Archiv für die Kategorie ‘Süd-Osten’

Das vergangene halbe Jahr….!!!

Montag, 18. März 2013

Oha, ich hab ja ein Blog! Letzter Eintrag: Oktober… Nun ja, die Winterpause ist jetzt vorüber. Für die Archive künftiger Generationen würde ich aber doch noch gerne ein paar Erlebnisse des vergangenen Winters festhalten. Ist jetzt halt eher eine Geschichtsdokumentation als ein aktuelles Blog… (Man bemerke: Ich habe mich dazu entschlossen, dass „das“ Blog sinnvoller klingt als „der“ Blog, da es ja von log=Tagebuch, Logbuch, etc. kommt. Ich entschuldige die Inkonsistenz zu früheren Einträgen.)

Skifahrn in Maggie Valley, NC

Skifahrn in Maggie Valley, NC

Thanksgiving weekend (Ja, das ist noch vor Weihnachten und Ostern steht schon wieder vor der Tür). Zum ersten Mal seit etwa 10 Jahren stand ich wieder auf Skiern! Mit chinesischen Freunden war ich im Ski-Resort Maggie Valley in den Appalachen North-Carolinas nicht weit vom Nationalpark Great Smoky Mountains. Dank Schneemaschine gab es sogar Schnee und wir konnten den sonnigen Tag auf der Piste, die sich mit der Hachel in Kleinsachsenheim messen lassen kann, genießen. Dass die Piste sehr einfach war, störte mich aber weniger, da ich eh die meiste Zeit als Skilehrer für meine chinesischen Freunde fungierte. Als die Sonne sich senkte wurde es aber unangenehm mit Minusgraden und Schneemaschinen, die die Skiläufer regelrecht eineisten, so dass wir trotz Flutlicht etwas früher Schluss machten als geplant. Aufgewärmt wurden wir in unserer „Hütte“ (Cabin, was angesichts des Komforts eher als „voll ausgestattetes Holzhaus“ zu übersetzen wäre) durch chinesisches Hot Pot, das quasi Fondue mit Brühe, Fleisch und Gemüse ist, nur dass man mit Stäbchen nach Nahrhaftem fischt anstatt sich sein Essen mit der eigenen Fonduegabel zu sichern. Also eher eine „Survival of the Fittest“-Erfahrung, wer sich die guten Teile aus dem Topf schnappen kann. Keine guten Chancen für mich mit meiner Stäbchenfertigkeit… Aber meine Freunde waren nett und haben mir immer wieder mal was abgegeben 😉 .

Nun eine Sensation, ich hätte es bis vor Kurzem auch nicht für möglich gehalten, aber ich habe einen Tanzkurs gemacht (Lena hat meine Fertigkeiten mit einer zerbrochenen Schüssel an Silvester schon bezeugen können… :-)). ChaChaCha, Rumba und vor allem Walzer standen auf dem Programm. Wie sehr ich den Kurs aufgrund meiner Liebe zum Tanzen oder aufgrund meiner Tanzpartnerin gemacht habe, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass es besser lief als gedacht. Die Schritten saßen eigentlich recht schnell und ich denke ich würde mich jetzt zumindest nicht mehr blamieren. Aber mal schauen, bin jetzt ja schon fast wieder etwas aus der Übung… Also keine Garantie!

ChaChaCha beim Abschlussball

ChaChaCha beim Abschlussball

Wie die meisten mitbekommen haben, war ich an Weihnachten mal wieder zu Hause, habe viele Leute getroffen und natürlich Weihnachten mit der Familie verbracht. Vielen Dank euch dreien und allen Freunden für die schöne Zeit zu Hause!

Und nun: Der Titel „erster nicht-familien-Besuch“ geht an Christoph! Als Dankeschön gibt’s einen exklusiven Paragraphen in diesem Blogeintrag! 😉 Nein ernsthaft, hat mich sehr gefreut Besuch aus der Heimat zu haben. Wir haben einige Atlanta-Highlights abgeklappert, unter anderem neu war für mich das Cyclorama, ein gigantisches Gemälde über den Bürgerkrieg und die Schlacht um Atlanta. Nicht nur die Erklärungen zum Inhalt des Bildes auch das Technische rund um das Gemälde (wie wurde es gemalt, wie aufgehängt, wie kommt ein gewisser 3D-Effekt zustande) waren recht interessant. Nur das angrenzende Museum war etwas mager, da lohnt sich das Atlanta History Center deutlich mehr. Vom Tiefpunkt, wobei sich die Atlanta Hawks von ihrer einschläferndsten Seite zeigten, erreichten wir den Höhepunkt mit dem Trip nach Savannah. Wir schafften es, alle Squares abzulaufen und dank iPhone-Recherche gelang es uns sogar den Drehort von Forrest Gump mit der Bank an der Bushaltestelle zu finden.

Drehort für Forrest Gumps Bushaltestellenszenen

Drehort für Forrest Gumps Bushaltestellenszenen

Auch vom Tischtennis gibt es Neues. Im Regional Tournament in New Orleans vor zwei Wochen erkämpfte das GT-team wacker einen 6. von 8 Plätzen, was schon recht gut war, nachdem unser erfolgreiches Doppel Alvin und ich ein wichtiges Spiel gegen Alabama ganz knapp gewonnen hatte. Eigentlich waren mit dem 6. Platz unsere Hoffnungen auf die Nationals begraben, doch gestern Abend kam die frohe Botschaft, dass wir eine Wild-Card (Nachnomminierung) erhalten haben. Am 11. April geht es also nach Rockford, Illinois, zu den Nationals. Ich werde berichten.

