Archiv für die Kategorie ‘Urlaub’

Das Ende – Teil 2: Nutze die Zeit nach dem PhD

Montag, 03. November 2014

Der Monat meines 30. Geburtstags läutete eine neue Lebensphase ein: Wie schon berichtet, schloss ich mit dem PhD vom Georgia Tech mein Studentenleben ab. Zwei Wochen nach meiner Verteidigung erhielt ich ein Jobangebot von Texas Instruments (TI) in Dallas (Texas) mit Starttermin August 2014 (doch dazu später mehr). Mit Freude durften Mandy und ich verkünden, dass wir den Schritt nach Dallas gemeinsam und mit einem großen Versprechen machen würden. Was blieb waren zwei Monate freie Zeit, die es zu nutzen galt, da Urlaubstage in der amerikanischen Industrie nur spärlich gesät sind. Auf meiner Amerika-Karte der bereisten Gegenden klaffte noch ein ziemlich großes Loch in der Mitte, das es nun zu schließen galt. Gemeinsam mit Mandy startete ich einen 3-wöchigen Camping- und Roadtrip, auf dem wir ca. 5500 Meilen (ca. 8800 km) hinter uns brachten. Unser Hauptziel war Yellowstone National Park in Wyoming, das wir über folgende Route von Atlanta aus erreichten:

2014 Yellowstone Roadtrip

Die Highlights sind in den Bildern am Ende des Artikels festgehalten. Dazu gehörten:

  • WM-Spiel Deutschland gegen Ghana in einer Bar  in Nashville mit life Country-Musik.
  • St. Louis‘ Gateway Arch, das auch als Tor für unsere Reise in den Mittleren Westen der USA diente.
  • Badlands National Park mit einem sehr schönen Camping-Platz und Canyonlandschaft.
  • Mount Rushmore und das indigene Konkurrenz-Memorial Crazy Horse in den Black Mountains – ein Muss wenn man mal in der Gegend ist.
  • Höhlenwanderung in der Jewel Cave, momentan das 3.-größte Höhlensystem der Welt. „Momentan“, weil nur entdeckte Gänge zählen und quasi täglich neue Gänge entdeckt werden.
  • Die schnurgeraden und einsamen Autobahnen in Wyoming.
  • Rocky Mountains National Park: Eindrückliche Berge weniger als eine Stunde von Downtown Denver entfernt.

Yellowstone National Park war natürlich das absolute Highlight. Der Park ist riesig (8983 km²) und sitzt auf einem erloschenen Vulkan. Durch diese besondere Geologie gibt es hier unzählige Kuriositäten zu sehen: Sprudelnde Geysire, brodelnde Schlammlöcher, oder farbprächtige Wasserlöcher (Die Farben entstehen durch Bakterienkulturen, die sich mit der Temperatur und der Tiefe des Loches ändern). Dazu beeindruckende Berge, ein Fluss mit Wasserfällen, ein See in der Mitte (Der Vulkankrater), und allerlei Wildtiere (Büffel, Hirsche, vereinzelt auch Bären). Das Camping hat sich hier finanziell sehr gelohnt, wenn es auch eine gewisse Herausforderung war bei um die null Grad nachts (Ende Juni…).

Auf dem Rückweg verbrachten wir drei Tage in Dallas, wo wir das WM-Spiel Deutschland gegen Brasilien erleben durften (In den zwei Wochen davor war es schwierig WM-Empfang zu bekommen; ab und zu mal ein Ergebnis-Update via iPhone immerhin). Zudem suchten und fanden wir ein Apartment für unseren Umzug nach Dallas im August. Die Autobahn I-20 führte uns durch bekannte und vermisste Südost-Landschaft mit dichten Wäldern durch Louisiana, Mississippi und Alabama wieder zurück „nach Hause“ nach Atlanta, Georgia.

