Archiv für die Kategorie ‘Campus-Leben’

Das Ende – Teil 1: Gestern ein Student

Montag, 01. September 2014

Eine gewisse Entfremdung zwischen mir und meinem Blog in den letzten 2 Jahren kann ich nicht verleugnen. Wobei ich dazusagen muss, dass ich die Schuld ganz auf mich nehme. Mit den Jahren wurde das Abenteuer USA, Georgia Tech, Ph.D., usw. immer mehr zum Alltag, der bewältigt werden wollte und nicht immer einfach war. Daher die wenigen Updates bzgl. meiner Forschung. Im Mai diesen Jahres war dann aber–im Rückblick über die ganzen vier Jahre, muss ich sagen: einem kleinen Wunder gleich–doch der Zeitpunkt gekommen, dass ich den Doktor und damit meine Zeit am Georgia Tech erfolgreich abgeschlossen hatte.

Diese Meldung kommt hier im Blog etwas aus dem Nichts, doch–auch wenn unsere Beziehung in letzter Zeit schwierig war–verdient martinatgt einen klaren Schlussstrich. Dies ist der erste von drei finalen Einträgen. Auch wenn ich das Blogschreiben die meiste Zeit genossen habe, war martinatgt hauptsächlich dafür gedacht (wie der Untertitel schon sagt), von meinem Studium am Georgia Tech zu berichten. Diese Kapitel ist nun abgeschlossen, und es muss definitiv ein neues Format für die Zukunft her, falls es mit dem Blogschreiben weitergehen sollte. Man wird sehen.

LCCV

Laboratory of Computational Computer Vision (LCCV) unter Prof. Yezzi’s Leitung, Juli 2014

Dissertations-Verteidigung

Bei meiner Dissertations-Verteidigung (30. April 2014)

Zum Abschluss also das „Summary“ meines Ph.D.-Studiums: In meinem ersten Jahr (2010-2011) arbeitete ich mit Prof. Tannenbaum an Feuerdetektion in Videos. Leider musste Prof. Tannenbaum 2011 das Georgia Tech verlassen, so dass ich mich thematisch unter meinem neuen Professor, Prof. Yezzi, ein wenig umorientieren musste. Bei diesem, meinem zweiten Thema, ging es um die geometrische Rekonstruktion von Objekten aus Körperschallmessungen. Prof. Fedele arbeitete dabei eng mit mir und Prof. Yezzi zusammen. Leider entwickelte sich das Thema nicht so, wie ich es mir erhofft hatte und einige Rückschläge, wie z.B. dieser , führten zu einer Krisenphase Ende 2012 und Anfang 2013. Prof. Yezzi bot mir in der Folge ein Praktikum bei seiner (ein-Mann)-Startup-Firma Vintinura Imaging Inc. an: Von Juni bis Dezember 2013 arbeitete ich für Vintinura an einem Projekt für Detektion und Tracking von Objekten in Infrarot-Videos. Der schöne Bonus war dabei, dass ich dafür von Juni bis August 2013 von Deutschland aus arbeiten konnte. Im September 2013 schloss ich meinen Proposal ab, wo ich einem Kommitee von Professoren meine drei Projekte (Feuer, Körperschall, Infrarot)  als Forschungsprojekte für meine Dissertation vorstellte. Das erste Viertel von 2014 war dann ganz der Dissertation und meinem zweiten Projekt (wo es noch ein paar Dinge abzuschliessen gab) gewidmet — vermutlich die stressigste, aber auch produktivste Zeit während meines Ph.D. Am 30. April 2014 stellte ich schließlich meine Dissertation mit dem Titel „Physics-driven Variational Methods for Computer Vision and Shape-based Imaging“ meinem Ph.D.-Kommittee  vor, die meine Arbeit ohne größere Kritik annahm. Letztendlich ist das Thema meiner Arbeit eine Familie von Methoden (Variationsmethoden, vor allem active contours), die auf verschiedene Projekte (Feuerdetektion, Bildrekonstruktion, Detektion und Tracking) angewandt wurden.

Das hatte jetzt etwas von einer „Tour de Force“, aber immerhin ist es  für die Geschichtsbücher festgehalten. Würde ich das mit dem Ph.D. nochmal machen? Schwere Frage. Aber vermutlich: ja. Auch wenn kaum etwas so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte; die Lebenserfahrungen, Einblicke in die Welt der Akademia und die fachliche Entwicklung sind meiner Meinung nach unschätzbar. Man kann nur durch Herausforderungen wachsen, und von denen hatte der Ph.D. einige zu bieten, ich wollte es anfangs nur nicht glauben.