Tischtennis Nationals in Dallas/Plano, Texas

Samstag, 19. Mai 2012
Mein Doppelpartner Alvin und ich

Mein Doppelpartner Alvin und ich

Ja, es war mal wieder soweit für die Tischtennis College Nationals. Im Vergleich zu Rochester (Minnesota), wo meine beiden letzten Nationals stattfanden, konnte diesmal richtige Vorfreude auf die Örtlichkeit aufkommen: Dallas, Texas, genauergesagt Plano bei Dallas (Plano:Dallas = Ludwigsburg:Stuttgart). Leider hatte sich dieses Jahr (hauptsächlich wegen Regeländerungen im Qualifikationsmodus) weder das Georgia Tech Männer- noch das Frauenteam qualifiziert, so dass mein Kommilitone Alvin und ich, die Reise allein antraten, um im Einzel- und Doppelwettbewerb die Ehre des Georgia Tech aufrechtzuerhalten. Erster Eindruck von Dallas: Verrückte Autobahnen… Wenn man von Deutschland nach Atlanta kommt, sind die Highways schon beeindruckend groß, aber so ein Highwaygewirr und eine Ansammlung von gigantischen Spaghetti-Intersections wie in Dallas hab ich noch nicht gesehn. Ohne Navi, keine Chance… Dass die Highways in Dallas so wuchern hängt vor allem damit zusammen, dass Texas sehr weitläufig ist und sich der Großraum Dallas über ein Fläche von ungefähr 60km x 60km hinzieht. Und das alles muss natürlich gut vernetzt sein, damit auch jeder mit seinem Pick-up Truck schnell von A nach B kommt.

Beim Einchecken im Hotel gab’s etwas Stress (Eine englische Beschreibung des Problems findet ihr hier auf Tripadvisor), aber dafür verlief der erste Tischtennistag am Tag darauf umso geschmierter: Sowohl Alvin als auch ich waren auf Platz 4 von 4 in unserer Gruppe gesetzt und wir schafften es beide auf den 3. Platz. Das reichte zwar trotzdem nur für die Trostrunde, aber trotzdem schon über Soll. Die Sensation gab es aber im Doppel. Zunächst schlugen wir mit einer guten Leistung ein Doppel von der Brown University, das ein Rating von etwa 2000 hatte, unser Rating ist 1650 (Weltklasse ist etwa 3000, Anfänger mit Talent etwa 1000). Doch damit nicht genug. Im Achtelfinale schlugen wir das Doppel Nr.4 des Turniers aus Toronto (Rating 2400) mit 3:0 Sätzen. Einmalig… Im Viertelfinale spielten wir dann zwar gut mit und hatten auch gute Chancen einen Satz oder zwei zu gewinnen, doch reichte es am Ende durch einige leichte Fehler nicht ganz. Trotzdem: Top 8 College-Doppel in den USA, das ist doch was! Am nächsten Tag in der Trost-KO-Runde gewann ich ein Spiel gegen den 4.-Platzierten einer anderen Gruppe, musste mich dann aber im Spiel darauf geschlagen geben. Alvin schaffte es immerhin ins Halbfinale der Trostrunde, was mir ja im Jahr zuvor gelungen war.

Billy Bob's - The world's largest honky tonk

Billy Bob's - The world's largest honky tonk

Soviel zum Tischtennissport, kommen wir nun zum Tourismussport. In den „Stockyards“, einem historischen Wild-West-Viertel, das für Vergnügungszwecke ausgebaut wurde, kann man denn so einige Texas-typische Dinge erleben. Neben Steak-Restaurants, Läden mit allerlei Kram und hübschen Gebäuden befindet sich hier auch das Billy Bob’s, eine ziemlich überdimensionierte Tanzbar mit live-Country. Nicht nur sahen viele Leute dort mit Cowboystiefeln und Kleidung aus wie Cowboys/-girls, sondern es gab auch echte Cowboys zu sehen. In einem Käfig der Größe eines Handballfeldes wurde ein kleiner Rodeowettbewerb ausgetragen: viel Lärm, ziemlich wilde Kühe, und meistens weniger als 2 Sekunden bullriding pro Wettstreiter. Einer hat es dann doch ein paar mehr Sekunden geschafft, dazu ein Video zum Runterladen (8Mb) Bullriding at Billy Bob’s.

Fort Worth Stockyards

Fort Worth Stockyards

Dealey Plaza in Downtown Dallas ist berühmt als Schauplatz des Attentats an J.F. Kennedy. Im Sixth Floor Museum, das früher ein Buchdepot war und dem Attentäter Oswald als Schützennest diente, ist das Leben des 35. Präsidenten der USA interessant aufbreitet. Von seiner Herkunft und Präsidentschaft gelangt man durch eine Schleuse aus schwarzen Wänden mit Bildern der Limousine in den Sekunden des Attentats zur Rekonstruktion des Schützennests mit Blick auf die Elm Street, wo JFK von zwei Kugeln getroffen wurde. Ein schauerliches Gefühl an so einem historisch-tragischen Ort zu stehen. Im Rest des Museums wird die Aufarbeitung und Aufklärung des Attentats präsentiert, die auch nicht ganz unspektakulär ablief: Oswald wurde kurz nach seiner Verhaftung von einem Herrn namens Ruby erschossen, der jedoch nie eine klare Aussage dazu machte und einige Zeit später an Krebs starb. Die Motive bleiben also bis an den heutigen Tag im Dunkeln.

Blick vom Sixth Floor Museum in Richtung Elm Street (Straße in der rechten unteren Ecke)

Blick vom Sixth Floor Museum in Richtung Elm Street (Straße in der rechten unteren Ecke)

Und noch etwas ist mir in Texas aufgefallen: Die Leute dort haben einen krassen Akzent! Also wer echtes Amerikanisch hören will, muss unbedingt mal mit einem Hillbilly aus Texas reden! So viel zu meiner ersten Erfahrung mit dem Staate Texas. Viele Grüße nach Deutschland!

Oktoberfest in Helen, GA

Sonntag, 02. Oktober 2011

Letztes Wochenende begaben drei Kollegen und ich uns nach Helen in den Bergen Nord-Georgias zum diesjährigen Oktoberfest. Helen ist ein kleines Städtchen, das sich, um touristisch überleben zu könnnen, einen deutschen Anstrich verpasst hat. Entlang der Hauptstraße reihen sich Shops und Restaurants, die vom Baustil her an eine Mixtur aus Schwarzwaldhaus, Königsschlösschen und Disneyworld erinnern. Bei strahlendem Herbstsonnenschein war es durchaus kurzweilig durch die Gasse zu schlendern und Unmengen von typisch deutschen Souvenirs (Bierkrüge, Haribo, Mensch Ärgere Dich Nicht, Dirndls/Lederhosen,…) zu begutachten. Zum Mittagessen kehrten wir in den Gasthof Heidelberg ein, wo mir tatsächlich sehr authentisches (im Gegensatz zur Architektur) deutsches Essen aufgetischt wurde – Jägerschnitzel mit Spätzle und Rotkohl.