Florida’s Panhandle

Sonntag, 03. November 2013

Ich bin selbst etwas überrascht, dass ich es in mehr als 4 Jahren Atlanta noch nicht an die Strände des Panhandle von Florida geschafft habe. Der Panhandle ist der relativ kleine Zipfel im Nordwesten Floridas, von dessen weißen Stränden am Golf von Mexiko man immer wieder Gutes hört.  Panama City Beach dürfte als beliebte Spring Break Örtlichkeit am bekanntesten sein. Doch wie sich herausstellte gibt es auch ruhigere Gegenden in diesem Landstrich. Alabamas lokale highways, die immer wieder interessant zu befahren sind, da sie einem das ländliche Amerika vor Augen führen, führten uns nach 5 Stunden Fahrt zum Grayton Beach State Park 30 Meilen westlich von Panama City Beach.

Grayton Beach, Florida - Blick Richtung Panama City Beach

Grayton Beach, Florida – Blick Richtung Panama City Beach

Für $27 pro Nacht mieteten wir eine Campingparzelle, die – wie auch der Rest des Campingplatzes – ein sehr gemütliches und sauberes Erscheinen hatte. Der Campingplatz ist nur 10 Minuten Fußweg im Park (alles sehr ruhig, kein Durchgangsverkehr) vom Strand entfernt, aber es gibt auch einen Parkplatz direkt am Strand. Der Strand kann wirklich mit den besten Stränden mithalten, die ich bisher gesehen habe (z.B. Hawaii, Tarifa in Spanien), sehr sauber, weiß und der Sand so fein, dass er manchmal einen Quietschton macht, den ich vorher noch nie gehört habe. Das einzig Störende waren evtl. die Autospuren im Sand (Habe aber nie ein Auto fahren sehen). Das ist aber nun wirklich etwas, wenn man was zu kritisieren sucht. Das Wasser ist im Oktober noch schön warm, da es mit um die 30 Grad C noch sehr schönes Wetter war und das Meer in dieser Gegend sehr flach ist. Also zum Schwimmen muss man vorher schon ein bisschen laufen. Auch der Strand im St. Andrews State Park in der Nähe von Panama City, den wir während eines Tagestrips nach Panama City besuchten, ist sehr schön, aber etwas mehr Leute aufgrund der Nähe zur Stadt.

Grayton Beach Sonnenuntergang

Grayton Beach Sonnenuntergang

Insgesamt würde ich diese Reise jederzeit als Verlängertes-Wochenende-Trip wiederholen, wenn mal wieder ein kurzer Erholungstrip notwendig wird. Schade, dass ich diese schöne Ecke nicht schon früher ausfindig gemacht habe. Ist eine Alternative zu den Smoky Mountains im Norden.

Russland „The Great“ und Russland „The Ridiculous“

Freitag, 12. Juli 2013

Die Reisegruppe sei kurz vorgestellt: Ivan A. (IA), Fußballbuddy aus Atlanta, der wieder in seiner Heimat Ozery bei Moskau wohnt. Ivan K. (IK), Labmitstreiter aus Atlanta, der seine Familie in Samara, Russland, besuchte und dessen Bruder Vladimir, ebenfalls PhD Student am Georgia Tech. Zusammen verbrachten wir 10 Tage in Russland. Während es sehr viele beeindruckende Dinge zu sehen gab, wurde auch meine Äußerung „That’s ridiculous!“ schnell zum geflügelten Wort. Russland ist ein Land der Gegensätze, nicht alles ergibt Sinn auf den ersten Blick, man muss nur wissen wie der Hase läuft.

Die Tapferen 4 vor der BasiliuskathedraleVladimir, Ivan K,, Ivan A., Martin

Die Tapferen 4 vor der Basiliuskathedrale: Vladimir, Ivan K,, Martin, Ivan A.

