Archiv für die Kategorie ‘Ostküste’

Verlängertes Thanksgiving-Wochenende

Samstag, 04. Dezember 2010

Zum diesjährigen Thanksgiving habe ich es zum ersten Mal seit Mai wieder mal aus Georgia herausgeschafft. Ausgangspunkt der Reise war das größte Team-Tischtennisturnier in den USA in Baltimore, Maryland, ca. eine Stunde nördlich von D.C. Der Georgia Tech Table Tennis Club gab einen aus, so dass wir nur für Essen und Unterkunft aufkommen mussten. Die Reisegruppe bestand aus dem Team (Yiping, Giang, Alvin und mir), sowie Coach Presley, den Junioren, Matthew and Brandon, und Fan Fiona.

Fiona im Baltimore Convention Center

Fiona im Baltimore Convention Center

Das Turnier war wirklich gigantisch: 150 Tischtennisplatten waren im Baltimore Convention Center aufgestellt, wo Mannschaften jeder Spielstärke gegeneinander antraten. Dank der Größe des Turniers gab es genügend Mannschaften auf gleichem Level, so dass die Spiele spannend blieben. In den 2,5 Turniertagen habe ich ca. 15 Spiele bestritten, was dann am Ende auch wirklich genug war. Gerissen haben wir leider nichts Großes, weil immer mal wieder der ein oder andere Schwächen zeigte, doch insgesamt haben wir sicherlich viel dazugelernt. Zum Abschluss am Sonntag verfolgten wir das Finale der Herren, wo Team Kanada auf Team Südkorea traf. Zwar nicht ganz Weltklasse-Niveau, aber doch schon recht nah dran.

Das Team: Giang, Yiping, Matthew, Brandon, Alvin, Martin

Das Team: Giang, Yiping, Matthew, Brandon, Alvin, Martin

Die Stadt Baltimore machte auf mich einen ganz guten Eindruck, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass ziemlich viele Leute in Downtown nur so „herumhängen“. Hauptattraktion ist der Hafen, wo man gemütlich flanieren kann. Irgendwas historisch Wichtiges ist hier auch passiert, bin aber gerade zu faul Details auf Wikipedia nachzuschaun…

Baltimore’s Hafen

Baltimore’s Hafen

Die Reise war mit Baltimore jedoch noch nicht beendet. Da ich zwei Tage später ein Meeting von meinem Forschungsprojekt aus in Hartford, Connecticut, hatte, entschied ich mich direkt von Baltimore anzureisen und mir die 11 Stunden Rückfahrt nach Atlanta zu sparen. Den freien Tag verbrachte ich in New Haven, CT, wo gerade eine Freundin an der Yale University studiert. Außer Yale ist in New Haven allerdings nicht allzu viel los. Architektonisch ist der Campus einer der schönsten in den USA, wenn auch etwas anachronistisch, wie z. B. auch viele Kirchen hier in den USA.

Yale University, New Haven, CT

Yale University, New Haven, CT

Hartford ist die Hauptstadt von Connecticut und wirklich keine schöne Stadt: Voll mit Betonklötzen, Firmengebäuden und Highways. Auch ein Mitarbeiter von UTRC, bei denen ich meine Präsentation gab, bestätigte, dass Hartford hauptsächlich eine Arbeitsstadt ist. Da freute ich mich wieder auf Atlanta. Etwas ernüchtert war ich, als es bei der Rückkehr in Atlanta genauso kalt war wie oben im Norden – Der Winter kommt…

QNDE (Quantitative Nondestructive Evaluation) Konferenz in Kingston, Rhode Island

Freitag, 14. August 2009

Eigentlich schon ein alter Hut, aber die Arbeit an der Thesis kostete einfach zu viel Zeit in den letzten Wochen. Daher nun ein Nachtrag zur QNDE Konferenz in Kingston im Ocean State Rhode Island, die nahezu unser komplettes Lab Ende Juli besuchte. Kingston ist ein kleines Städtchen zwischen New York und Boston. Mit dem Flugzeug ging’s nach Boston und dann weiter mit Zug und Bus. Und Kingston ist wirklich sehr klein… Als wir auf dem Campus der University of Rhode Island ankamen, war einfach niemand zu sehen, ein bisschen Nebel, ein paar Gebäude, aber das war’s. Untergebracht wurden wir in Einzelzimmern in einem Dorm (Studentenwohnheim), wo für das Nötigste gesorgt war.