 

NCTTA Nationals in Rockford, IL

Freitag, 21. Juni 2013

Mitte April durfte ich meine 4. Teilnahme (nach 2009, 2011 und 2012) an den US College Table Tennis National Championships mit meinen Teamkollegen Alvin, Jash, Ludovic und Vedant in Rockford, Illinois, erleben. Inzwischen bin ich ja schon ein alter Hase und war nun zum ersten Mal Team-Captain. Letztes Jahr in Dallas waren ja nur Alvin und ich vom Georgia Tech beim Einzel und Doppel vertreten. Es hat sich bestätigt, was sich über die letzten Jahre angedeutet hat: Die Konkurrenz ist stetig besser geworden, während unser Niveau am Georgia Tech eher stagniert. Dies hat nicht nur mit Trainingseifer zu tun (der sicher bei uns noch höher sein könnte), sondern auch damit, dass immer mehr Colleges ihr Potential mit v.a. asiatischen Spielern ausschöpfen. Im Einzel (Alvin und Jash)- und Doppelwettbewerb (Alvin/ich und Jash/Vedant) ging alles recht schnell und keiner konnte glänzen. Im Teamwettbewerb ging es auch erst mal schlecht los, doch konnten wir gegen hinten raus dann doch das ein oder andere Spiel gewinnen, so dass wir 20. von 24 Teams wurden, ein realistisches und dem Ranking entsprechendes Ergebnis. Mehr war auf einem so hohen Level kaum drin.

Das GT team: Vedant, Ludovic, Jash, Martin, Alvin

Das GT Team: Vedant, Ludovic, Jash, Martin, Alvin

Rockford in Illinois war leider wieder einmal einer der weniger interessanten Austragungsorte, im Vergleich zu Dallas letztes Jahr. Ca. 1,5 Stunden von Chicago entfernt war aber immerhin „the windy city“ ein gelegenes Ausflugsziel. Da ich aber schon 2 Mal dort war, habe ich mir die übliche Touri-Tour gespart.  Dies war übrigens meine letzte Teilnahme bei den Nationals, da im Tischtennis die gleiche Regelung gilt wie im College Football, dass man maximal vier Spielzeiten mitmachen darf. Das hat etwas mit dem Profigeschäft beim Football zu tun und ergibt für mich beim Tischtennis (noch) nicht viel Sinn, da der Rubel hier noch nicht so richtig rollt. A propos Rubel, am Montag geht’s nach Russland, wo ich Ivan, Ivan und Vladimir (kenne ich vom Georgia Tech) zum Touri-Touren treffen werde. In Moskau und St. Petersburg war ich nämlich noch nicht…

Der neue Schlitten der Campus-Polizei

Dienstag, 10. Juli 2012

Die allgemeine Geldknappheit im öffentlichen Sektor schein zumindest bei der Campuspolizei noch nicht angekommen zu sein: Stolz wurde uns heute die neuste Anschaffung zur Verbrechensbekämpfung präsentiert: Ein neues Einsatzfahrzeug der Marke Dodge Charger aka „Ich protze gerne mit meinem Auto“.

Neueste Anschaffung der GT Polizei

Neueste Anschaffung der GT Polizei

Anschaffungskosten: Nicht so teuer wie es scheint, aber immerhin $37.000. Wer sich wie ich fragt, wozu man solch ein Auto für die Patrouille auf dem Campusgelände (Autobahnpolizei, okay…) benötigt, dem sei folgende offizielle Erklärung gegeben:

This car’s distinctive look and high visibility will ensure that students, business owners and residents alike can rest assured that the Atlanta Police Department and Georgia Tech Police Department are true partners in preventing crime

Das markante Aussehen und die visuelle Präsenz dieses Autos werden sicherstellen, dass Studenten, Ladenbesitzer und Anwohner beruhigt sein können, dass die Polizei Atlantas und die Georgia Tech Campus-Polizei wahrhaftige Partner bei der Verbrechensverhütung sind.