Wir starten unsere Reise in Ozery, ein 20,000-Leute-Nest 2 Stunden südlich von Moskau, das wir bequem und günstig (5 Euro) mit dem Zug erreichten. Trotz des moderaten Preises spielt sich regelmäßig ein kleines Schauspiel ab: Massen von Leuten strömen in die hinteren Wagons und rennen beim nächsten Bahnsteig wieder nach vorne, um dem Kartenkontrolleur zu entkommen. Und keinen interessiert’s, nicht einmal den Kontrolleur. Ridiculous! IA hat mich dann aber aufgeklärt, dass dies für viele ärmere Leute anders kaum zu bewerkstelligen wäre, da sie kaum genug zum Überleben verdienen und jeden Tag Stunden lang zur Arbeit pendeln müssen. Wir würden für die Bequemlichkeit zahlen, sitzenbleiben zu können, wenn der Schaffner kommt. Regeln sind nicht immer so strikt. Wo ein 2-Stunden-Zugticket 5 Euro kostet, da muss man ja als Mittelklasse-Mitteleuropäer leben können wie ein Zar, könnte man sich denken. Doch dann kommt schon das nächste ridiculous: Moskau ist eine der teuersten Städte der Welt, Wohnungen kaum bezahlbar, Essen und Trinken nur mit einem weinenden Schwabenauge. Dennoch zieht es die Menschen her, vermutlich auch wegen der Großartigkeit der Stadt, aber es ist ein teures Vergnügen, wenn man nicht gerade Öloligarch ist.

Ozery, Blick von Ivan A.'s Apartment

Ozery, Blick von Ivan A.’s Apartment

Kreml bei Nacht

Kreml bei Nacht

Zurück zu Ozery, wo wir gechillte Stunden am Badesee verbrachten und abends mit etwas Bier und einigen anderen jüngeren Leuten den grünen Mittelstreifen der Hauptstraße unsicher machten, wie das so in Ozery üblich ist, weil es sonst nicht viel zu tun gibt. Die Häuser sind zum großen Teil Plattenbauten-das haben die Leute halt seit jeher. Wer es sich leisten kann, baut ein eigenes Haus, so wie IA’s Vater, mithilfe günstiger usbekischer Arbeiter, die sich beim abendlichen BBQ auf der Baustelle dazugesellten. „Lahm“, „yes! Müller“, „da da. Schweinsteiger!“, „yes, Schweinsteiger…“, so verlief unsere Konversation nachdem sie mitbekommen hatten, dass ich aus Deutschland bin und kein russisch spreche. Mit IA’s Eltern und Familie war es glücklicherweise etwas besser, vor allem das Englisch seiner Schwester Ania ist sehr gut. Mit den Eltern hat IA dann aber doch manchmal ein bisschen nachhelfen und übersetzen müssen. Der Besuch  einer alternativen Community mit Bauernhof und Eisenschmiede, war ganz nach IA’s Geschmack (Er ist ein absoluter Gegener von Touri-Tourismus, aber er musste dann später in Moskau und St. Petersburg noch leiden). Der Schmied hätte eigentlich Sprecher einer Zigarettenwerbung werden sollen, so männlich rau hörte sich sein russisch an. Weiterhin besuchten wir eine heilige Quelle mit eiskaltem Wasser, in die man 3 Mal abtauchen musste – Ganzkörperkneipkur. Diese Behandlung hielt aber auch nicht die vielen Moskitos ab, die sich nicht einmal davor schämen Gesichter zu bestechen.