Bahnhof Kingston, Rhode Island - Irgendwo im Nirgendwo

Bahnhof Kingston, Rhode Island - Irgendwo im Nirgendwo

Konferenzen haben zwei Ziele. Zum einen ist es eine Veranstaltung, wo alle wichtigen und interessierten Leute einer Forschungsrichtung zusammenkommen, um sich gegenseitig über die neuesten Fortschritte der Forschung zu informieren. Zum anderen, treffen sich Menschen aus aller Welt, um unter einem guten Vorwand (siehe Ziel eins) eine Menge Spaß zu haben, das meiste auf Kosten der eigenen Uni.

In diesem Fall ging es um die zerstörungsfreie Auswertung von Materialien, mit der ich mich ja nicht nur momentan mit meiner Arbeit am Georgia Tech, sondern auch schon mit meiner Studienarbeit in Stuttgart beschäftigt habe. Also grob gesagt werden unterschiedliche Methoden, wie z.B. Schallwellen, verwendet, um Schäden zu entdecken oder Eigenschaften von Materialien zu charakterisieren. Der Beitrag von mir und meinen Kommilitonen vom Lab bestand darin, die eigene Forschungsarbeit in einem Posterwettbewerb für Studenten vorzustellen, während die erfahreneren Forscher Vorträge in verschiedensten Kategorien zu ihren Themen hielten. D.h. außer der ca. 3-stündigen Arbeitszeit, während wir unsere Poster vorstellten, hatten wir genügend Zeit, Vorträge anzuhören, oder einfach nur zu relaxen oder Mahlzeiten zu genießen.

Die Posterpräsentation war aber durchaus anstrengend. Dutzende Leute liefen vorbei und stellten immer wieder ähnliche Fragen, die man wieder und wieder freundlich beantwortete. In meiner ganzen Zeit in den USA hab ich nicht so viel am Stück geredet. Und am Ende war ich so im Englischen drin, dass ich einem Deutschen, der am Ende auftauchte, kaum noch auf Deutsch antworten konnte; was aber auch daran liegt, dass ich mir die ganzen Fachbegriffe selten auf deutsch überlegt habe. Das war auf jeden Fall schon eine gute Erfahrung und eine Erleichterung als es vorbei war…

Das zweite Ziel der Konferenz war in Kingston etwas schwieriger zu erreichen. Denn zum nächsten Laden oder Lokal, wo es Alkoholisches gab, waren es geschätzte 5 Meilen, d.h. ohne Auto war man recht aufgeschmissen. Dummerweise hatten sich wenige an die Empfehlung gehalten, einen Mietwagen zu nehmen… So gestaltete es sich kompliziert die zahlreichen Party- und Ausgehlustigen in privaten Shuttle-Services zu den entsprechenden Restaurants und Kneipen zu fahren. Doch mit ein bisschen Willen geht alles. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung mit allen möglichen Leuten von anderen Unis zu sprechen. Vor allem viele Briten und auch Deutsche waren anwesend. Nach ein bisschen Eingewöhnung in den britischen Dialekt hab ich dann auch mal ab und zu was verstanden, was die Briten gesagt haben. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten erreichte das Ganze, nachdem die Preise für den Posterwettbewerb beim Konferenz-Dinner am dritten Abend vergeben worden waren – 100$ für Platz 1, 75$ für Platz 2 und 50$ für Platz 3. Denn traditionell wird zumindest ein Teil dieses Geldes für gratis Bier für alle ausgegeben.