Gasthof "Heidelberg" in Helen

Gasthof "Heidelberg" in Helen

Bevor wir uns dann dem eigentlichen Ziel, dem Oktoberfest, zuwandten, ließen wir den diesjährigen Festumzug an uns vorbeiziehen. Allerlei Süßigkeiten wurden umhergeworfen, Kutschen, Leute mit Trachten, das offizielle Bierfass importiert aus Deutschland zogen durch die Straße, wie man das so kennt. Dass auch eine Kolonne von deutschen Autos (VW, Audi,…) teilnimmt, kann man ja noch irgendwie nachvollziehen, aber was die 20 Corvettes in dem Umzug zu suchen hatten?

Offizielles Oktoberfest-Fass (Wir hatten Zweifel ob wirklich was drin ist)

Offizielles Oktoberfest-Fass (Wir hatten Zweifel ob wirklich was drin ist)

Während Helen einen ganz unterhaltsamen Eindruck auf mich gemacht hatte, enttäuschte das Oktoberfest leider etwas. Zum einen war der Eintritt ins Fest-„Zelt“ (eher eine halb-offene Halle, aber ähnliches Feeling wie ein Zelt) mit $9 nicht günstig, und zum anderen wurde dafür nicht gerade viel geboten. Immerhin gab es deutsches Oktoberfestbier von Paulaner. Musik wurde so die typische Schunkel- und Schuhplattlermusik gespielt, was gut passte. Nur war sehr wenig los (Wir waren Samstag Nachmittag bis Abend dort), so dass kaum ausgelassene Stimmung aufkommen konnte. War vielleicht so wie Pferdemarkt am Sonntag morgen um 11:30 Uhr: Ein paar Senioren essen Mittag und ein paar Hartgesottene sind schon wieder da zum trinken, aber nicht wirklich was los. Nur zum was trinken und essen ist es beim Helener Oktoberfest aber zu teuer, meiner Meinung nach. Hab das Konzept also nicht so 100% verstanden. Aber gut, man hat’s mal gesehn und nächstes Mal dann doch wieder Pferdemarkt, Wasen oder Wiesn… A propos, eine „Wiese“ mit Fahrgeschäften und Ständen gibt’s leider auch nicht, nur das Bier-„Zelt“. Naja, für unverwöhnte Amerikaner ist es wahrscheinlich trotzdem ein Erlebnis.

In und um Columbus herum

Samstag, 04. Juni 2011

Bereits am vergangenen Sonntag und Montag (Memorial Day) reisten Fiona und ich in Richtung Columbus, um die Gegend um der nach dem großen Entdecker benannten Stadt an der Grenze zu Alabama zu erkunden. Allerdings hatten wir schon vor der Reise eine Karte ausgedruckt und wussten, dass wir nicht nach Indien unterwegs waren.

Franklin D. Roosevelts unvollendetes Portrait

Franklin D. Roosevelts unvollendetes Portrait

Leicht hätten wir uns aber nach Washington D.C. verirren können, hätten wir „White House“ statt „Little White House“ als Ziel eingegeben. Franklin Delano Roosevelt, kurz FDR, der Präsident des Aufschwungs nach der großen Depression und Bezwinger der Achsenmächte, ließ in Warm Springs ca. 40 Meilen nördlich von Columbus ein kleines Anwesen errichten, das aufgrund seines weißen Anstrichs „Little White House“ (Kleines Weißes Haus) genannt wird. FDR litt schon während seiner Amtszeit an Polio (Kinderlähmung). Den warmen Quellen von Warm Springs sagte man nach, dass sie die Krankheit heilen könnten. Daher der etwas verwunderliche hohe Besuch in der Provinz. Mehrere Dutzend Male besuchte FDR die Quellen. Angeblich hatte dies einen starken Einfluss auf die amerikanische Politik: Durch den Kontakt mit den Bauern und deren Lebensumständen, wurde FDR zur Gründung der REA (Rural Electrification Administration) inspiriert, die die ländlichen Gegegenden der Staaten an das Stromnetz anschließen sollte.

Das "Little White House" bei Warm Springs

Das "Little White House" bei Warm Springs

Was das Little White House aber wirklich besonders macht, ist die Tatsache, dass FDR kurz vor Kriegsende hier verstarb. Am morgen war er noch dabei, ein Gemälde von sich anfertigen zu lassen, als er dies mit starken Kopfschmerzen unterbrach und kurz darauf starb. Das unfertige Gemälde ist in einem Art Schrein zu Ehren des sehr beliebten Präsidenten ausgestellt.

RiverWalk am Chattahochee River in Columbus

RiverWalk am Chattahochee River in Columbus

Bei für Mai ungewöhnlichen fast 100 °F (36 °C) erreichten wir Columbus in weniger als einer Stunde. Columbus war vor allem ein industrielles Zentrum der Metallverarbeitung. Zum großen Teil ist die Backstein-Architektur erhalten und zu Vergnügungszwecken (Shops, Museen, Restaurants,…) umgebaut worden. Doch war an diesem Sonntag absolut tote Hose und fast alles geschlossen. Vom Äußeren konnte man annehmen, dass es ganz nett zugehen könnte, doch wie gesagt wohl nicht sonntags. Das schönste war daher der Spaziergang am Chattahochee RiverWalk, ein sehr hübscher, einige Meilen langer Weg am Fluss zum Laufen, Fahrradfahren oder Skaten.