Na, da bin ich aber beruhigt… 🙂

Tischtennis Nationals in Rochester zum Zweiten

Montag, 25. April 2011

Wie schon vor zwei Jahren fanden die nationalen College Tischtennismeisterschaften in Rochester, Minnesota, statt (zum damaligen Bericht) . Über die Gegend brauche ich also nicht viele Worte verlieren. Was sich deutlich verändert hat, ist das Team: Nur Aneece und ich waren beim Team vor zwei Jahren schon dabei. Zudem haben sich in diesem Jahr auch unsere Damen qualifiziert. 10 Georgia Techler/innen vertraten also den Staat Georgia bei den Teamwettbewerben.

GT Team

(v.l.n.r.) Annece, Jesus, Martin, Hassan, Brian, Li, Xiaodan, Wenhui, Christine, Stephanie

Diesesmal hatte ich erfreulicherweise die Möglichkeit, viele Spiele zu bestreiten, da ich mich zusätzlich zum Team auch für die Einzel-, Doppel- und gemischtes Doppel-Wettbewerbe qualifiziert hatte. Im Einzel flog ich gleich am Anfang raus, konnte mich dann aber in der Trostrunde bis ins Halbfinale durchringen, wodurch ich 36. von 60 wurde. Bin ganz zufrieden damit. Die Doppel liefen weniger erfolgreich wegen starker Gegner.

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Nach dem Bankett mit der Trophäe für die Georgia Division

Leider erwischte es auch das Team nicht gut: Durch zwei übermächtige Gegner (Princeton und Governers State) und eine ganz knappe Niederlage gegen einen gleichwertigen Gegner (Florida) war Platz 19 der beste, den wir noch erreichen konnten. Nach einer weiteren Niederlage gegen San Jose, und schließlich doch noch einem Sieg gegen Binghamton landeten wir auf Platz 21 von 24 (unser Rating war 19, also etwas schlechter als erwartet…). Die Mädchen schafften es auf Platz 10 von 14. Den Spaß ließen wir uns aber dank toller Teammoral keineswegs verderben, und so kehrten wir am Sonntag Abend müde und mit vielen schönen Erinnerungen nach Atlanta zurück.

 

ACUI-Turnier in Tallahassee, Forida

Donnerstag, 17. Februar 2011

Es gibt mal wieder Neuigkeiten im Tischtennis: Letzten Samstag fuhren 12 Mitglieder unseres Tischtennisclubs nach Tallahassee, Hauptstadt Floridas, wo das Qualifikationsturnier für die College Nationals im Einzel stattfand. Aus etwa 50 Teilnehmern aus den Staaten Georgia, Florida, Alabama und Mississippi würden es die besten 8 zu den nationalen Meisterschaften Anfang April schaffen. Nach einer relativ leichten Gruppenphase, zog ich in die Top 16 K.O.-Runde ein. Mit einem weiteren Sieg hätte ich mich qualifiziert. Mit etwas Losglück und weniger Nervenflattern als mein Gegner, schaffte ich den Einzug ins Viertelfinale mit einem 3:0 Sieg — Nationals!!! 🙂 Im Viertelfinale war dann aber Schluss gegen übermächtige Mississippi-Spieler, die schließlich Plätze 1 bis 4 belegten. Von unseren anderen Spielern hat es leider keiner geschafft, zwei schieden im Achtelfinale aus. Besser hatten es da unsere zwei Damen. Auch bei den Damen qualifizierten sich 8 Spielerinnen, die – bei 4 Teilnehmerinnen – allerdings schon vorher fest standen… Am Sonntag steht dann das entscheidende Turnier für unser Team an, aus dem wir hoffentlich siegreich hervorgehen werden. Sonst muss/darf/werde ich wohl mit unseren beiden Mädchen alleine reisen…

Das GTTTA Team

Das GTTTA Team

GT Night at the Woodruff Arts Center

Freitag, 01. Oktober 2010
Dali's Moustache

Dali's Moustache

Das Woodruff Arts Center – das zu Hause des High Museum (Kunstmuseum), der Atlanta Symphony und des Alliance Theater (Musicals) – öffnete gestern seine Tore für GT Studenten. Neben „free food“, was Studenten magisch anzieht (nur übertroffen von „free T-shirts“), wurde der kostenlose Eintritt zum High und für ein Konzert der Symphonie oder des Alliance Theaters angeboten. Nicht schwer zu erraten, dass ich mir das nicht entgehen ließ. Obwohl ich schon mal im High Museum war, lohnte sich der erneute Besuch wegen der ständig wechselnden Ausstellungen. Momentan sind Spätwerke Salvador Dali’s zu bewundern – in der Tat bewundernswert. Besonders interessant fand die „Moustache“-Fotoserie, die quasi ein sarkastisch humoristisches Interview Dali’s in Worten und Bildern ist. Auch die religiösen Gemälde sind beeindruckend.