Die Gewinner des Posterwettbewerbs

Die Gewinner des Posterwettbewerbs

Für mich persönlich überraschend durfte ich den 100$-Schein in einem Kuvert gegen Bier eintauschen. Hab mich auf jeden Fall riesig darüber gefreut, auch von verschiedenen Leuten persönliches Lob entgegennehmen zu dürfen. Bezeichnenderweise kamen alle drei Gewinner vom Georgia Tech. Natalie aus unserm Lab gewann den zweiten Platz und ein Kommilitone von einem anderen Department landete auf Platz 3. Deshalb wurde noch ein zweiter dritter Platz für eine andere Uni eingeführt… Die 100$ waren aber an diesem Abend und Natalie’s 75$ am nächsten Abend gut investiert!

Warten auf den Zug nach Boston - Frederik, Alex und Natalie

Warten auf den Zug nach Boston - Frederik, Alex und Natalie

Nachdem wir nach 4 Tagen die Heimreise nach Atlanta angetreten hatten, machten wir noch einen Zwischenstopp in Boston. In einigen Stunden schauten wir uns verschiedene Gegenden an, diesmal nicht bei Eiseskälte. Dieser sommerliche Eindruck machte Boston noch mal um eine ganze Ecke schöner. Mit Sicherheit eine der besten Städte zum Leben. Nur der kalte Winter – wie auch in Kanada – ist leider ein ziemlicher Negativpunkt…

Boston, Charles Street im Sommer - Da lässt es sich leben...

Boston, Charles Street im Sommer - Da lässt es sich leben...

Zurück in Atlanta: Mit meiner Thesis schaut es momentan ganz gut aus. Ich habe nun eine erste Version zum Korrekturlesen abgegeben und erwarte nur noch kleinere Änderungen. Nun müssen wir aber noch Papers schreiben. Zum einen für die QNDE und zum anderen zur Veröffentlichung in einem Journal. Noch einiges zu tun bis zum Abflug nach Hawaii am 25.8.! Durchhalten…

Ostküste Teil IV – Boston 1.-3.1.

Mittwoch, 07. Januar 2009

Den Rest unseres bisher wenig erholsamen Urlaubs ließen wir in einem guten Hotel in Boston ausklingen. Dank Pool und Saunaanlage konnten wir die Beine mal richtig baumeln lassen. Am Freitag nutze ich aber natürlich trotzdem die Gelegenheit, mir Boston ein wenig anzuschauen, sonst hätten wir ja nicht hochfahren brauchen.

Old State House

Old State House

Das Zentrum der Stadt liegt auf einer Halbinsel umgeben vom Charles River und dem Boston Harbor. Von dort führt ein historischer Pfad, genannt „Freedom Trail“, an wichtigen Gebäuden vorbei nach Charlestown auf der anderen Seite des Flusses. Auf dem Weg liegen z.B. verschiedene Kirchen, das Old State House und der Ort des Boston Massacre, bei dem britische Truppen 1770 ein Blutbad in der Zivilbevölkerung anrichteten. Über die Charlestown Bridge gelangt man dann auf die andere Seite des Flusses, wo ein altes Segelschiff, die USS Constitution, vor Anker liegt. Einige Meter weiter befindet sich schließlich der Bunker Hill, dessen Monument stark an das Washington Monument in D.C. erinnert. Leider war der Aufstieg wegen vereister Treppen nicht möglich.

Blick von Charlestown

Blick von Charlestown

Wohngebiet in Charlestown

Wohngebiet in Charlestown

Die zweite Hälfte des Tages verbrachte ich in der Gegend um die Harvard Universität, die nicht nur fachlich einen sehr guten Ruf hat (allerdings nicht für Ingenieure), sondern auch sehr sehenswert ist. Ähnlich wie hier in Atlanta gibt es viele rote Backsteinhäuser, die dem Ganzen ein nettes Flair geben, aber die Gebäude sind in Harvard doch noch um einiges schöner als hier auf dem Campus. Allgemein hat mir Bosten von seinem Erscheinungsbild her sehr gut gefallen. Trotz der Urbanität gab es immer wieder idyllische Sträßchen und Orte, z.B. die Wohngegend in Charlestown um das Bunker Hill Monument. Eventuell werde ich im Sommer nochmal in Boston vorbeischauen. Ende Juli ist nämlich in Rhode Island eine Konferenz von der Uni aus, an der wir von Larry’s Lab teilnehmen werden.