Providence Canyon State Park

Providence Canyon State Park

Wo wir doch nun das Weiße Haus Georgia’s gesehen hatten, war es ja nur konsequent, dass wir am nächsten Tag den Grand Canyon Georgia’s besuchten, den Providence Canyon ca. 40 Meilen südlich von Columbus. Hierbei wäre eine falsche Zieleingabe bei Google noch fataler gewesen als beim weißen Haus (28 h -vs- 12 h). Vorsicht war geboten… Glücklicherweise führte uns das Navi nur 2 Meilen am Ziel vorbei. Bei Temperaturen von weiterhin 90er Fahrenheitgraden bevorzugten wir den 3-Meilen vor dem 10-Meilen Rundgang. Und in der Tat, der Canyon sieht aus wie der Grand Canyon nur etwas kleiner. Was sich der aufmerksame Beobachter aber sofort fragt: Warum wachsen da drin Bäume!?  Im Grand Canyon wachsen keine Bäume! Und warum bröckelt das Gestein einfach so weg, wenn man es anfasst!? Da stimmt doch was nicht. Und in der Tat sind sich die beiden Canyons nur bei oberflächlichem Hinsehen ähnlich: Während der Grand Canyon über Jahrmillionen durch Tektonik und Erosion entstand, wurde der Providence Canyon innerhalb einiger Jahrzehnte durch den Einfluss des Menschen erschaffen. Nicht dass da jemand angefangen hat zu graben, doch führten die Rodung der Wälder und unnachhaltiges Bestellen des Bodens im 19. Jahrhundert zur rapiden Erosion des sandigen Lehmbodens. Wie dem auch sei, schön anzuschauen ist der Canyon allemal.

Weil's so schön war, noch mal ein Bild vom Providence Canyon

Weil's so schön war, noch mal ein Bild vom Providence Canyon

Zurück in Atlanta konnte ich nun auch mal den Spritverbrauch (oder besser die Spriteffizienz da man hier nicht in Benzin pro Strecke  sondern Strecke pro Benzin also dem Kehrwert rechnet) meines Autos auf der Autobahn testen. 36 Meilen/Gallone machten mich doch recht glücklich. Auf dem Weg zur Uni (halb Autobahn und Stadt) sind es nur 32 Meilen/Gallone.  (Tipp zum Umrechnen: 1 Meile = 1,6 km, 1 Gallone = 3.78 l)

Back at Tech

Montag, 10. Mai 2010

Eyjafjallajökull hat mich am Freitag gerade noch verschont, als ich über London nach Atlanta flog. Die Reise verlief trotz jeder Menge Gepäck (2 eingecheckte Koffer, sowie 1 Koffer, 1 Gitarre und 1 Rucksack im Handgepäck – alles in allem über 70 kg) und Trubel/Wartezeit in London/Heathrow gut. Die Boeing 777 von London nach Atlanta war nur spärlich besetzt, so dass der Nebenplatz leer blieb – sehr angenehm, fast wie Business Class. Filmempfehlung von mir: Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon über Nelson Mandela und die Rugby-WM in Südafrika, vor allem wo jetzt die Fußball-WM in Südafrika ansteht.

Das Wochenende verbrachte ich zusammen mit Fiona. Am Samstag fuhren wir nach Athens, Georgia, wo eine Freundin Fiona’s ihren Doktor-Abschluss an der UGA (University of Georgia, Athens) feierte. Athens ist ein wirklich nettes Städtchen mit der hübschen und ältesten staatlichen Uni Amerikas. Es besteht ja schon eine gewisse Rivalität zwischen UGA und Georgia Tech, vor allem beim Football, aber die Schönheit des Campus darf man schon zugeben. Direkt angrenzend befinden sich einige Bars und Kneipen, was es so in den USA ja nicht so oft gibt. Also schon nett. Aber halt auch recht weit weg von einer Großstadt, was  beim Georgia Tech sehr schön ist, dass man mitten in der Stadt ist. Letztendlich entscheidet eh der Studiengang, was einem liegt, denn UGA ist eher geisteswissenschaftlich, und das Georgia Tech natürlich eher technisch orientiert. Tatsächlich soll es GTler geben, die wegen des hohen Frauenanteils über eine Stunde zu Parties an der UGA fahren. Ist quasi wie Uni Stuttgart und PH Ludwigsburg.

Robert E. Park Hall, UGA, Athens

Gestern, Sonntag, war dann großes Einkaufen angesagt. Man kann sagen, was man will, aber Sonntags einkaufen gehen können ist schon was Angenehmes und Praktisches…  Bei IKEA und Walmart fanden wir die wichtigsten Möbel und Einrichtungsgegenstände, die wir sogleich zu meinem neuen Apartment brachten, das ich mit Subu, einem Freund vom Tischtennis, teile. Wenn dann mal alles fertig ist, kommt wahrscheinlich noch ein Foto.

Heute habe ich ein paar Sachen auf dem Campus erledigt (Computer- und Gebäudezugang im Lab, Registrierung beim Internationalen Zentrum,…) und mein Zimmer vervollständigt: Der Schreibtischstuhl wurde als letztes zusammengebaut, weswegen ich jetzt erst diesen Eintrag schreiben konnte. Diese Woche wird voraussichtlich noch recht ruhig, ab nächste Woche geht dann das Summer-Semester offiziell los.

Eyjafjallajökull

New Orleans – The Big Easy

Samstag, 09. Mai 2009

Wie versprochen folgt der ausstehende Bericht über die Reise nach New Orleans im Staate Louisiana. Nachdem Alex am Freitag morgen seine Prüfung hinter sich gebracht hatte, brachen Alex, Frederik, Magnus (Uni Karlsruhe) und ich zur etwa 7-stündigen Fahrt in den tiefen Süden auf. Wir durchquerten Alabama’s Hauptstadt Montgomery, steuerten stark südlich und erreichten nach der Durchquerung des  Staats Mississippi nahe der Golf Küste schließlich am fortgeschrittenen Abend unser Ziel. Die Hauptattraktion New Orleans‘ ist das historische Viertel French Quarter .  Bevor New Orleans 1803 mit dem Louisiana Purchase an die USA ging, hatte die Stadt eine abwechslungreiche Kolonialgeschichte zwischen Spanien und Frankreich, aus dessen Zeit die Architektur des French Quarters stammt. Die touristische Beliebtheit des Viertels vernahmen wir auch gleich, als wir versuchten, unser Hotel mit dem Auto anzusteuern: Um die Bourbon Street, das touristische Herz des French Quarters zu überqueren (wohlgemerkt Freitag abends), brauchte es angesichts der Menschenmassen schon einiges an Zeit.