God is just another artist, like me. – Salvador Dali

Ein echter Künstler…

Danach besuchte ich das Symphoniekonzert, das Beethovens 4. Klavierkonzert sowie Mahlers  1. Symphonie (Titan) auf dem Programm hatte. Eigentlich freute ich mich vor allem auf den Beethoven, doch nachdem ich Mahler nun zum ersten Mal „live“ in einem Konzertsaal gehört hatte, änderte sich meine Meinung. Was man aus den Computer-Lautsprechern zu Hause einfach nicht mitbekommt ist die riesige Variation an Klangfarben und Dynamik, die Mahler verwendet. Den dritten Satz, der mit einer tragischen Kanonversion von „Bruder Martin“ und Ansätzen von fröhlicher Zigeunermusik spielt, fand ich am originellsten. Der vierte Satz ist bombastisch. Denke, sowas mögen die Amerikaner 🙂 .

Das beste an dem Ganzen ist aber, dass man für 20$ einen Saisonpass erwerben konnte, der bis Ende Mai Eintritt zu jeglicher Veranstaltung im Woodruff Arts Center ermöglicht. Für künstlerische Nahrung ist in nächster Zeit gesorgt…

Mein Tischtennisschläger

Freitag, 24. September 2010
Mein Tischtennisschläger

Mein Tischtennisschläger

Mein Tischtennisschläger muss eine Seele haben. Gestern Nachmittag begab ich mich auf die Suche nach einem neuen Schläger, da ich mit meiner Tischtennisperformance nicht ganz so zufrieden war und mal wieder was neues ausprobieren wollte. Und dann, gestern Abend bei den Tryouts für das College Team scheint alles wie von alleine zu laufen. Es ist lange her, dass ich so gut gespielt habe und habe das Turnier, das aus ca. 50 Teilnehmern bestand, gewonnen. Mein Tischtennisschläger muss was geahnt haben, dass es an der Zeit war sein wahres Können zu beweisen… Ich kann mich nun wohl kaum nach diesem Abend von ihm trennen.

Umso erstaunlicher war dieses Ergebnis angesichts des universitären Stressfaktors in den letzten Wochen. Wie schon mal angekündigt bereite ich mich auf die Vordoktorprüfung am 18. Oktober vor, die ich möglichst bestehen sollte, um Zeit-, Geld- und Freizeitverlust zu vermeiden. Zudem arbeite ich weiter am „Feuer- und Rauchprojekt“, das aber gerade weniger Raum einnimmt. Etwas nervig ist die Tatsache, dass ich aus bürokratischen Gründen zwei Kurse (eigentlich drei, aber eine konnte ich herumtricksen) belegen muss, so dass ich nun in „Digital Image Processing“ und „Differential Geometry I“ sitze. Letzteres ist einfach nur – krass. Die andere Vorlesung ist bis jetzt noch nicht allzu spannend, soll aber auch lediglich zum Erreichen der Mindestanzahl an nötigen Vorlesungen beitragen.

Vorlesungsfrei…

Mittwoch, 06. Mai 2009
Campusbild: Buzz, unser Maskottchen, beim 'Earth Day' für ökologisches Denken

Campusbild: Buzz, unser Maskottchen, beim 'Earth Day' für ökologisches Denken

… und das nicht nur heute, sondern auch morgen, und übermorgen, und den Tag danach, und… Ja! – Ich bin fertig mit Vorlesungen für den Rest dieses Studiums. Und ja, dieser Eintrag ist tatsächlich mal wieder der Uni und nicht einer Reise gewidmet… 🙂 Letzte Woche war Finals Week, in der theoretisch Klausuren angestanden hätten. Der Grund, dass ich keine hatte und damit eine recht angenehme Finals Woche hatte (Im Vergleich zum Fall Term), ist der, dass ich in meinen beiden Vorlesungen Final Projects hatte, d.h. eine Projektarbeit, umfassender als übliche Hausaufgaben. Für Wave Propagation konnte ich dafür einfach Material aus meiner Forschung nehmen, so dass dieses Thema sehr schnell abgehakt war und für Adaptive Control tobten Frederik und ich uns an einer Abstandsregelung für zwei Autos aus, doch dazu später mehr. Erst noch ein letzter, zäh zu lesender Vorlesungsrückblick für die zweite Hälfte des Spring Terms.