Harvard University

Harvard University

Mit dem Flugzeug zurück in Atlanta erfreute ich mich erst einmal am milden, wenn auch feuchten Wetter, das je weiter unsere Reise nach Norden ging, doch immer frischer wurde. Nun ist wieder alles wie gewohnt, ein eigenes Zimmer, der übliche Gang ins Lab mit Internet, das geordnete Leben geht weiter. Heute waren auch schon meine ersten zwei Vorlesungen, doch mehr dazu in den nächsten Tagen.

Ostküste Teil III – New York City 25.12.-1.1.

Dienstag, 06. Januar 2009
Eine der Avenues, die in Nord-Süd Richtung verlaufen

Eine der Avenues, die in Nord-Süd Richtung verlaufen

New York – Die Stadt, die niemals schläft. Den Titel hat sich New York wahrlich verdient. Ich habe in meinem Leben noch nicht soviel Trubel und Geschäftigkeit auf einer so großen Fläche gesehen. Und die Fläche ist groß – Ursprünglich dachte ich, Manhattan (der Stadtteil, auf den wir unsere Reise beschränkten) sei vielleicht ein paar Kilometer lang, so dass man das meiste zu Fuß machen kann. Tatsächlich sind es aber an die 17 Kilometer vollgepflastert mit rechteckigen Blöcken, Straßen und Wolkenkratzern. Es ist kaum zu glauben, wer das alles mal gebaut haben soll. Immerhin ist das U-Bahnnetz sehr gut ausgebaut und auch erschwinglich (25$ für ein Wochenticket), so dass einem trotz der Größe alles offen steht. Günstig ist New York allerdings keinesfalls! Das Hostel kostete für uns drei  z.B. nur geringfügig weniger als das Hyatt Regency Hotel mit vier Sternen in Boston… Und auch für den Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten lässt man die Touristen, die es wirklich zu Hauf gibt,  gut in die Tasche greifen.  Es verging kaum ein Tag, an dem man nicht jemanden in der UBahn oder auf der Straße deutsch sprechen hörte.

Südspitze von Manhatten (vom Empire State aus)

Südspitze von Manhatten (vom Empire State )

Eingangshalle des American Museum of Natural History

Eingangshalle des American Museum of Natural History

Wir näherten uns der Stadt mit einer Mischung aus Fußmärschen durch interessante Gebiete und dem Besuch von Attraktionen. Für letztere besorgten wir uns für 74$ den „Citypass“, der den  Eintritt  in sechs verschiedene Attraktionen erlaubt, die zu den Highlights von New York gehören. Das Museum of Modern Art (MoMA), das Guggenheim Museum (vor allem architektonisch toll), das Metropolitan Museum of Art (riesig groß!!), das Museum of Natural History (total viele Kinder unterwegs), die Aussichtsplattform des Empire State Buildings und eine Rundfahrt zu Liberty Island (Freiheitsstatue) und Ellis Island (Immigrations-Museum). Wenn einen all diese Dinge interessieren lohnt sich der Citypass sehr, zumal ein großer Vorteil ist, dass wir oft an Ticketschlangen vorbeigewunken wurden, was uns z.B. beim Empire State etwa eine Stunde Wartezeit erspart hat (Waren insgesamt trotzdem noch 2 Stunden aber immerhin…). Die Ausblicke vom Empire State und vom Wasser aus auf die Skyline sind unglaublich schön, so dass sich bei gutem Wetter das Anstehen schon gelohnt hat. Um den Höhenblick zu genießen kann man aber auch für 18$ auf das GE-Building des Rockefeller-Centers, das nicht so viel Andrang hat und den Vorteil hat, dass man das Empire State Building von dort aus fotografieren kann. Diesen Aufstieg machten wir bei Nacht. Ein weiterer Tipp ist die Staten Island Fähre, die einen umsonst nach Staten Island und zurück bringt und schöne Blicke auf die Skyline bietet.