French Quarter - ganz typisch

French Quarter - ganz typisch

Kurz danach befanden wir selbst uns darunter und waren erst einmal verblüfft von dem ganzen Rummel. Leute tranken auf der Straße Bier (ungewöhnlich für USA), mehr oder weniger abwechselnd luden Musik-Bars, Strip-Clubs und Vodoo-Shops zum Einkehren ein, Leute warfen ‚Beads‘ (Perlenketten) von den Balkonen, die man normalerweise einer Frau umhängt, wenn sie einen dafür ‚flasht‘ (wer nicht weiß, was das ist, kann sich vielleicht denken, was es ist…) – Ganz anders als ich mir New Orleans vorgestellt habe, nämlich gemütliche Kneipen mit Jazz-Musik. Aber wir haben uns mit den Gegebenheiten ganz gut arrangiert und unseren Spaß gehabt… Von dem eben Beschriebenen kommt übrigens der Spitzname ‚Big Easy‘, als sich New Orleans Anfang des 20. Jahrhunderts zum zügellosen Vergnügungsort entwickelte.

French Quarter von Algier aus

French Quarter von Algier aus

Louis Armstrong - Der Vater des Jazz

Louis Armstrong - Der Vater des Jazz

Am Samstag gingen Alex und Magnus zum Jazz Festival, das an diesem Wochenende stattfand. Prinzipiell fand ich das auch eine gute Sache (Jazz Festival in der Stadt des Jazz), doch stieß mir persönlich auf, dass der Preis für eine Karte 50$ pro Tag betrug und das auch nur weil Leute wie Jon Bon Jovi u.ä. auftraten, die mal gar nichts mit Jazz zu tun haben. Frederik und ich schauten uns daher die etwas entlegeneren Punkte der Stadt an. Wir fuhren mit der St.  Charles Streetcar, einem altertümlichen, einwägigen Straßenbähnchen durch die Viertel Uptown und Garden District, wo man direkt Lust bekommt, in einer der luxuriösen Villen zu leben und die Füße auf der Veranda mit Schaukelstuhl baumeln zu lassen. Wieder zurück am touristischen French Quarter, nahmen wir die kostenlose Fähre nach Algier über den Mississippi für einen schönen Blick auf die Stadt von der anderen Uferseite. Am Nachmittag hatten wir uns auch das Louisiana State Museum angeschaut, für gerade mal 5$ jede Menge Geschichte, von den Ureinwohnern bis zum Bürgerkrieg, u.a. auch der Raum, in dem der Louisiana Purchase unterzeichnet wurde, der die Westausbreitung der USA stark voranbrachte.

Der Mississippi-Dampfer 'Natchez'

Der Mississippi-Dampfer 'Natchez'

Kathedrale und Jackson Square

Kathedrale und Jackson Square

Am Sonntag streiften wir dann zu viert ausführlichst durch das French Quarter, um die alten Häuser, Kirchen, Regierungsgebäude, usw. anzuschauen. Zum Fotografieren gab’s da mehr als genug. Die ursprünglichen Pläne, einmal mit dem Schaufelraddampfer Natchez zu fahren, oder die „Katrina“-Tour zu machen, ließen wir dann aus Ermüdung und Kostengründen doch sein. Eine Tour durch die verwüsteten Gegenden hätte 35$ oder mehr gekostet, ziemlich viel für etwas, wofür keiner etwas geleistet hat. A propos Katrina, in den Touri-Zonen kriegt man nichts mehr davon mit, dass da mal (2005)  etwas war – außer in Shops, wo man Bücher über Katrina kaufen kann-, wobei dieses Gegenden damals auch nicht so sehr betroffen waren wie die Regionen im Osten zum Golf hin.

USS Alabama in Mobile

USS Alabama in Mobile

Früh morgens am Montag (wir hatten ja eine Stunde Zeitverschiebung aufzuholen), ging’s dann zurück nach Atlanta, wobei wir noch einen Zwischenstopp in Mobile, Alabama, einlegten, wo das ausgemusterte Kriegsschiff USS Alabama und ein U-Boot, beide aus dem 2.Weltkrieg, vor Anker liegen. Bis wir die ganzen Räume Unterdeck und im Kontrollturm (oder wie das heißt) abgelaufen hatten, vergingen doch 1-2 Stunden, aber die Größe, Komplexität und Organisation einer solchen Konstruktion boten genug Anlass zum Staunen. Im U-Boot konnte man sogar durch das Periskop die Alabama beobachten, sehr cool. Leider war das Periskop fixiert, so dass nicht ganz das Gefühl aufkam, Kapitän eines U-Boots zu sein,  aber beinahe 🙂 . Kurz vor der Abfahrt aus Mobile starteten eine Horde ekelerregend aussehender Insekten regelrechte Massenangriffe auf unsere Reisegruppe, vor der wir uns gerade noch ins Auto retten konnten, wo wir die letzten 5 Stunden verbrachten, bevor in Atlanta die Unbekümmertheit von ‚The Big Easy‘ wieder abgelegt werden musste.

