Archiv für Mai 2012

Tischtennis Nationals in Dallas/Plano, Texas

Samstag, 19. Mai 2012
Mein Doppelpartner Alvin und ich

Mein Doppelpartner Alvin und ich

Ja, es war mal wieder soweit für die Tischtennis College Nationals. Im Vergleich zu Rochester (Minnesota), wo meine beiden letzten Nationals stattfanden, konnte diesmal richtige Vorfreude auf die Örtlichkeit aufkommen: Dallas, Texas, genauergesagt Plano bei Dallas (Plano:Dallas = Ludwigsburg:Stuttgart). Leider hatte sich dieses Jahr (hauptsächlich wegen Regeländerungen im Qualifikationsmodus) weder das Georgia Tech Männer- noch das Frauenteam qualifiziert, so dass mein Kommilitone Alvin und ich, die Reise allein antraten, um im Einzel- und Doppelwettbewerb die Ehre des Georgia Tech aufrechtzuerhalten. Erster Eindruck von Dallas: Verrückte Autobahnen… Wenn man von Deutschland nach Atlanta kommt, sind die Highways schon beeindruckend groß, aber so ein Highwaygewirr und eine Ansammlung von gigantischen Spaghetti-Intersections wie in Dallas hab ich noch nicht gesehn. Ohne Navi, keine Chance… Dass die Highways in Dallas so wuchern hängt vor allem damit zusammen, dass Texas sehr weitläufig ist und sich der Großraum Dallas über ein Fläche von ungefähr 60km x 60km hinzieht. Und das alles muss natürlich gut vernetzt sein, damit auch jeder mit seinem Pick-up Truck schnell von A nach B kommt.

Beim Einchecken im Hotel gab’s etwas Stress (Eine englische Beschreibung des Problems findet ihr hier auf Tripadvisor), aber dafür verlief der erste Tischtennistag am Tag darauf umso geschmierter: Sowohl Alvin als auch ich waren auf Platz 4 von 4 in unserer Gruppe gesetzt und wir schafften es beide auf den 3. Platz. Das reichte zwar trotzdem nur für die Trostrunde, aber trotzdem schon über Soll. Die Sensation gab es aber im Doppel. Zunächst schlugen wir mit einer guten Leistung ein Doppel von der Brown University, das ein Rating von etwa 2000 hatte, unser Rating ist 1650 (Weltklasse ist etwa 3000, Anfänger mit Talent etwa 1000). Doch damit nicht genug. Im Achtelfinale schlugen wir das Doppel Nr.4 des Turniers aus Toronto (Rating 2400) mit 3:0 Sätzen. Einmalig… Im Viertelfinale spielten wir dann zwar gut mit und hatten auch gute Chancen einen Satz oder zwei zu gewinnen, doch reichte es am Ende durch einige leichte Fehler nicht ganz. Trotzdem: Top 8 College-Doppel in den USA, das ist doch was! Am nächsten Tag in der Trost-KO-Runde gewann ich ein Spiel gegen den 4.-Platzierten einer anderen Gruppe, musste mich dann aber im Spiel darauf geschlagen geben. Alvin schaffte es immerhin ins Halbfinale der Trostrunde, was mir ja im Jahr zuvor gelungen war.

Billy Bob's - The world's largest honky tonk

Billy Bob's - The world's largest honky tonk

Soviel zum Tischtennissport, kommen wir nun zum Tourismussport. In den „Stockyards“, einem historischen Wild-West-Viertel, das für Vergnügungszwecke ausgebaut wurde, kann man denn so einige Texas-typische Dinge erleben. Neben Steak-Restaurants, Läden mit allerlei Kram und hübschen Gebäuden befindet sich hier auch das Billy Bob’s, eine ziemlich überdimensionierte Tanzbar mit live-Country. Nicht nur sahen viele Leute dort mit Cowboystiefeln und Kleidung aus wie Cowboys/-girls, sondern es gab auch echte Cowboys zu sehen. In einem Käfig der Größe eines Handballfeldes wurde ein kleiner Rodeowettbewerb ausgetragen: viel Lärm, ziemlich wilde Kühe, und meistens weniger als 2 Sekunden bullriding pro Wettstreiter. Einer hat es dann doch ein paar mehr Sekunden geschafft, dazu ein Video zum Runterladen (8Mb) Bullriding at Billy Bob’s.

Fort Worth Stockyards

Fort Worth Stockyards

Dealey Plaza in Downtown Dallas ist berühmt als Schauplatz des Attentats an J.F. Kennedy. Im Sixth Floor Museum, das früher ein Buchdepot war und dem Attentäter Oswald als Schützennest diente, ist das Leben des 35. Präsidenten der USA interessant aufbreitet. Von seiner Herkunft und Präsidentschaft gelangt man durch eine Schleuse aus schwarzen Wänden mit Bildern der Limousine in den Sekunden des Attentats zur Rekonstruktion des Schützennests mit Blick auf die Elm Street, wo JFK von zwei Kugeln getroffen wurde. Ein schauerliches Gefühl an so einem historisch-tragischen Ort zu stehen. Im Rest des Museums wird die Aufarbeitung und Aufklärung des Attentats präsentiert, die auch nicht ganz unspektakulär ablief: Oswald wurde kurz nach seiner Verhaftung von einem Herrn namens Ruby erschossen, der jedoch nie eine klare Aussage dazu machte und einige Zeit später an Krebs starb. Die Motive bleiben also bis an den heutigen Tag im Dunkeln.

Blick vom Sixth Floor Museum in Richtung Elm Street (Straße in der rechten unteren Ecke)

Blick vom Sixth Floor Museum in Richtung Elm Street (Straße in der rechten unteren Ecke)

Und noch etwas ist mir in Texas aufgefallen: Die Leute dort haben einen krassen Akzent! Also wer echtes Amerikanisch hören will, muss unbedingt mal mit einem Hillbilly aus Texas reden! So viel zu meiner ersten Erfahrung mit dem Staate Texas. Viele Grüße nach Deutschland!