Empire State Building (vom Rockefeller Center)

Empire State Building (vom Rockefeller Center)

Man sieht so viel in der Stadt, dass allein schon das Aufzählen Seiten füllen würde. Daher nur noch meine weiteren persönlichen Highlights: Times Square muss man gesehen haben, vor allem bei Nacht. Die riesigen Leuchtreklamen machen den Platz zu einem bunten Lichtermeer, in dem sich Menschenmassen hoch und runter schieben. Der Spaziergang auf der Brooklyn-Bridge war auch sehr schön, wenn auch das Wetter leider sehr neblig war, so dass die meisten Gebäude im Schleier lagen. Im Central Park kann man inmitten der Stadt auch ein wenig (angelegte) Natur erleben, was auch mal ganz gut tut.

Central Park, Jaqueline Kennedy Onassis Reservoir

Central Park, Jaqueline Kennedy Onassis Reservoir

Freiheitsstatue auf Liberty Island

Freiheitsstatue auf Liberty Island

New York ist eine Stadt mit Superlativen und man staunt nicht wenig. Mir war es nach 7 Tagen dann aber auch genug mit all dem Trubel. Atlanta erscheint einem dagegen irgendwie als verschlafenes Nest, aber zum Wohnen ist ein bisschen Ruhe doch auch angenehm. Silvester (unser Zug fuhr am 1.1. um 7 Uhr nach Boston) verbrachten wir nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, am Times Square, wo der herunterfallende Apfel das neue Jahr markiert, da es in dieser Nacht bitterkalt und windig war. Stattdessen waren wir im East Village in einem kleinen Club, wo die Zeit bis in die frühen Morgenstunden dann auch recht schnell vorüber ging. Von der anschließenden Zugfahrt nach Boston kann ich nicht viel erzählen, außer ein paar verschlafener Blicke auf die traumhaften Schneelandschaften von Connecticut und Rhode Island entlang der Strecke nach Boston, Massachusetts.

Ostküste Teil II – Philadelphia 23.-25.12.

Dienstag, 06. Januar 2009

Für schlappe 15 $ brachte uns ein Chinatown-Bus (so genannt, weil diese Busunternehmen die Chinatowns in den größeren Städten der Ostküste verbinden) in eine der historisch bedeutendsten Städte der USA – Philadelphia. Die Stadt rühmt sich damit, Versammlungsort des Continental Congress gewesen zu sein, in dem die damaligen Kolonien 1776  in der Declaration of Independence ihre Unabhängigkeit von Großbritannien unterzeichneten. Das Original dieses Schriftstücks kann man übrigens in den Nationalarchiven in D.C. betrachten (umsonst natürlich). Da wir nur einen vollen Tag in Philadelphia hatten, beschränkten wir uns auf die Sehenswürdigkeiten im Historic District. Die Fußmärsche in D.C. hatten uns ziemlich zugesetzt, so dass wir uns auf ein Minimalprogramm beschränkten, um auch für das nächste Ziel unserer Reise, New York, fit zu sein.

Independence Hall

Independence Hall

Von unserem Hotel erreichten wir die Gegend um die Independence Hall, das Gebäude, in dem die Unabhängigkeit unterzeichnet wurde, in wenigen Minuten. In einer kostenlosen Führung (Tickets erhält man beim nahen Visitor Center) erklärte uns ein Park-Ranger sehr wortreich und ausschweifend, welche Mythen um die Unabhängigkeit existieren und dass Geschichte oft nicht so eindeutig ist, wie es einem beigebracht wird. Eine einfache Geschichtslektion wäre mir aber lieber gewesen, da ich kaum (falsche) Vorstellungen der Geschichte hatte, die der Führer hätte wiederlegen können. Ein Haus weiter befindet sich das Liberty Bell Center, in dem man die „Freiheitsglocke“ bestaunen kann, die in den USA ein Symbol für Freiheit ist, das  in unterschiedlichsten Zusammenhängen benutzt wurde: Zum einen natürlich die Freiheit von britischen Empire, aber auch bei der Befreiung von der Sklaverei, bei Frauenwahlrechten oder der Civil Rights Bewegung – quasi ein Stück Freiheitsgeschichte zum Anfassen.