Nashville und die Country Musik

Mittwoch, 18. Februar 2009

Neben der Geburt von Blues und Rock’n’Roll in Memphis rühmt sich Tennessee als Zentrum der Country Musik. In Nashville, Tennessees Hauptstadt, wird dies offensichtlich: Neben der Country Music Hall of Fame, einem Museum zu Ehren der Country Musik gibt es hier alles mögliche, was man mit Country verbindet. An Nashville’s Broadway gibt es Kneipen mit Live Country, Shops mit Cowboyhüten und -stiefeln und selbst an manchen Ampeln stehen Boxen, aus denen Countrymusik schallt. Man könnte Country als ‚Volksmusik‘ der USA bezeichnen, aber man verbindet damit durchaus anderes als wenn man in Deutschland von Volksmusik redet. Während Volksmusik zu Hause wohl schon zu 90% von Älteren gehört wird, ist Country vor allem im Süden durchweg populär. Die Texte sind natürlich schon zum Großen Teil etwas schnulzig, doch sehnt sich der Sänger hier eher nach den Weiten des Wilden Westens als die Schönheit der Alpen zu besingen…

Country Music Hall of Fame

Country Music Hall of Fame

Drei zum Preis für Eine

Drei zum Preis für Eine

Bevor ich zur Country Music Hall of Fame ging, kannte ich genau einen Countrysänger, nämlich Johnny Cash. Doch hab ich mir vorgenommen, mir mindestens drei Namen zu merken. Und hier sind sie: Kitty Wells war eine der ersten Frauen in der Country Musik, DeFord Bailey erster Schwarzer und Chet Atkins, Meister der Country Gitarre, von dem ich mal ein Youtube Video gepostet habe, um einen kleinen Eindruck zu geben. Interessant auch, dass Elvis in der Hall of Fame geführt wird. Dass er einige Elemente der Country Musik übernommen hat, war den Juroren wohl schon genug, ihn aufzunehmen… Das Gebäude selbst hat die Form eines Bassschlüssels und gibt schon was her. Nach anderthalben Tagen in Nashville hatte ich dann aber auch genug von Country, wobei es zwischendurch ganz nett anzuhören ist.

Etwas außerhalb der Stadt liegt die ehemalige Farm des 7. Präsidenten der USA, Andrew Jackson, dessen Konterfei den 20 Dollarschein ziert. Er war wegen seiner Sturheit und Hartnäckigkeit  als ‚Old Hickory‘ bekannt, was sowohl auf seine politischen Entscheidungen als auch auf seine Einstellung zu Sklaven und Indianern zutrifft. Er stärkte die Macht des Präsidenten, trat für das Volk ein, war aber auch pro Sklaverei und Vertreibung von Indianern. Auf seiner Farm, dem  Hermitage, ist das dortige Leben Anfang des 19. Jahrhunderts präsentiert. Um das Herrenhaus befinden sich ein Garten, wo u.a. Jackson begraben ist, Felder und Sklavenhütten, die man besichtigen kann. Insgesamt nicht ganz so spekatuklär wie z.B. das Civil Rights Museum, aber doch ganz interessant.

Andrew Jackson's Herrenhaus im Hermitage

Andrew Jackson's Herrenhaus im Hermitage

Zum Abschluss machten wir noch eine kleinen Rundgang durch Nashville, das vom Erscheinungsbild hübscher ist als Memphis. Den eigentlichen Ortskern kann man in 1-2 Stunden gut ablaufen, und man sieht zum Beispiel das Tennessee State Capitol oder das Ryman Auditorium, einen schicken Konzertsaal.

Broadway in Nashville

Broadway in Nashville

Jack Daniel's Distillerie

Jack Daniel's Distillerie

Auf der Rückfahrt nach Atlanta am Montag machten wir einen Abstecher zur Jack Daniel’s Distillerie in Lynchburg, in der der gleichnamige Tennessee Whiskey hergestellt wird. Nur 17 Mitarbeiter produzieren hier all den Whiskey, der auf der ganzen Welt verkauft wird. In einer einstündigen Tour erklärte uns ein lustiger Mitarbeiter (er hatte immer einen Witz mit alkoholischen Getränken parat), wie der Whiskey hergestellt wird. Von der Gärung des Getreides, übers Distillieren zum Coal Mellowing, in dem der Whiskey tropfenweise durch eine Holzkohlesäule sickert. Schließlich die Herstellung der Fässer und deren Lagerung bis zum Abfüllen in den bekannten rechteckigen Flaschen. Jack Daniel starb übrigens an seinem Safe. Weil der diesen nicht aufbekam, trat er gegen den Safe, was zu einer Wunde an seinem Zehen führte. Aus Scham darüber ging er aber nicht zu einem Arzt, bis sich die Wunde entzündete und er schließlich an einer Blutvergiftung starb, weil jede Hilfe zu spät war… Da ich noch nie Whiskey probiert hatte, wäre ich bereit gewesen, ein wenig zu testen, doch die Ironie bei der ganzen Sache ist, dass Lynchburg in einem ‚dry county‘ liegt, d.h. in einem Landkreis, wo Alkoholverkauf und -ausschank verboten ist, so dass man bis auf eine teure Souvenirflasche keinen Jack Daniel’s Whiskey bekam. Für echte Fans: Man kann sich auch ein ganzes Fässchen gönnen, das direkt nach Hause geliefert wird. Preis je nach Land und Steuer 9.000 bis 12.000 Dollar. Es sei aber für die Nachbarn beeindruckender ein Fass Jack Daniel’s in der Einfahrt stehen zu haben als ein neues Auto, laut Tourguide…

Memphis – Blues and The King of Rock’n’Roll

Mittwoch, 18. Februar 2009
Beale Street - Ursprünge des Blues

Beale Street - Ursprünge des Blues

Es war mal wieder an der Zeit, etwas außerhalb von Atlanta zu erleben. Von Freitag bis Montag tourten Alex, Frederik und ich durch den für seine Musik bekannten Staat Tennessee nordwestlich von Georgia. Memphis liegt am „Dreiländereck“ Tennessee, Mississippi und Arkansas am Ufer des Flusses Mississippi und ist beonders bekannt als Wiege des Blues und natürlich als Heimatstadt von „The King“, Elvis Presley. Das Stadtbild an sich ist ziemlich öde, bis auf einige nette Blicke in Main Street oder am Ufer des Mississippi ist nicht viel Schönes zu sehen außer kahle Häuserfassaden. Einen Gegensatz dazu stellt die Beale Street dar, Memphis‘ Vergnügungsmeile, wo in den Kneipen Livemusik gespielt wird. Hier geht es doch ganz bunt her, zumindest für amerikanische Großstadtverhältnisse.

