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Hawaii Teil II (29.8.-2.9.)

Donnerstag, 03. September 2009

Die folgenden zwei Tage widmeten wir den Vulkanen auf Big Island. Ein Nationalpark macht den Besuchern den jüngsten und aktivsten Vulkan, Kilauea Caldera, zugänglich. Dort sieht man nicht nur den rauchenden Krater, sondern auch Dinge wie Schwefelbänke, rauchende Felsspalten und viele erloschene Krater. Die Landschaft mit dem zum Teil sehr jungen schwarzen Lavagestein ist beeindruckend und erinnert manchmal an eine Mondlandschaft. Ein ander Mal sieht man eine wie noch flüssige Oberfläche erstarrter Lava.

Kilauea Caldera im Volcano National Park

Kilauea Caldera im Volcano National Park

Alle Inseln Hawaiis entstanden durch Vulkanismus. Ein „Hotspot“, d.h. eine unterirdische Magmablase drückt regelmäßig Magma an die Erdoberfläche, während sich die Erdplatte verschiebt. So entstehen Unterwasserberge wie Spritzgebäck auf dem Backblech, die dann zu Inseln werden, wenn sie groß genug werden. Die Inseln im Westen sind älter und erodiert. Big Island liegt ganz im Osten, so dass hier durch Vulkanismus immer neue Inselmasse entsteht. Das merkt man auch im Nationalpark, wo Lavaströme immer wieder die Landschaft ändern, so dass Wanderwege und Straßen eines Tages nicht mehr da sind, wo sie einmal waren.

Ende der Straße

Ende der Straße

Aktuell kann man Lava östlich außerhalb des Parks beobachten, wie sie unter einen großen Rauchwolke ins Meer fließt. Aus Sicherheitsgründen ist man schon noch gut einen Kilometer weg, doch das Geschehen ist trotzdem sehr beeindruckend. Bei Nacht kann man die leuchtende Lava und die Reflektionen im Licht am besten sehen. Leider sind aber auch viele Leute um einen rum, die teilweise wohl nicht wissen, wie man einen Blitz ausschaltet, bzw. wozu er gut ist und wozu nicht…

Lava fließt ins Meer

Lava fließt ins Meer

Mit dem Städtchen Hilo erreichten wir den nordöstlichen Teil der Insel. Einen Tagesausflug widmeten wir Mauna Kea, mit 4205 m über Null der höchste Berg hier, und wenn man die Gesamtgröße vom Meeresboden misst – der größte der Welt! Ursprünglich hatten wir vor, vom Visitor Center, das auf etwa 3000 m liegt, mit unserem Jeep nach oben zu fahren. Doch wegen planungstechnischen Defiziten waren wir schon morgens um 10 Uhr dort und wollten  eigentlich den Sonnenuntergang von oben anschauen… Was also tun den ganzen Tag, wo nichts ist außer der Berg? – Hochlaufen! Der Ranger vor Ort schlug uns vor, die ca. 4-6 Stunden zu nutzen, um die 1200 Höhenmeter zu überwinden. Und wir haben es alle ans Ziel geschafft, Frederik und Alex die letzten Meter per Anhalter, doch alle zum Sonnenuntergang oben. Der Aufstieg war sehr hart: Dünne Luft, äußerst trockene Luft, pralle Sonne (Schon beim Visitor Center befanden wir uns ein wenig über den Wolken.)

Mauna Kea - 4205 m

Mauna Kea - 4205 m

Belohnt wurden wir von einem fantastischen Sonnenuntergang. Mauna Kea ist ein älterer Vulkan, der quasi als erloschen gilt. Die klare Luft veranlasste viele Forschunggruppen hier Observatorien zu errichten, die den glasklaren Sternenhimmel erforschen.

Sonnenuntergang auf Mauna Kea

Sonnenuntergang auf Mauna Kea

Akaka Falls

Akaka Falls

Etwas ruhiger ging es am nächsten Tag weiter mit einigen kleinen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Akaka Falls (Wasserfälle), die in einem Regenwald senkrecht in die Tiefe stürzen. Das typisch amerikanische Verhalten, alles mit dem Auto besuchen zu können, kam uns nach Mauna Kea sehr zu gute. Weiter ging es zum Waipio Valley, einem der schönsten Täler der Insel. Trotz saurer  Beine liefen wir den bis zu 25% steilen und 400 Höhenmeter tiefen Weg ins Tal hinunter (und wieder hoch), wo der höchste Wasserfall Hawaiis wartete – nicht ganz so photogen wie die Akaka Falls, aber eben der höchste…

Waipio Valley

Waipio Valley

Um einmal einen Eindruck zu zeigen, wie abwechslungsreich Big Island ist, befindet sich unten ein Bild, das in den Höhen um Waimea entstanden ist. Hier fühlt man sich wie zu Hause: Weideland, Kühe, Hügel, Laubbäume – Alles gerade einmal einige Kilometer weg von Regenwald, Sandstrand oder Gebirge.