Kremlmauer

Kremlmauer

Moskaus Staats-Universität

Moskaus Staats-Universität

Nun also Moskau, eine Riesenstadt, sagenhaft große und schöne Metro, Leute, Leute, Leute und mittendrin der Kreml, das Herz Russlands. Die Aufzählung der touristischen Highlights (Paläste, Plätze, Kirchen, Kirchen und Kirchen) erspare ich mir und komme stattdessen auf IA’s Uni zu sprechen, wo er momentan eine PostDoc-Stelle hat. Solch eine  Stelle bringt in Russland ca. $300/Monat – Ridiculous… IA wollte, dass ich unbedingt ans Institut komme, damit ich die amtierende Lab-Tischtennismeisterin herausfordern könne. Naja, danach war ich dann der aktuelle Lab-Meister und meine Tischtenniskünste weit und breit diskutiert. Einigen von IA’s Kollegen schlossen wir uns abends an. Zu IK’s Entsetzen entwickelte sich unser Spaziergang in eine Protestaktion: Zum Geburtstag einens angeblich politschen Häftlings brachten einige Leute unserer Gruppe Luftballons an Hecken und Statuen an. Also, wenn mal die Revolution stattfinden sollte, ich war Teil davon… Glücklicherweise wurden wir nicht verhaftet, obwohl ich das fast auf dem Kreml nachgeholt hätte als ich zu Abkürzungszwecken eine Kette (sah mehr nach Dekoration als nach Absperrung aus) überstieg und eine Straße überquerte, was dem Wächter dort prompt auffiel, er hatte ja sonst nichts zu tun. Aber IK und Vladimir haben sich gleich für mich verantwortlich erklärt und die Situation entschärft. Weiterhin besuchten wir Moskaus Staats-Universität, die berühmteste Uni des Landes in einem gigantischen Stalinistischen Bau, wo auch IA studiert hatte. Auf dem Weg entlang der Moskva und in die anliegenden Hügel wurde mir wieder einmal bewusst wie groß die Stadt ist, jedenfalls meinen Fußschmerzen nach zu urteilen. Dank dem Insiderwissen zweier Freundinnen Anias durften wir Freitag Abend auch das Nachtleben Moskaus kennenlernen, was auch sehr gut lief, bis IA nach einem kurzen Ausflug nicht mehr reinkam, weil er zu freundlich mit dem Türsteher geredet hatte, der dann wohl dachte IA sei betrunken… Naja, in derselben Nacht nahmen wir den Nachtzug (Abfahrt 3:20) nach St. Petersburg, was sich als mittelschwere Qual herausstellte, da der Zug keine Klimaanlage hatte und die Sonne schon kurze Zeit später aufging.

Weiße Nächte in St. Petersburg - Die Brücke geht spät in der Nacht hoch, wie z.B. jetzt.

Weiße Nächte in St. Petersburg – Die Brücke geht spät in der Nacht hoch, wie z.B. jetzt.

St. Petersburg sieht im Gegensatz zu Moskau europäischen Städten ähnlich und hat daher nicht so viel Charakter auf mich ausgestrahlt wie Moskau. Nichtsdestotrotz ist St. Petersburg eine sehr sehr hübsche Stadt mit seinen Kanälen und Prachtbauten, und vor allem den „weißen Nächten“ im Sommer, wenn es nie ganz dunkel wird (St. Petersburg liegt ungefähr so nördlich wie Helsinki…). Letzteres  war für mich das Highlight der Stadt, wenn man um Mitternacht durch die Straßen läuft und es gerade mal so noch dämmert. Eines Abends wurden IA und ich sogar gezwungen, uns die Nacht genauer anzuschauen, als gegen 1:30 morgens die Neva-Brücken hochgingen um Tanker durchzuschleußen. Unser Hotel befand sich auf der anderen Seite des Flusses… Ridiculous, eine Stunde warten für alle, auch für Autofahrer, die Insel war abgeschnitten. Was man trotz Riesen Touriandrang nicht verpassen sollte ist die Eremitage (Winterresidenz der Zaren), die sich direkt mit dem Louvre in Paris messen lassen will. Gigantisch, sowohl von der Größe als auch der Schönheit und Kunst im Inneren. Auch die „Pushkin“ Sommerresidenz (mit dem bekannten Bernsteinzimmer) etwas außerhalb der Stadt ließen wir uns nicht entgehen. Ich schloss mich einer Gruppe deutscher Schüler für die Führung an. Kleine Anekdote im Bernsteinzimmer: Führerin zur vorderen Reihe: „Bitte keine Bilder machen“. Lehrerin zur mittleren Reihe: „Keine Bilder machen oder nicht erwischen lassen.“ Schüler zur letzten Reihe: „Nicht beim Fotografieren erwischen lassen“. Ist aber auch immer ein Affentheater von wegen „keine Fotos, blabla“… Oft gibt es ja (auch in Deutschland) extra Fotolizenzen, die dann extra kosten. Doch Russland geht noch einen Schritt weiter: Russische Staatsbürger zahlen oft weniger Eintrittsgeld als Ausländer. Das fand ich dann auch ziemlich ridiculous.