National Civil Rights Museum

National Civil Rights Museum

Das National Civil Rights Museum war meiner Meinung nach ein Highlight in Memphis. Im ehemaligen Lorraine Motel, wo Martin L. King 1968 auf seinem Balkon erschossen wurde, ist hier ein Museum gebaut worden, in dem die Geschichte der Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung erzählt wird. Ausgestellt u.a. ein Bus, in dem die Situation nachgestellt wird, als eine schwarze Passagierin sich weigerte für einen Weißen den Sitz frei zu machen. Nach den sehr ausführlichen und interessanten Geschichtsszenen erreicht man schließlich den Ort, wo Martin L. King seine letzten Minuten verbrachte. An das Museum angeschlossen ist ein weiteres ehemaliges Motel, wo der Aufenthaltsort des Schützen vermutet wird. Hier wird die Kriminalseite des Attentats präsentiert. Dem Museum gelingt einsehr guter  Mix aus Geschichte, realen Schauplätzen und Aufruf zum Eintreten für Bürgerrechte.

Monitor beim Hunderennen

Monitor beim Hunderennen

Der Rest unseres Aufenthalts in Memphis war dann den leichteren Dingen des Lebens gewidmet. Zum Abendessen fuhren wir über die Brücke nach West Memphis in Arkansas, wo wir danach ein Racing and Gaming Center besucht haben. Neben dem Grund, mal in Arkansas gewesen zu sein, gab es hier nämlich Hunderennen, ähnlich wie Pferderennen, wo die Zuschauer setzen können, wer gewinnt. Eigentliche Attraktion waren dann aber die vielen dicken, alten Menschen, die Freitag abends nichts besseres zu tun hatten als Massen an Geld in stupide Spielautomaten einzuwerfen. Eigentlich wollten wir auch auf ein Rennen wetten, aber keiner der drei anwesenden Georgia Tech Studenten war fähig herauszufinden, wie das funktioniert mit den Wetten und Einsätzen und Gewinnen… Das Bild zeigt einen Screen, wie man sie im Zuschauerraum fand. Vielleicht wird ja ein Leser schlau daraus?

Am Mississippi River

Am Mississippi River , Mud Island, Brücke nach Arkansas

Graceland, Elvis‘ Herrenhaus, liegt einige Meilen südlich der Stadt. Genau 29,70$ verlangte die Kassierin für den Zutritt zum Gelände und einige kleinere Ausstellungen. Ok, einmal im Leben macht man sowas… Mit einem Bus fuhren wir die 100 Meter aufs Gelände, wo wir gleich mal ein deutsches Pärchen aus Leipzig mit Tochter getroffen haben. Erster Satz der Mutter, als sie merkte, dass wir deutsch sprechen und dass die Warteschlange zwischen ihrer Kamera und Elvis‘ Haus verläuft: „Oh, wenn ihr ja deutsch sprecht, könnt ihr vielleicht bitte ausm Bild gehn!?“ Deutsche Direktheit vermisst man doch ein bisschen bei all der amerikanischen Oberflächlichkeit 🙂 . Die eigentliche Audiotour durch das Grundstück ist schon interessant, so dass man was bekommt für sein Geld. Die verschiedenen Zimmer im Haus, der Garten, der Pool, das Racquetballhäuschen und schließlich sein Grab, das immer mit Blumen von Fans geschmückt ist. In weiteren Ausstellungen sahen wir noch seine Autos, seine Anzüge und seine zwei Flugzeuge. Nur seine Frau konnten wir nirgends finden… Naja, an Geld hat’s Elvis jedenfalls nicht gemangelt. Nur die Frage, wo das alles hin ist, dass die im Museum so viel Eintritt verlangen müssen.

Graceland Mansion

Graceland Mansion

Enten im Peabody Hotel

Enten im Peabody Hotel

Der Samstagnachmittag war dann leider etwas verkorkst. Nachdem in der Gibson Guitar Factory ebenfalls Samstag Nachmittag war, so dass keiner gearbeitet hat und wir 10$ Eintritt für eine Tour durch eine stillgelegte Fabrik bezahlt hätten, entschieden Frederik und ich uns auf Mud Island zu gehen, wo man einen Nachbau des Mississippi Flusslaufs findet, während Alex ins hießige Feuerwehrmuseum ging. Leider war Mud Island geschlossen, wegen Winter…, so dass wir uns schließlich mit den Enten im Peabody Hotel vergnügt haben, die traditionsgemäß im Brunnen der Lounge baden. Die Idee dazu kam dem Hotelbesitzer übrigens in den 30er Jahren als er besoffen von einer Jagd zurückkam…

Great Smoky Mountains – National Park

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Fall Break bot die optimale Zeit, ein wenig in die Berge zu gehen. Der ca. 3-4 Autostunden entfernte National Park „Great Smoky Mountains“ ist einer der meist besuchten Parks in den USA und liegt am südwestlichen Rand der Appalachen zwischen Tennessee und North Carolina.

Chimney Rock

Chimney Rock mit Blick auf Lake Lure

Für die Hinfahrt machten Alex und ich einen kleinen Umweg über das Städtchen Asheville und den nahe gelegenen „Chimney Rock“ (Schlot Fels). Die 14 $ Eintrittspreis sind grenzwertig, aber man wird immerhin mit einem wunderschönen Ausblick über die hügelige Landschaft belohnt, wenn man den Chimney in ca. 20 min. über Holztreppen bestiegen hat. Es gab auch einen Aufzug zum Gipfel, für den man aber 15 min. anstehen musste… Übernachtung dann in einem Hostel in Asheville. Die Innenstadt ist ziemlich untypisch für Amerika, z.B. viele alternative Läden, einige kleinere Bars und eine zu Fuß begehbare Innenstadt. Insgesamt war ich aber nicht besonders beeindruckt von Asheville. Es ist vielleicht für Amerika was besonderes, aber letztendlich vergleichbar mit einer durchschnittlichen Kleinstadt in Europa.