Weideland auf Hawaii

Weideland auf Hawaii

Morgen ist die Reise durch Hawaii schon zu Ende. Wir genießen gerade noch die Annehmlichkeiten eines kleinen Appartments in Waikoloa (2 Schlafzimmer, Sofa, Küche, 2 Bäder, Waschmaschine…), bevor es dann morgen zurück geht. Alex kehrt direkt, d.h. indirekt über Atlanta, nach Deutschland zurück, während Frederik und ich noch 3 Wochen durch den Westen der USA touren. Einen schöneren Ort als Hawaii zu finden, ist nicht ganz einfach, aber nach einer Woche hier ist eine Traumaussicht oder ein Traumstrand nach dem anderen fast schon normal. Zum Leben wäre es hier aber nicht mein Traum, dazu ist doch ein bisschen zu wenig Zivilisation hier. Für eine oder einige Wochen Urlaub – traumhaft.

Hawaii Teil I (25.8.-28.8.)

Sonntag, 30. August 2009
Waikiki Beach

Waikiki Beach

Mit einem ersten Flug in einer Boeing 747, auch bekannt als Jumbo, erreichten Alex, Frederik und ich am Dienstag das lang ersehnte Ziel: Hawaii. Nach ca. 9 Stunden Flug von Atlanta landeten wir etwas unsanft im Landeanflug in Honolulu, der Hauptstadt des Bundesstaats Hawaii auf der Insel Oahu. Diese Insel ist mit Abstand die touristischste des Archipelagos, u.a. bekannt für Waikiki Beach, Diamond Head oder Pearl Harbor. Mit einem Mietwagen fuhren wir zunaechst zum Hotel in Waikiki, das ganz und gar nicht so aussieht, wie man es vom Spiel „Hotel“ kennt. Statt Holzhütten gibt es hier Hotelkomplexe, welche einem natürlich nicht das romantische Stranderlebnis garantieren. Gegen Sonnenuntergang in der seichten Bucht im Schein der Stadtlichter zu liegen, hat aber definitiv seinen eigenen Reiz.

Am nächsten Tag gegen 6:30 Uhr  besuchten wir das nahgelegene Pearl Harbor, wo 1941 Japan in einem Überaschungsangriff die amerikanische Pazifikflotte versenkte. Interessanterweise scheint 6 Uhr morgens hier keine sehr frühe Zeit zu sein. Vermutlich aufgrund der vielen Touristen mit Jetlag scheint hier der Alltag um 2 Stunden vorverlegt zu sein. Bei Pearl Harbor sieht man neben allem möglichen anderen Militärgerät, die Erinnerungsstätte für das Kriegsschiff USS Arizona, die direkt über dem gesunkenen Schiff erbaut wurde.

Pearl Harbor - USS Arizona Memorial

Pearl Harbor - USS Arizona Memorial

Den angefangenen Tag – es war gerade mal 10 oder 11 Uhr als wir in Pearl Harbor fertig waren – nutzten wir für eine Rundreise durch Oahu. Neben zahlreichen „Postkartenstränden“ sahen wir im Landesinneren die typische Berglandschaft Hawaii’s, die durch Erosion alter Vulkane entstand. Der Nuuanu Pali Lookout bot einen grandiosen Ausblick auf die Küste.

Nuuanu Pali Lookout

Nuuanu Pali Lookout

Honolulu Downtown

Honolulu Downtown

Die Tage hier sind wirklich extrem lange, wenn man schon vor 7 aus dem Haus geht… Am nächsten Morgen bezwangen wir den Diamond Head, einen erloschenen Krater am Rande Waikikis, spazierten dann gegen Mittag durch Honolulu’s Downtown und fuhren nachmittags die West- und die Nordküste entlang. Honolulu ist im Prinzip eine typische amerikanische Stadt ähnlich wie Miami. Neben dem Zentrum mit Wolkenkratzern, gibt es ein Chinatown und das Regierungsviertel. Dort gibt es neben dem aktuellen Kapitol, einen alten Hawaiianischen Königspalast und Statuen alter Könige, die hier regierten, bevor die USA die Inseln annektierten. Alles in allem sehr beeindruckend und abwechslungsreich, wie auch die Strände an der Nordküste, die für Surfer besonders reizend sind.

Strand auf Oahu

Strand auf Oahu

Momentan befinden wir uns auf Big Island, der größten Insel Hawaiis. Von Kona’s mini-Flughafen fuhren wir über Captain Cook (der Hawaii entdeckt hat) die Westküste zum südlichsten Punkt der USA. Zuvor besuchten wir den Puuhonua o Honaunau National Historic Park, die den Ureinwohnern Hawaiis als spirituelles Refugium diente. In meinem Leben hab ich noch keinen so idyllischen Ort gesehn… Palmen, türkisblaue Bucht, Holzskulpturen, eine Schildkröte, Schmetterlinge – fabulös.

Puuhonua o Honaunau National Historic Park

Puuhonua o Honaunau National Historic Park

Nahe dem südlichsten Punkt gibt es einen olivgrünen und einige Meilen einen schwarzen Strand. Diese Laune der Natur ist dem Vulkanismus auf der Insel zu verdanken, über den im nächsten Eintrag mehr zu berichten sein wird. An meinem Schreibstil ist schon zu erkennen, dass es hier total viel zu sehen gibt, dass ich fast nur zum Auflisten komme. Die Eindrücke, die man hier bekommt, sind aber unglaublich.

Black Sand Beach

Black Sand Beach

Noch vier Tage verbleiben auf Hawaii, wo wir morgen von Volcano Village nach Hilo aufbrechen. Mit etwas Glück werden wir Lava sehen, die ins Meer fließt.