Goldenes Zimmer in der Eremitage. Besonders an diesem Bild ist vor allem, dass keine anderen Touris drauf sind!!!

Goldenes Zimmer in der Eremitage. Besonders an diesem Bild ist vor allem, dass nur zwei Touris drauf sind!!!

Mit dem Nachtzug (diesmal mit Klimaanlage) ging es dann wieder zurück nach Moskau, wo der Trip dann fast schon zu Ende war. Wir Reisenden waren dann auch ziemlich am Ende und den letzten Abend verbrachte ich noch mit IA in Ozery. Den letzten Zug von der Metrostation Kiewskaya zum Flughafen Vnukovo nahm ich sogar alleine, da ich zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen kyrilisch lesen konnte. Ohne Russischkenntnisse würde ich aber eine Reise nicht unbedingt empfehlen. Meine drei Reisebegleiter haben sich da sehr aufopferungsvoll um mich gekümmert (vom Ticketkaufen, übers Essenbestellen usw.), was ich auch sehr zu schätzen weiß!

 

 

Das vergangene halbe Jahr….!!!

Montag, 18. März 2013

Oha, ich hab ja ein Blog! Letzter Eintrag: Oktober… Nun ja, die Winterpause ist jetzt vorüber. Für die Archive künftiger Generationen würde ich aber doch noch gerne ein paar Erlebnisse des vergangenen Winters festhalten. Ist jetzt halt eher eine Geschichtsdokumentation als ein aktuelles Blog… (Man bemerke: Ich habe mich dazu entschlossen, dass „das“ Blog sinnvoller klingt als „der“ Blog, da es ja von log=Tagebuch, Logbuch, etc. kommt. Ich entschuldige die Inkonsistenz zu früheren Einträgen.)

Skifahrn in Maggie Valley, NC

Skifahrn in Maggie Valley, NC

Thanksgiving weekend (Ja, das ist noch vor Weihnachten und Ostern steht schon wieder vor der Tür). Zum ersten Mal seit etwa 10 Jahren stand ich wieder auf Skiern! Mit chinesischen Freunden war ich im Ski-Resort Maggie Valley in den Appalachen North-Carolinas nicht weit vom Nationalpark Great Smoky Mountains. Dank Schneemaschine gab es sogar Schnee und wir konnten den sonnigen Tag auf der Piste, die sich mit der Hachel in Kleinsachsenheim messen lassen kann, genießen. Dass die Piste sehr einfach war, störte mich aber weniger, da ich eh die meiste Zeit als Skilehrer für meine chinesischen Freunde fungierte. Als die Sonne sich senkte wurde es aber unangenehm mit Minusgraden und Schneemaschinen, die die Skiläufer regelrecht eineisten, so dass wir trotz Flutlicht etwas früher Schluss machten als geplant. Aufgewärmt wurden wir in unserer „Hütte“ (Cabin, was angesichts des Komforts eher als „voll ausgestattetes Holzhaus“ zu übersetzen wäre) durch chinesisches Hot Pot, das quasi Fondue mit Brühe, Fleisch und Gemüse ist, nur dass man mit Stäbchen nach Nahrhaftem fischt anstatt sich sein Essen mit der eigenen Fonduegabel zu sichern. Also eher eine „Survival of the Fittest“-Erfahrung, wer sich die guten Teile aus dem Topf schnappen kann. Keine guten Chancen für mich mit meiner Stäbchenfertigkeit… Aber meine Freunde waren nett und haben mir immer wieder mal was abgegeben 😉 .

