuchen, das genauer zu beschreiben.

Neben diesem Projekt besuche ich einen Kurs, Introduction to Hilbert Spaces, der, man höre und staune, eine Einführung in Hilbert-Räume gibt. Bis jetzt sind wir noch nicht so weit, aber wenn ich es noch recht (aus HM4?) weiß, ging es da viel um Funktionalanalysis. Meine offensichtliche und evtl. verwunderliche Uninformiertheit erklärt sich darin, dass im Sommer kaum Kurse angeboten werden und dieser somit quasi die einzige sinnvolle Wahl war. D. h. ich lasse mich einfach mal überraschen, was alles auf mich zukommt. Die erste Vorlesung war gut zu verstehen.

Für Vorbereitungen für die Preliminary Exam, also die Vorprüfung zum Doktorabschluss (eigentlich bin ich noch gar kein Ph.D.-Student, solange ich diese Prüfung nicht geschafft habe…), die ich gerne im Oktober einmal probieren würde, habe ich noch keine Zeit gefunden, aber das ist nun hier für jeden (vor allem für mich) sichtbar vermerkt, dass dies bald  zu tun ist.

PS: brandaktuell – http://www.bme.gatech.edu/groups/bil/people/Martin.Mueller/Martin.Mueller.html

Back at Tech

Montag, 10. Mai 2010

Eyjafjallajökull hat mich am Freitag gerade noch verschont, als ich über London nach Atlanta flog. Die Reise verlief trotz jeder Menge Gepäck (2 eingecheckte Koffer, sowie 1 Koffer, 1 Gitarre und 1 Rucksack im Handgepäck – alles in allem über 70 kg) und Trubel/Wartezeit in London/Heathrow gut. Die Boeing 777 von London nach Atlanta war nur spärlich besetzt, so dass der Nebenplatz leer blieb – sehr angenehm, fast wie Business Class. Filmempfehlung von mir: Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon über Nelson Mandela und die Rugby-WM in Südafrika, vor allem wo jetzt die Fußball-WM in Südafrika ansteht.

Das Wochenende verbrachte ich zusammen mit Fiona. Am Samstag fuhren wir nach Athens, Georgia, wo eine Freundin Fiona’s ihren Doktor-Abschluss an der UGA (University of Georgia, Athens) feierte. Athens ist ein wirklich nettes Städtchen mit der hübschen und ältesten staatlichen Uni Amerikas. Es besteht ja schon eine gewisse Rivalität zwischen UGA und Georgia Tech, vor allem beim Football, aber die Schönheit des Campus darf man schon zugeben. Direkt angrenzend befinden sich einige Bars und Kneipen, was es so in den USA ja nicht so oft gibt. Also schon nett. Aber halt auch recht weit weg von einer Großstadt, was  beim Georgia Tech sehr schön ist, dass man mitten in der Stadt ist. Letztendlich entscheidet eh der Studiengang, was einem liegt, denn UGA ist eher geisteswissenschaftlich, und das Georgia Tech natürlich eher technisch orientiert. Tatsächlich soll es GTler geben, die wegen des hohen Frauenanteils über eine Stunde zu Parties an der UGA fahren. Ist quasi wie Uni Stuttgart und PH Ludwigsburg.

Robert E. Park Hall, UGA, Athens

Gestern, Sonntag, war dann großes Einkaufen angesagt. Man kann sagen, was man will, aber Sonntags einkaufen gehen können ist schon was Angenehmes und Praktisches…  Bei IKEA und Walmart fanden wir die wichtigsten Möbel und Einrichtungsgegenstände, die wir sogleich zu meinem neuen Apartment brachten, das ich mit Subu, einem Freund vom Tischtennis, teile. Wenn dann mal alles fertig ist, kommt wahrscheinlich noch ein Foto.

Heute habe ich ein paar Sachen auf dem Campus erledigt (Computer- und Gebäudezugang im Lab, Registrierung beim Internationalen Zentrum,…) und mein Zimmer vervollständigt: Der Schreibtischstuhl wurde als letztes zusammengebaut, weswegen ich jetzt erst diesen Eintrag schreiben konnte. Diese Woche wird voraussichtlich noch recht ruhig, ab nächste Woche geht dann das Summer-Semester offiziell los.

Eyjafjallajökull