Archiv für März 2012

Albert Einstein

Donnerstag, 15. März 2012

In den letzten Wochen habe ich die Einstein-Biografie von Walter Isaacson gelesen (Dank an Fiona dafür), was gleichzeitig meine erste Biografie überhaupt war. Man denkt sich ja „Einstein, kennt man doch“, aber ich bin stark beeindruckt wie viel Neues eine Biografie mitteilen kann und wie sich mein Bild der Person Einstein geändert hat. Gerade bei Einstein, den man oft nur mit „Genie“ identifiziert, fand ich es äußerst interessant die menschliche Seite zu entdecken. Und auch bezüglich der wissenschaftlichen Errungenschaften ist eine Betrachtung im Kontext der Zeit sehr aufschlussreich: Einstein war definitiv mathematisch sehr begabt und hatte im richtigen Moment die richtige Idee (thinking out of the box), doch war die Relativitätstheorie in Betracht des damaligen Wissen ein logischer (wenn auch gewagter) Schritt und kein „Blitz aus heiterem Himmel“. Meine Schlussfolgerung, was man braucht um in der Wissenschaft groß rauszukommen: exzellentes Handwerkszeug (Fachwissen, Mathematik), einen guten Schuss Kreativität und dann gaaaanz viel Glück.

Neben den informativen und nachdenklichen Passagen über Wissenschaft, Philosophie/Religion und die geschichtlichen Ereignisse, brachten mich Einsteins private Geschichten und geistreichen Kommentare immer wieder zum Schmunzeln. Eine beispielhafte Anekdote aus dem Jahr 1909, die Einsteins unkonventionellen Humor zeigt, übersetze ich hier aus dem Buch:

Einstein bei der Jahresfeier der Gründung der Universität von Genua, zu der sich allerlei Potente und Prominente einfanden: Vergnügt wendet sich Einstein an den Adligen neben ihm und spekuliert über den enthaltsamen Reformationsanführer, der die Universität gegründet hatte. „Wissen Sie, was Calvin gemacht hätte, wenn er noch da wäre?“ Der edle Herr verneint verwirrt. Einstein antwortet, „Er würde einen großen Scheiterhaufen errichtet und uns alle wegen sündhafter Schlemmerei verbrannt haben.“ Der Adlige sprach kein Wort mehr mit Einstein.