Auf dem Chimney Tops Trail

Auf dem Chimney Tops Trail

Die nahe gelegenen Smoky Mountains bieten da mit Sicherheit einen bleibenderen Eindruck. Zur Anfahrt nutzen wir für einige Meilen den sehr empfehlenswerten „Blue Ridge Parkway“, eine Panoramastraße, die alle paar hundert Meter herrliche Aussichtsbuchten bietet. Die Fahrt kann sich durch das ständige Ausschauhalten also durchaus hinziehen… Über das durch die gleichnamigen Indianer bekannte Cherokee gelangten wir zum „Deep Creek“, einem Tal im Süden des Parks, wo wir den Deep Creek Trail wanderten. Die Wanderung hat mich aber ziemlich enttäuscht. Anfangs Wanderwege, wo locker zwei Autos aneinander vorbeifahren könnten, und nach einem ca. 20 minütigen Aufstieg, sah man nichts außer den dichten Wald um einen herum. Von früheren Alpenwanderungen war ich da anderes gewohnt. Deshalb musste ich Alex am nächsten von einer weiteren Wanderung überzeugen, die als „strenuous“ (anstrengend) ausgeschrieben war und auf die „Chimney Tops“ führte. Man konnte den Aufstieg aber gut in einer Stunde (Höhenänderung etwa 400m) bewältigen und der hat sich dann auch richtig gelohnt – eine tolle Aussicht über das Tal und die umliegenden Berge. Also wer mal in Amerika wandern gehen sollte: Sich nicht von Bezeichnungen wie „anstrengend“ abschrecken lassen, das ist eher nach Durchschnittsamerikaner-Maßstäben bemessen…

Gipfel des Chimney Tops Trail

Gipfel des Chimney Tops Trail

Übernachtet haben wir dann in einem Hotel in Gatlinburg, das mit seinen nur 5000 Einwohnern eine derartige Touristen-, Kitsch- und Klischeemetropole ist, wie ich es vermutlich noch nie zuvor gesehen habe! Es war so kitschig, dass es schon wieder richtig amüsant war! Häuser wie im Disneyland, Restaurants, Spielehöllen, Geschenkläden, Hochzeitskapelle, Fun-Attraktionen wie z.B. Spiegelkabinett, Varieté, ein „Hofbräuhaus“ mit „deutschen“ Spezialitäten, usw.

Gatlinburg, Tennessee

Gatlinburg, Tennessee

Durch die Smoky Mountains führt nur eine Straße, der Highway 441, der sich aber ähnlich wie der Blue Ridge Parkway sehr lohnt. Ein kleiner Abstecher von 7 Meilen führt auf den „Clingman Dome“, mit etwas über 2000m der zweithöchste Gipfel im Park. Man muss, typisch amerikanisch, nur die letzten 0,5 Meilen laufen, und kann einen weiteren Ausblick genießen, wenn man sich noch nicht von Wäldern und Bergen satt gesehen hat.

US Highway 441

US Highway 441

Für Rückfahrt wählten wir den kleineren Highway 19, der u.a. durch den Chatahochee National Forest führt, in welchem die „Need For Speed“-Entwickler eine zeitlang gelebt haben müssen… Leider ist unser Auto nicht ganz so sportlich 😉 . Kurz vor Atlanta noch ein zweistündiger Halt im „North Georgia Premium Outlet“, ein riesiges Einkaufszentrum, wo es nahezu jede Marke zu sehr günstigen Preisen gibt. Wir hatten etwas wenig Zeit, ein weiterer Besuch ist daher sehr wahrscheinlich. Also wenn mal jemand rüber kommt, nicht vergessen einen leeren Koffer mitzubringen – wobei man die hier auch günstig kaufen kann 🙂 .

Huntsville, Alabama

Sonntag, 31. August 2008
Saturn V

Saturn V

Am Montag ist Labor Day (Tag der Arbeit) und das eröffnete die Möglichkeit, trotz vieler Hausaufgaben am Samstag wieder einmal was anzuschauen. Diesmal besuchten Aline, Frederik, Alexander und ich das U.S. Space & Rocket Center in Huntsville im angrenzenden Bundesstaat Alabama. Im Jahr 1950 gründete hier die U.S. Armee ein Raketenforschungszentrum, wo das Team um den deutschen Forscher Wernher Freiherr von Braun, der sich Ende des 2. Weltkriegs der amerikanischen Armee ergeben hatte, entscheidende Fortschritte zum Bau von Raketenantrieben leistete. Die Forschungsaktivitäten waren eine wichtige Grundlage für die amerikanischen Mondmissionen (Apollo-Programme).

Raketenpark

Raketenpark

Das Museum stellt alles Mögliche rund um das Thema Raumfahrt und Raketen aus. Ein Highlight ist schon von der Autobahn aus zu sehen: Ein rund 110 Meter hoher Nachbau der Saturn V, der Trägerrakete der Apolloprogramme. Ein weiteres Examplar befindet sich aufgeschnitten in einer Halle, wo einem die Dimensionen erst richtig bewusst werden. Im Raketenpark sind einige kleinere Raketen ausgestellt, die wie Pilze Richtung Himmel wachsen. Das eigentliche Museum zeigt alles Mögliche rund um die Raumfahrt, z.B. ein Mondfahrzeug, Kapseln oder Antriebe. Auf dem angrenzenden Platz steht eine 200 Tonnen schwere Rekonstruktion eines Space Shuttles.

Space Shuttle

Space Shuttle

Desweiteren gab es einige Attraktionen mit Action, z.B. das Space Shot, wo man mit vierfacher Erdbeschleunigung (4 g) nach oben katapultiert wird, oder das G-Force, eine Zentrifuge, wo große Schwerkräfte simuliert werden, so dass es nur schwer möglich ist, seine Hand zu heben oder seinen Gesichtsausdruck zu kontrollieren (Leider gibts kein Foto davon 😉 ).

Fritz Mueller's Zeichnungen

Fritz Mueller's Zeichnungen

Die Müllers sind übrigens überall. Ein Forschungsmitglied in früherer Zeit war ein gewisser Fritz Mueller. Verwandtschaftliche Beziehungen sind noch nicht bestätigt, aber seeehr wahrscheinlich 😉 .