Nun eine Sensation, ich hätte es bis vor Kurzem auch nicht für möglich gehalten, aber ich habe einen Tanzkurs gemacht (Lena hat meine Fertigkeiten mit einer zerbrochenen Schüssel an Silvester schon bezeugen können… :-)). ChaChaCha, Rumba und vor allem Walzer standen auf dem Programm. Wie sehr ich den Kurs aufgrund meiner Liebe zum Tanzen oder aufgrund meiner Tanzpartnerin gemacht habe, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass es besser lief als gedacht. Die Schritten saßen eigentlich recht schnell und ich denke ich würde mich jetzt zumindest nicht mehr blamieren. Aber mal schauen, bin jetzt ja schon fast wieder etwas aus der Übung… Also keine Garantie!

ChaChaCha beim Abschlussball

ChaChaCha beim Abschlussball

Wie die meisten mitbekommen haben, war ich an Weihnachten mal wieder zu Hause, habe viele Leute getroffen und natürlich Weihnachten mit der Familie verbracht. Vielen Dank euch dreien und allen Freunden für die schöne Zeit zu Hause!

Und nun: Der Titel „erster nicht-familien-Besuch“ geht an Christoph! Als Dankeschön gibt’s einen exklusiven Paragraphen in diesem Blogeintrag! 😉 Nein ernsthaft, hat mich sehr gefreut Besuch aus der Heimat zu haben. Wir haben einige Atlanta-Highlights abgeklappert, unter anderem neu war für mich das Cyclorama, ein gigantisches Gemälde über den Bürgerkrieg und die Schlacht um Atlanta. Nicht nur die Erklärungen zum Inhalt des Bildes auch das Technische rund um das Gemälde (wie wurde es gemalt, wie aufgehängt, wie kommt ein gewisser 3D-Effekt zustande) waren recht interessant. Nur das angrenzende Museum war etwas mager, da lohnt sich das Atlanta History Center deutlich mehr. Vom Tiefpunkt, wobei sich die Atlanta Hawks von ihrer einschläferndsten Seite zeigten, erreichten wir den Höhepunkt mit dem Trip nach Savannah. Wir schafften es, alle Squares abzulaufen und dank iPhone-Recherche gelang es uns sogar den Drehort von Forrest Gump mit der Bank an der Bushaltestelle zu finden.

Drehort für Forrest Gumps Bushaltestellenszenen

Drehort für Forrest Gumps Bushaltestellenszenen

Auch vom Tischtennis gibt es Neues. Im Regional Tournament in New Orleans vor zwei Wochen erkämpfte das GT-team wacker einen 6. von 8 Plätzen, was schon recht gut war, nachdem unser erfolgreiches Doppel Alvin und ich ein wichtiges Spiel gegen Alabama ganz knapp gewonnen hatte. Eigentlich waren mit dem 6. Platz unsere Hoffnungen auf die Nationals begraben, doch gestern Abend kam die frohe Botschaft, dass wir eine Wild-Card (Nachnomminierung) erhalten haben. Am 11. April geht es also nach Rockford, Illinois, zu den Nationals. Ich werde berichten.