Ich muss sagen, in Wave Propagation ist die zweite Hälfte ziemlich an mir vorbeigegangen, da der Druck von Klausuren und Hausaufgaben sehr gering war, seitdem Larry die Vorlesung von Dr. Qu übernommen hatte. Ich hab mir die Sachen angehört und gedacht, „ganz nett! Wenn ich’s mal brauch, weiß ich ja, wo ich nachschauen muss.“ Und so war die Vorlesung von Larry wohl auch gedacht, da er doch meist sehr schnell und flapsig über die Herleitungen hinweggegangen ist. Im Großen und Ganzen betrachteten wir verschiedene Problemstellungen und deren Lösungen, also z.B. Wellen in einer unendlichen Platte (mein Forschungsthema), in einer zylinderförmigen Platte,  in anisotropen Materialien, oder auch wenn man einen Halbraum an der Oberfläche mit einem Punktimpuls (Dirac)  anstößt. Auch Transformations-Methoden wie Laplace oder Fourier zur Lösung der Gleichungen wiederholte Larry – neben „Eigenwertrechnung“ und „Boolscher Algebra“ das wohl am öftesten eingeführte Thema meines Studiums… 🙂

Campusbild: Tech Trolleys zur kostenlosen studentischen Fortbewegung auf dem Campus

Campusbild: Tech Trolleys zur kostenlosen studentischen Fortbewegung auf dem Campus

Der zweite Teil von Adaptive Control verlief leider etwas träger als der erste, was hauptsächlich daran lag, dass man immer wieder fast das Gleiche gemacht hat und das bisschen Unterschied dann auch immer noch in Matlab simulieren musste. Nach der zweiten Hälfte kann ich auch in einem Satz zusammenfassen, was adaptive Regelung ist; nämlich inverse Lyapunov Analysis. D.h. man schreibt den üblichen Zustandsregler hin, nimmt an, dass die Verstärkung von der Zeit abhängt, und wählt dann die Ableitung der Verstärkung so, dass die ungewünschten Terme in der Lyapunov-Ableitung wegfallen  (Ich hoffe, das versteht jemand… zumindest wer Regelungstechnik II gehört hat, sollte wissen, was ich meine… 🙂 ). Das Schöne ist, dass man so garantieren kann, dass der Regelkreis stabil ist, auch wenn Systemgrößen von vornherein falsch geschätzt wurden. D.h. der Regler passt sich an das System an (adaptiert). Im Final Project wendeten wir das auf folgendes System an: Auto B fährt hinter Auto A und soll einen bestimmten Abstand zu Auto A einhalten. Die Beschleunigung von Auto A ist dabei eine unbekannte Störgröße, die Beschleunigung von Auto B die Eingangsgröße. Das System ist nicht übermäßig kompliziert (Im Prinzip nur ein Doppelintegrator von Beschleunigung zu Strecke), doch haben wir alle möglichen und abstrusen adaptiven Erweiterungen eingebaut (Disturbance Rejection, Input Constraint Adaptation, Composite Adaptation), so dass die Arbeit zu einer guten Note gereicht hat. Vielleicht hat den Professor aber auch unser Schlusszitat überzeugt, das ‚treffend‘ beschreibt, was Adaption ist:

When the lights first go out, I can’t see;
Maybe waiting a while is the key:
After dark adaptation—
Acclimatization—
I’ll be able to aim when I pee.
Quelle: www.oedilf.com
Dass die Finals Woche dann doch nicht allzu locker war, liegt weiterhin daran, dass nun die Thesis wieder im Rampenlicht steht. Wie’s da aussieht, werde ich aber später erzählen. Die nächsten Tage will ich erst noch vom Wochenendausflug nach New Orleans erzählen, den wir zu viert von Freitag bis Montag durchgezogen haben. Man darf gespannt sein 😉 . Bis dahin, viele Grüße aus Georgia!

