Das Ende – Teil 1: Gestern ein Student

Eine gewisse Entfremdung zwischen mir und meinem Blog in den letzten 2 Jahren kann ich nicht verleugnen. Wobei ich dazusagen muss, dass ich die Schuld ganz auf mich nehme. Mit den Jahren wurde das Abenteuer USA, Georgia Tech, Ph.D., usw. immer mehr zum Alltag, der bewältigt werden wollte und nicht immer einfach war. Daher die wenigen Updates bzgl. meiner Forschung. Im Mai diesen Jahres war dann aber–im Rückblick über die ganzen vier Jahre, muss ich sagen: einem kleinen Wunder gleich–doch der Zeitpunkt gekommen, dass ich den Doktor und damit meine Zeit am Georgia Tech erfolgreich abgeschlossen hatte.

Diese Meldung kommt hier im Blog etwas aus dem Nichts, doch–auch wenn unsere Beziehung in letzter Zeit schwierig war–verdient martinatgt einen klaren Schlussstrich. Dies ist der erste von drei finalen Einträgen. Auch wenn ich das Blogschreiben die meiste Zeit genossen habe, war martinatgt hauptsächlich dafür gedacht (wie der Untertitel schon sagt), von meinem Studium am Georgia Tech zu berichten. Diese Kapitel ist nun abgeschlossen, und es muss definitiv ein neues Format für die Zukunft her, falls es mit dem Blogschreiben weitergehen sollte. Man wird sehen.

LCCV

Laboratory of Computational Computer Vision (LCCV) unter Prof. Yezzi’s Leitung, Juli 2014

Dissertations-Verteidigung

Bei meiner Dissertations-Verteidigung (30. April 2014)

Zum Abschluss also das „Summary“ meines Ph.D.-Studiums: In meinem ersten Jahr (2010-2011) arbeitete ich mit Prof. Tannenbaum an Feuerdetektion in Videos. Leider musste Prof. Tannenbaum 2011 das Georgia Tech verlassen, so dass ich mich thematisch unter meinem neuen Professor, Prof. Yezzi, ein wenig umorientieren musste. Bei diesem, meinem zweiten Thema, ging es um die geometrische Rekonstruktion von Objekten aus Körperschallmessungen. Prof. Fedele arbeitete dabei eng mit mir und Prof. Yezzi zusammen. Leider entwickelte sich das Thema nicht so, wie ich es mir erhofft hatte und einige Rückschläge, wie z.B. dieser , führten zu einer Krisenphase Ende 2012 und Anfang 2013. Prof. Yezzi bot mir in der Folge ein Praktikum bei seiner (ein-Mann)-Startup-Firma Vintinura Imaging Inc. an: Von Juni bis Dezember 2013 arbeitete ich für Vintinura an einem Projekt für Detektion und Tracking von Objekten in Infrarot-Videos. Der schöne Bonus war dabei, dass ich dafür von Juni bis August 2013 von Deutschland aus arbeiten konnte. Im September 2013 schloss ich meinen Proposal ab, wo ich einem Kommitee von Professoren meine drei Projekte (Feuer, Körperschall, Infrarot)  als Forschungsprojekte für meine Dissertation vorstellte. Das erste Viertel von 2014 war dann ganz der Dissertation und meinem zweiten Projekt (wo es noch ein paar Dinge abzuschliessen gab) gewidmet — vermutlich die stressigste, aber auch produktivste Zeit während meines Ph.D. Am 30. April 2014 stellte ich schließlich meine Dissertation mit dem Titel „Physics-driven Variational Methods for Computer Vision and Shape-based Imaging“ meinem Ph.D.-Kommittee  vor, die meine Arbeit ohne größere Kritik annahm. Letztendlich ist das Thema meiner Arbeit eine Familie von Methoden (Variationsmethoden, vor allem active contours), die auf verschiedene Projekte (Feuerdetektion, Bildrekonstruktion, Detektion und Tracking) angewandt wurden.

Das hatte jetzt etwas von einer „Tour de Force“, aber immerhin ist es  für die Geschichtsbücher festgehalten. Würde ich das mit dem Ph.D. nochmal machen? Schwere Frage. Aber vermutlich: ja. Auch wenn kaum etwas so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte; die Lebenserfahrungen, Einblicke in die Welt der Akademia und die fachliche Entwicklung sind meiner Meinung nach unschätzbar. Man kann nur durch Herausforderungen wachsen, und von denen hatte der Ph.D. einige zu bieten, ich wollte es anfangs nur nicht glauben.

 

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