ICIP 2011 in Brüssel

Freitag, 16. September 2011
Gildehaus am Grand Place

Gildehaus am Grand Place

Ich bin hier viel zu früh am Flughafen in Brüssel und hab daher Zeit ein bisschen was zu schreiben. Seit Samstag war ich in Brüssel für die ICIP (International Conference on Image Processing), wo ich mein Poster mit dem Titel „A video analytics framework for amorphous and unstructured anomaly detection“ vorgestellt habe, also die Herangehensweise, die wir zur Feuerdetektion nutzen. Das Poster hat zwar nicht übermaßig viel Bachtung erhalten (Hab es drei Mal erklärt in der 1h 15min langen Session), aber die Gespräche liefen erstaunlich gut, kein Widerspruch und die Leute taten zumindest so als würden sie den Nutzen erkennen. Das tat ich zwar auch bei einigen Postern, wo ich nur Bahnhof verstanden hab, aber ich bin jetzt einfach mal selbstbewusst und denke, dass ich ganz gut erklärt habe. Bei einigen bis vielen Postern kann ich das nicht wirklich sagen. Oft standen nicht die eigentlichen Autoren am Poster, die dann auf Nachfragen entweder das Poster vorgelesen haben oder der Frage (bewusst oder unbewusst) auswichen. Oft hatte ich ganz grundlegende Fragen, wie z. B. „Was ist ‚Total Variation‘ und wofür wird es verwendet?“. Das Poster war dann darüber wie man diese Methode verbessert usw., aber ich musste ja erst mal verstehen, was die Grundlage ist. Die Antworten waren oft unverständlich für mich, was eigentlich verwunderlich ist, da man ja doch erwarten kann, dass jemand, der auf einem Gebiet forscht, auch die Grundlagen so verinnerlicht hat, dass er einen gewissen Kontext herstellen kann und nicht nur die Schritte seines Poster erklären kann. Manchmal war wohl auch die Sprache eine Barriere. Aber es gab auch gute Gespräche.

Mein Poster bei der ICIP2011

Mein Poster bei der ICIP2011

Die drei Präsentationen (Lecture), die ich mir angehört habe, fand ich eher enttäuschend. Einer war sprachlich unverständlich, der andere war viel zu fortgeschritten für mich; immerhin bei einem hab ich einigermaßen verstanden worum’s geht, aber den Beitrag (Contribution) hab dann doch auch nicht ganz erfasst. Ich war natürlich auch nicht mit dem Thema so richtig vertraut, aber die Poster/Präsentationen, die mit der eigenen Forschung zu tun haben sind halt schon sehr wenige, hatte ich das Gefühl. Insgesamt trotzdem eine sehr gute Erfahrung, mal zu sehen wie in der Bildverarbeitung geforscht wird, auch wenn ich mir persönlich manchmal mehr ein „Tutorial“ als eine „Forschungspräsentation“ gewünscht hätte.

Blick vom Konferenzgebäude auf Brüssel

Blick vom Konferenzgebäude auf Brüssel

Natürlich war auch genug Zeit, was von der Stadt zu sehn. Die Familie war von Samstag bis Dienstag zu Besuch und so machten wir einige der touristischen Aktionen zusammen. Highlights in Brüssel: Das Comic-Museum ein Muss für mich im Heimatland von Comics wie Tim und Struppi (Tintin), Lucky Luke oder die Schlümpfe, die alle meine Kindheit geprägt haben. Französischkenntnisse sind aber von Vorteil; der deutsche/englische Guide übersetzt nicht die Dialoge in den ausgestellten Comics.

Atomium

Atomium

Manneken Pis

Manneken Pis

Weitere Sehenswürdigkeiten im Schnelldurchlauf: Das Atomium, 1958 zur Expo erbaut, symbolisiert den Eintritt in das nukleare Zeitalter. Warum der Bube „Manneken Pis“ pinkelt ist umstritten. Eine Theorie besagt, er stelle einen Königssohn dar, der Mitten im Schlachtfeld an einen Baum pinkelte und so seinen Mut bewies. Der „Grand Place“ prunkt mit den verzierten Gildehäusern und dem Rathaus, sehr beeindruckend. „Place Royal“ steht im Zeichen der Könige mit dem Königspalast und der Statue eines Königs während der Kreuzzüge. Viele schöne Kirchen schmücken die Stadt. Die kulinarischen Spezialitäten sind klasse: Pommes, Schokolade, Bier, Muscheln,…  Brüssel hat mir sehr gut gefallen, Atmosphäre ähnlich wie Paris, aber etwas heimelicher. Nur mit dem Französisch muss es noch besser werden in der Zukunft, damit ich mich wirklich wohlfühlen kann.

Best of Europa-Reise 2011

Mittwoch, 20. Juli 2011