College Table Tennis National Championships ’09

Freitag, 10. April 2009
Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Die besten College-TTler der USA zu Gast in Rochester

Was in Deutschland nahezu undenkbar ist, wurde in den USA dank des Nischendaseins des Sports Tischtennis (oder Ping Pong wie die meisten Amerikaner sagen) am letzten Wochenende wahr. Zusammen mit fünf weiteren Tech-Studenten reiste ich nach Rochester im Bundesstaat Minnesota, wo wir  uns mit den besten Hochschul-Tischtennisspielern des Landes maßen. Mit dem Flugzeug ging es nach Minneapolis und dann 1,5 Stunden  weiter mit dem Auto in ein beschauliches Städtchen namens Rochester, das wenn überhaupt für etwas, dann für seine renommierte Mayo-Klinik bekannt ist, die auch auf der „Tourismus“-Webseite als eine der besten Sehenswürdigkeiten angepriesen wurde. Mit anderen Worten, einerseits schade, dass wir nicht in eine spannende Stadt gefahren sind, aber andererseits machte die gemeinsame spaßige Zeit beim Turnier diese Manko bei Weitem wett.

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Team Georgia Tech: Subu, Deepak, Abhishek, Coach Presley, Siva, Aneece, Martin

Unser Team: Deepak (Indien), Aneece (Libanon), Siva (Indien), Subu (Indien), Abhishek (Indien), Martin (Deutschland) und Coach Presley (USA). Gespielt wurde von Freitag bis Sonntag und wir hatten insgesamt sechs Spiele, so dass jede Menge Zeit war anderen Spielen zuzuschauen, zu trainieren oder einfach herumzulungern, wie das erfahrene Turnierspieler bestimmt kennen. In der ersten Runde spielten wir in einer 4er-Gruppe, wo die ersten zwei in die Finalrunde und die anderen zwei in die ‚Trost‘-Runde kamen. Wir waren von der Spielstärke her an Position drei gesetzt, was wir dann auch wurden. Die Trost-Runde konnten wir durch drei Siege als erster beenden, so dass wir insgesamt 13. von 24 Colleges wurden, zwei Plätze besser als im letzten Jahr. Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass dieses Ergebnis kaum mir zu verdanken ist 🙂 . Ich hatte mein erstes Spiel (Es spielen immer nur 4 Spieler in einem Teamspiel)  in der Vorrunde  gegen die spielstarke Mannschaft aus Minnesota gemacht, wo wir ziemlich deutlich verloren und am nächsten Tag habe ich beim Aufwärmen schon gemerkt, dass das ‚Feeling‘ nicht da ist, so dass ich zugunsten des Erfolgs den anderen den Vortritt gelassen habe.

Finale der Männer

Finale der Männer

Neben unseren Spielen gab es auch einige interessante und hochkarätige Spiele, die durchaus lohnenswert waren anzuschauen. In einer Hochschule namens Texas Wesleyan gibt es z.B. Stipendien für Tischtennisspieler (eine absolute Ausnahme), die dann auch ziemlich gute Spieler hervorbringen. Das obere Bild zeigt das Finale der Männer, technisch sehr ansprechend. Man beachte auch die Wand der Halle. Die Universität, zu der die Halle gehört, hat tatsächlich das gleiche Maskottchen wie Georgia Tech (Yellow Jackets und eine Wespe), so dass es quasi ein Heimspiel für uns war.

'Team Georgia' beim Dinner

'Team Georgia' beim Dinner; vorne: Jessica, Fiona, Meng, Hong, Tuan

Am Samstag Abend gab es ein Dinner im Kahler Hotel, nach dem dann die Trophäen ausgegeben wurden. Wir bekamen einen Pokal für den ersten Platz in der Division Georgia, ebenso wie die Mädchen von der Georgia State (auch in Atlanta), mit denen wir oft zusammen etwas unternommen haben (Abendessen, Bowling,…). Mit der Zeit nannten wir uns ‚Team Georgia‘, da wir uns meist gegenseitig anfeuerten, auch wenn wir nicht von der gleichen Uni sind. Am Montag kehrten wir zurück und natürlich warteten erst einmal wieder Hausaufgaben, die es aufzuholen galt. Bin nun also wieder voll im Georgia-Tech-Leben. Am Ostermontag kommen übrigens meine Eltern+Simone+Freund nach Atlanta. Freu mich schon sehr drauf , nach über einem halben Jahr!