Liberty Bell

Liberty Bell

Im weiteren Rundgang kamen wir an einigen Gebäuden vorbei, die auf diese oder jene Weise historisch interessant sind, z.B. Carpenters Hall, wo sich der Continental Congress versammelte. Auch einen kurzen Blick auf Penn’s Landing am Delaware River, wo ein gewisser Penn gelandet sein soll, nach dem Pennsylvania benannt ist, und auf Downtown mit der höchsten City Hall Amerikas ließen wir uns nicht entgehen.

Christ Church

Christ Church

Am 24. bin ich abends in einen Gottesdienst der Christ Church gegangen, eine der ältesten Kirchen der Stadt, in der schon einige der Gründungsväter der Nation Gemeindeglieder waren. Die Gemeinde ist episcopaler Ausrichtung, die sich als Mittelweg zwischen evangelisch und katholisch sieht. Zunächst wurde Bach’s Weihnachtsoratorium auf englisch zum Besten gegeben. Der anschließende Gottesdienst mit Abendmahl war lithurgisch ziemlich strikt und es wurden die für die USA üblichen Weihnachtsschlager angestimmt (Oh Come all ye Faithful, Silent Night, Joy to the World), die man zu dieser Zeit an jeder Ecke hörte. Die Besetzung vom Oratorium (Trompete, Schlagzeug, kleiner Chor, Orgel) war immer noch anwesend, so dass die Lieder ein richtiger Ohrenschmaus waren.

Downtown (Mitte: Flügel der City Hall)

Downtown (Mitte: Flügel der City Hall)

Wer einmal in Philadelphia ist, sollte nicht verpassen einmal ein Philly Steak Sandwich zu essen. Das gibt es hier an jeder Ecke. Ansonsten hätten wir hier bestimmt noch mehr sehen können, wenn unser Zeitplan nicht so straff gewesen wäre. Für New York hatten wir nämlich viel Zeit eingeplant, die auch nötig war, wie sich im Nachhinein bestätigte…

Ostküste Teil I – Washington D.C. 19.-23.12.

Montag, 05. Januar 2009
Blick vom Washington Monument

Blick vom Washington Monument

Teil 1 unserer Reise an die Ostküste galt der Hauptstadt der USA – Washington D.C. (ohne das D.C. wird die Stadt oft mit dem Bundesstaat Washington im Westen der USA verwechselt, weshalb man hier oft einfach nur „D.C.“ sagt). Und beim Erscheinungsbild ihrer Hauptstadt lassen sich die Amerikaner nicht lumpen. Im Regierungsviertel rund um die „Mall“, eine ca. 3-4 km lange mit Denkmälern und Monumenten gespickte Parkanlage im Herzen der Stadt, hat man manchmal den Eindruck, durch das antike Rom zu laufen. Selbst das „Department of Agriculture“ zeigt sich in einen gewaltigen, neoklassizistischen Monumentalbau, von denen es in D.C. so einige gibt. Gestern Abend habe ich mich mit John darüber unterhalten. Seine Erklärung ist, dass die damals junge Nation damit die Ideale der Römischen Republik und der griechischen Demokratie symbolisieren wollte. In das äußere Erscheinungsbild fügt sich auch ein, aus welchen Gründen D.C. sehenswert ist: Die Nationalmonumente, die Regierungebäude und die Museen. Als Stadt zum Ausgehen hat sich D.C. auf unserer Reise keinen großen Namen gemacht, doch für des Touristen Fotolinse hat es dafür umso mehr zu bieten.