Orlando, ganz untouristisch

Montag, 02. März 2009

Disneyworld, Universal Studios, Seaworld sind wohl einige der ersten Stichworte, die einem zu Orlando einfallen. Diese ließen wir jedoch im wahrsten Sinne des Wortes links (manchmal auch rechts) liegen, als wir nach 9-stündiger Fahrt in der Nacht zum Samstag in der Touristenmetropole im Sunshine State Florida unser Hotel ansteuerten.  ‚Wir‘ sind in diesem Fall keine vergnügungshungrigen Touris, sondern zehn Tech Studenten, die im ACUI Regional Table Tennis Tournament um den Einzug in die nationalen College Meisterschaften im Einzel wettstreiten wollten.

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Unser Team: hinten v.l.n.r. Abhishek, Gautam, Mr. X aus Y, Coach Presley, Aneece, Deepak. Vorne Pasath, Albert, Domenico, Martin, Siva

Die Hinfahrt gestaltete sich schwierig, da wir erst nach 16:30 Uhr (Treffpunkt 15 Uhr…) am Freitag loskamen, und Atlanta + Berufsverkehr= 2 Stunden extra. Ich durfte bei Coach Presley mitfahren, unserem eher Organisations- als Trainingscoach, von dem ich ja schon berichtet habe. Während der langen gemeinsamen Zeit habe ich einige interessante Dinge über ihn erfahren. Denn was er fast noch mehr liebt als reden ist Bowling spielen. Letztes Wochenende hat er im Doppel mit seinem Sohn die Bowling US Open in Las Vegas gewonnen. D.h. ich bin hier quasi mit einer Bowlinglegende per du… Die Ausführungen über die Oberfläche der Kugel und der Bahn und Geschichten über seine professionellen Softball-, Basketball-, Tischtennis- und Marchingbandkarrieren werde ich vielleicht später mal in einem extra Blog wieder aufnehmen 😉 .

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Martin und Aneece, Campus Univ. of Central Florida, Orlando

Das Turnier am nächsten Tag verlief reibungslos, bis auf die Tatsache, dass wir eine Viertel Stunde zu spät kamen, weil sich morgens erst noch unsere vier Inder durch die eine Dusche quetschen mussten ohne sich Gedanken über Zeitplanung zu machen. Morgens wurden in einer Gruppenphase die besten 16 Spieler aussortiert, darunter sechs unserer Spieler. Von nun an KO-System. Das Ziel war es unter die besten vier zu kommen, die dann für die nationalen Meisterschaften qualifiziert wären. Die All-you-can-eat Mittagspause in der Mensa der University of Central Florida, wo das Turnier stattfand, tat mir allerdings nicht so gut. Beinahe wäre ich im Achtelfinale eingeschlafen, konnte mich gegen einen nicht allzu guten Gegner names Kwot oder so ähnlich dann doch zusammenreissen. Im Viertelfinale verlor ich dann aber chancenlos gegen den späteren Turniersieger aus Puerto Rico und bin dann in der Gesamtwertung 8. geworden. Insgesamt haben die Spieler aus Puerto Rico klar dominiert. Nur Deepak, unser bester Spieler hat es geschafft, sich für die Nationals zu qualifizieren. Unter den Spielern aus Georgia und Florida waren wir aber deutlich vorne. Nichtsdesotrotz fahren wir als Team am 3. April zu den College Nationals in Rochester, Minnesota.

Schnee! vor meiner Wohnung!

Schnee! vor meiner Wohnung!

Am gleichen Tag fuhren wir mit einem Auto auch wieder zurück, da viele Vielbeschäftigt sind. Und dann das: Heute morgen schneit es in Atlanta! Während wir in Orlando mit kurzen Hosen bei über 20 Grad auf dem Campus herumgeschlampert sind, ist hier Mütze und Handschuhe angesagt… Naja, kein Fisch ohne Gräten. Und a propos Fisch.

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Ocean Voyager im Georgia Aquarium, Atlanta

Walhai

Walhai

Als kleinen Nachtrag noch ein, zwei Bilder vom GT at Aquarium vor zwei Wochen. Für 7$ konnten GT Studenten ins Georgia Aquarium, was normalerweise über 30$ kosten würde. Hauptattraktion ist ein Walhai, der in einem riesigen Panoramabecken schwimmt. 30$ find ich aber trotzdem etwas übertrieben als Eintittspreis, so dass ich persönlich es nicht empfehlen würde, für den Preis reinzugehn. Es sei denn man mag Fische (zum Anschauen…). Vor Spring Break werde ich dann auch noch ein bisschen berichten, was studienmäßig so alles los ist, bevor Alex, Frederik und ich dann in zwei Wochen eine Rundreise durch Florida starten.