Washington Monument

Washington Monument

Blick vom Lincoln Memorial auf die Mall

Blick vom Lincoln Memorial auf die Mall

Die Monumente sind wie schon erwähnt größtenteils auf der Mall verteilt. Die bekanntesten dürften das Washington Monument, ein Obelisk etwa in der Mitte der Mall, und das Lincoln Memorial sein, das das westliche Ende der Mall markiert. Das Washington Monument ist insofern ein Höhepunkt, dass man umsonst hinauffahren kann und einen tollen Blick über die Stadt erhält: Die Mall mit seinen Monumenten, das Kapitol, das weiße Haus, das Pentagon usw. Dank der Jahreszeit war insgesamt recht wenig los in D.C., so dass man nicht mal lange warten musste für die Fahrt in die Spitze. Das Lincoln Memorial besteht aus einer Art griechischen Tempelbau mit einer überdimensionalen Marmorstatue des „Bürgerkriegspräsidenten“. Andere Präsidenten, die auf der Mall ihr Denkmal fanden sind Franklin D. Roosevelt und Thomas Jefferson. Weitere drei Denkmäler, die wir besucht haben, erinnern an die großen Kriege der Amerikaner: Das WWII Memorial (2.Weltkrieg) zwischen Lincoln und Washington Monument, das Korean War Veteran Memorial und das Vietnam Veterans Memorial, bei dem die Namen der Gefallenen in eine lange Mauer eingraviert sind.

Lincoln Memorial

Lincoln Memorial

Library of Congress

Library of Congress

Die politischen Gebäude der heutigen Nation sind im wesentlichen das Weiße Haus, das nach 9/11 keine frei zugänglichen Führungen mehr macht, der Supreme Court und das Kapitol, das sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat beherbergt. Hier gab es wieder eine kostenlose Führung, die sich lohnt. Man kommt zwar nicht in die Parlamentssäle, doch allein schon der Blick auf das Innere der Kuppel ist es Wert. Einige Meter weiter steht die Library of Congress, wiederum ein absolut sehenswertes Prunkgebäude, in dem es auch kleinere Ausstellungen zur amerikanische Geschichte gibt. Desweiteren haben wir eine kostenlose Führung durch das Bureau of Engraving and Printing angeschaut, in dem die berühmten und von jedem gern gesehenen Dollar bis 100 Dollar Scheine gedruckt werden.

Kapitol

Kapitol

Pennsylvania Avenue

Pennsylvania Avenue

Wer aufmerksam liest, dem dürfte aufgefallen sein, dass schon dreimal der Eintritt kostenlos war und diese Serie erreicht nun ihren Höhepunkt, wenn es an das Thema Museen geht. Dank eines gewissen Briten namens Smithson, der sein Vermögen den Amerikanern vermachte, gibt es in D.C. viele Museen, die der Smithsonian Stiftung angehören und gratis sind. In der Tat habe ich in D.C. für nicht eine einzige Sehenswürdigkeit Eintritt bezahlt – Das lässt des Schwaben Herz höher schlagen (aber wir kommen ja noch nach New York…). In der Kürze der Zeit, konnten wir nicht einmal alle Museen sehen, so dass wir z.B. das National Museum of Natural History ausließen. Besucht haben wir dagegen das Hirshhorn Museum (Moderne Kunst), das National Air and Space Museum (Luft- und Raumfahrt – Erstes Flugzeug der Gebrüder Wright,…), das National Museum of the American Indian (Indianer), die National Gallery of Art (alte und moderne Kunst), das National Museum of American Art (amerikanische Kunst),  die National Portrait Gallery (Portraitgemälde, u.a. aller amerikanischer Präsidenten inkl. George W. Bush) und das U.S. Holocaust Memorial Museum (Holocaust), das sehr beeindruckend ist: Die Entwicklung von Diskriminierung zur Massenvernichtung wird gut erklärt und es werden immer wieder persönliche Schicksale eingebunden. Insgesamt ist D.C. also ein Museumsparadies!

Das Weiße Haus

Das Weiße Haus

Etwas außerhalb liegt der Friedhof Arlington unweit vom Pentagon. Neben den berühmten endlosen weißen Grabsteinreihen gefallener Soldaten ist hier John F. Kennedys Grab zu sehen.  Am Grabmal des unbekannten Soldaten verfolgten wir die Wachablösung, die mit einer fast komischen militärischen Steifheit zelebriert wird.

Arlington und Pentagon

Arlington und Pentagon

Im nächsten Abschnitt der Ostküstentour betraten wir den Ort, an dem alles begann…